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Verflachte KMU-Konjunktur auf anhaltend gutem Niveau.

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Im Einklang mit der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hat sich der Konjunkturverlauf bei den kleinen und mittelgrossen Unternehmen (KMU) der Schweiz im Winterhalbjahr 2000/01 deutlich verflacht. Mit einer einzigen Ausnahme blieb der Geschäftsgang in allen Branchen jedoch klar im positiven Bereich. Laut UBS-Umfrage vom April bei rund 900 Betrieben mit weniger als 100 Beschäftigten bewegen sich die Erwartungen für das Sommersemester auf nochmals leicht reduziertem, aber im langfristigen Vergleich nach wie vor ansprechendem Niveau.

Industrie und Reisebüros voran

Betrachtet über das gesamte Spektrum der in der UBS-Umfrage erfassten Branchen haben sich die im Oktober für das Winterhalbjahr geäusserten Erwartungen der Unternehmer zum Geschäftsgang exakt bestätigt. Während jedoch die Touristikzweige von einer zusätzlichen Nachfragewelle profitierten, mussten sich die Informatikdienste und namentlich das Transportgewerbe mit ernüchternden Resultaten zufrieden geben. Im Quervergleich der jüngsten Trends lagen die Uhrenhersteller klar vor den Reisebüros, und trotz deutlicher Verlangsamung hielten sich auch die Betriebe der Maschinen- und Elektroindustrie in den vorderen Rängen. Bei saisonal respektabler Performance aller Bausparten resultierte ansonsten ein eher heterogenes Bild, wobei die vormals kräftige Dynamik des Dienstleistungssektors einer flacheren Entwicklung Platz gemacht hat. Als einzige Branche sahen sich die Spediteure gar mit einem stagnierenden Geschäftsgang konfrontiert.
Weil die Einkaufspreise weiterhin verbreiteter anzogen als die Verkaufspreise und verstärkte Ausgaben zu Investitionszwecken anfielen, hat sich die Ertragslage der KMU insgesamt nicht weiter verbessert. Auch personalseitig schlugen nicht nur wegen den Saläranpassungen höhere Kosten zu Buche. Namentlich die Unternehmen der Uhren- und der Maschinenindustrie stockten ihre Belegschaften kräftig weiter auf, während im Durchschnitt aller befragten Brachen nur wenig zusätzliches Personal rekrutiert wurde.

Konsolidierung im Sommer

Im Sommerhalbjahr wird sich die KMU-Konjunktur gemäss Einschätzung der Unternehmer noch etwas weiter verflachen. Der vorjährige Boom weicht damit einem konsolidierten Geschäftsgang auf immer noch ansprechendem Niveau. In Abweichung vom Gesamttrend einer Verlangsamung sehen die Informatik-Dienstleister, Bäckereien und Hochbauunternehmen sogar einer besseren Nachfrage entgegen, während die Betriebe der Maschinenindustrie den stärksten Dämpfer und die Spediteure sogar einen Abschwung erwarten. Eine ungebrochene Reiselust der Konsumenten dürfte den Reisebüros den besten Geschäftsgang unter den erfassten Branchen eintragen. Obwohl im Mittel bei leicht nachlassendem Preisauftrieb auf der Einkaufs- wie der Verkaufsseite die Rentabilität keine Fortschritte macht, wird weiterhin lebhaft investiert und sogar noch etwas zusätzliches Personal eingestellt. Ihre längerfristigen Wachstumschancen beurteilen die befragten KMU insgesamt relativ zurückhaltend, wobei das Spektrum von eigentlicher Skepsis (Autogewerbe) bis zu ausgeprägter Zuversicht (Uhrenindustrie) reicht.

Regionale KMU-Trends

Westliches Mittelland und Romandie konjunkturresistent.

Das auf dem konjunkturellen Höhepunkt zur Jahresmitte 2000 relativ geringe Wachstumsgefälle nach Wirtschaftregionen hat sich nach Massgabe der UBS-Umfrage bei den KMU seither wieder etwas ausgeweitet. Auffallend war dabei der weitere Vormarsch im westlichen Mittelland (Grossraum Bern), wo nicht nur die im Herbst geäusserten Erwartungen weit übertroffen wurden, sondern im Wintersemester auch der klar beste Trend aller Regionen resultierte. In allen anderen Gebieten meldeten die Betriebe einen mehr oder weniger deutlich verlangsamten Geschäftsgang, wobei die Zentralschweiz den stärksten Rückschlag hinnehmen musste und das konjunkturelle Schlusslicht markierte.
Diese Position dürfte im angebrochenen Sommerhalbjahr der Nordwestschweiz zukommen, deren KMU die Erwartungen stark zurückgeschraubt haben. Am optimistischsten, wenn auch gegenüber dem jüngsten Trend ebenfalls leicht skeptischer bleiben die Betriebe in der Romandie und im westlichen Mittelland gestimmt. Alle übrigen Regionen einschliesslich dem Raum Zürich dürften sich langsamer als der Landesdurchschnitt, aber durchwegs positiv entwickeln.

Zürich / Basel, 17.05.2001
UBS Schweiz
Division Privat- und Firmenkunden