Glossar Trade & Export Finance
Glossar (E)

Effektivklausel

Dieser Zusatz in einer Garantie dient der näheren Umschreibung der Verpflichtungsdauer und wird in der Regel mit der Verfallklausel kombiniert.

Einfache Bürgschaft

Erklärung siehe unter «Bürgschaft/Bankbürgschaft»

Eingang vorbehalten (E.v.)

Vorbehalt des Zahlungseingangs bei der Gutschrift des Dokumentengegenwertes unter einem unbestätigten Akkreditiv durch die ernannte Bank. Der Hinweis «E.v.» bedeutet, dass der Begünstigte den gutgeschriebenen Betrag zuzüglich Zinsen (vom Valutierungstag der Gutschrift bis zur Rückerstattung), Spesen u.Ä. zurückerstatten muss, falls aus irgendeinem Grunde die Deckung nicht angeschafft wurde.

Einheitliche Richtlinien für auf Anfordern zahlbare Garantien (URDG)

Einheitliche Richtlinien für auf Anfordern zahlbare Garantien
Diese Richtlinien wurden erstmals 1992, als Publikation Nr. 458, von der Internationalen Handelskammer (IHK) in Paris herausgegeben. Per 1.7.2010 trat eine revidierte Fassung (IHK Publikation Nr. 758) in Kraft. Die Richtlinien bezwecken eine international einheitliche Handhabung von abstrakten Garantien und gewannen in den vergangenen Jahren an Anerkennung.

Einheitliche Richtlinien für Inkassi

Erklärung siehe unter «ERI».

Einreden

Eine Einrede ist das Recht und eine Massnahme, die Durchsetzung des Anspruches eines andern gegen sich zu verhindern.

Einreicherbank

Die Bank des Auftraggebers (Verkäufer), die das Inkasso gemäss dessen Instruktionen erstellt und an die Bank des Käufers (Inkassobank) weiterleitet.

Einwendungen

Vorbringen neuer Tatsachen, um das Recht des Gegners zu bestreiten.

Eisenbahnfrachtbrief (international)

Erklärung siehe unter «CIM».

Emerging Markets

Aufstrebende Länder bzw. Märkte am Beginn der Industrialisierung mit überdurchschnittlichem Wachstumspotential und sich entwickelnden Finanzmärkten.

ERA

Einheitliche Richtlinien und Gebräuche für Dokumentenakkreditive. Die ab dem 1.1.2007 gültige Fassung ist die Revision 2007, Broschüre Nr. 600, der Internationalen Handelskammer in Paris. Achten Sie darauf, dass die zu Ihren Gunsten eröffneten Akkreditive ausdrücklich den ERA unterstellt sind. Die ERA sind bindend für alle Parteien und beziehen sich auf Dokumentenakkreditive und Standby-Akkreditive. Den vollständigen Abdruck dieser Richtlinien finden Sie in der UBS-Broschüre «Akkreditive, Dokumentarinkassi und Bankgarantien».

Erfüllungsgarantie

Im Normalfall durch eine Bank in Form einer abstrakten Zahlungsverpflichtung abgegeben. Dient der Sicherung allfälliger Ansprüche des Käufers an den Verkäufer wegen nicht ordnungsgemässer bzw. nicht vertragsgemässer Lieferung oder Leistung.

ERI

Einheitliche Richtlinien für Inkassi. Die ab 01.01.1996 gültige Fassung ist die Revision 1995, Broschüre Nr. 522, der Internationalen Handelskammer in Paris. Alle Ihre Import- und Exportinkassi sollten diesen Regeln unterstellt sein. Den vollständigen Abdruck dieser Richtlinien finden Sie in der UBS-Broschüre «Akkreditive, Dokumentarinkassi und Bankgarantien».

Eröffnende Bank

Erklärung siehe unter «Parteien im Dokumentenakkreditiv».

EUR 1

Warenverkehrsbescheinigung und Präferenznachweis für die Ausfuhr in Länder und Gebiete, die mit der EU (auch dem EWR) durch Freihandels-, Assoziations- oder Präferenzabkommen verbunden sind, soweit die betroffenen Güter in den Zollpräferenzen eingeschlossen sind.

Eventualverpflichtung

Bedingte Verpflichtung, die erst beim Eintreten bestimmter Voraussetzungen wirksam wird.
Siehe auch unter «Bankgarantien» und «Dokumentarakkreditiv».

Exportfinanzierung

Zur Verfügungstellung des erforderlichen Kapitals für den Export von Waren und (bei der Exportfinanzierung im weiteren Sinn) für Dienstleistungen wie z.B. Leistung von Bau-, Ingenieur- und Entwicklungsarbeiten im Ausland. Die Exportfinanzierung erfolgt normalerweise durch Lieferantenkredit des Exporteurs und unter Inanspruchnahme von Bankkrediten. Für die kurzfristige Exportfinanzierung spielt das Dokumentenakkreditiv eine grosse Rolle. Der mittel- bis langfristige Exportkredit der Banken bildet heute die klassische Form der Exportfinanzierung in der Schweiz. Sonderformen der Exportfinanzierung: Kompensationsgeschäfte. Die Exportfinanzierung erfolgt in der Schweiz in vielen Fällen in Verbindung mit der Schweizerischen Exportrisikoversicherung des Bundes (SERV).

Export-Finanzkredit

Form der Exportfinanzierung. Der Export-Finanzkredit wird von Schweizer Banken gewährt zur Finanzierung nicht-SERV-gedeckter Exportlieferungen, ferner zur Finanzierung von An- und Zwischenzahlungen und allfälligen lokalen Kosten, die mit der Erstellung der zu liefernden Anlage zusammenhängen.

Exportkredit

Kredit zur mittel- bis langfristigen Finanzierung von Exportlieferungen. Hinsichtlich der kredittechnischen Durchführung des Exportkredites der Banken unterscheidet man zwei hauptsächliche Formen: den Lieferantenkredit (Forderungskauf) und den Bestellerkredit (Käuferfinanzierung), bei dem die Kreditgewährung der Bank direkt an den ausländischen Warenkäufer oder dessen Bank erfolgt. Grosskredite werden in der Schweiz in der Regel von einer Mehrzahl von Banken gemeinsam durchgeführt (Konsortialkredit). Sofern ein Exportkredit gemeinsam von einer Geschäftsbank (Bankentranche) und dem Staat (z.B. Bundestranche) gewährt wird, spricht man von einem Mischkredit. Diese Form spielt namentlich bei Krediten an Entwicklungsländer eine Rolle.

Exportkreditversicherung

Meist staatliche, aber selbstfinanzierte Institution zur Absicherung gewisser mit der Gewährung von Exportkrediten verbundenen Risiken. In der Schweiz «Schweizerische Exportrisikoversicherung» genannt.