Glossar Trade & Export Finance
Glossar (A)

Ablader (= Shipper/Consignor)

Wird in der Schweiz allgemein als Verlader/Verladerschaft oder Verschiffer bezeichnet. Unter dem Ablader wird diejenige Partei verstanden, die dem Verfrachter (z.B. Reeder) auf Grund des Frachtvertrages die Güter im eigenen Namen anliefert. Ablader kann sowohl der Ausführer selber (der Exporteur) als auch sein Spediteur sein.
Ablader ist meistens auch derjenige, in dessen Namen die Verschiffung/der Versand erfolgt und der im Transportdokument als Absender erscheint.

About

Erklärung siehe unter «Circa (ca.)».

Abtretung unter dem Akkreditiv

Der Begünstigte aus einem Akkreditiv hat das Recht, seine Forderungen, oder Teile davon, an einen Dritten abzutreten (siehe ERA Art. 39). In der Regel informiert der Begünstigte die eröffnende oder avisierende Bank, dass seine Forderungen oder Teilforderungen unter dem Akkreditiv abgetreten wurden, und bittet die Bank, gegenüber dem Zessionar (Dritten) zu bestätigen, dass sie von der Abtretung Kenntnis genommen hat. Die hier definierte Abtretung des Zahlungsanspruchs ist zu unterscheiden von der Übertragung des Akkreditivs gemäss Art. 38 ERA, die einem Zweitbegünstigten die Befugnis verleiht, seine eigenen Dokumente zur Inanspruchnahme des Akkreditivs einzureichen und die von der Bank geschuldete Leistung zu verlangen.

Die Wirksamkeit der Abtretung ist im Gegensatz zur Übertragung nicht an die Zustimmung der Bank gebunden; sie ist auch dann möglich, wenn das Akkreditiv nicht übertragbar ist.

Abweichungen (in den Dokumenten)

Angaben (oder fehlende Angaben oder fehlende Dokumente/Nachweise u.Ä.) in den unter einem Akkreditiv eingereichten Dokumenten, welche

  • nicht mit den Bedingungen des Akkreditivs übereinstimmen,

  • nicht den im internationalen Bankgeschäft üblichen Praktiken entsprechen,

  • die Anforderungen der «Einheitlichen Richtlinien und Gebräuche für Dokumentenakkreditive» (ERA), Broschüre Nr. 600, Revision 2007, nicht erfüllen.

Sind Abweichungen irgendeiner Art in den Dokumenten vorhanden, entfällt die Zahlungsverpflichtung der eröffnenden Bank und, falls bestätigt, auch die der bestätigenden Bank (Dokumentenstrenge). Selbstverständlich unterstützen wir Sie auch in diesem Fall bei der Einbringung Ihrer Forderung. Siehe ERA Art. 6.

Acceptance Letter of Credit

Akkreditive, die nebst den übrigen Dokumenten die Vorlage einer auf die zur Akzeptierung nominierten Bank gezogenen Nach-Sicht-Tratte verlangen (siehe ERA Art. 7iv und 8d).

Advance Payment Guarantee

Erklärung siehe unter «Anzahlungsgarantie».

Akkreditiv

Unter einem Akkreditiv versteht man die unwiderrufliche Zusage der Eröffnerbank in Form einer verbindlichen Verpflichtung, nach Einreichung von akkreditivkonformen Dokumenten, zu honorieren. Siehe ERA Art. 2.

Akkreditiv-Auftrag

Schriftlicher Auftrag eines Kunden (Käufers) an seine Bank, ein Akkreditiv zugunsten des Verkäufers zu eröffnen (Avisierung meistens über eine Korrespondenzbank)

Akkreditiv-Eröffnung

Schreiben der Bank des Auftraggebers, in welchem dem Begünstigten die Eröffnung eines Akkreditivs angezeigt wird.

Akzept

Auch die «Annahme eines Wechsels» genannt. Dies geschieht, wenn sich der Bezogene durch seine Unterschrift auf dem Wechsel zur Bezahlung verpflichtet. Als verbindliche Annahme gilt bereits die blosse Unterschrift des Bezogenen, die üblicherweise quer auf den linken Rand des Wechsels gesetzt wird.

Akzessorietät

Abhängigkeit von dem zu sichernden Grundgeschäft. Siehe auch unter «Bürgschaft».

All Risks

Versicherungsdeckung für alle Risiken. Diese Klausel wird in Akkreditiven häufig verlangt. Banken nehmen Versicherungsdokumente an, in welchen diese Klausel erscheint, selbst wenn das gleiche Dokument die Deckung gewisser Risiken ausschliesst. Siehe ERA Art. 28h.

Amendment

Erklärung siehe unter «Änderung (von Akkreditiven)».

An Board (On Board)

Vorgedruckter Vermerk im Konnossement (B/L), der besagt, dass sich die Ware tatsächlich an Bord eines genannten Schiffes befindet. Bei «received for shipment»-Konnossementen sind die folgenden 4 Parteien ermächtigt, einen solchen «on board»-Vermerk anzubringen:

  • der Frachtführer

  • der Agent des Frachtführers

  • der Kapitän des Schiffes

  • der Agent des Kapitäns

Siehe ERA Art. 19, 20, 21, 22.

