b
Abk. für Briefkurs.
B/L
Abk. für bill of lading (engl. für Konnossement).
Backtesting / contrôle a posteriori / backtesting / backtesting
Überprüfung von Value-at-Risk-Berechnungen und Anlage- und Hedge-Strategien mit historischen Daten. Backtesting ermöglicht, die Robustheit von Modellen unter Marktbedingungen zu prüfen.
Back-to-back-Akkreditiv / crédit documentaire back to back / credito documentario back to back / back-to-back documentary credit
Auch: Gegenakkreditiv. Akkreditiv, das aufgrund eines bestehenden, nicht übertragbaren Akkreditivs (Basisakkreditivs) zugunsten eines weiteren Begünstigten eröffnet wird. Back-to-Back-Akkreditive werden v.a. im Zwischenhandel eingesetzt, wenn das Basisakkreditiv nicht übertragbar gestellt werden kann und/oder die Bedingungen der beiden Akkreditive nicht übereinstimmen.
Backwardation / déport / deporto / backwardation
Preisinversion im Warenterminhandel, bei welcher der Kassapreis höher ist als der Terminpreis. Gegenteil: Contango.
Baisse-Markt
Synonym von Bärenmarkt.
Baisse-Spekulant
Synonym von Baissier.
Baissier / baissier / ribassista / bear
Auch: Baisse-Spekulant, Bear. Person, die auf einen Kursrückgang spekuliert. Der Baissier verkauft Wertpapiere, Devisen usw. auf einen späteren Termin in der Hoffnung, diese bis zur Lieferung zu einem tieferen Preis zurückkaufen zu können. Siehe auch Baisse. Gegensatz: Haussier.
Bancomat / bancomat / Bancomat / Bancomat International
International verbreitetes System von Geldausgabeautomaten, das dem Karteninhaber unabhängig von den Schalteröffnungszeiten erlaubt, Notengeld bis zu einem bestimmten Betrag zu beziehen. Dazu werden eine Kunden- bzw. Maestro-Karte sowie ein PIN-Code benötigt. Bancomaten dienen auch zum Aufladen von Karten mithilfe von CASH.
Bandbreiten-Warrant
Synonym von Range-Warrant.
Bandbreiteoption
Synonym von Collar.
Bank / banque / banca / bank
Unternehmen, das Bankgeschäfte betreibt, schwergewichtig in den Bereichen Finanzierungen, Geldanlage und Zahlungsverkehr samt den zugehörigen Dienstleistungen. Je nach Geschäftspolitik, Unternehmensgrösse und gesetzlichen Einschränkungen als Universalbank oder spezialisierte, regional, landesweit oder international ausgerichtete Bank tätig. In den meisten Ländern sind Banken einer strikten staatlichen Aufsicht unterstellt (Schweiz: Eidgenössische Bankenkommission (EBK)). Massgebliches Kriterium für die Geltung eines Unternehmens als Bank im juristischen Sinne und damit für die Unterstellung unter das Bankengesetz ist in der Schweiz die gewerbsmässige Entgegennahme von Publikumsgeldern bzw. die erhebliche Refinanzierung bei Drittbanken zwecks Finanzierung einer unbestimmten Zahl von Personen oder Unternehmen, mit denen es keine wirtschaftliche Einheit bildet; ebenfalls als Banken gelten Emissionshäuser, die Wertpapiere oder -rechte fest bzw. in Kommission übernehmen und öffentlich auf dem Primärmarkt anbieten (Art. 2a der Verordnung zum Bankengesetz).
Bank für Internationalen Zahlungsausgleich / Banque des règlements internationaux / Banca dei Regolamenti Internazionali / Bank for International Settlements
Abk.: BIZ. Bank der Zentralbanken mit Sitz in Basel. Die BIZ fördert die Zusammenarbeit der Zentralbanken sowie im Rahmen ihres Basler Ausschusses für Bankenaufsicht die Vereinheitlichung der Bankenregulation, z.B. mit Empfehlungen zu Eigenmittelunterlegung, Risikomanagement oder derivativen Instrumenten. Website: http://www.bis.org.
Bank of Japan / Banque du Japon / Bank of Japan / Bank of Japan
Abk.: BoJ. Notenbank Japans.
Bankakzept / acceptation de banque / accettazione bancaria / bank bill; bankers' acceptance
Durch die bezogene Bank akzeptierter Wechsel. In der Schweiz nicht übliche Form des Wechselgeschäfts. Dagegen spielen Bankers' Acceptances eine bedeutende Rolle als Geldmarktpapiere.
