Incoterms®

1. Was sind die Incoterms®-Regeln?

Die Incoterms® sind ein Regelwerk der ICC Paris. Sie definieren die Lieferbedingungen für den internationalen Warenhandel zwischen den Kaufparteien. Sie sind in 11 Lieferklauseln (PDF, 567 KB) gegliedert.
Die vorgängige Version, die Incoterms® 2010, ICC-Publikation Nr. 715 ist am 1. Januar 2011 in Kraft getreten.

Die letzte Version, die Incoterms® 2000, ICC-Publikation Nr. 560 ist seit dem 1.1.2000 in Kraft. (PDF, 85 KB)

2. Ihr Zweck

Zweck der Incoterms®-Regeln ist es, international einheitliche Richtlinien zur Auslegung der hauptsächlich verwendeten Vertragsformeln in Aussenhandelsverträgen aufzustellen.

Unsicherheiten, die durch die unterschiedliche Auslegung solcher Klauseln in den verschiedenen Ländern entstehen, werden dadurch vermieden oder zumindest erheblich eingeschränkt. Einheitliche Richtlinien verringern somit das Risiko rechtlicher Komplikationen sowie Missverständnisse, welche aus unterschiedlichen Handelspraktiken stammen.

3. Anwendung - Gültigkeit

Die Anwendung der Incoterms®-Regeln beschränkt sich auf die Lieferung einer beweglichen, physisch greifbaren Ware.

Die Incoterms®-Regeln sind nur gültig, wenn sie ausdrücklich vertraglich vereinbart wurden und im Kaufvertrag oder in Offerten, allgemeinen Ein- oder Verkaufsbedingungen, Bestellungen, Auftragbestätigungen usw. genannt oder in einer separaten Vereinbarung festgehalten sind.
Formulierungsvorschlag: z.B. CPT Madrid gemäss Incoterms® 2010.

4. Was wird geregelt - was nicht?

Die Incoterms®-Regeln sind immer als Bestandteil des Kaufvertrags zu interpretieren. Sie definieren Rechte und Pflichten des Verkäufers und Käufers bezüglich:

  • Lieferung und Transportdokumenten (oder entsprechender elektronischer Mitteilungen)

  • Kostenübergang

  • Risikoübergang

Die Incoterms® regeln nicht:

  • den Eigentumsübergang sowie andere Rechte aus dem Eigentum

  • Vertragsbrüche und deren Folgen

  • Haftungsausschlüsse in Folge von speziellen Umständen (höhere Gewalt, Embargo u.Ä.)

  • Termine (Lieferzeitpunkt, -periode ist zu fixieren)

  • Transportart (nur beschränkt)

  • Bedingungen anderer Verträge

  • Bedingungen mit Spediteur / Carrier

5. Wichtigste Neuerungen der Incoterms® 2010 gegenüber den Incoterms® 2000

  • Die Anzahl Klauseln wurde von 13 auf 11 reduziert.

  • Zwei neue Incoterms® DAT und DAP ersetzen DAF, DES, DEQ und DDU.

  • Klauseln sind in zwei Klassen aufgeteilt: EXW, FCA, CPT, CIP, DAT, DAP, DDP für jede Transportart oder multimodalen Transport und FAS, FOB, CFR, CIF für See- oder Binnenschiffstransport.

  • Berücksichtigung sicherheitsrelevanter Informationen

  • Berücksichtigung von hintereinander geschalteten Verkäufen (string sales)

6. Verbliebene Schwachpunkte der Incoterms® 2010

CIF (wie in den Incoterms® 2000): Verpflichtung des Verkäufers nur zur Mindestdeckung analog der Institute Cargo Clauses C = Deckung nur des Sendungsverlusts zwischen Abgangshafen und Empfangshafen.

CIP (wie in den Incoterms® 2000): Verpflichtung des Verkäufers nur zur Mindestdeckung analog der Institute Cargo Clauses C = Deckung nur des Sendungsverlusts zwischen Abgangsort und benanntem Bestimmungsort.