«Aktienkurse sind gut unterstützt»

In die Anlagestrategie von UBS fliesst das Wissen von über 900 Anlageexperten rund um die Welt, die systematisch zusammenarbeiten. Philippe G. Müller, Leiter UBS CIO Global Investment Themes, erklärt, warum er optimistisch in die Zukunft blickt – und sich dennoch auch für negative Szenarien vorbereitet.

Philippe G. Müller ist Leiter UBS CIO Global Investment Themes.

22.07.2014, Interview: Stephan Lehmann-Maldonado
 

Die Aktienkurse sind in den letzten Jahren stark gestiegen. Steht uns jetzt wieder ein Crash bevor?

Philippe G. Müller: Nein. Die Konjunktur erholt sich weltweit, die Geldpolitiken der Zentralbanken sind sehr expansiv und die Gewinne der amerikanischen Unternehmen steigen solide an. In der Eurozone bewegen sich die Gewinne noch auf sehr niedrigen Niveaus, da die Rezession erst letztes Jahr überwunden wurde. Die Gewinne in Europa bieten weiterhin Potenzial nach oben. Daher halten wir die Aktienkurse auf eine Sicht von sechs Monaten für gut unterstützt und erwarten weitere Kursanstiege. Temporäre, kurzfristige Rückschläge von 5 bis 10 Prozent – wie wir sie auch zu Beginn des Jahres gesehen haben – schliessen wir aber nicht aus.

Wie verlässlich sind Ihre Wirtschaftsprognosen? 

Philippe G. Müller: Es ist ähnlich wie beim Wetter: Je kurzfristiger die Prognose ist, desto einfacher ist sie und desto eher trifft sie zu. Die Einkaufsmanagerindizes sind beispielsweise ziemlich verlässliche Frühindikatoren für den Gang der Wirtschaft. Im Rückblick ist erkennbar, dass wir seit Anfang 2013 mit unseren Prognosen sehr gut gelegen sind. Prognosen sollte man aber eher als Richtungsprognosen verstehen, die in einer gewissen Bandbreite eintreffen sollten – und nicht als exakte Voraussage der Zukunft.

Und was ist, wenn uns ein unerwartetes Ereignis einen Strich durch die Rechnung macht?

Philippe G. Müller: Unsere Prognosen hängen von Annahmen ab. Diese treffen nicht immer ein. Sehr wichtig ist darum, dass wir in verschiedenen Szenarien denken. Dabei versuchen wir, sowohl negativere als auch positivere Szenarien – manchmal aber auch unerwartete Ereignisse – zu berücksichtigen, um nicht auf dem falschen Fuss erwischt zu werden. Auf dem Szenario, das wir für das wahrscheinlichste halten, bauen wir dann unsere Anlagestrategie auf. Doch selbst wenn wir einmal von Ereignissen überrascht werden, sollten wir unsere Strategie aufgrund unserer alternativen Szenarien rasch anpassen können. Übrigens kommunizieren wir unsere Szenarien auch öffentlich.

Trotzdem, gibt es nicht immer einen blinden Fleck, den wir vergessen?

Philippe G. Müller: Wir verfügen zwar rund um den Globus über Experten, die den Puls der Märkte fühlen. Dennoch ist uns bewusst, dass auch unsere Wahrnehmung nicht vollkommen ist. Um unsere eigenen blinden Flecken zu entdecken, ziehen wir als fixen Teil unseres Anlageprozesses immer wieder sehr namhafte externe Anlagespezialisten, Experten und Querdenker bei und unterziehen unsere Anlagestrategie einem Stresstest. Dabei profitieren wir von unserem Netzwerk – und unserem guten Ruf in Expertenkreisen.

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