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US-Rezession zieht die Schweiz in Mitleidenschaft

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Die Ökonomen der UBS haben ihre Wachstumsprognose für die Schweiz angesichts der weltwirtschaftlichen Lage - und insbesondere mit Hinblick auf die USA - für 2002 deutlich nach unten revidiert. Sie rechnen mit 1.6% Wachstum für 2001 (unverändert) und neu mit 1.0% Wachstum für 2002 (bisher bei 2.1%). Insbesondere das vierte Quartal 2001 und das erste Quartal 2002 dürften recht tief ausfallen mit 0.9% bzw. 0.4% Jahreswachstum. Erst in der 2. Jahreshälfte 2002 dürfte die Schweizer Konjunktur wieder anziehen - und 2003 auf ihr Trendwachstum von 1.8% zurückfinden. Vor dem Hintergrund eines sehr schwachen Wachstums dürfte die Teuerung kein Problem sein. Die Prognosen liegen hier bei 1.1% für 2001 und 1.0% für 2002. Aufgrund des starken CHF dürfte die SNB in den kommenden Monaten ihre Politik der monetären Lockerung fortsetzen.

Die amerikanische Wirtschaft scheint nun endgültig den Wachstumspfad verlassen zu haben. Sprachen schon vor dem 11. September viele Zeichen dafür, dass die Wachstumsschwäche in den USA länger anhalten dürfte als ein Quartal, so hat sich die Lage nach den verheerenden Attentaten massiv verschlechtert. Bis anhin waren die Konsumenten die einzige verbliebene Stütze für die US-Konjunktur. Sowohl der direkte Einfluss der Anschläge als auch die gestiegene Unsicherheit auf den Finanzmärkten dürften die Konsumentenstimmung und folglich auch die Konsumausgaben erheblich drücken. Die UBS-Ökonomen erwarten für die USA drei Quartale mit negativem Wachstum in Folge (Q3 01, Q4 01 und Q1 02), was einer Rezession entspricht. Für das gesamte Jahr 2001 wird nur noch mit 1.0% Wachstum gerechnet; in 2002 mit lediglich 0.4%. Ab dem 2. Quartal 2002 dürfte das Wachstum der amerikanischen Wirtschaft wieder positiv sein und allmählich zu Raten von über 3% zurückfinden. Japan, ohnehin seit langem in einer anhaltenden Schwächephase, wird zusätzlich durch den amerikanischen Einbruch belastet. Hier rechnen die UBS-Ökonomen mit -0.8% Wachstum in 2002, nach -0.9% Wachstum in 2001. Auch in Europa wird die amerikanische Rezession ihre Spuren hinterlassen. Zwar erwarten die Ökonomen der UBS dort keine Rezession, wohl aber einen deutlichen Wachstumseinbruch. Für 2001 wird noch mit 1.4% Wachstum in der EWU gerechnet, für 2002 nur mit 1.1%. Insbesondere das 1. Quartal 2002 dürfte mit nur 0.1% Jahreswachstum sehr schwach ausfallen.

Die im 1. Quartal 2001 festgestellten negativen Tendenzen im Schweizer Wachstum wurden durch die Zahlen für das zweite Quartal mehr als bestätigt: schrumpfende Ausrüstungsinvestitionen, schwacher Bau, stagnierende Güterexporte und stark rückläufige Dienstleistungsexporte kennzeichneten das Wachstum in der ersten Jahreshälfte. Wäre nicht der weiterhin solide Konsum und der massive Lageraufbau gewesen, sähe das Konjunkturbild für die Schweiz schon im 2. Quartal 2001 weitaus düsterer aus. Für die kommenden Monate wird kein Trendwechsel bei den schon jetzt schwachen Wachstumskomponenten erwartet. Vielmehr rechnen die UBS-Ökonomen damit, dass nun auch der Konsum tiefere Wachstumsraten aufweisen wird, dies vor dem Hintergrund einer leicht ansteigenden Arbeitslosigkeit und Realeinkommen, welche im Vergleich zu 2001 nur schwach wachsen werden (1.0% in 2002 nach 2.9% in 2001). Der Tiefpunkt des Konjunkturzyklus dürfte im 1. Quartal 2002 liegen. Für 2001 rechnen die Ökonomen der UBS zwar weiterhin mit einem Wachstum von 1.6%. Dieses Wachstum dürfte sich jedoch auf 1.0% im Jahr 2002 reduzieren, um dann in 2003 in Richtung Trendwachstum von 1.8% zu tendieren. Exporte, Bau und Ausrüstungsinvestitionen werden weiterhin schwierige Quartale vor sich haben, aber auch das Konsumwachstum wird in 2002 tiefer als in 2001 liegen.

Die Lage auf dem Schweizer Arbeitsmarkt dürfte sich weiter entspannen. Aufgrund der unterstellten Wachstumsschwäche im nächsten Jahr dürfte die Arbeitslosigkeit wieder ansteigen. Nach einer Arbeitslosenquote von 1.8% im laufenden Jahr wird mit 2.5% in 2002 und 2.6% in 2003 gerechnet. Aufgrund der Wachstumsabschwächung, der Annahme relativ stabiler Erdölpreise und der ansteigenden Arbeitslosigkeit wird die Inflation in den nächsten zwei Jahren in der Schweiz kein Thema sein. Nach 1.1% in 2001, erwarten die Ökonomen der UBS 1.0% in 2002 und 1.6% in 2003. Die Inflation sollte in diesem Zeitraum 2% (die Grenze der Preisstabilität gemäss der SNB) nicht überschreiten.

Die SNB hat innerhalb der letzten zwei Wochen, zweimal ihr LIBOR-Ziel um je 50 Basispunkte gesenkt. Dies vor dem Hintergrund eines sich gegenüber allen Währungen rapid aufwertenden CHF. Weitere Zinsschritte werden insbesondere erwartet, wenn der CHF auf seinem derzeitigen Niveau verharren sollte, zumal das derzeitige inflationsfreie Umfeld eine solch lockerere Geldpolitik erlaubt. Bis spätestens zum 7. Dezember rechnen die UBS-Ökonomen mit einer weiteren Reduzierung des LIBOR-Bandes um 50 Basispunkte. Weitere 25 Basispunkte Zinssenkung werden bis Ende des ersten Quartals 2002 erwartet. Bei den langen Zinsen wird mit tieferen Niveaus in den folgenden sechs bis neun Monaten gerechnet. Erst mit einem Anziehen der Konjunktur dürften auch die langen Zinsen in der zweiten Jahreshälfte 2002 allmählich ansteigen.

Die UBS-Ökonomen gehen davon aus, dass die SNB weiterhin versuchen wird, den CHF gegenüber dem EUR abzuschwächen. Bis Ende des Jahres dürfte deshalb der EUR/CHF-Wechselkurs auf 1.50 zurückfinden. Da drastische Massnahmen zur Abschwächung der Währung in der Vergangenheit oft zu Überreaktionen geführt haben, rechnen die UBS-Ökonomen mit einem EUR/CHF von 1.55 in sechs Monaten. Der Wechselkurs dürfte sich allerdings auf 1.53 innerhalb Jahresfrist zurückbilden. Da mit Parität beim EUR/USD innerhalb Jahresfrist gerechnet wird, sollte auch der USD/CHF bei 1.53 in zwölf Monaten liegen kommen.

Zürich / Basel, 27. September 2001
UBS AG

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Wir bitten Sie höflich, unsere neuen Zinssätze in den entsprechenden Tabellen im Wirtschaftsteil Ihrer Zeitung zu berücksichtigen.

Zürich / Basel, 27. September 2001
UBS AG