Mehr als nur ein Job

«You & Us» – für Martin Nideroest weit mehr als ein Werbeslogan. Bei UBS in Luzern betreut er mit seinen Kollegen Firmenkunden aus der Region. Diese Region wurde im Sommer 2005 von schweren Unwettern heimgesucht. Für viele Kunden bedeutete dies eine Katastrophe: die Produktion stand unter Wasser, der Strom fiel aus. Durch die Überschwemmungen wurden auch Transport- und Kommunikationswege arg in Mitleidenschaft gezogen oder vorübergehend völlig lahm gelegt. In dieser Situation stand nicht der langfristige Wiederaufbau im Vordergrund – gefordert war kurzfristige Soforthilfe für die Geschädigten. Statt einen Betrag an eine Hilfsorganisation zu spenden, fragten sich Nideroest und sein Team, was sie selber für die am stärksten betroffenen KMU-Kunden tun konnten, deren Mitarbeiter nur noch mit Aufräumarbeiten beschäftigt und von den Ereignissen auch auf persönlicher Ebene stark mitgenommen waren. «Mir wurde spontan bewusst, dass der Zahltagstermin vor der Tür stand und viele KMU-Mitarbeiter vergeblich auf ihr Geld warten würden, wenn wir uns nicht etwas einfallen liessen», erinnert sich Nideroest. So ging er zum Beispiel von sich aus auf den Finanzchef eines KMU mit 200 Mitarbeitern zu und bot ihm seine Hilfe an bei der fristgerechten Auszahlung der Löhne. Auch andere Betroffene wurden proaktiv kontaktiert. «Wir versetzten uns in die Lage unseres Kunden und auch seiner Beschäftigten. Wir sahen ein Problem voraus und boten dafür eine Lösung, noch bevor wir überhaupt darum gebeten wurden», bringt es Nideroest auf den Punkt. Die Katastrophe als Geburtshelfer enger Kundenbeziehungen? Nideroest verneint: «Wir pflegten auch schon vor diesem Ereignis sehr enge persönliche Beziehungen mit den KMUs. Es ging nicht darum, uns selbst oder UBS als Retter in der Not in Szene zu setzen. Vielmehr wollten wir dem Kunden zeigen, dass wir für ihn da sind – in guten wie in schlechten Zeiten.» Dies erforderte einiges an Improvisation und Teamwork seitens UBS. Die Initiative ergreifen war nur der Anfang, dann aber musste auch die Umsetzung von A bis Z klappen. Der Teufel steckte dabei im Detail. Die technische Infrastruktur des Kunden war dermassen be- schädigt, dass eine normale Auftragsabwicklung via e-banking nicht mehr möglich war. Es gelang, die benötigten Daten auf Diskette abzuspeichern. Als Nideroest diese entgegennahm, wurde ihm bewusst, dass es in seiner Geschäftsstelle kaum mehr PCs mit Diskettenlaufwerk gab. «Mit Hilfe meiner Kollegen aus den Bereichen IT und Electronic Banking konnten die Daten schliesslich doch noch eingelesen, die Zahlungen ordnungsgemäss autorisiert und den Konten der Begünstigten gutgeschrieben werden – als wäre nichts geschehen.» Dieses vorausschauende Entgegenkommen wurde vom Kunden und von dessen Mitarbeitern sehr geschätzt. Und Konkurrenten von UBS haben es seither noch schwerer. Solidarität im Krisenfall trägt so zur nachhaltigen Festigung einer Kundenbeziehung bei und schafft eine günstige Ausgangs- lage für Folgegeschäfte. «UBS ist keine karitative Organisation», schränkt Nideroest ein. «Am schönsten ist es, wenn wir mit einem Kunden gemeinsam wachsen können.»

