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Position von UBS bei Beziehungen zu Kunden und Lieferanten, die in Verbindung mit kontroversen Aktivitäten stehen

Zürich / Basel | | Corporate Responsibility

UBS verfügt über etablierte Prozesse und Richtlinien, um verantwortungsvolles Banking zum Eckpfeiler ihrer Kultur und Marke zu machen. Wir werden weiterhin Weisungen und Richtlinien entwickeln, um die mit unseren Geschäftstransaktionen verbundenen Umwelt- und Sozialrisiken zu identifizieren, zu bewirtschaften und zu kontrollieren. Insbesondere bei der Finanzierung oder Beratung von Firmenkunden prüfen wir die damit verbundenen Umwelt-, Sozial- und Menschenrechtsrisikofaktoren, bevor wir eine Transaktion veranlassen oder eine Kundenbeziehung ausbauen.

Einige unserer Kunden sind in Sektoren tätig, die im Hinblick auf Umwelt- und Sozialrisiken als besonders sensitiv gelten. Zur Unterstützung einer konsequenten Ermittlung und Beurteilung solcher Risiken hat UBS 2009 interne Sektorrichtlinien entwickelt. Die Richtlinien decken derzeit sechs Sektoren ab: Chemie, Erdöl und Gas, Versorgung, Infrastruktur, Forstwirtschaft, Biotreibstoffe sowie Bergbau und Gewinnung von Metallen. Alle Unternehmensbereiche haben diese Richtlinien für Transaktionen und die Due-Diligence-Prüfung bei Kunden eingeführt.

Im Jahr 2010 haben wir entschieden, das Risikomanagement für Umwelt- und Sozialrisiken (einschliesslich Menschenrechtsrisiken) weiter zu verstärken und genauer zu definieren, bei welchen Arten kontroverser Tätigkeiten wir als Bank entweder gar nicht oder nur unter strengen vordefinierten Auflagen eine Geschäftsbeziehung eingehen wollen. Entsprechend werden wir wissentlich keine Finanzdienstleistungen für Unternehmenskunden erbringen und keine Produkte oder Dienstleistungen von Lieferanten beziehen, bei denen die Verwendung des Erlöses, die primäre Geschäftstätigkeit oder die Akquisitionsziele die folgenden Risiken beinhalten:

Umweltrisiken: Rohstoffindustrien, Grossinfrastrukturprojekte sowie Tätigkeiten in der Forst- und Plantagenwirtschaft, bei denen Gefahr besteht, dass wie folgt die Umwelt erheblich belastet wird:

  • Bedrohte Arten: Tier- und Pflanzenarten, die im Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen (CITES), Anhang I, aufgeführt sind

  • Erhalt von Wäldern mit hohem Schutzwert ("HCVF"): gemäss den sechs Kategorien des Forestry Stewardship Council ("FSC")

  • Illegale Brandrodung: unkontrollierte und/oder illegale Brandrodung zur Landgewinnung

  • Illegaler Holzeinschlag: Darunter fällt auch der Kauf von illegal geschlagenem Holz (Baumstämme oder andere Rundhölzer)

  • Herstellung von Palmöl: Ausgenommen sind angesehene Mitglieder des Runden Tisches für nachhaltiges Palmöl (Roundtable on Sustainable Palm Oil, "RSPO"), die sich aktiv um eine Ausweitung der Zertifizierung ihrer Palmölproduktion bemühen

  • Feuchtgebiete und -biotope: gemäss der RAMSAR-Konvention

  • Welterbestätten: gemäss UNESCO-Liste

Sozialrisiken: Sämtliche Gewerbetätigkeiten, die Menschen entsprechend der folgenden Auflistung ausbeuten, bedrohen oder verletzen:

  • Kinderarbeit: gemäss ILO-Konventionen 138 (Mindestalter) und 182 (schlimmste Formen der Kinderarbeit)

  • Zwangsarbeit: gemäss ILO-Konvention 29

  • Ureinwohner: Alle Rechte im Sinne des IFC Performance Standard 7

  • Diamantabbau und -handel: Rohdiamanten, ausgenommen sind Herkunftszertifikate gemäss Definition des Kimberley-Prozesses

Die oben genannten Kriterien treten mit sofortiger Wirkung in Kraft. Die Prozesse im Bereich Umwelt- und Sozialrisiken werden entsprechend angepasst. In der Einführungsphase wird UBS mit potenziell betroffenen Kunden und Lieferanten aktiv den lösungsorientierten Dialog aufnehmen.

Diese Listen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. UBS wird die Umwelt- und Sozialrisiken in den betroffenen Bereichen weiterhin prüfen und behält sich vor, weitere Kriterien in die Liste aufzunehmen oder bereits aufgenommene Kriterien strenger zu beurteilen. Zudem setzen wir bereits jetzt in einzelnen Bereichen verbesserte Due-Diligence- und Bewilligungsprozesse ein, etwa beim Kohlebergbau, wenn das sogenannte «Mountaintop Removal» (MTR) als Fördermethode zum Einsatz gelangt. Als Teil dieser Überprüfung analysieren wir, in welchem Mass die Ertragsbasis des Unternehmens von MTR abhängt und ob der Kunde sich dazu verpflichtet, den Einsatz dieser Abbaumethode nach und nach zu reduzieren.

Intern werden wir die betreffenden Kundenteams unterstützen, was den Umgang mit bestehenden Kunden- oder Lieferantenbeziehungen betrifft, und den nachhaltige Einsatz unserer Ressourcen graduell erweitern. So beabsichtigt die Investment Bank, an bisher nicht-nachhaltige Kundengeschäfte gebundene Ressourcen vermehrt in neue Marktchancen im Bereich nachhaltiger Technologien, Dienstleistungen und Infrastrukturen auszurichten und die Kunden zu ermutigen relevante Nachhaltigkeitsstandards miteinzubeziehen. Dazu gehören etwa die FSC-Zertifizierung in der Forstwirtschaft, die Empfehlungen der Weltstaudammkommission sowie das UNO-Programm «Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation» (REDD). Wir sind überzeugt, dass diese Strategie sowohl unseren Kunden als auch unseren Aktionären den grössten langfristigen Mehrwert bietet, wobei UBS gleichzeitig ihre Marke stärken und Risiken minimieren kann.