«Zinsen dürften nur langsam steigen»

Marc Both, Manager der UBS Strategiefonds, erklärt, wie er den Märkten den Puls fühlt und warum die Anlagestrategiefonds für mögliche Zinsszenarien gerüstet sind.

19.03.2014, Interview: Stephan Lehmann-Maldonado

Wie sieht ein typischer Tag im Leben eines Fondsmanagers aus?
Marc Both: Weil die Finanzmärkte dynamisch sind, erwarten uns jeden Tag neue Herausforderungen. Wir tauschen uns laufend mit unseren Spezialisten und Gegenparteien aus, um auf Veränderungen am Markt zu reagieren. Grundsätzlich haben wir Fondsmanager vier Kernaufgaben: Erstens gilt es, taktische Anlageentscheidungen des Anlagekomitees des UBS Chief Investment Office (CIO) rasch umzusetzen. Zweitens wählen wir aktiv Titel aus, also Aktien und Obligationen. Drittens kümmern wir uns um Mittelzu- und -abflüsse seitens der Kunden und investieren diese gemäss unserer Anlagestrategie. Viertens überwachen wir täglich die verschiedenen Risiken der Fonds.

Derzeit scheinen die Rohstoffmärkte günstig bewertet zu sein. Warum investieren Sie nicht darin?
Marc Both:
Bevor wir in eine neue Anlageklasse wie Rohstoffe investieren, prüfen wir, ob deren Risiken mit entsprechend attraktiven Renditechancen entschädigt werden. Bei Rohstoffen ist das momentan nicht der Fall. Denn Rohstoffe sind ähnlich volatil wie Aktien, werfen aber keine Dividenden ab. Zudem hängt ihr Wert stark von makropolitischen Faktoren ab. Wenn sich die globale Wirtschaft gut erholt, kann das Anlagekomitee aber eine Neubeurteilung vornehmen. Sollte es dann entscheiden, eine taktische Rohstoffposition aufzubauen, wäre das bei den Strategiefonds Xtra zulässig. Obgleich wir nicht direkt in Rohstoffe investieren, können Anleger indirekt an diesen Märkten partizipieren: über Aktien von Energie- sowie Rohstoffunternehmen, die in den Strategiefonds enthalten sind.

Durch welche «Extras» unterscheiden sich die UBS Strategiefonds Xtra von den UBS Strategiefonds?
Marc Both:
Die UBS Strategiefonds Xtra investieren auch in alternative Anlagen wie Hedgefonds. So können Privatanleger von der Entwicklung dieser Anlagen profitieren, die sonst für sie nur schwer oder gar nicht zugänglich wären. Dabei gewähren wir die tägliche Liquidität. Alternative Anlagen erhöhen die Renditechancen, weil sie mehr Anlagemöglichkeiten erschliessen als traditionelle Anlagen wie Aktien und Anleihen. Zudem helfen sie, das Portfolio besser zu diversifizieren. So haben die UBS Strategiefonds Xtra im letzten Jahr eine leicht höhere Rendite erwirtschaftet als die UBS Strategiefonds. Wer mit steigenden Zinsen rechnet, könnte mit UBS Strategiefonds Xtra ebenfalls besser fahren, weil ihr Anteil an festverzinslichen Anlagen kleiner ist. Für welchen Fonds man sich entschliesst, hängt letztlich von den individuellen Bedürfnissen ab.

Konservative Anlagestrategien - wie «Rendite» oder «Einkommen» - geraten bei einem Zinsanstieg unter Druck. Stimmen Sie Szenarien zu, wonach Verluste bis 3 Prozent drohen, wenn die Zinsen um 1 Prozent steigen?
Marc Both:
Theoretisch wäre ein solches Szenario möglich. Unserer Meinung nach steigen die Zinsen in diesem Jahr nicht abrupt, sondern langsam. Die Erträge von Staatsanleihen waren im letzten Jahr negativ und dürften auch heuer sehr niedrig ausfallen. Trotzdem ist es sinnvoll, Anleihen zu halten. Sie bieten regelmässige Erträge und sorgen für eine gewisse Diversifizierung, falls die Aktienkurse einbrechen. Hinzu kommt, dass wir uns zum Teil gegen das Risiko steigender Zinssätze absichern können. Darum finden sich in unserer Anlagestrategie - der Strategic Asset Allocation - grössere Anteile an Anleihen mit höheren Renditen, beispielsweise Schwellenländeranleihen, US-Hochzins-Unternehmensanleihen und globale Investment-Grade-Unternehmensanleihen mit kurzer Kapitalbindung. Dies dürfte den negativen Effekt steigender Zinsen ausgleichen. Und sollten die Zinsen wider Erwarten abrupt hochschnellen, könnten wir unser Portfolio beispielsweise mit Derivaten innerhalb von sehr kurzer Zeit taktisch anpassen, falls dies das Anlagekomitee so entscheidet.

Wie rasch setzen Sie Anlageentscheidungen um?
Marc Both:
Wenn es an den Märkten kriselt, müssen wir blitzschnell reagieren. Unser Vorteil bei den Strategiefonds ist, dass wir Leute an allen wichtigen Finanzplätzen rund um den Globus haben. So erhalten wir sehr rasch Informationen aus erster Hand und können rund um die Uhr Massnahmen ergreifen.


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