Glossar Trade & Export Finance
Glossar (I - J)

ICC (International Chamber of Commerce in Paris)

Erklärung siehe unter «IHK»

Identifikationsklausel

Mit dieser Klausel in einer Garantie kann sichergestellt werden, dass die Bank vom rechtmässig Begünstigten in Anspruch genommen wird.

IHK (Internationale Handelskammer in Paris)

Die IHK wurde 1919 in Atlantic City gegründet. Mittlerweile umfasst sie Verbände und Unternehmen aller Wirtschaftszweige. Sie hat ihren Sitz in 38, cours Albert-1er, F-75008 Paris. Als eine Institution der internationalen wirtschaftlichen Selbstverwaltung bearbeitet sie in Fachkommissionen, Unterausschüssen und Arbeitsgruppen alle Fragen, welche für die internationale Wirtschaft von Bedeutung sind. Hierzu zählen z.B. Vertrags- und Lieferklauseln (Incoterms), Standardisierung von Zahlungsinstrumenten, Einheitliche Richtlinien für Inkassi, Einheitliche Richtlinien und Gebräuche für Dokumentenakkreditive, Einheitliche Richtlinien für auf Anfordern zahlbare Garantien, Schiedsgerichtsbarkeit (Vergleichs- und Schiedsgerichtsordnung), Wettbewerbsfragen, Auslandsinvestitionen, Transportfragen u.v.m. Sollten Sie Informationen oder die Liste der ICC-Publikationen benötigen, wenden Sie sich bitte an Ihre lokale Handelskammer oder an die Internationale Handelskammer IHK, Hegibachstrasse 47, 8032 Zürich. Siehe auch «International Standby Practices (ISP98)».

Inanspruchnahme (einer Bankgarantie)

«Inanspruchnahme» oder «Claim» bedeutet, dass der Begünstigte sein Recht wahrnimmt, die Zahlung des Garantiebetrages (oder eines Teilbetrages davon) zu verlangen. Die Bank prüft, ob die Inanspruchnahme gemäss den Bedingungen der Garantie erfolgt ist.

Incoterms

Internationale Regeln für die einheitliche Auslegung der in Aussenhandelsgeschäften üblichen Vertragsformeln. Sie werden von der Internationalen Handelskammer in Paris herausgegeben. Die derzeit gültige Fassung ist die Publikation Nr. 715, in Kraft seit 1.1.2010.
Details finden Sie hier.

Indirekte Bankgarantie

Die Bank des Antragstellers beauftragt eine Korrespondenzbank (Bank des Garantiebegünstigten), unter ihrer Rückhaftung eine Garantie auszustellen. Siehe auch «direkte Bankgarantie».

Indossament

Ein vom Indossanten unterzeichneter Übertragungsvermerk auf der Rückseite eines Orderpapiers. Im Akkreditiv werden häufig folgende Dokumente verlangt, welche durch Indossament übertragen werden:

  • Wechsel

  • Konnossement

  • Versicherungsdokument

Indossant

Inhaber eines Orderpapiers, der das Eigentumsrecht an dieser Urkunde mittels Indossament überträgt.

Indossatar

Person oder Firma, die das Orderpapier und das damit verbundene Eigentumsrecht vom Indossanten übertragen erhält.

Ingress

Die Einleitung in einer Bankarantie umschreibt das Vertragsverhältnis zwischen dem Schuldner aus dem Grundgeschäft und dem Begünstigten.

Inkasso

Beim Dokumentarinkasso handelt es sich um den Auftrag des Verkäufers an seine Bank, beim Käufer gegen Übergabe der Versandpapiere den Gegenwert dieser Papiere einzukassieren. Dabei kann der Auftrag in Bezug auf die Zahlungsbedingungen lauten auf «Dokumente gegen Zahlung» oder «Dokumente gegen Akzept eines Wechsels». Die Bank handelt dabei als Treuhänderin und bemüht sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten um den Eingang der Zahlung. Im Gegensatz zum Dokumentarakkreditiv haften die Banken beim Dokumentarinkasso lediglich für die ordnungsgemässe Durchführung des Inkassoauftrages, übernehmen aber keinerlei selbstständige Zahlungsverpflichtung. Das Dokumentarinkasso ist geregelt in den Einheitlichen Richtlinien für Inkassi (ERI), Broschüre Nr. 522, Revision 1995, der Internationalen Handelskammer in Paris.

Inkassobank resp. vorlegende Bank

Ist mit dem Einkassieren des Betrages oder der Akzepteinholung beauftragt. Sie wird auch zur «vorlegenden Bank», wenn sie gemäss den Inkassoinstruktionen beim Bezogenen effektiv das Akzept einholt oder den Inkassobetrag einfordert.

Innominatkontrakte

Dem Schweizerischen Obligationenrecht liegt das Modell des Individualvertrages zugrunde. Es stellt bestimmte Vertragstypen zur Verfügung, indem es deren Inhalt besonders regelt (Kaufvertrag usw.). Daneben haben sich ausserhalb der gesetzlich geregelten Verträge (Grund: Vertragsfreiheit) in der Praxis zahlreiche typische Verträge gebildet, die als Innominatkontrakte bezeichnet werden.

Inspektionszertifikat

Bestätigung, dass die Ware vor Versand inspiziert wurde. In der Regel ausgestellt durch eine neutrale Stelle.

Intended

Hinweis auf Konnossementen, multimodalen Transportdokumenten, Seefrachtbriefen. Beispiele: «intended port of shipment Hamburg», «intended ocean vessel MV Swiss-ahoi», «intended port of discharge Hongkong». Durch diesen Hinweis behält sich der Frachtführer das Recht vor, den Verladehafen, das Schiff oder den Löschungshafen zu ändern. Siehe ERA Art. 19a iii., 20a ii., iii., 21a ii., iii.

International Standby Practices (ISP98)

Diese Richtlinien, herausgegeben von der Internationalen Handelskammer in Paris als Publikation Nr. 590, sind seit 1.1.1999 in Kraft. Die Standby L/Cs werden nur selten diesen Richtlinien unterstellt. Noch werden die «ERA» (Einheitliche Richtlinien und Gebräuche für Dokumentenakkreditive, Publ. Nr. 600) bevorzugt.

Joint Venture

Beteiligung zweier oder mehrerer Partner an einem gemeinsamen Unternehmen.