Marcel Ospel und Peter Wuffli
Der Erfolg eines Finanzdienstleisters hängt vom Know-how und Können seiner Mitarbeiter ab. Darum steht der Jahresbericht unseres Rekordjahres 2005 im Zeichen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Auf den folgenden Seiten erfahren Sie, wie wir arbeiten, und erhalten einen Eindruck von der Grundhaltung und dem Engagement der Menschen, die hinter UBS stehen.
2005 war für unsere Branche ein hervorragendes Jahr. Das ausgezeichnete Ergebnis von UBS beruht nicht allein auf den positiven Entwicklungen an den Finanzmärkten. Vielmehr zeigt sich darin auch die nachhaltige Ertragskraft unserer Bank. Im Berichtsjahr vollzogen wir mehrere wichtige Schritte. Wir führten das US-, das Schweizer und das internationale Wealth-Management-Geschäft sowie das schweizerische Privat- und Firmenkundengeschäft in der Unternehmensgruppe Global Wealth Management & Business Banking zusammen. Im letzten Sommer gaben wir zudem unsere Pläne zur Lancierung von Dillon Read Capital Management bekannt. Mit dieser neuen Einheit reagieren wir auf die steigende Nachfrage unserer Kunden nach langfristigen alternativen Anlagemöglichkeiten. In China haben wir wichtige strategische Meilensteine erreicht: Wir vereinbarten mit der Bank of China, gemeinsam chinesische Investment-Banking- und Wertschriftenprodukte zu entwickeln, und erhielten vom chinesischen State Council die Bewilligung, zusammen mit der SASAC Peking (State-owned Assets Supervision and Administration Commission) und der International Finance Corporation (IFC) die Beijing Securities zu restrukturieren.
Gleichzeitig unterzeichneten wir Verträge zum Verkauf unserer 55,6%- Beteiligung an Motor-Columbus an ein Schweizer Konsortium. Der auf 1,3 Milliarden Franken festgelegte Verkaufspreis wird bei Abschluss einen Gewinn von schätzungsweise 350 Millionen Franken einbringen. Im Dezember schlossen wir zudem den Verkauf von Private Banks & GAM an Julius Bär ab, aus dem ein Nettogewinn von 3705 Millionen Franken resultierte.
Das den UBS-Aktionären zurechenbare Ergebnis im Finanzdienstleistungsgeschäft lag 2005 bei 9442 Millionen Franken. Dies entspricht einer Zunahme von 18% (vor Goodwill) gegenüber dem Vorjahr. Rechnet man das operative Ergebnis und den Verkaufserlös von Private Banks & GAM sowie den Beitrag aus Industriebeteiligungen hinzu, so belief sich das den UBS-Aktionären zurechenbare Konzernergebnis auf 14 029 Millionen Franken.
Sämtliche Kernbereiche unseres Finanzdienstleistungsgeschäfts konnten ihre Performance 2005 verbessern. Besonders erfolgreich waren die Wealth- und Asset-Management-Einheiten: Der Neugeldzufluss (ohne Private Banks & GAM) betrug 148 Milliarden Franken. Zusammen mit den anziehenden Märkten führte dies 2005 zu einem Anstieg der verwalteten Vermögen um 25%, was sich wiederum positiv auf die vermögensabhängigen Erträge auswirkte. Mit der Beratung von Firmen- und institutionellen Kunden erwirtschafteten wir ebenfalls einen Rekordertrag. Dies reflektiert das lebhafte Geschehen auf den Kapitalmärkten im Berichtsjahr. Die Investment Bank hat ihre Position als bevorzugter Partner vieler bedeutender Unternehmen und institutioneller Anleger weiter gefestigt. Insbesondere in der zweiten Jahreshälfte sorgte die erfreuliche Marktentwicklung für steigende Handelserträge. Positiv schlug überdies zu Buche, dass wir auch 2005 Wertberichtigungen für Kreditrisiken auflösen konnten. Gleichzeitig konnten die Kosten unter Kontrolle gehalten werden – sie stiegen insgesamt weniger stark an, als dies die Erträge taten. Das Aufwand-Ertrags-Verhältnis des Finanzdienstleistungsgeschäfts belief sich Ende 2005 auf 70,1% und verbesserte sich vor Goodwill-Abschreibungen gegenüber dem Vorjahresniveau um 1,3 Prozentpunkte. Wir achteten weiterhin auf eine disziplinierte Kapi- talbewirtschaftung: 2005 erzielten wir eine hohe Eigenkapitalrendite von 27,6% und steigerten das Ergebnis pro Aktie gegenüber 2004 um 22%.
Priorität beim Einsatz von Kapital hat nach wie vor unser Wachstum. Wir wollen in erster Linie wachsen, sei es durch Investitionen in unsere Mitarbeiter, Teams und strategischen Projekte oder durch Ergänzungsakquisitionen. Danach wollen wir nicht benötigtes Kapital weiterhin an Sie, unsere Aktionärinnen und Aktionäre, ausschütten – sowohl über Dividenden als auch über Aktienrückkäufe. Der Verwaltungsrat wird der Generalversammlung eine Auszahlung von insgesamt 3.80 Franken pro Aktie vorschlagen. In diesem Betrag enthalten sind eine reguläre Dividende von 3.20 Franken (+7% gegenüber dem Vorjahr) und eine einmalige Nennwertrückzahlung von 0.60 Franken pro Aktie, mit der Aktionäre am Gewinn aus dem Verkauf von Private Banks & GAM teilhaben werden.
Wir beurteilen die Aussichten von UBS optimistisch – für 2006 und darüber hinaus. Es erfüllt uns mit grossem Stolz, dass wir bei den jüngst verliehenen «Best of European Business Awards» der Financial Times sowohl in der Finanzindustrie als auch in der Gesamtrangliste den ersten Rang belegten. UBS überzeugte die Jury gemäss der Zeitung mit ihrem starken Neugeldzuwachs, ihrer Wertorientierung – einschliesslich der Aktienrückkaufsprogramme – sowie ihrer Gesamtstrategie. Diese Auszeichnungen sehen wir als Anerkennung der starken Wettbewerbsposition und des Wachstums von UBS in jenen Bereichen, wo wir bewusst Schwerpunkte setzen. Dazu zählen das europäische Wealth-Management-Geschäft, alternative Anlageinstrumente, das Investment Banking, Prime Brokerage und alle Aktivitäten im asiatisch-pazifischen Raum. Diese Geschäftsfelder entwickeln sich zu wichtigen Ertragsquellen und werden uns weitere Chancen für strategische Investitionen eröffnen. Dies wird UBS dabei helfen, nachhaltig zu wachsen und auch in Zukunft für Kunden, Mitarbeiter und Aktionäre attraktiv zu bleiben.
21. März 2006
Marcel Ospel
Präsident des Verwaltungsrates
Peter Wuffli
Präsident der Konzernleitung und Chief Executive Officer
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