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Dämpfer für die KMU-Konjunktur.

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Spiegelbildlich zum gesamtschweizerischen Trend hat sich der Konjunkturverlauf der kleinen und mittelgrossen Unternehmen (KMU) im Sommerhalbjahr 2001 erneut deutlich verlangsamt. Laut UBS-Umfrage vom September bei rund 800 Betrieben mit weniger als 100 Mitarbeitern bewegte sich der Geschäftsgang aber insgesamt noch leicht im positiven Bereich. Gemäss Einschätzung der Umfrageteilnehmer wird sich die Wachstumsabkühlung im Winterhalbjahr weiter fortsetzen. Die typische Rolle der KMU als Konjunktur-stabilisatoren zeigt sich jedoch darin, dass sie die Geschäftsaussichten in den nächsten Monaten insgesamt etwas zuversichtlicher beurteilen als die parallel dazu befragten Grossunternehmen.

Gespaltenes Branchenbild
Abgesehen von den Bäckereien und dem Transportgewerbe verzeichneten im Sommerhalbjahr alle von UBS befragten Wirtschaftszweige ein deutlich langsameres Wachstum. Die gravierendste Verschlechterung des Geschäftsgangs trat bei den Uhrenherstellern, den Druckereien und der Elektroindustrie ein. Innerhalb der erfassten Dienstleistungssparten resultierte bei insgesamt leicht überdurchschnittlicher Performance ein heterogenes Bild: Während sich die Reisebüros und Bäckereien im Sommer gut hielten und punkto Geschäftsgang das Feld klar anführten, mussten hauptsächlich die Anbieter von Informatikdiensten einen empfindlichen Rückschlag hinnehmen. Zusammen mit den Druckereien verzeichneten sie sogar eine rückläufige Umsatzentwicklung.

Angesichts der anhaltend intensiven Konkurrenz konnte der kräftige Anstieg der Einkaufspreise nur teilweise auf die Verkaufspreise überwälzt werden. Damit wächst der Druck zu weiteren Rationalisierungen, was sich in einem trotz abgeschwächtem Konjunkturgang hohen Investitionsniveau - namentlich in der Industrie - niederschlug. Bei stagnierendem Arbeitsvorrat im Durchschnitt aller Branchen und nur geringfügig verbesserter Auftragslage blieb der Personalbestand stabil.

Eingetrübte Perspektiven
Vor dem Hintergrund der zunehmenden globalen Konjunkturschwäche und der erhöhten Unsicherheit als Folge der Ereignisse vom 11. September rechnen die KMU im Winterhalbjahr 2001/02 mit einem weiter verflachten, im Vorjahresvergleich sogar rückläufigen Geschäftsgang. Diese Einschätzung wird von fast allen Wirtschaftszweigen geteilt. Als einzige Ausnahmen gehen die Bäckereien von einem zwar verlangsamten, aber weiterhin positiven Trend aus, während die Anbieter von Informatikdiensten sogar auf eine wieder etwas lebhaftere Nachfrage hoffen. Dagegen müssen sich vor allem die Bausparten, allerdings teils saisonal bedingt, auf einen starken Abschwung einstellen. Trotz der erhöhten Unsicherheit bezüglich der künftigen Geschäftsaussichten nach den Anschlägen in den USA haben die KMU insgesamt expansive Investitionspläne. Als Reaktion auf die verschlechterte Nachfragesituation und sinkende Arbeitsvorräte müssen die Unternehmen hingegen den Personalbestand leicht reduzieren.


Regionale KMU-Trends

Romandie als Wachstumsleader
Die deutliche Abschwächung der KMU-Konjunktur zeichnete sich im Sommerhalbjahr mit Ausnahme der Zentralschweiz in allen Wirtschaftsregionen ab. Gemessen am Umsatzverlauf mussten die KMU vor allem im westlichen Mittelland und in der Nordwestschweiz eine markante Verschlechterung hinnehmen und wiesen damit im Quervergleich gleichzeitig die schlechteste Performance auf. Da in der Zentralschweiz namentlich die KMU des Dienstleistungssektors kräftig zulegen konnten, erwies sich diese Region als klarer Spitzenreiter, gefolgt von der Romandie und dem Grossraum Zürich. Die Erholung in der Zentralschweiz dürfte allerdings nur vorübergehender Natur gewesen sein, denn für das Winterhalbjahr wird bereits wieder ein deutlicher Abschwung des Ge-schäftsgangs erwartet.

Am zuversichtlichsten zeigen sich für die kommenden Monate die KMU in der Romandie. Hier gehen die Firmen zwar im Einklang mit dem gesamtschweizerischen Trend von einer weiter abgeschwächten Dynamik aus, sie hoffen aber insgesamt noch auf einen positiven Geschäftsgang. Alle übrigen Regionen dürften sich entsprechend dem Landesdurchschnitt negativ entwickeln.



Zürich / Basel, 21. November 2001