Besonderer Inhalt

Einer anderen Form der Nachhaltigkeit sieht sich Franziska Reich von Ins verpflichtet. Sie ist Kommunikationsleiterin der UBS Optimus Foundation, die den Kunden eine breite Palette von Möglichkeiten bietet, sich humanitär zu engagieren. Es entspricht einem erwiesenen Bedürfnis vieler Kunden, Gutes zu tun. Welche Motive verbergen sich dahinter? «Man kann lange darüber spekulieren, was die Leute zu altruistischem Verhalten treibt. Grundsätzlich bin ich überzeugt, dass mehr Menschen solidarisch handeln, als wir gemeinhin annehmen – und ich sehe dies in meiner täglichen Arbeit bestätigt.» Die ausgebildete Sozialpsychologin war vorher im Wealth Management Switzerland tätig. «Ich habe immer gewusst, dass ich zur UBS Optimus Foundation wechsle, wenn sich die Gelegenheit dazu ergibt», erinnert sie sich. Der Traum ist wahr geworden: «Man erhält Einblick in faszinierende Projekte, hat Kontakt zu Menschen aus verschiedensten Kulturen und sozialen Schichten – und erst noch die Möglichkeit, denjenigen zu helfen, die auf der Schattenseite stehen. Dafür war ich auch bereit, auf gewisse kurzfristige Karriereperspektiven zu verzichten.» Gerade ist Franziska Reich von Ins aus Polen zurückgekehrt, wo sie in Warschau ein Kinderschutzprojekt besucht hat. «Es ist sehr eindrücklich, wenn man mit den Leuten vor Ort spricht und sieht, wie sie sich für die Kinder engagieren und wie viel auch mit bescheidenen Mitteln erreicht werden kann.» In diesem Fall handelte es sich um Opfer von sexueller Gewalt; ein Verbrechen, das leider weltweit noch viel zu oft vorkommt. Die UBS Optimus Foundation unterstützt bestehende Projekte, die Kindern den Zugang zu medizinischer Versorgung und Ausbildung gewährleisten und sie vor Gewalt schützen. Sämtliche Projekte werden nach strengsten Selektionskriterien ausgewählt und regelmässig überprüft. Eine Schwerpunktregion bildet das südliche Afrika, weil dort die Not am grössten ist. «Zudem fokussieren wir auf die Förderung von Mädchen, denn schulisch ausgebildete Frauen achten vermehrt auf die Gesundheit ihrer Kinder und sind dafür besorgt, dass sie die Schule besuchen. Und das wiederum kommt der nächsten Generation zugute.» Im medizinischen Bereich werden innovative Projekte zur Bekämpfung von Tropenkrankheiten, die weltweit Millionen von Todesopfern fordern, unterstützt. «Wichtig ist uns, dass die Hilfe nachhaltig wirkt und letztlich immer eine Hilfe zur Selbsthilfe darstellt», betont Franziska Reich von Ins.

Spenden sind indes nicht die einzige Form von Solidarität mit dem Gemeinwesen. Ein anderes Beispiel ist Freiwilligenarbeit, wie der in Chicago bei Global Asset Management tätige Grant Chamberlain zu berichten weiss. Zurzeit weilt er im Rahmen eines internationalen Austauschprogramms in London – für ihn als UBS-Mitarbeiter eine neue und höchst willkommene Interpretation von «You & Us». Besonders schätzt er die Tatsache, dass ihm UBS die Möglichkeit bietet, mehr zu tun als nur seinen Job. So nimmt er beispielsweise an einem Programm teil, das Kindern mit Leseschwäche dabei hilft, ihr Können zu verbessern. «Zweimal pro Monat fahren wir in der Mittagspause zu einer lokalen Schule. Dort kümmern wir uns um Kinder, denen die Eltern kaum je etwas vorgelesen haben und die deshalb selbst unter Leseschwäche leiden.» Grant Chamberlain ist von dieser Idee begeistert: «Weil man sich immer um dasselbe Kind kümmert, lernt man es immer besser kennen und kann seine Fortschritte miterleben. Das ist eine fantastische Erfahrung.» Lobenswert findet er auch, dass UBS den Kindern ihrer Mitarbeiter bei der Finanzierung von Studienplätzen unter die Arme greift – dies kommt einerseits den Begünstigten direkt zugute und dient andererseits indirekt auch der Gesellschaft, in der wir leben. Dass sich UBS schon allein aufgrund von Marktanteilen als Teil dieser Gesellschaft versteht, hat Grant Chamberlain bei einem kürzlichen Abstecher nach Zürich erlebt. «Wo immer man hingeht – an jeder Ecke trifft man auf ein Gebäude oder wenigstens ein Werbeplakat von UBS.»

Hervorgehobener Inhalt in Spalten

Spalte 1: Freiwilligeneinsätze bei UBS

Immer mehr UBS-Mitarbeiter engagieren sich in gemeinnützigen Projekten. Allein in den USA stieg die Zahl der Freiwilligeneinsätze 2005 um 140%. Der Schwerpunkt lag dabei auf Bildung sowie wirtschaftlicher und sozialer Erneuerung. Besonders beliebt ist beispielsweise das Mentoring-Programm zur Leseförderung auf Grundschulstufe. Daran beteiligen sich über 330 UBS-Mitarbeiter in Bangkok, London, Chicago, Los Angeles,New York und anderen Städten. Die Bandbreite der Freiwilligeneinsätze ist enorm – sie reicht von Malerarbeiten in einer Obdachlosenunterkunft in Sydney bis zur Wiedereingliederung von behinderten Menschen in Singapur. Rund 100 UBS-Mitarbeiter halfen ausserdem nach dem Tsunami beim Wiederaufbau in Khao Lak, etwa 150 Kilometer nördlich von Phuket.

In der Schweiz lancierten wir im Dezember 2005 ein neues Volunteering-Programm mit 41 Freiwilligen, die an fünf Pilotprojekten teilnehmen.

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