Inkassoarten

Dokumente gegen Zahlung

Die vorlegende Bank darf die Dokumente nur Zug um Zug gegen sofortige Bezahlung aushändigen.

Wichtig:

  • Es kommt häufig vor, dass ein Käufer mit der Zahlung und somit der Übernahme der Dokumente bis zur Ankunft der Ware wartet. Um eine solche Verzögerung auszuschliessen, sollte der Inkassoauftrag die genaue Frist angeben, innerhalb derer der Bezogene Massnahmen zu ergreifen hat. (ERI Art. 5 b)

  • Nationale oder örtliche Gesetze können z.B. vorschreiben, dass die Inkassodokumente gegen Zahlung der Landeswährung (im Gegensatz zu Art. 18 der ERI) ausgehändigt werden dürfen (Devisenbewilligungsverfahren in Ländern mit Devisenbewirtschaftung).

Dokumente gegen Akzept

Die vorlegende Bank darf die Dokumente nur gegen Akzeptierung einer Tratte durch den Importeur aushändigen - z.B. auf 180 Tage nach Versand der Ware.

Wichtig:

  • Der Importeur gelangt - vor der Zahlung - in den Besitz der Ware. Vorteil: Er kann die Ware sofort weiterverkaufen und sich so die erforderlichen Mittel für die Bezahlung des Wechsels bei Verfall beschaffen.

  • Der Exporteur gewährt dem Importeur somit ein Zahlungsziel. Als Sicherheit erhält er lediglich ein Wechselakzept des Bezogenen, auf das er sich bei Verfall stützen kann. Er trägt also während der Laufzeit des Wechsels das Zahlungsrisiko.

  • Will der Exporteur grössere Sicherheit, kann er ein Aval oder die Garantie einer erstklassigen Bank verlangen. Er muss dies allerdings vertraglich absichern und eine Bestätigung der garantiegebenden Bank im Voraus verlangen.

Dokumente gegen Verpflichtungsschreiben

Die vorlegende Bank überlässt dem Importeur die Dokumente gegen ein Verpflichtungsschreiben, dessen Wortlaut von der Einreicherbank bzw. dem Importeur festgelegt wird. Mit der Unterzeichnung dieses Schreibens verpflichtet sich der Importeur, den Inkassobetrag an einem genau festgelegten Datum zu zahlen.

Wichtig:

  • Für die rechtliche Durchsetzbarkeit dieser Forderung ist eine klare, unzweideutige Formulierung der Verpflichtungserklärung von entscheidender Bedeutung.

  • Wie beim Akzeptinkasso gewährt der Exporteur dem Importeur eine Zahlungsfrist.

  • Das Verpflichtungsschreiben untersteht nicht dem Wechselrecht.

Inkasso mit Akzept, Dokumente aber nur gegen Zahlung

Diese Inkassoart wird in der Praxis selten verwendet. Der Exporteur verlangt, dass der Bezogene den auf ihn gezogenen und beispielsweise 30 Tage nach Sicht fälligen Wechsel akzeptiert. Die vorlegende Bank darf die Dokumente jedoch erst nach Bezahlung des Wechsels an den Bezogenen aushändigen.

Wichtig:

  • Die Aushändigung der Dokumente darf trotz Wechselakzept erst bei Bezahlung erfolgen. Wird die Ware dringend benötigt, muss der Bezogene möglicherweise eine Zahlung vor Fälligkeit in Betracht ziehen.

  • Die vorlegende Bank übernimmt keinerlei Haftung für allfällige Probleme, die eine verspätete Auslieferung der Dokumente nach sich ziehen könnte.