Auf den Mix kommts an

Zur Finanzierung von Wohneigentum darf man Vorsorgegelder einsetzen. Worauf ist dabei zu achten?

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22.07.2014, Nils Aggett (Text) und Raffinerie (Bild)

Sehr geehrter Herr Aggett
Meine Frau (42) und ich (44) haben das Traumhaus für uns und unsere Tochter gefunden. Für die Finanzierung möchten wir unsere Vorsorge nutzen. Der Hauspreis beträgt 800 000 Franken. Wir sollten 160 000 Franken Eigenmittel beisteuern (20 Prozent). 60 000 Franken können wir aus Erspartem einbringen. Zusätzlich würden wir gerne 80 000 Franken aus der Pensionskasse und 20 000 Franken aus unserem Fisca-Konto (Säule 3a) vorbeziehen. Wichtig ist uns aber auch, die Vorsorge nicht zu gefährden. Was ist bei einem Vorbezug der Vorsorgegelder zu beachten?
Marc D., Lausanne

Sehr geehrter Herr D.

Schön, dass Sie Ihr Traumhaus gefunden haben – und sich gleichzeitig Gedanken über dessen finanzielle Folgen machen. Bezüglich Ihrer Ersparnisse gehe ich davon aus, dass Sie bis auf den Betrag, den Sie in Ihr Eigenheim investieren, über genügend liquide Mittel für die sonstigen grösseren Ausgaben wie Steuern, Ferien oder Zahnarztrechnungen verfügen. Vergessen Sie dabei nicht die Erwerbskosten – etwa Notariats- und Handänderungskosten –, die bei einem Hauskauf anfallen. Zudem muss die Tragbarkeit der Hypothek auch gegeben sein, falls die Hypothekarzinsen steigen. Als Faustregel gilt: Man sollte nicht mehr als einen Drittel des Bruttoeinkommens fürs Wohnen aufwenden.

Indirekte Amortisation lohnt sich

Kapital aus Ihrem Fisca-Konto (Säule 3a) einzusetzen, ist grundsätzlich eine gute Idee. Die Kapitalauszahlung wirkt wie ein gestaffelter Bezug. Sie brechen damit oft die Steuerprogression, was eine spürbare Ersparnismit sich bringt. Noch empfehlenswerter ist es, Ihr Fisca-Konto für die indirekte Amortisation Ihrer zweiten Hypothek zu nutzen: Sie verpfänden Ihr Säule-3a- Konto der Bank und verpflichten sich, jährlich mindestens den Amortisationsbetrag in die Säule 3a einzuzahlen. Nach Ablauf der vereinbarten Rückzahlungsfrist von beispielsweise 20 Jahren können Sie Ihr 3a- Kapital zur einmaligen Rückzahlung nutzen.

So profitieren Sie die ganze Zeit gleich mehrfach: vom Steuerabzug für Ihre Einzahlungen in die Säule 3a, von den während der Ansparzeit steuerfreien Vorzugszinsen auf Ihrem Fisca-Konto sowie vom Steuerabzug der Hypothekarschuld und der Schuldzinsen. Beziehen Sie später Ihr 3a-Guthaben, erfolgt die Besteuerung separat vom übrigen Einkommen zu einem Spezialtarif.

Risiken Invalidität und Todesfall absichern

Auch bei der Pensionskasse ist nicht nur ein Vorbezug, sondern ebenfalls eine Verpfändung möglich. Wägen Sie sorgfältig ab, was für Sie sinnvoller ist. Ein Vorbezug schmälert die Altersrente sowie bei vielen Kassen den Schutz bei Invalidität und Tod. Um eine Einbusse bei diesem Vorsorgeschutz zu vermeiden, bietet die Vorsorgeeinrichtung eine Zusatzversicherung an oder vermittelt eine solche. Auch UBS offeriert Hypotheken mit Versicherungsschutz. Darüber hinaus sollten Sie für einen vollen Altersschutz Ihr Pensionskassenguthaben im Lauf der Jahre wieder aufbauen. Die Rückführung des Vorbezugs erlaubt es Ihnen, die bezahlten Steuern wieder zurückzufordern. Freiwillige, steuerlich abzugsfähige Einkäufe in die Pensionskasse sind erst wieder steuerwirksam, wenn der gesamte Vorbezug getilgt ist.

Bei einer Verpfändung des Guthabens fallen Nachteile nicht an, solange keine Pfandverwertung durchgeführt werden muss. Der Risikoschutz bleibt intakt. Das verpfändete Kapital wird weiter verzinst, was das Guthaben schneller wachsen lässt. Im Gegensatz zu einem Vorbezug werden keine Steuern fällig. Das schont Ihre liquiden Mittel und verschafft Ihnen Spielraum fürs neue Heim.

Für Fragen:


Der Vorsorgespezialist  

Nils Aggett ist verantwortlich für den Bereich Pension Services und das Thema Vorsorge bei UBS.