«Der Multimanageransatz hebt uns von der Konkurrenz ab»

Die UBS Vitainvest-Fonds investieren im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben für Vorsorgelösungen. Marc Schaffner erklärt, welchen Spielraum er bei den Anlageentscheiden nutzen kann und was die Fonds einzigartig macht.

Marc Schaffner ist Portfolioanalyst der Anlagefonds UBS Vitainvest.

22.07.2014, Interview: Stephan Lehmann-Maldonado
 

Herr Schaffner, wie sind Sie Fondsmanager geworden?

Marc Schaffner: Mein Werdegang ist klassisch: Ich habe Wirtschaft studiert an der Universität Zürich und mich an der AZEK, am Ausbildungszentrum für Finanzfachleute, vertieft mit Finanzmarktökonomie auseinandergesetzt. Seit 2001 arbeite ich nun schon bei UBS im Asset Management und bin mitverantwortlich für die UBS Vitainvest-Fonds. Bei uns ist ein Asset-Allocation-Team verantwortlich für die taktischen Anlageentscheide. Ein Implementierungsteam kümmert sich um deren Umsetzung sowie um Zu- und Abflüsse aus den Fonds. Zudem stellt ein Risikomanagementteam sicher, dass die Fonds nicht mehr Risiken aufweisen als beabsichtigt.

Die Vitainvest-Fonds setzen auf das Multimanagerkonzept. Was bringt das?

Der Multimanageransatz sieht vor, dass wir mit verschiedenen Fondsmanagern zusammenarbeiten. Diese wählen wir aufgrund sehr strenger, nachhaltiger Kriterien aus. Anleger erhalten so Zugang zu den besten Spezialisten – ohne dass dabei Mehrkosten für sie entstehen. Wir diversifizieren damit nicht nur nach Anlageklassen und Anlagetiteln, sondern auch nach Managern und ihren Anlagestilen. Dadurch verbessern sich die Risiko-Rendite-Eigenschaften unserer Fonds nachweislich. Wir wenden das Multimanagerkonzept bei unseren vier Hauptanlageklassen an: Schweizer Aktien, Schweizer Anleihen, globale Aktien, globale Anleihen. Über die letzten drei Jahre hat sich das Konzept klar ausbezahlt; 2013 erwirtschafteten sogar alle vier Hauptanlageklassen einen substanziellen Mehrwert!

Worin unterscheiden sich die Vitainvest-Fonds von Konkurrenzprodukten?

Erstens verfügen wir über eine geballte Ladung an Erfahrung. Unsere Abteilung gibt es seit gut 30 Jahren – und unsere rund 100 Mitarbeiter bringen im Durchschnitt 15 Jahre Erfahrung mit. Wir sind global aufgestellt und in acht globalen Finanzzentren tätig. Eingespielte und diszipliniert umgesetzte Prozesse sorgen dafür, dass wir effizient zusammenarbeiten. Zweitens haben wir ein wirksames Risikomanagementsystem entwickelt. Wir überwachen unsere Risiken kontinuierlich bis auf die Ebene der einzelnen Titel. Ausserdem ist es uns möglich, Szenarien zu simulieren. So sind wir jederzeit darüber im Bilde, wie sich beispielsweise eine Eskalation der Krimkrise auf unsere Portfolios auswirken würde. Drittens arbeiten wir als einziger Anbieter im Vorsorgebereich mit dem Multimanageransatz.

Wie gross ist Ihr Spielraum, was die Anlageklassen anbelangt?

Die Vitainvest-Fonds unterstehen – wie alle Vorsorgefonds der Säule 3a – dem Gesetz über die berufliche Vorsorge (BVG). Dieses bestimmt u.a., dass man maximal 50 Prozent in Aktien, 15 Prozent in alternative Anlagen und 30 Prozent in Fremdwährungen investieren darf. Darüber hinaus haben wir uns intern noch strengere Regeln gegeben, insbesondere in Bezug auf Aktien. Damit wollen wir die Risiken weiter begrenzen. Bei den Vitainvest-Fonds World bieten wir vier Risikoprofile an. An die dafür vorgegebenen Bandbreiten pro Anlageklasse muss sich der Portfoliomanager halten. Innerhalb dieser Bandbreiten ist es aber zulässig, mit den aktiven Gewichten um bis zu fünf Prozent nach unten oder nach oben abzuweichen. Insgesamt ergibt das einen Spielraum von 10 Prozent. Dies ermöglicht es dem Portfoliomanager beispielsweise, Aktien fünf Prozent stärker zu gewichten als die Referenz, wenn die Chancen attraktiv scheinen.

Welche Lehren haben Sie aus der Finanzkrise gezogen?

Wir arbeiten heute noch strukturierter und disziplinierter als vor der Finanzkrise. Für uns ist es wichtig, an einem definierten Anlageprozess festzuhalten, gerade auch in einer Krise. Warum? Die Finanzkrise hat verdeutlicht, dass Anlagen sehr lange von ihrem «fairen» Wert abweichen und emotionale Kurzschlusshandlungen zu langfristig verheerenden Resultaten führen können. Ausserdem haben wir gesehen, wie wichtig die Liquidität von Anlagen ist. Da unsere Vitainvest-Fonds jederzeit veräussert werden können, müssen wir darin auch in liquide Anlagen investieren. Sollten sich neue Krisen zuspitzen, werden wir natürlich innerhalb unserer Anlagerichtlinien das Portfolio so defensiv wie möglich aufstellen.