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UBS mit Verlust von CHF 2,0 Milliarden im 1. Quartal; BIZ-Kernkapitalquote (Tier 1) von 10,5% zum Quartalsende

Zürich / Basel | | Quarterly Results

Erstes Quartal 2009

  • Den UBS-Aktionären zurechenbarer Reinverlust für das 1. Quartal von CHF 1 975 Millionen

  • Verluste hauptsächlich auf Risikopositionen in Geschäftsfeldern, aus denen sich die Investment Bank derzeit zurückzieht oder bereits zurückgezogen hat

  • Im Ergebnis enthalten ist eine Goodwill-Wertberichtigung von CHF 0,6 Milliarden im Zusammenhang mit dem angekündigten Verkauf von UBS Pactual

  • Nettoneugeldabflüsse von insgesamt CHF 23,4 Milliarden bei Wealth Management & Swiss Bank; Nettoneugeldzuflüsse von CHF 16,2 Milliarden bei Wealth Management Americas; Verlangsamung der Nettoneugeldabflüsse bei Global Asset Management auf CHF 7,7 Milliarden

Kapital und Bilanz

  • BIZ-Kernkapitalquote (Tier 1) von 10,5% und BIZ-Gesamtkapitalquote von 14,7% zum Quartalsende; BIZ-Tier-1-Ratio auf Pro-forma-Basis von 11,0% unter Berücksichtigung des angekündigten Verkaufs von UBS Pactual

  • Risiken und Bilanz wurde weiter reduziert; die gesamten risikogewichteten Aktiven gemäss Basel II gingen im 1. Quartal um 8,1% auf CHF 277,7 Milliarden zurück

Kostensenkungen

Kostensparmassnahmen sind im Gang; der Geschäftsaufwand soll wie am 15. April 2009 angekündigt bis Ende 2010 um CHF 3,5 bis 4 Milliarden reduziert werden

Ausblick

Im 1. Quartal hat sich die Marktstimmung aufgehellt: Anfang März setzten die Aktienindizes weltweit zu einem Höhenflug an. Die Lage an den Kreditmärkten verbesserte sich jedoch nur teilweise, und der Handel mit komplexen Finanzprodukten ist nach wie vor illiquid. An den Märkten herrscht weiterhin Nervosität. Die unmittelbaren Aussichten von UBS beurteilen wir immer noch vorsichtig. Wie stark staatliche Massnahmen das Marktumfeld beeinflussen, kam im 1. Quartal in der sinkenden Risikoaversion der Anleger deutlich zum Ausdruck. Die realwirtschaftliche Lage hat sich allerdings erneut verschlechtert, was sich in den nächsten Quartalen negativ auf die Kreditrückstellungen auswirken dürfte.

UBS weist für das 1. Quartal einen Verlust von CHF 1 975 Millionen aus.

Erstes Quartal 2009
Der den UBS-Aktionären zurechenbare Reinverlust belief sich auf CHF 1 975 Millionen, verglichen mit CHF 9 563 Millionen im vierten Quartal 2008. Diese Veränderung ist primär darauf zurückzuführen, dass auf Risikopositionen in Geschäftsfeldern, aus denen sich die Investment Bank derzeit zurückzieht oder bereits zurückgezogen hat, niedrigere Verluste anfielen. Der Reinverlust aus fortzuführenden Geschäftsbereichen betrug CHF 1 852 Millionen (gegenüber CHF 9 460 Millionen im Vorquartal).

Der Geschäftsertrag erhöhte sich auf plus CHF 4 970 Millionen, verglichen mit einem Minus von CHF 4 696 Millionen im Vorquartal. Verantwortlich dafür waren geringere Handelsverluste. Diese gingen von minus CHF 9 132 Millionen im Vorquartal auf minus CHF 630 Millionen im 1. Quartal 2009 zurück. Der Erfolg aus dem Zinsengeschäft stieg von CHF 1 655 Millionen auf CHF 1 899 Millionen. Im 1. Quartal 2009 verbuchte UBS Wertberichtigungen für Kreditrisiken in Höhe von CHF 1 135 Millionen, nach CHF 2 310 Millionen im 4. Quartal 2008. Der Erfolg aus dem Dienstleistungs- und Kommissionsgeschäft verringerte sich um 11% von CHF 4 784 Millionen auf CHF 4 241 Millionen. Mit Ausnahme der Erträge im Emissionsgeschäft war im 1. Quartal 2009 in allen wichtigen Ertragskategorien ein Rückgang zu verzeichnen. Der Übrige Erfolg stieg von CHF 306 Millionen auf CHF 595 Millionen.