Bankbilanz / bilan bancaire / bilancio bancario / bank balance sheet
Bilanz einer Bank. In der Schweiz bestehen aufgrund des Bankengesetzes und der entsprechenden Verordnung verbindliche Vorschriften für die Erstellung und Publizierung der Rechnungslegung als Jahres- und/oder Zwischenabschluss. Die Mindestgliederung der Bilanz ist dabei in Art. 25 der Verordnung detailliert geregelt.
Bankbürgschaft / cautionnement bancaire / fideiussione bancaria / bank guaranty
Rechtlich bindendes und von der Bank eines Kunden unterzeichnetes Dokument, durch das die Zahlung eines Betrags bis zu einer bestimmten Höhe an einen angegebenen Dritten zugesichert wird. Dies geschieht für den Fall, dass der Kunde seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt. Die Bankbürgschaft gibt dem Verkäufer die grösstmögliche Sicherheit, sein Geld zu erhalten. Der Kunde trägt die mit der Ausstellung einer solchen Bankgarantie verbundenen Kosten.
Bankcheck / chèque bancaire / assegno bancario / banker's draft
Auch: Bankscheck. Von einer Bank ausgestellter Check, der auf die ausstellende Bank selbst oder auf eine dritte Bank gezogen sein kann. Durch jedermann käufliches bargeldloses Zahlungsmittel mit guter Bonität.
Bankeinlage / dépôt bancaire / deposito bancario / bank deposit
Einlage bei einer Bank.
Bankeinzahlungsschein mit Referenznummer / bulletin de versement avec référence bancaire / polizza di versamento bancario con numero di riferimento / bank payment slip with reference number
Abk.: BESR. Einzahlungsschein, der eine rationelle und kostengünstige Fakturierung und Abstimmung der Debitoren im inländischen Geschäftsverkehr ermöglicht. Die auf dem Bankkonto eingegangenen Zahlungen werden dem Kunden auf einem Datenträger oder via Filetransfer zur automatischen Abstimmung der Debitoren zurückgemeldet.
Bankenaufsicht / contrôle bancaire / vigilanza bancaria / banking supervision
Die Aufsicht über die Banken teilen sich in der Schweiz vier Kontrolllinien: die EBK (Oberaufsicht), die externe Revisionsstelle nach Bankengesetz, das bankinterne Inspektorat sowie die Revisionsstelle nach Obligationenrecht (OR).
Bankenclearing / clearing bancaire / clearing bancario / bank clearing system
Verrechnung der sich aus dem Zahlungsverkehr ergebenden gegenseitigen Forderungen unter den Banken. Eine Form des Bankenclearings bildet in der Schweiz das Swiss Interbank Clearing.
Bankenerklärung / déclaration bancaire / dichiarazione bancaria / bank declaration
Gemäss dem schweizerischen Verrechnungssteuerrecht wird die Jahresausschüttung von Anlagefonds, deren Ertrag zu mindestens 80% aus nicht schweizerischen Quellen stammt, den nicht in der Schweiz wohnhaften, anonym bleibenden Anteilscheininhabern ohne Abzug der schweizerischen Verrechnungssteuer gutgeschrieben, sofern die Bank, bei welcher die Coupons eingelöst werden, in der sog. Bankenerklärung bestätigt, dass
(1) der Anteilscheininhaber nicht in der Schweiz wohnhaft ist,
(2) die Anteilscheine bei ihr in einem Depot verwahrt sind und
(3) der Couponbetrag nicht in bar ausbezahlt, sondern einem bei ihr bestehenden Konto des Anteilscheininhabers gutgeschrieben wird.
Bankengesetz / loi sur les banques / legge sulle banche / Swiss Banking Law
Kurzbezeichnung für das schweizerische «Bundesgesetz über die Banken und Sparkassen» vom 8. November 1934 und seitherige Revisionen. Dient v.a. dem Gläubigerschutz und regelt u.a. die Voraussetzungen für die Geschäftsbewilligung, die minimale Liquiditätshaltung und Eigenmittelunterlegung, die Rechnungslegung sowie die interne und externe Überwachung. Dem Bankengesetz unterstehen Banken, Privatbankiers und Sparkassen in der Schweiz.
Bankenkommission
Synonym von Eidgenössische Bankenkommission.
Bankenverordnung / ordonnance sur les banques et les caisses d'épargne / ordinanza sulle banche / Banking Ordinance
Abk.: BankV. Kurzbezeichnung für die schweizerische Verordnung über die Banken und Sparkassen vom 17. Mai 1972 und Revisionen. Sie enthält die ergänzenden Bestimmungen zum Bankengesetz.
Bankers' Acceptance / bankers' acceptance / bankers' acceptances / bankers' acceptance
In den USA und auch international als Geldmarktpapier dienender Wechsel. Bankers' Acceptances lauten meist auf US-Dollar und werden von amerikanischen Grossbanken akzeptiert. Sie werden während 90 bis 180 Tagen auf Diskontbasis verzinst. Siehe auch: Bankakzept.
