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Die Abkühlung der Weltwirtschaft wird auch in der Schweiz ihre Spuren hinterlassen.

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Die Ökonomen der UBS haben ihre Wachstumsprognose für die Schweiz angesichts der weltwirtschaftlichen Lage nach unten revidiert. Sie rechnen neu mit 1.6% Wachstum für 2001. Für 2002 dürfte das Wachstum dann wieder parallel mit dem internationalen Umfeld auf 2.1% zulegen. Von der Teuerung her sieht die UBS momentan keine Gefahren. Die Prognosen liegen dort bei 1.4% für 2001 und 1.6% für 2002. Angesichts der sich doch verschlechternden realwirtschaftlichen Lage und des geringen Inflationsdruck dürfte die SNB eine lockere Gangart einschlagen. Die UBS rechnet hier mit einem LIBOR-Ziel, welches im dritten Quartal 2001 bei 2.75 liegen dürfte.

Seit dem dritten Quartal 2000 hat die US-amerikanische Wirtschaft massiv an Schwung verloren. Zwar wurde im ersten Quartal 2001 immer noch eine positive Wachstumsrate gesichtet. Für das zweite Quartal rechnen die UBS-Ökonomen jedoch mit einem negativen Wachstum. Die starken Zinssenkungen der Fed sollten ab dem dritten Quartal greifen und die amerikanische Wirtschaft auf Wachstumskurs zurückführen. Insgesamt dürften die USA im laufenden Jahr mit 1.4% und 2002 mit 3.0% wachsen. Japan kämpft weiterhin mit strukturellen Schwächen, zu denen sich nun auch der amerikanische Konjunktureinbruch gesellt hat. Der Regierungswechsel dort hat die recht negative Einschätzung nicht verändert. Für 2001 wird in Japan mit Stagnation (-0.1% Wachstum) und für 2002 mit einem sehr geringen Wachstum von 0.7% gerechnet. Am Anfang des Jahres waren die Hoffnungen noch gross, dass die europäische Konjunktur relativ ungeschoren von der amerikanischen Schwäche davonkommen würde. Die Wirtschaftsindikatoren, die seitdem aus Europa publiziert wurde, haben die positiven Erwartungen gedämpft. Insbesondere Deutschland hat sich überraschend schwach entwickelt. Die Ökonomen der UBS haben ihre Wachstumsprognosen für Europa nach unten revidiert und gehen jetzt für die EWU von 2.0% in 2001 und 2.6% in 2002 aus. Für Deutschland dürfte das Wachstum im laufenden Jahr nur 1.3% betragen (2.4% in 2002).

Nach einem historisch gesehen aussergewöhnlichen Jahr 2000 hat sich die Schweizer Wirtschaft in der ersten Jahreshälfte 2001 deutlich abgekühlt. Dies war natürlich in erster Linie auf die globale Lage und insbesondere die wirtschaftlichen Schwächen in den USA und in Deutschland zurückzuführen. Zwar wuchsen die Warenexporte noch merklich im ersten Quartal. Die für die Schweiz wichtigen Dienstleistungsexporte schrumpften jedoch im Jahresvergleich. Die Ökonomen der UBS erwarten, dass sich das Schweizer Wachstum im 2. und 3. Quartal 2001 weiter abkühlen wird und erst ab dem 4. Quartal, im Zuge der erwarteten weltwirtschaftlichen Erholung, der Trend zu tieferen Wachstumsraten umkehren wird. Nach 3.4% in 2000 sollte das Wachstum in 2001 deutlich geringer ausfallen (1.6%). Für 2002 wird dann wieder von einem Wachstum von leicht über 2% ausgegangen. War das Wachstum in 2000 breit abgestützt, so dürfte dies auf tieferem Niveau auch 2001 der Fall sein. Es wird allerdings mit leicht tieferen Wachstumsraten bei allen Bruttoinlandkomponenten als im Vorjahr gerechnet. Die Hauptantriebskraft der Wachstums im Aufschwung 1999/2000, die Exporte, dürfte dabei am meisten nachlassen aber auch der Bau und die Ausrüstungsinvestitionen sollten tiefere Wachstumsraten verzeichnen.

Die jüngste Wachstumsphase hat den Schweizer Arbeitsmarkt stark angespannt. Betrug die (saisonbereinigte) Arbeitslosenquote anfangs 1999 noch über 3%, so ist sie bis auf Ende 2000 unter 2% gesunken. Seit Anfangs 2001 scheint allerdings hier ein Halt einzusetzen, und die zwei letzten Arbeitslosenzahlen von April und Mai orientierten sich, saisonbereinigt, wieder leicht höher. Die Arbeitslosenquote sollte 1.8% im Jahresdurchschnitt 2001 und 2.0% in 2002 betragen. Trotz der angespannten Lage am Arbeitsmarkt ist der Lohndruck bescheiden geblieben, was dazu geführt hat, dass die Kerninflation nicht merklich angestiegen ist. Mit der Stagnation der Erdölpreise gegenüber dem Vorjahr, wird zudem deren Anteil an der Inflation in den kommenden Monaten weitgehend ausfallen und dürfte sich sogar inflationsdämpfend auswirken. Die Ökonomen der UBS rechnen deshalb mit Inflationsraten, die im Prognosehorizont moderat ausfallen sollten (1.4% in 2001 und 1.6% in 2002) und sich deutlich unter der Preisstabilitätsgrenze der SNB stabilisieren werden.

Die UBS-Ökonomen rechnen damit, dass die SNB am Donnerstag ihr LIBOR-Ziel um 25 Basispunkte reduzieren wird. Sollte sie dies an diesem Zeipunkt jedoch nicht tun, so dürfte sie dies bis Ende des dritten Quartals vornehmen, da schlechtere Wachstumsnachrichten und tiefere Inflationsraten bis dahin sehr wahrscheinlich sind. Die Chance für weitere Zinssenkungen wird umso höher sein, je schlechter der Wachstumsausblick. Bei den langen Zinsen wird mit einer flachen bis leicht rückgängigen Entwicklung bis Jahresende gerechnet. In 2002 dürften sie dann vor dem Hintergrund einer sich verbessernden Wachstumssituation wieder ansteigen. Auch hier liegt das Risiko eher nach unten, sollten die Wachstumsaussichten schlechter bleiben.

Die UBS-Ökonomen gehen von einer leichten Aufwertung des EUR gegenüber dem CHF innerhalb der nächsten zwölf Monate von derzeit 1.52 auf 1.56 aus. Dies führen sie vor allem auf die Tatsache zurück, dass sich die Inflationsdifferenz zwischen Kerneuropa und der Schweiz zurückbilden wird. Für Deutschland z.B. rechnen sie mit einem Rückgang der Inflation von derzeit 3.5% auf unter 2% bis aufs Jahresende, während die Schweizer Inflation zwischen 1.5% und 1.0% pendeln dürfte. Da sie mit einer leichten Aufwertung des EUR gegenüber dem USD auf zwölf Monate rechnen, von derzeit 0.85 auf 0.95, dürfte der CHF in zwölf Monaten gegenüber dem USD bei 1.64 liegen.

Zürich / Basel, 13.06.2001
UBS AG