Der Geschäftsaufwand fiel um 1% von CHF 6 562 Millionen auf CHF 6 528 Millionen. Einem höheren Personalaufwand und einer Goodwill-Wertminderung von CHF 631 Millionen im Rahmen des angekündigten Verkaufs von UBS Pactual stand ein Rückgang des Sachaufwands gegenüber, der im 4. Quartal 2008 noch Rückstellungen für das Verfahren betreffend das grenzüberschreitende US-Geschäft und Kosten im Zusammenhang mit Auction Rate Securities (ARS) beinhaltet hatte. Die Veränderungen beim Personalaufwand sind weitgehend darauf zurückzuführen, dass Abgrenzungen für leistungsabhängige Vergütungen, die in den ersten neun Monaten des Jahres 2008 vorgenommen wurden, im 4. Quartal teilweise wieder aufgelöst werden konnten. Dadurch fiel der Personalaufwand im 4. Quartal ungewöhnlich tief aus.

Ergebnisse der Unternehmensbereiche: 1. Quartal 2009 vs. 4. Quartal 2008
Der Vorsteuergewinn von Wealth Management & Swiss Bank erhöhte sich von CHF 535 Millionen auf CHF 1 077 Millionen. Diese Zunahme erklärt sich hauptsächlich daraus, dass im 4. Quartal 2008 im Zusammenhang mit dem grenzüberschreitenden US-Geschäft Rückstellungen vorgenommen worden waren. Ohne diesen Rückstellungseffekt wäre der Vorsteuergewinn um 26% gesunken, da die Erträge aufgrund der niedrigeren verwalteten Vermögen zurückgingen und der Geschäftsaufwand zunahm.

Wealth Management Americas schloss das 1. Quartal mit einem Vorsteuerverlust von CHF 35 Millionen ab, nachdem im Vorquartal noch ein solcher von CHF 444 Millionen angefallen war. Unter Ausklammerung der im 4. Quartal 2008 für ARS angefallenen Kosten wurde im 1. Quartal 2009 ein schlechteres Ergebnis erzielt als im 4. Quartal, für welches ein um Sonderfaktoren bereinigter Vorsteuergewinn von CHF 273 Millionen ausgewiesen worden war. Verantwortlich dafür waren geringere Erträge und ein gestiegener Geschäftsaufwand.

Der Vorsteuergewinn von Global Asset Management schrumpfte von plus CHF 236 Millionen auf minus CHF 59 Millionen. Dieser Rückgang erklärt sich primär aus einer Goodwill-Wertberichtigung in Höhe von CHF 191 Millionen im Zusammenhang mit dem angekündigten Verkauf von UBS Pactual. Die Erträge nahmen zu, in erster Linie dank höherer performanceabhängiger Gebühren und infolge niedrigerer operativer Verluste.

Die Investment Bank wies einen Vorsteuerverlust von CHF 3 162 Millionen aus, nachdem dieser im Vorquartal noch bei CHF 8 096 Millionen gelegen hatte. Die Investment Bank konnte ihre Erträge (abgesehen von Risikopositionen in Geschäftsfeldern, aus denen sie sich derzeit zurückzieht oder bereits zurückgezogen hat) in den meisten Sparten des Kundengeschäfts gegenüber dem Vorquartal deutlich steigern. Die Verluste auf Risikopositionen in Geschäftsfeldern, aus denen sich die Investment Bank gegenwärtig zurückzieht oder bereits zurückgezogen hat, waren tiefer als im Vorquartal. Im 1. Quartal 2009 beliefen sich die Wertberichtigungen auf Kreditabsicherungsengagements gegenüber Monoline-Versicherern auf insgesamt CHF 1,9 Milliarden. In den Geschäftsfeldern, aus denen sich die Investment Bank zurückzieht, verringerte sie die Risiken weiter. Aus den im Zusammenhang mit dem Rückzug vorgenommenen Veräusserungen resultierten Verluste. Niedrigere Bewertungen und Wertberichtigungen schmälerten das Quartalsergebnis zusätzlich. Handelsverluste ergaben sich auch aus der Bewirtschaftung des Gegenparteikreditrisikos, das mit dem Over-the-Counter-Derivate-Portfolio verbunden ist. Im 1. Quartal 2009 fielen unter anderem Verluste auf ARS-Rückkaufsverpflichtungen (CHF 0,3 Milliarden) sowie Preisanpassungen auf Positionen an, die auf den SNB StabFund übertragen wurden (CHF 0,2 Milliarden). Für den gleichen Zeitraum wurden Wertberichtigungen für Kreditrisiken in Höhe von CHF 1 017 Millionen vorgenommen. Für das Berichtsquartal wurden Gewinne aus der Bewertung von eigenen Krediten in Höhe von CHF 651 Millionen verbucht. Der Geschäftsaufwand nahm im Vorquartalsvergleich zu. Verantwortlich dafür waren der höhere Personalaufwand und die Goodwill-Wertberichtigung von CHF 421 Millionen im Zusammenhang mit dem angekündigten Verkauf von UBS Pactual.

