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Schweizer Wirtschaft trotzt US-Wachstumseinbruch.

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Die Einschätzung des US-amerikanischen Wachstums hat sich in den letzten Wochen auf den Märkten rasant verschlechtert. Wurde Anfang Dezember noch spekuliert wie hart das unterstellte "soft landing" nun tatsächlich sein würde, so lautet die Frage mittlerweile ob es zu einer Rezession kommt. Der Grund für diesen deutlichen Meinungsumschwung waren einerseits verschiedene negativer als erwartete Statistiken aus den USA und andererseits der überraschende Zinsschritt der US-Notenbank nach unten. Die Ökonomen der UBS haben die Wachstumsprognose für die USA ebenfalls nach unten angepasst. Sie gehen jedoch eher von einer Wachstumsabschwächung als von einem tatsächlichen Wachstumseinbruch aus. Über das gesamte Jahr 2001 rechnen die UBS- Ökonomen mit einem Wachstum für die USA von 2.2%, wobei 1.6% Wachstum in der ersten Jahreshälfte und 2.7% in der zweiten Jahreshälfte erwartet wird. 2002 sollte sich das Wachstum wieder auf 3.0% beschleunigen.

US-Schwäche trifft Japan härter als Europa

Dass eine Abschwächung der amerikanischen Konjunkturlokomotive den weltwirtschaftlichen Wachstumszug bremsen wird, ist ausser Zweifel. Dennoch dürfte es die verschiedenen Regionen unterschiedlich treffen. Für Europa (EWU) rechnet UBS mit einem leicht tieferen Wachstum von 2.5% im Jahr 2001, die Wachstumsprognose für 2002 bleibt jedoch unverändert bei 2.8%. Für die jetzt schon arg gebeutelte japanische Wirtschaft sollten die Wirkungen dramatischer ausfallen. UBS geht jetzt von 0.7% für 2001 aus, wobei Japan in der zweiten Jahreshälfte an die Nullwachstumsgrenze stossen könnte.

Nur geringe Auswirkungen auf die Schweiz zu erwarten

Erfreulich ist hingegen, dass es zur Zeit keine Anzeichen gibt, welche darauf hindeuten würden, dass die allgemeine weltwirtschaftliche Abkühlung wesentliche Konsequenzen auf die Schweizer Wirtschaft haben werden. Das Wachstum gründet in der Schweiz nicht alleine auf den hohen Exporten. Die UBS kann deshalb an ihrem Wachstumsausblick für 2001 und 2002 bei 2.2% bzw. 2.0% festhalten. Die treibenden Kräfte des Wachstums wurden jedoch leicht modifiziert. Das Wachstumsgewicht wurde leicht von der Aussenwirtschaft zur Binnenwirtschaft - insbesondere zum privaten Konsum und zu den Investitionen - verlagert.
Die Hauptrisiken dieses Wachstumszenarios für die Schweiz liegen einerseits in einer deutlichen Abschwächung der Konsumentenstimmung und andererseits in einem doch höher als erwarteten Einbruchs Europas. Beide zeigen in Richtung einer möglichen Revision nach unten.

Weitere Zinssenkungen zu erwarten


Die UBS-Ökonomen rechnen damit, dass die US-Notenbank nach ihrem überraschenden Schritt Anfang des Jahres die Leitzinsen noch weiter senken wird und zwar um 150 Basispunkte bis Mitte des Jahres. Für die Europäische Zentralbank (EZB) sehen sie jedoch zurzeit keine Gründe für einen raschen expansiveren Kurswechsel. Ein Zinsschritt nach unten im Rahmen von 25 bis 50 Basispunkten dürfte frühestens Ende des zweiten Quartals 2001 stattfinden. Das binnenwirtschaftliche Umfeld erlaubt es auch der Schweizerischen Nationalbank (SNB) momentan abzuwarten, zumal damit gerechnet werden muss, dass die Kernrate der Inflation aufgrund des ausgetrockneten Arbeitsmarktes in naher Zukunft weiter anziehen wird. Sollte die EZB allerdings früher als erwartet die Zinsschraube lockern, so wird die SNB höchstwahrscheinlich diesem Schritt folgen, weil sonst der CHF unter zu starkem Aufwertungsdruck kommen könnte. Die allgemeine Abkühlung in der ersten Jahreshälfte dürfte für stabile Verhältnisse bei den Zinsen am langen Ende sorgen, in der zweiten Jahreshälfte könnte es allerdings zu einem allmählichen Anstieg kommen. UBS rechnet, dass die Rendite der 10-jährigen Bundesobligationen Ende Dezember bei 3.9 % liegen wird. Diesem Szenario entsprechen auch die Währungsprognosen. UBS erwartet bei EURCHF einen Wert von 1.54 im Juni und 1.58 im Dezember 2001. Für den EURUSD rechnet sie mit 1.05 im Juni und 1.00 im Dezember, was einen USDCHF von 1.47 im Juni und 1.58 im Dezember impliziert.


Basel / Zürich, 19. Januar 2001
UBS