Sie fragen - wir antworten

Vorsorgen ist komplex, muss aber nicht kompliziert sein. Nils Aggett, Leiter UBS Vorsorgeinitiative, antwortet auf Ihre Fragen rund um die Vorsorge.

15.10.2013

Kann ich im Jahr meiner Pensionierung noch Geld in die dritte Säule einzahlen?
Ja. Sie dürfen bis zur ordentlichen Pensionierung in die Säule 3a einzahlen. Wenn Sie länger arbeiten sogar noch maximal fünf weitere Jahre. Sie müssen den Betrag (2013: maximal 6739 Franken bei Anschluss an eine Pensionskasse) vor der effektiven Pensionierung einzahlen. Ob Sie im Januar oder Dezember pensioniert werden, hat darauf keinen Einfluss. Wenn Sie also zum Beispiel im Mai 65 Jahre alt werden, können Sie den Maximalbetrag einzahlen, Ihr Guthaben der Säule 3a beziehen und trotzdem die letzte Einzahlung im Kalenderjahr vom steuerbaren Einkommen abziehen.

Bei einer Versicherungslösung ist die Einzahlung im letzten Jahr vor der ordentlichen Pensionierung meistens nicht mehr vorgesehen. In diesem Fall können Sie die Einzahlung auf die Säule 3a bei einer Bank leisten.

Welche Folgen hat eine Scheidung für meine berufliche Vorsorge?
Das Guthaben aus der 2. Säule wird nach einer Scheidung zwischen den Ehegatten aufgeteilt. Dies gilt auch für eingetragene Partnerschaften. Geteilt wird nur der zwischen Eheschliessung und Scheidung angesparte Teil der Freizügigkeitsleistung. Wenn Sie und Ihr Ehepartner eine 2. Säule haben, wird nur der Differenzbetrag geteilt. Haben Sie während der Ehe auch Einkäufe in die Pensionskasse aus dem sogenannten Eigengut geleistet, sind diese von der Teilung ausgenommen. Ist einer der Ehegatten pensioniert oder invalide, wird auf die Teilung des Vorsorgevermögens verzichtet und das Gericht ist verpflichtet, den Vorsorgeausgleich festzulegen. Sind Sie sich uneinig über die Teilung der Freizügigkeitsleistung, entscheidet ebenfalls das Gericht.

Ehepartner können auch freiwillig ganz oder teilweise auf eine Teilung verzichten, sofern die Alters- und Invaliditätsvorsorge gewährleistet ist. Das Scheidungsgericht wiederum kann die Teilung verweigern, wenn sie einen Ehepartner offensichtlich benachteiligt. Der Scheidungsausgleich wird auf die Vorsorgeeinrichtung des Ehepartners oder auf ein Freizügigkeitskonto bzw. eine Freizügigkeitspolice übertragen. Entsteht durch die Scheidung eine Lücke in Ihrem Vorsorgeschutz, können Sie diese durch Einkäufe in Ihre Pensionskasse wieder schliessen.

Wann soll ich mit der Planung für eine Frühpensionierung beginnen?
Die gesetzliche Vorsorge - die AHV und der obligatorische Teil der Pensionskasse - deckt bei der regulären Pensionierung nur rund 60 bis 70 Prozent des früheren Erwerbseinkommens ab. Bei der Frühpensionierung entsteht eine noch grössere Einkommenslücke. Es gilt darum ganz besonders: Je früher Sie mit der Planung beginnen, desto besser.

Warum?
Geht jemand im normalen ordentlichen Rentenalter in Pension, hat er Anspruch auf die Renten aus der ersten und der zweiten Säule. Anders bei der Frühpensionierung. Wer möchte, kann die AHV-Rente bis zu zwei Jahren vor Erreichen des Rentenalters beziehen. Der Preis dafür ist jedoch beachtlich. Männern und Frauen werden die Renten pro Jahr, das sie früher in Pension gehen, um 6,8 Prozent gekürzt. Auch wenn Frühpensionierte schon Renten beziehen, müssen sie weiterhin Beiträge an die AHV zahlen, bis sie das ordentliche Rentenalter erreichen. Je vermögender ein Frührentner ist, desto höher fallen diese Beiträge aus. Ob sich ein Vorbezug der AHV-Rente unter dem Strich lohnt, muss deswegen im Einzelfall sorgfältig geprüft werden.

Noch einschneidender sind die finanziellen Konsequenzen bei der Pensionskasse. Dort können die Leistungen zwar schon fünf Jahre vor dem reglementarischen Pensionierungsalter bezogen werden, frühestens mit Alter 58. Aber pro Jahr des Vorbezugs wird die Rente um rund 7 bis 8 Prozent gekürzt. Träumen Sie von einer Frühpensionierung, wenden Sie sich also am besten frühzeitig an Spezialisten, etwa von UBS. So können Vorsorgelücken erkannt und Strategien entwickelt werden, um fehlende Mittel anzusparen.

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