Das Corporate Center erzielte im 1. Quartal 2009 einen Vorsteuergewinn aus fortzuführenden Geschäftsbereichen von CHF 621 Millionen, der hauptsächlich auf den Nettoeffekt der Transaktion mit der Schweizerischen Nationalbank (SNB) und der Bewertung der am 9. Dezember 2008 emittierten Pflichtwandelanleihe (Mandatory Convertible Notes, MCNs) zurückzuführen ist. Im Ergebnis für das 1. Quartal ist auch ein Gewinn von CHF 304 Millionen aus dem Rückkauf nachrangiger UBS-Anleihen eingeschlossen. Im Vergleich dazu resultierte im 4. Quartal 2008 ein Vorsteuerverlust aus fortzuführenden Geschäftsbereichen von CHF 3 489 Millionen. Die Auswirkungen der Transaktion mit der SNB wurden damals durch die Fair-Value-Bewertung der oben erwähnten Pflichtwandelanleihe nur teilweise kompensiert.

Neugelder
Wealth Management & Swiss Bank – Die Nettoneugeldabflüsse reduzierten sich im ersten Quartal 2009 von CHF 60,4 Milliarden im vierten Quartal 2008 auf CHF 23,4 Milliarden. Darin eingeschlossen ist auch der Effekt aus dem Abbau aus dem Schuldenabbau auf Kundenseite. Ein Grossteil der Abflüsse im 1. Quartal 2009 wurde im Anschluss an die Meldungen im Zusammenhang mit dem grenzüberschreitenden US-Geschäft verzeichnet. Insgesamt flossen von Schweizer und internationalen Kunden CHF 10,2 Milliarden bzw. CHF 13,2 Milliarden ab. Im 4. Quartal 2008 hatten sich diese Beträge noch auf CHF 17,4 Milliarden und CHF 43,0 Milliarden belaufen.

Wealth Management Americas – Der Geschäftsbereich verzeichnete Nettoneugeldzuflüsse in Höhe von CHF 16,2 Milliarden im 1. Quartal 2009, verglichen mit CHF 2,2 Milliarden im 4. Quartal 2008.

Global Asset Management
– Im 1. Quartal 2009 gingen die Nettoneugeldabflüsse von CHF 27,6 Milliarden auf CHF 7,7 Milliarden zurück. Im Bereich Institutional verlangsamte sich der Abfluss von CHF 16,7 Milliarden auf CHF 1,1 Milliarden. Ohne Berücksichtigung der Mittelflüsse bei den Geldmarktfonds nahmen die Abflüsse von CHF 22,7 Milliarden auf CHF 9,2 Milliarden ab. Im Bereich Wholesale Intermediary flossen CHF 6,6 Milliarden (Vorquartal: CHF 10,9 Milliarden) ab. Ohne Berücksichtigung der Mittelflüsse bei den Geldmarktfonds nahmen die Abflüsse im Wholesale-Intermediary-Segment von CHF 16,6 Milliarden auf CHF 8,7 Milliarden ab.

Kapital und Bilanz

Am 31. März 2009 wies UBS eine BIZ-Kernkapitalquote (Tier 1) von 10,5% und eine BIZ-Gesamtkapitalquote von 14,7% aus, verglichen mit 11,0% bzw. 15,0% per 31. Dezember 2008. Die risikogewichteten Aktiven (RWA) sanken im 1. Quartal 2009 um 8,1% auf CHF 277,7 Milliarden. Derweil ging das BIZ-Kernkapital (Tier 1) um CHF 3,9 Milliarden auf CHF 29,2 Milliarden und das BIZ-Gesamtkapital um CHF 4,4 Milliarden auf CHF 41,0 Milliarden zurück.

Unter Berücksichtigung des angekündigten Verkaufs von UBS Pactual, der Mitte 2009 abgeschlossen sein dürfte, würde sich das Tier-1-Kapital um rund CHF 1 Milliarde erhöhen, während die risikogewichteten Aktiven um CHF 3 Milliarden abnähmen. Dies ergäbe per 31. März 2009 eine BIZ-Kernkapitalquote auf Pro-forma-Basis von 11,0%.

