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Industrieunternehmen bleiben vorsichtig optimistisch.

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Im Startquartal 2001 hat sich die Konjunkturabkühlung erwartungsgemäss fortgesetzt. Damit schlägt die Schweizer Industrie in der ersten Jahreshälfte eine etwas moderatere Gangart ein. Die UBS-Branchenumfrage belegt aber weiterhin eine positive Grundstimmung der Unternehmen.

Die schweizerische Industrie dürfte nach einem berauschenden Wachstumsjahr 2000 im ersten Halbjahr 2001 einen etwas tieferen Gang einschalten. Dass sich die Wirtschaft dabei aber weiterhin auf einem soliden Aufwärtstrend befindet, geht aus der UBS-Konjunkturumfrage vom März hervor. Die Ergebnisse der seit 1975 durchgeführten Quartalsbefragung über den Geschäftsgang bei gut 300 Industrieunternehmen erwiesen sich bisher als zuverlässiger Gradmesser der kurzfristigen Wirtschaftsentwicklung in der Schweiz. Der daraus abgeleitete UBS-Konjunkturindikator als Trendbarometer des Bruttoinlandprodukts signalisiert für das Startquartal 2001 ein verlangsamtes Wachstum von 2,2% im Vorjahresvergleich und für das zweite Quartal ein solches von 2%.

Nachlassende Dynamik

Die Industriekonjunktur hat sich in den Monaten Januar bis März erwartungsgemäss deutlich weiter verlangsamt. Dennoch zeugen die in der Umfrage ausgewerteten Konjunkturindikatoren noch von einer insgesamt ansprechenden Wirtschafslage. Denn bei allen Kriterien sind die "Zunahme"-Meldungen weiterhin deutlich zahlreicher als die "Abnahme"-Meldungen. Zwar erfüllten sich die Erwartungen zur Exportentwicklung nicht ganz. Dennoch sorgte im ersten Quartal die Auslandnachfrage für stärkere Impulse als die Binnennachfrage. Nach wie vor verzeichnete gut die Hälfte der Umfrageteilnehmer einen Zuwachs bei den Umsätzen und nur jeder sechste eine Abnahme. Angesichts der unvermindert hohen Arbeitsvorräte wurde die Produktion im Vergleich zum Vorjahr erneut ausgeweitet und die Belegschaft vergrössert. Ende März beschäftigten mit Ausnahme der Textil-, Bekleidungs- sowie der Holz- und Möbelindustrie alle Branchen mehr Personal als im Vorjahr. Per Saldo haben 27% der befragten Industriefirmen ihre Preise erhöht. Da auf der Kostenseite ein höherer Personalaufwand, steigende Einkaufspreise, für die Exportwirtschaft weniger vorteilhafte Wechselkurse und die neue LSVA zu Buche schlugen, hat sich die Gewinnsituation per Saldo bei lediglich 16% der Unternehmen verbessert.

Stabilisierung des Geschäftsgangs auf respektablem Niveau

Für das zweite Quartal erwartet die Industrie einen soliden Geschäftsgang. Die deutlich positiven Salden der "Zunahme"- und "Abnahme"-Meldungen bewegen sich bei allen wichtigen Kriterien mehr oder weniger auf dem ansprechenden Niveau des ersten Quartals. Damit dürfte sich das BIP-Wachstum bei rund 2% stabilisieren. Nach wie vor werden stärkere Impulse vom Auftragseingang aus dem Ausland erwartet. Aber auch die Binnennachfrage wird insgesamt positiv beurteilt. Die befragten Industrieunternehmen sehen deshalb erneut eine Ausdehnung der Produktion vor. Die Beschäftigungsaussichten bleiben intakt. Einzig die Textil- und die Nahrungsmittelindustrie planen in den Monaten April bis Juni einen Personalabbau. Dagegen melden die Industriezweige Chemie und Uhren per Saldo den grössten Personalbedarf.

Nicht alle Branchen verspürten Wachstumsabschwächung

Nicht bei allen Industriebranchen hat das Expansionstempo in den ersten Monaten 2001 nachgelassen. Insbesondere in den Bereichen Chemie und Nahrungsmittel blieben die Auftriebskräfte in vollem Umfang intakt. Dementsprechend verzeichneten diese beiden Branchen im ersten Quartal den besten Geschäftsverlauf der Industrie. Wegen einer schwächeren Auslandnachfrage verloren demgegenüber die Branchen Maschinen, Elektrotechnik, Metall und Textil an Dynamik. Aber auch die binnenorientierte Holz- und Möbelindustrie verspürte ein deutlich langsameres Wachstum ihres Geschäftsgangs. Aufgrund der im Quervergleich schwächeren Auftragslage ist die Branche Holz und Möbel auch für das zweite Quartal vergleichsweise wenig zuversichtlich und bildet das Schlusslicht hinter der Textilindustrie. Mit einer ebenfalls unterdurchschnittlichen Entwicklung von Auftragseingang, Produktion und Umsatz rechnen die Investitionsgüterindustrien Elektrotechnik und Maschinen. Am optimistischsten bleiben die Branchen Chemie, Nahrungsmittel und Uhren.

UBS Schweiz
Division Privat- und Firmenkunden

Zürich / Basel, 4. April 2001

UBS-Konjunkturindikator und Bruttoinlandprodukt
(Veränderung zur Vorjahresperiode in %)

Daten (in %):

Quellen: seco (BIP); UBS (Umfrage und Berechnungen)
*provisorische amtliche Zahlen