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Schweizer Industriekonjunktur mit viel Schwung.

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Die Schweizer Wirtschaft wächst so schnell wie seit zehn Jahren nicht mehr. Laut neuester Unternehmensumfrage der UBS ist vorerst noch keinerlei Wachstumsberuhigung angesagt. Zumindest für das dritte Quartal bleibt die Dynamik ungebrochen.

25 Jahre UBS-Konjunkturumfrage

Die regelmässige Befragung von rund 300 Industriefirmen wird von UBS seit Frühjahr 1975 im Quartalsrhythmus durchgeführt. Die Ergebnisse erlauben es, den künftigen Wirtschaftsverlauf frühzeitig zu erkennen. Dank der langen Zeitreihe von nunmehr über 100 Erhebungen weist der daraus abgeleitete UBS-Konjunkturindikator einen ausserordentlich guten Fit zum Bruttoinlandprodukt (BIP) auf. Für das zweite Quartal 2000 deutet er auf ein BIP-Realwachstum von 3,9% hin. Diese hohe Dynamik dürfte auch im dritten Quartal erhalten bleiben.

Beschleunigtes Wachstumstempo im zweiten Quartal

Gemäss der UBS-Industrieumfrage vom Juni war der Aufschwung im zweiten Quartal deutlich lebhafter als noch im März erwartet worden war. Zwar entwickelte sich die Exportnachfrage solide im Einklang mit den Annahmen der Umfrageteilnehmer. Für zusätzliche Impulse sorgte aber vor allem die dynamischere Entwicklung der Binnennachfrage, besonders in den konsum- und baunahen Branchen.
Sowohl der Umsatz als auch die Produktion lagen bei rund zwei Dritteln der befragten Unternehmen über dem Vorjahresniveau, während nur jede zehnte Firma einen Rückgang verzeichnete. Die Verkaufspreise blieben mehrheitlich stabil; insgesamt resultierte aus den Antworten ein leicht positiver Saldo. Demzufolge hat sich die Ertragslage, auch dank straffer Kostenkontrolle, weiter verbessert. Durch die Produktionsausweitung wurden die Anlagekapazitäten erneut stärker ausgelastet. Mit durchschnittlich 90% übertraf deren Auslastungsgrad den langfristigen Mittelwert massiv um rund 4 Prozentpunkte. Dies übertrug sich auch deutlich auf die Beschäftigtenzahlen. Im Zeitraum April bis Juni 2000 haben rund 30% der Betriebe ihren Personalbestand erhöht, während nur ein Zehntel der Unternehmen ihn reduziert hat.

Auftriebskräfte bleiben intakt

Die gesteigerten Auftragseingänge sowie der stark erhöhte Arbeitsvorrat per Ende Juni deuten darauf hin, dass sich der Aufwärtstrend im dritten Quartal praktisch ungebrochen fortsetzen wird. Die befragten Unternehmen rechnen damit, dass sie Produktion, Umsatz und Ertrag auch im Zeitraum Juli bis September auf dem hohem Niveau der vergangenen Monate halten können. Dabei rechnen sie mit weiteren Nachfrageimpulsen aus dem Ausland bei einer nach wie vor soliden Binnennachfrage. Dank vollen Auftragsbüchern beabsichtigen die Umfrageteilnehmer erneut ihre Produktionskapazität auszuweiten. Per Saldo will bis September ein Viertel der Industrieunternehmen den Personalbestand erhöhen. Ferner sieht eine relative Mehrheit der Betriebe erhöhten Spielraum, die teurer gewordenen Vorleistungen auf die Verkaufspreise überwälzen zu können. Dies ist ein klares Indiz für die Erwartung einer anhaltend hohen Nachfragedynamik bei einem Ausstoss nahe der Kapazitätsgrenzen.

Die Branchendifferenzen sind relativ gering. Den relativ schwächsten Geschäftsgang verzeichneten im 2. Quartal die exportorientierten Wirtschaftszweige Maschinen und Textil. Die Maschinenindustrie erwartet jedoch für den Zeitraum Juli bis September eine Verbesserung. Weiterhin überdurchschnittlich dürfte sich der Geschäftsgang in der Uhrenbranche entwickeln. Die ungebrochen gute Konsumentenstimmung erfüllt auch die Nahrungsmittelproduzenten mit Zuversicht für das laufende Quartal.

Zürich/Basel, 5. Juli 2000

UBS