An Deck (On Deck)

Vermerk im Konnossement (B/L), der besagt, dass die Ware auf Deck des Schiffes verladen worden ist. Dokumente mit «An Deck»-Verladevermerk werden nur angenommen, wenn die Akkreditivbedingungen dies ausdrücklich erlauben. Siehe ERA Art. 26a.

Änderung (von Akkreditiven)

Korrektur der aktuellen Akkreditivbedingungen (wie z. B. Verlängerung der Akkreditivgültigkeit, des Versandtermins u.Ä.), welche durch den Käufer bei der eröffnenden Bank in Auftrag gegeben wird. Es müssen immer alle beteiligten Parteien einverstanden sein, damit die Änderung Gültigkeit erhält (siehe ERA Art. 10a).

Angebotsbedingungen

Angebots- oder Ausschreibungsbedingungen im Zusammenhang mit einer öffentlichen Ausschreibung von Projekten (Englisch «tender conditions»).

Ankaufszusage

Erklärung siehe unter «Stille Bestätigung».

Annulierung (von Akkreditiven)

Erklärung siehe unter «Änderung (von Akkreditiven)».

Anweisung

Ermächtigung des Angewiesenen, auf Rechnung des Anweisenden Geld, Wertpapiere oder andere vertretbare Sachen an den Anweisungsempfänger zu leisten. Gleichzeitig auch Ermächtigung des Anweisungsempfängers, die Leistung in eigenem Namen zu erheben.

Anzahlungsgarantie

Gewährleistung einer Bank für die Rückzahlung einer vom Bankkunden für einen grösseren Auftrag geleisteten Anzahlung (z.B. für den Einkauf von Rohmaterialien oder an die Fertigungskosten) im Falle einer Nichterfüllung des Vertrags.

Apostille

Behördliche Bestätigung der Echtheit einer Unterschrift auf einer öffentlichen Urkunde, der Eigenschaft, in welcher der Unterzeichner der Urkunde gehandelt hat, und gegebenenfalls der Echtheit des Siegels oder Stempels, mit dem die Urkunde versehen ist.

Approval Basis

Erklärung siehe unter «Gutbefund».

Approximately (oder «approx.»)

Erklärung siehe unter «Circa (ca.)».

Arrest

Beschlagnahmung von Vermögenswerten.

Assignment

Erklärung siehe unter «Abtretung unter dem Akkreditiv».

Aufgeschobene Zahlung (deferred payment) unter Akkreditiven

Erklärung siehe unter «Benutzungsarten eines Akkreditivs».

Auftragshaftung (Revers)

Die Auftragshaftung des Kunden schliesst die Verpflichtung mit ein, die Bank für sämtliche Auslagen und Aufwendungen im Zusammenhang mit der Ausstellung der Bankgarantie schadlos zu halten.

Ausfallzahlungsgarantie

Erklärung siehe unter «Zahlungsgarantie».

Ausschreibung

Mit einer Ausschreibung richtet ein Auftraggeber gleichzeitig an mehrere Lieferanten die Einladung, ihm ein Angebot für die Erbringung einer bestimmten Leistung zu unterbreiten. Die Ausschreibung enthält die Anforderungen des Auftraggebers an die Offert bzw. an die auszuführenden Arbeiten sowie ein Eingabedatum im Sinne eines Verfalldatums (englisch: «tender closing date»).

Äussere Aufmachung

Banken müssen Dokumente prüfen, um sich zu vergewissern, dass sie kreditkonform eingereicht wurden. Siehe ERA Art. 2, 14.

Aussteller von Dokumenten

Für Transportdokumente (ERA Art. 19 bis 25), Versicherungsdokumente (ERA Art. 28) und Handelsrechnungen (ERA Art. 18) gelten spezielle Weisungen in Bezug auf deren Aussteller. Sofern das Akkreditiv keine Bestimmung betreffend Aussteller anderer Dokumente enthält, so nehmen Banken diese wie vorgelegt an, vorausgesetzt, dass ihre Inhaltsmerkmale nicht im Widerspruch zu irgendeinem anderen vorgeschriebenen Dokument stehen. Siehe ERA Art. 14f.

Ausstellungsdatum bei Dokumenten

Sofern dies im Akkreditiv nicht untersagt ist, werden auch Dokumente angenommen, die vor dem Datum der Ausstellung des Akkreditivs datiert sind (siehe ERA Art. 14i). Falls in einem Transportdokument nichts anderes erwähnt ist, gilt das Ausstellungsdatum als Datum der Verschiffung, des Versandes oder der Übernahme der Ware (siehe ERA Art. 20ii., 21ii. u.a.). Das Versanddatum ist auch für das Überprüfen der Einhaltung der Präsentationsfrist von Bedeutung.

Aval

Siehe unter «Wechselbürgschaft».

Avisieren/avisierende Bank

Weiterleiten eines von der eröffnenden Bank erhaltenen Akkreditivs an den Akkreditivbegünstigten (Verkäufer). Betreffend die Pflichten der avisierenden Bank (siehe ERA Art. 2 und 9). Auch Bankgarantien werden oft auf elektronischem Weg (SWIFT/geschlüsselter Telex) über eine Bank im Domizilland des Begünstigten avisiert.

AWB (=Air Waybill)

Erklärung siehe unter «Luftfrachtbrief».