Investieren im Jahr 2014

Die Finanzmärkte sind nach wie vor einer brisanten Kombination aus zyklischen und strukturellen Kräften ausgesetzt. Die mit Argusaugen beobachteten Konjunkturdaten, wie das BIP- und das Gewinnwachstum, sind nur die halbe Wahrheit. Das Team Global Investment Solutions will den Dingen genauer auf den Grund

gehen und analysiert auch zugrunde liegende Themen, welche die wirtschaftliche Grosswetterlage verändern können. Zweck unseres thematischen Research ist es, Risiken und Chancen an den Märkten, an denen wir investieren, ausfindig zu machen.

«Investieren im Jahr 2014» behandelt acht dieser Themen und präsentiert strategische Erwägungen mit Schwerpunkt auf 2014.

Diese Themen beeinflussen nicht nur die Märkte, sie beeinflussen einander auch gegenseitig. Abbildung 1 veranschaulicht ansatzweise, wie dies geschehen kann.

Abbildung 1: Wechselwirkungen

So könnte beispielsweise argumentiert werden, dass die Krise der Eurozone untrennbar mit dem Schuldenabbau verknüpft ist oder dass die Energieevolution die Inflation massgeblich beeinflusst.

Untenstehend gehen wir auf einige Hauptaspekte der einzelnen Themen ein. Zudem zeigen wir einige Auswirkungen dieser Themen auf die Anlageklassen auf, in denen wir investieren:

Unsanftes Erwachen

Innovative Techniken, wie hydraulisches Fracking und horizontales Bohren, könnten die nordamerikanischen Volkswirtschaften revolutionieren. Sie bedeuten möglicherweise das Ende der jahrzehntelangen Abhängigkeit von Energieimporten und hohen Transportkosten. Die Energieabhängigkeit hat zudem bedeutende geopolitische Auswirkungen.

Die aufstrebenden Märkte

Das Verhältnis zwischen den Industrie- und den Schwellenländern verändert sich. Im Zuge der weiter voranschreitenden Erholung in einem Grossteil der Welt sollte das Augenmerk der Anleger strukturellen Veränderungen gelten, da mit einer Konjunkturabkühlung in den Schwellenmärkten gerechnet wird. Zweistellige Wachstumsraten in Schwellenmärkten dürften der Vergangenheit angehören – selbst in China.

Rückzahlung angesagt

In der Frage der Schuldenniveaus gibt es kein Richtig oder Falsch. In den USA zeichnet sich klar ein Abbau der Verschuldung ab. Die Länder der Eurozone hingegen haben mit der Entschuldung kaum begonnen. Und in den Schwellenländern Asiens sowie in Staaten, die von der Finanzkrise vergleichsweise verschont geblieben sind, darunter Schweden, Kanada und Australien, ist gar ein Anstieg der Verschuldung festzustellen.

Zwei Schritte vor, ein Schritt zurück

Die Eurozone reagierte auf die Finanzkrise zunächst mit einschneidenden Sparmassnahmen, die das Wachstum bremsten. Inzwischen hat sie zu einer Mischung aus Spar- und Wachstumsprogrammen gefunden, die als «zwei Schritte vorwärts, ein Schritt zurück» gewertet werden. Obwohl nach wie vor strukturelle Probleme die Eurozone belasten, gehen wir davon aus, dass 2014 eine zyklische Erholung Fuss fassen wird.

Immer schön bei Laune halten

Die Tage der lockeren Geldpolitik dürften gezählt sein. Rund um den Globus werden die Zentralbanken ihre Ausstiegsstrategien mit grosser Sorgfalt planen müssen, um Marktschwankungen zu vermeiden.

Gibt es das Allheilmittel?

Um der weltweiten Finanzkrise Herr zu werden, haben die Regierungen Wachstums- oder Sparmassnahmen oder eine Kombination der beiden Strategien umgesetzt. Wachstum scheint bessere Ergebnisse hervorgebracht zu haben als Austerität. Investoren sollten genau beobachten, wie sich diese Massnahmen weltweit auf die verschiedenen Anlageklassen auswirken.

Warten auf Godot

Trotz unkonventioneller geldpolitischer Schritte bleibt die Teuerung auf der ganzen Welt unter Kontrolle. Angesichts der verhaltenen Wachstumsaussichten und des grösseren Angebots an wichtigen Rohstoffen ist kaum mit einem Inflationssprung zu rechnen. In Schwellenländern wie Indien ist eine hohe strukturelle Inflation indes nicht auszuschliessen.

Der neue Trend

Infolge der expansiven Geldpolitik der Notenbanken verharren die Anleihenrenditen auf tiefen Niveaus. Dies veranlasst zahlreiche Anleihenanleger, von Schuldpapieren in Aktien umzuschichten. Wir glauben, dass diese Rotation möglicherweise bereits im Gange ist, doch wird sie unter Umständen weniger drastisch ausfallen als erwartet.

Schweizer Wirtschaft schwingt obenauf

Die Schweizer Wirtschaft entwickelt sich insgesamt erfreulich. Im Jahr 2013 dürfte sie rund zwei Prozent wachsen, für 2014 und 2015 erwarten wir ein Wirtschaftswachstum in ähnlicher Grössenordnung. Risiken gibt es dennoch.