Ein Check für meine Finanzen

Anfang Jahr flattert der Pensionskassenausweis ins Haus. Schauen Sie diesen genau an und unterziehen Sie Ihre Finanzen einem Check.

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21.01.2014, Nils Aggett (Text) und Raffinerie (Bild)

Meine Rente schwindet seit Jahren. So scheint es mir, wenn ich meinen Pensionskassenausweis anschaue. Ich, 52, bin Vollzeit als Sachbearbeiter angestellt; meine Frau, 46, arbeitet Teilzeit. Wir verdienen zusammen 115 000 Franken im Jahr und haben zwei minderjährige Kinder. Seit zehn Jahren zahlen wir den Maximalbetrag in einen Säule-3a-Fonds ein. Reichen unsere Finanzen im Alter?
Marc H., La Chaux-de-Fonds

Sehr geehrter Herr H.,
Es ist auf jeden Fall sinnvoll, den jährlichen Pensionskassenausweis genau zu lesen. Da Sie aber bis zur Pensionierung noch einige Jahre arbeiten müssen, sind die Altersleistungen in Ihrem Ausweis erst ein ungefährer Richtwert. Einerseits kann sich Ihr versicherter Lohn verändern, was sich auf die Rentenhöhe auswirkt. Andererseits lässt sich nicht seriös voraussagen, wie hoch Ihr Alterskapital über Jahre hinaus verzinst und wie sich der Rentenumwandlungssatz entwickeln wird. So schlägt etwa der Bundesrat vor, den Umwandlungssatz für den obligatorischen Teil der 2. Säule von heute 6.8 Prozent schrittweise auf 6 Prozent zu senken. Für 100 000 Franken Altersguthaben gäbe es dann statt jährlich 6800 Franken noch 6000 Franken Rente. Für den Teil des überobligatorischen Altersguthabens dürfen Kassen einen noch tieferen Umwandlungssatz anwenden. Vorsicht ist angebracht!

Die AHV einfach abschätzen
Um Ihr voraussichtliches Einkommen nach der Pensionierung zu berechnen, müssen Sie zudem die Höhe Ihrer AHV-Altersrente kennen. Die zentrale Ausgleichsstelle stellt im Internet (www.acor-avs.ch) ein Instrument bereit, mit dem sich diese abschätzen lässt. Die AHV-Zweigstellen bieten an, Ihre voraussichtlichen Altersleistungen kostenlos zu berechnen, wenn Sie älter als 40 Jahre alt sind. Die AHV und der obligatorische Teil der Pensionskasse dürften in Ihrem Fall nicht einmal 60 Prozent des früheren Erwerbseinkommens abdecken. Sie tun also gut daran, im Rahmen der 3. Säule vorzusorgen.

Säule-3a-Fonds bergen höhere Ertragschancen als 3a-Konten, aber auch höhere Risiken. Langfristig gleichen sich die Schwankungen an den Kapitalmärkten jedoch meist aus. So rentierten Fonds mit Wertschriften, etwa UBS Vitainvest- Fonds, in den letzten zehn Jahren besser als Konten. Oft lohnt sich die Säule 3a allein schon wegen der Steuerersparnis. Je nach steuerbarem Einkommen sparen Sie beim maximal zulässigen Betrag von 6739 Franken zwischen 1000 und 2500 Franken pro Jahr. Beziehen Sie später die 3a-Gelder, fällt je nach Steuerdomizil eine unterschiedlich hohe Kapitalsteuer an. Wichtig ist daher das Timing. Verfügen Sie über mehrere 3a-Lösungen, empfiehlt sich ein gestaffelter Bezug.

Die Zukunftspläne klären
Abschliessend lässt sich Ihre Frage nicht beantworten. Am besten führen Sie mit einer Fachperson von UBS einen Finanzcheck durch, der die Leistungen Ihrer Pensionskasse und die Optionen für die Säule 3a überprüft. Weiter gilt es zu analysieren, wie Ihre Frau und Sie sich die Zukunft vorstellen. Bis wann wollen Sie erwerbstätig bleiben? Möchte Ihre Frau das Arbeitspensum erhöhen, wenn Ihre Kinder selbstständiger sind? Verfügt sie über eine eigene Pensionskasse und eine Säule 3a? Zu berücksichtigen sind ferner Ihre Verpflichtungen und Ihre Sparquote. Besitzen Sie Barreserven oder Anlagen? Dann wird geprüft, ob diese zu Ihrem Risikoprofil passen und die gewünschte Rendite erwirtschaften.


Der Vorsorgespezialist  

Nils Aggett ist verantwortlich für den Bereich Pension Services und das Thema Vorsorge bei UBS.


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