Midlife-Crisis ohne Vorsorgekrise

Ab 40 Jahren möchten viele nochmals Neuland erobern. Aber bitte nicht auf Kosten der Vorsorge.

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22.07.2013, Nils Aggett (Text) und Raffinerie (Bild)

Wie stark soll ich bei einem Stellenwechsel auf die Leistungen der Pensionskasse achten?
Gute Pensionskassenleistungen gleichen einem zusätzlichen Lohnanteil. Gemäss Gesetz muss der Arbeitgeber die Hälfte des Sparteils und der Risikoversicherung der Pensionskasse berappen. Viele Unternehmen zeigen sich aber weit grosszügiger. Einerseits versichern sie mehr als das Obligatorium, andererseits übernehmen sie einen höheren Beitrag als 50 Prozent. Je weniger Ihnen der Arbeitgeber vom versicherten Lohn für die 2. Säule abzwackt, desto mehr bleibt Ihnen vom Nettolohn. Und je höher Ihre Pensionskassenbeiträge sind, desto attraktiver fallen die späteren Leistungen aus. Auch der Deckungsgrad der Pensionskasse (Verhältnis von Vermögen zu Verpflichtungen) spielt eine wichtige Rolle. Solide Kassen mit einem Deckungsgrad von deutlich über 100 Prozent können ihr Sparkapital besser verzinsen. Grosse Unterschiede bestehen bei den Pensionskassen zudem bei den Witwen- respektive Witwerrenten und den IV-Renten.

Ich mache mich selbstständig. Soll ich hierfür meine Freizügigkeitsleistung beziehen?
Wer sich sein Alterskapital vorzeitig auszahlen lässt, riskiert, später mit sehr wenig Geld dazustehen - vor allem wenn es mit der eigenen Firma nicht rund läuft. Dann haben Sie im Ruhestand nur Anspruch auf die AHV. Entscheiden Sie sich dennoch für den Vorbezug des Kapitals aus der Pensionskasse, brauchen Sie dafür zuerst die Bestätigung der kantonalen Sozialversicherungsanstalt, dass Sie im Haupterwerb selbstständig tätig sind. Damit können Sie bei Ihrer Pensionskasse die Freizügigkeitsleistung beantragen. Dieser Antrag ist im gleichen Jahr schriftlich einzureichen, in dem Sie beruflich selbstständig werden. Sind Sie verheiratet, muss Ihr Ehegatte schriftlich zustimmen. Als Begleitmassnahme zum Vorbezug empfiehlt es sich, die Folgen von Unfall, Krankheit, Invalidität und Tod abzusichern. Rasch sollten Sie auch wieder fürs Alter sparen - etwa mit der Säule 3a (UBS Fisca). Selbstständig Erwerbende dürfen jährlich bis zu 20 Prozent des Einkommens (maximal 33 696 Franken) einzahlen. Zudem besteht oft die Möglichkeit, sich der Auffangeinrichtung der 2. Säule oder einer allfälligen Verbandspensionskassenlösung anzuschliessen.

Ist es sinnvoll, einen Einkauf in die Pensionskasse zu tätigen?
Das hängt von Ihren Bedürfnissen ab - und davon, wie «gesund» Ihre Kasse ist. Liegt deren Deckungsgrad weit unter 100 Prozent, warten Sie mit dem Einzahlen besser ab. Einen Einkauf in die Pensionskasse können Sie vom steuerbaren Einkommen abziehen. Je höher Ihr steuerbares Einkommen und Ihr Vermögen, desto stärker schlägt der Steuereffekt zu Buche. Von Vorteil ist es, die Einzahlungen über mehrere Jahre zu staffeln, um die Steuerprogression zu brechen. Wer später einen Teil oder das gesamte Vorsorgeguthaben als Kapital beziehen will, muss den Einkauf mindestens drei Jahre vorher tätigen. Wünschen Sie eine Frühpensionierung, erhöht sich die mögliche Einkaufssumme bei einigen Kassen. Auch deshalb sollten Sie Einkäufe langfristig planen und genau abklären, inwiefern sich die Leistungen verbessern. Die Unterschiede zwischen den Kassen sind immens.

Der Vorsorgespezialist

Nils Aggett ist verantwortlich für den Bereich Pension Services und das Thema Vorsorge bei UBS. Im UBS magazin beantwortet er Vorsorgefragen.


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