UBS reduzierte ihre Bilanz im 1. Quartal 2009 weiterhin. Die Aktiven beliefen sich per 31. März 2009 auf CHF 1 861 Milliarden. Dies entspricht einer Verringerung gegenüber dem Vorquartal um CHF 153 Milliarden. Die als Sicherheit hinterlegten Handelsbestände und das Handelsportfolio wurden im Berichtsquartal um CHF 55 Milliarden reduziert, und zwar hauptsächlich in der Investment Bank. Die Wiederbeschaffungswerte nahmen sowohl auf der Aktiv- als auch auf der Passivseite der Bilanz in etwa demselben Umfang ab, da die positiven Wiederbeschaffungswerte infolge der Marktbewegungen um 12% oder CHF 100 Milliarden auf CHF 754 Milliarden sanken.

Anpassung der Konzernrechnung 2008

UBS hat ihre Konzernrechnung 2008 angepasst, um die darin ermittelten Fehler bei der Rechnungslegung der Jahresrechnung 2008 zu korrigieren. Diese Fehler haben keinen wesentlichen Einfluss auf die Jahresrechnung 2008 oder die Quartalsergebnisse 2008. Die diesbezüglichen Korrekturen hätten jedoch das Ergebnis des 1. Quartals 2009 wesentlich beeinflusst. Insgesamt resultierte aus der Anpassung der Konzernrechnung 2008 eine Reduktion des Reingewinns und des den UBS-Aktionären zurechenbaren Reingewinns von CHF 405 Millionen sowie eine Verringerung des Eigenkapitals und des den UBS-Aktionären zurechenbaren Eigenkapitals von CHF 269 Millionen. Die BIZ-Gesamtkapitalquote sank um 0,1%. Auf die BIZ-Kernkapitalquote (Tier 1) hatte die Anpassung dagegen keinen Einfluss.

Das angepasste UBS-Ergebnis reflektiert auch die am 10. Februar 2009 angekündigte Reorganisation des Wealth-Management-Geschäfts.

Webcast

  • ab 9 Uhr: Live-Präsentation

  • ab 14 Uhr: Aufzeichnung

  • ab 18 Uhr: indexierte Version erhältlich

Cautionary Statement Regarding Forward-Looking Statements
Cautionary Statement Regarding Forward-Looking Statements | This release contains statements that constitute “forward-looking statements”, including but not limited to statements relating to the anticipated effect of transactions described herein, risks arising from the current market crisis and other risks specific to UBS’s business, strategic initiatives, future business development and economic performance. While these forward-looking statements represent UBS’s judgments and expectations concerning the development of its business, a number of risks, uncertainties and other important factors could cause actual developments and results to differ materially from UBS’s expectations. These factors include, but are not limited to: (1) the extent and nature of future developments in the market segments that have been or may be affected by the current market crisis and their effect on UBS’s assets and exposures, including UBS’s remaining net and gross exposures related to the United States mortgage market; (2) developments affecting the availability of capital and funding to UBS and other financial institutions, including any changes in UBS’s credit spreads and ratings; (3) other market and macroeconomic developments, including movements in local and international securities markets, credit spreads, currency exchange rates and interest rates; (4) changes in internal risk control and limitations in the effectiveness of UBS’s internal processes for risk management, risk control, measurement and modeling, and of financial models generally; (5) the possible consequences of efforts to enforce the US Internal Revenue Service’s “John Doe” summons and of pending or future inquires concerning UBS’s cross-border banking businesses by tax or regulatory authorities in other jurisdictions; (6) the degree to which UBS is successful in implementing its remediation plans and strategic and organizational changes, including the recently announced cost and headcount reductions, and whether those plans and changes will have the effects anticipated; (7) changes in the financial position or creditworthiness of UBS’s customers, obligors and counterparties, and developments in the markets in which they operate, including possible failures resulting from the current market crisis and adverse economic environment; (8) management changes and changes to the internal or overall structure of UBS’s business divisions; (9) the occurrence of operational failures, such as fraud, unauthorized trading and systems failures; (10) legislative, governmental and regulatory developments, including the effect of more stringent capital requirements and of regulatory constraints on UBS’s activities; (11) changes in accounting standards or policies, and accounting determinations affecting the recognition of gain or loss, the valuation of goodwill and other assets or other matters; (12) changes in and the effect of competitive pressures, including the possible loss of key employees as a result of compensation issues or for other reasons; (13) technological developments; and (14) the impact of all such future developments on positions held by UBS, on its short-term and longer-term earnings, on the cost and availability of funding and on UBS’s capital ratios. In addition, these results could depend on other factors that we have previously indicated could adversely affect our business and financial performance which are contained in our past and future filings and reports, including those filed with the SEC. More detailed information about those factors is set forth in documents furnished by UBS and filings made by UBS with the SEC, including UBS’s Annual Report on Form 20-F for the year ended 31 December 2008. UBS is not under any obligation to (and expressly disclaims any obligation to) update or alter its forward-looking statements, whether as a result of new information, future events, or otherwise.