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Industriekonjunktur verliert an Fahrt.

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In der zweiten Jahreshälfte 2000 hat sich das Expansionstempo der Schweizer Industrie allmählich verlangsamt. Gemäss der neusten UBS-Industrieumfrage vom Dezember dürfte sich diese Konjunkturabkühlung in den ersten Monaten 2001 vorerst fortsetzen. Trotz abgeschwächter Dynamik kann aber insgesamt mit einem anhaltend guten Wachstum gerechnet werden.

Nach dem starken Aufschwung Anfang 2000 hat sich das Wachstumstempo der Schweizer Industrie in der zweiten Jahreshälfte zusehends verlangsamt und dürfte im Startquartal 2001 weiter an Dynamik verlieren. Dies geht aus der Dezember-Umfrage von UBS zum Geschäftsgang bei rund 300 Industrieunternehmen hervor. Nachdem sich die Resultate aus der seit 1975 durchgeführten Quartalsbefragung bisher als sehr zuverlässiger Gradmesser der wirtschaftlichen Entwicklung in der Schweiz erwiesen haben, lässt sich daraus mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine auch weiterhin ansprechende Wirtschafslage schliessen. Der UBS-Konjunkturindikator als Trendbarometer des Bruttoinlandproduktes signalisiert für das Schlussquartal 2000 einen Zuwachs von 3,1% und für das erste Quartal 2001 eine Wachstumsrate von 2,6%.

Abgeschwächte Dynamik der Binnennachfrage
Wie erwartet hat sich die Industriekonjunktur im Zeitraum Oktober bis Dezember auf hohem Niveau deutlich verlangsamt. Während die Exportnachfrage weitgehend den hohen Erwartungen der Umfrageteilnehmer entsprach, erfüllten sich die Hoffnungen zur Entwicklung der Binnennachfrage nicht voll. Insgesamt meldete aber noch immer gut die Hälfte der Umfrageteilnehmer eine Zunahme bei Auftragseingang, Produktion und Umsatz im Vergleich zum Vorjahr, während höchstens jede sechste einen Rückgang hinnehmen musste. Durch die erneute Produktionsausweitung sind die Anlagen mit gut 90% sehr stark ausgelastet. Ebenso hält das Beschäftigungswachstum an. Mit Ausnahme der Textilindustrie wurde Ende 2000 in allen Branchen mehr Personal eingesetzt als vor einem Jahr. Allein im Zeitraum Oktober bis Dezember haben gut 30% der Betriebe ihren Personalbestand erhöht, und nur jedes achte Unternehmen hat ihn reduziert. Der Preisdruck hat tendenziell nachgelassen; mehrheitlich blieben die Verkaufspreise stabil. Die Ertragslage verbesserte sich per Saldo bei 17% der Unternehmen.

Auslandnachfrage wird weniger stark
Die guten Bestellungseingänge und die unvermindert hohen Arbeitsvorräte im Schlussquartal 2000 deuten auf intakte Wachstumsperspektiven hin. Entsprechend ergeben die Erwartungen der Unternehmen für das erste Quartal 2001 für alle Indikatoren einen deutlich positiven Saldo der "Zunahme"- und "Abnahme"-Meldungen. Allerdings ist die Zuversicht der Exportwirtschaft gedämpft worden. Sie ist jedoch immer noch grösser als bei den binnenwirtschaftlich ausgerichteten Unternehmen, die von einem weitgehend analogen Wachstum der Auftragseingänge ausgehen wie im Vorquartal.

Wegen der stärker ausgelasteten Produktionskapazitäten und der angespannteren Lage am Arbeitsmarkt dürften die Verkaufspreise beschleunigt ansteigen. Dennoch wird sich die Ertragslage nur leicht verbessern, da insbesondere höhere Personalkosten und steigende Rohstoffpreise auf die Gewinne drücken. Mit Ausnahme der Textil- und Papierindustrie planen im ersten Quartal 2001 per Saldo alle Branchen einen weiteren Ausbau der Belegschaft.

Breit gefächertes Branchenbild
Abgesehen von den Branchen Chemie/Pharma, Uhren sowie Holz und Möbel verspürten in den letzten Monaten 2000 alle Branchen ein deutlich langsameres Wachstum ihres Geschäftsgangs. Das Schlusslicht im Quervergleich bildeten dabei erneut die Industriezweige Textil und insbesondere Papier, wobei letzterer gegenüber dem Vorjahr sogar als einziger einen rückläufigen Trend im Geschäftsgang aufwies. Während die Textilhersteller auch für das Startquartal mit einer unterdurchschnittlichen Entwicklung von Auftragseingang, Produktion und Umsatz rechnen, erwartet die Sparte Papier eine Nachfragebelebung. Skeptisch geben sich neuerdings die Unternehmen der Branchen Metall und Elektrotechnik, die von einer gedämpften Auslandnachfrage ausgehen. Am zuversichtlichsten sind weiterhin die ebenfalls exportorientierten Branchen Uhren und Chemie/Pharma. Daneben erwarten aber auch die mehrheitlich auf den Inlandmarkt ausgerichteten Unternehmen der Nahrungsmittel- und Papierindustrie sowie der Bauwirtschaft eine relativ dynamische Entwicklung.

UBS-Konjunkturindikator und Bruttoinlandprodukt
(Veränderung zur Vorjahresperiode in %)

Daten (in %):

Zürich / Basel, 2. Februar 2001
UBS AG