Mutig fragen-clever handeln

Vorsorgen muss nicht kompliziert sein. Einige wenige Massnahmen genügen - und Sie können sich guten Gewissens zurücklehnen.

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23.04.2013, Nils Aggett (Text) und Raffinerie (Bild)

Sie gilt als kompliziert und langweilig. Viele Menschen schieben daher ihre Vorsorge hinaus. Ein Fehler, denn was Hänschen verpasst, kann Hans später nur schwer aufholen. Das UBS magazin geht in dieser Ausgabe Fragen nach, die bei den meisten Bankkunden bis etwa zum 45. Altersjahr aufkommen.

Zwei von drei Erwerbstätigen zahlen in die Säule 3a ein. Lohnt sich das?
Ja. Sie haben in der Säule 3a die Wahl zwischen einem Konto mit Vorzugszins (UBS Fiscakonto) und Fondslösungen, deren Wert mit den Finanzmärkten schwankt (UBS Fiscadepot). Zusätzlich können Sie Fondssparen mit einer Todesfallversicherung kombinieren (UBS Fiscalife). So oder so darf das Geld nur unter besonderen Umständen vor dem Alter 59 (Frauen) respektive 60 (Männer) bezogen werden. Wofür Sie sich entscheiden, hängt von Ihrer Einstellung zu Risiken ab. Wer von 18 bis zum Alter von 65 jährlich den zulässigen Maximalbeitrag (derzeit 6739 Franken für Personen mit Pensionskasse) auf ein 3a-Konto einzahlt, spart bei einem Zins von 1,25 Prozent rund 427 000 Franken. Starten Sie erst mit 28, kommen Sie bei gleichem Zins auf etwa 314 000 Franken. Je früher man einzahlt, desto besser. Meist lohnt sich die Säule 3a schon wegen der dreifachen Steuerersparnis: Abzug der Einzahlungen von der Einkommenssteuer, Steuerbefreiung der Erträge und des Vermögens während der Laufzeit und privilegierte Besteuerung beim Bezug. Zusätzlich können Sie die Progression beim Bezug der Gelder eventuell brechen: Eröffnen Sie zwei 3a-Konti und lassen Sie sich diese gestaffelt auszahlen.

Die 1. und 2. Säule zusammen sollen 60 Prozent des früheren Einkommens ausmachen. Genügt das nicht?
Nein. Die meisten Menschen geben in den ersten Jahren des Ruhestands gleich viel aus wie während ihres Erwerbslebens. Hinzu kommt, dass sich der Richtwert von 60 Prozent nur auf Einkommen bis zum BVG-Obligatorium von maximal 84 240 Franken pro Jahr bezieht. Verdienen Sie mehr, erreichen Sie diese 60-Prozent-Quote häufig nicht. Denn viele Vorsorgeeinrichtungen wenden für den überobligatorischen Teil der beruflichen Vorsorge einen tieferen Umwandlungssatz an und verzinsen den überobligatorischen Teil auch tiefer als das BVG-Obligatorium mit gesetzlichem Mindestzins. Entsprechend gibt es bei zahlreichen Kassen pro 100 000 Franken Sparkapital gerade mal noch 6000 Franken Rente pro Jahr. Oder weniger. Wer den Gürtel später nicht enger schnallen will, sollte also mit der Säule 3a oder in der freien Vorsorge (Säule 3b) sparen.

Ich möchte Wohneigentum erwerben. Soll ich dafür meine 2. und 3. Säule anzapfen?
Den Fünfer und das Weggli gibt es nicht. Wer seine Hypothekarkosten durch Vorbezug von Vorsorgegeldern senkt, bekommt später eine geringere Rente oder verfügt über weniger Vermögen aus der 3. Säule. Solange man das durch tiefere Wohnkosten kompensieren kann, geht die Rechnung auf. Doch die derzeit niedrigen Zinsen dürften früher oder später steigen, was die Wohnkosten verteuern wird. Anstelle eines Vorbezugs ist eine Verpfändung der Vorsorgegelder oft vorteilhafter. Erstens fällt dabei keine Kapitalleistungssteuer an. Zweitens bleibt der Hypothekarbetrag grösser. Das führt dazu, dass weniger Vermögen zu versteuern ist und die steuerlich abzugsfähigen Hypothekarzinsen höher bleiben.

Der Vorsorgespezialist

Nils Aggett ist verantwortlich für den Bereich Pension Services und das Thema Vorsorge bei UBS. Im UBS magazin beantwortet er Vorsorgefragen.


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