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Industriekonjunktur schaltet einen Gang tiefer.

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Die Schweizer Industrie bleibt im konjunkturellen Aufwind. Die Ergebnisse der neusten UBS-Unternehmensumfrage vom September deuten zwar auf eine leichte Wachstumsverlangsamung im zweiten Halbjahr 2000 hin. Die Auftriebskräfte behalten aber die Oberhand.

Der starke Konjunkturaufschwung in der schweizerischen Industrie hat den Kulminationspunkt erreicht. Im dritten Quartal des laufenden Jahres trat eine Wachstumsberuhigung ein, und für das Schlussquartal 2000 wird eine Stabilisierung der Dynamik auf anhaltend hohem Niveau erwartet. Dies geht aus der neuen UBS-Konjunkturumfrage vom September 2000 hervor. Die in vierteljährlichem Rhythmus durchgeführte Befragung von rund 300 Industrieunternehmen über ihren Geschäftsgang ist ein zuverlässiger Gradmesser der gesamtschweizerischen Wirtschaftsentwicklung. Der daraus abgeleitete UBS-Konjunkturindikator als Trendbarometer des Bruttoinlandprodukts signalisiert für das dritte Quartal einen verlangsamten Zuwachs von 3,3% und für das vierte Quartal eine Wachstumsrate von 3,0%.

Wachstumsberuhigung im dritten Quartal

Gemäss der aktuellen Umfrage erwies sich der industrielle Aufschwung in den Monaten Juli bis September als weniger lebhaft als noch im Juni erwartet worden war. Die Hoffnungen wurden weder zur Entwicklung der Binnen- noch der Auslandnachfrage voll erfüllt. Bestellungseingang, Umsatz und Ertrag wiesen per Saldo geringere Werte auf als im Vorquartal. Sie blieben jedoch durchwegs im positiven Bereich.

Knapp 60% aller Umfrageteilnehmer meldeten einen Anstieg von Auftragseingang, Produktion und Umsatz im Vergleich zur entsprechenden Vorjahresperiode, während nur rund jede achte Unternehmung einen Rückgang bei Auftragseingang und Umsatz und 6% eine tiefere Produktion verzeichneten. Dank des nachlassenden Drucks auf die Verkaufspreise und gleichzeitigen Kosteneinsparungen verbesserte sich bei einem Saldo von 24% der Unternehmen die Ertragslage. Die hohen Arbeitsvorräte beflügeln nebst der Produktion auch die Beschäftigung. Per Saldo meldeten im September 22% unserer Umfrageteilnehmer einen höheren Personalbestand als drei Monate zuvor. Die Produktionsanlagen sind mit gut 90% überdurchschnittlich ausgelastet.

Stabilisierung auf hohem Niveau im vierten Quartal

Gemessen an den Umfrage-Resultaten der letzten zehn Jahre bewegen sich die Saldomeldungen zu Auftragseingang und Arbeitsvorrat auf unvermindert hohem Niveau, was auf intakte Wachstumsperspektiven hindeutet. Aufgrund der nach wie vor robusten inländischen wie ausländischen Nachfrage rechnen die Unternehmen für die Monate Oktober bis Dezember mit einer positiven Entwicklung aller Indikatoren. Die Ertragslage wird sich jedoch in eher bescheidenem Umfang verbessern, da steigende Rohstoffpreise und Personalkosten auf die Gewinne drücken. Im Schlussquartal planen per Saldo 17% der befragten Betriebe einen Ausbau der Belegschaft.

Breit gefächertes Branchenbild

Vor allem die Industriesparten Textil, Papier, Druck und Grafik sahen im dritten Quartal ihre Erwartungen enttäuscht und konstatierten eine deutliche Verlangsamung ihres Geschäftsgangs. Auch für das Schlussquartal 2000 rechnen diese Branchen mit einer unterdurchschnittlichen Entwicklung von Auftragseingang, Produktion und Umsatz. Am optimistischsten gestimmt sind hingegen die exportorientierten Industriezweige Uhren, Chemie/Pharma sowie Metall. Aber auch die Nahrungsmittel- und die Maschinenindustrie erwarten weiterhin einen dynamischen Geschäftsgang. Insgesamt dürften die Auftriebstendenzen etwas stärker bei den Exportbranchen liegen.

In den parallel befragten Wirtschaftszweigen Bau, Detailhandel und Tourismus setzen sich die positiven Tendenzen ebenfalls fort. Während im Einzelhandel aber eine Verflachung sichtbar wird und sich die Erholung im Bau konsolidiert, geben sich die Umfrageteilnehmer im Tourismus nach der guten Sommersaison auch für den kommenden Winter betont optimistisch.

Zürich/Basel, 10. Oktober 2000

UBS Schweiz