Bankgarantie / garantie bancaire / garanzia bancaria / bank guarantee
Unwiderrufliche Verpflichtung einer Bank, eine Zahlung vorzunehmen, falls ein Dritter eine bestimmte Leistung nicht erbringt. Wichtigste Arten der Bankgarantie: Offert-, Erfüllungs-, Anzahlungs-, Zahlungs- und Kreditsicherungsgarantien.
Bankgeheimnis / secret bancaire / segreto bancario / banking secrecy
Verpflichtung der Bank und ihrer Mitarbeiter, die sich auf Kunden beziehenden Informationen geheim zu halten. In der Schweiz ist die Verletzung des Bankgeheimnisses gemäss Bankengesetz (Art. 47) ein Offizialdelikt; eine Zeugnis- und Auskunftspflicht der Banken gegenüber Behörden besteht gemäss Strafprozessrecht sowie weiteren gesetzlichen Bestimmungen.
Bankgeschäfte / opérations bancaires / operazioni bancarie / banking operations
Rechtsgeschäfte, welche die Bank in Ausübung ihrer spezifischen Funktionen abschliesst. Bankgeschäfte können nach verschiedenen Gesichtspunkten eingeteilt werden, so z.B. nach Erträgen in: Zinsdifferenzgeschäfte, Dienstleistungsgeschäfte, Eigen- und Handelsgeschäfte, oder nach organisatorischen oder marktmässigen Gesichtspunkten in folgende: Einlagengeschäfte, Kreditgeschäfte, Wertschriftengeschäfte, Geldmarktgeschäfte, Zahlungsverkehrsgeschäfte.
Bankier / banquier / banchiere / banker
Person, die berufsmässig als Geschäftsinhaber Bank- und Börsengeschäfte betreibt oder in leitender Funktion einer Bank angehört.
Bankiervereinigung
Kurzform von Schweizerische Bankiervereinigung.
bankinternes Sondervermögen / portefeuille collectif interne de la banque / portafoglio collettivo interno della banca / bank's inhouse fund
Abk.: BSV. Fondsähnliches internes Anlagevermögen, dessen Anteile ausschliesslich der bestehenden Vermögensverwaltungskundschaft der betreffenden Bank angeboten werden. Aufgrund des Anlagefondsgesetzes darf nicht öffentlich für bankinternes Sondervermögen geworben werden.
Bankkonto / compte en banque / conto bancario / bank account
Auch: Konto. Von der Bank für ihre Kunden geführte Rechnung über alle ein- und ausgehenden Zahlungen. Je nach Art des Bankkontos unterscheiden sich Verzinsung, Gebühren, Kredit- und Rückzugslimiten oder zusätzliche Fazilitäten.
Banklagernderklärung / déclaration banque restante / dichiarazione fermo banca
Schriftliche Weisung eines Bankkunden an die Bank, die Korrespondenz banklagernd aufzubewahren, d.h. nur auf Verlangen auszuhändigen oder zuzustellen.
Banknote / billet de banque / banconota / banknote
Durch die Notenbank als Zahlungsmittel ausgegebener Geldschein. Eine Banknote verkörpert kein Recht, deshalb ist sie kein Wertpapier. Banknoten sind ein gesetzliches Zahlungsmittel.
Bankenplatz / place bancaire / piazza bancaria / banking center
Ortschaft, in der Banken niedergelassen oder durch Geschäftsstellen vertreten sind. In der Schweiz gelten nur jene Ortschaften als Bankenplatz, in denen die Schweizerische Nationalbank (SNB) durch eigene Bankstellen, Agenturen oder Korrespondenten vertreten ist. Ortschaften ohne eine solche Vertretung der SNB gelten als Nebenplätze. Diese Unterscheidung spielt v.a. beim Wechselinkasso und bei der Diskontierung eine Rolle. Siehe auch Nebenplatz.
Bankprovision / commission bancaire / provvigione bancaria / bank commission
Für Bankdienstleistungen verlangte Entschädigung.
Bankrate
Synonym von Diskontsatz.
Bankscheck
Siehe Bankcheck.
BankV
Siehe Bankenverordnung.
Barausgleich / livraison en espèces / liquidazione per contanti / cash settlement
Auch: Barabgeltung, Barabrechnung. Im Termingeschäft Erfüllung der in einem Kontrakt spezifizierten Verpflichtungen durch Bargeldzahlung anstelle der physischen Lieferung des dem Kontrakt zugrunde liegenden Basiswerts. Siehe auch Financial Future, Terminkontrakt.
barbell strategy
Anleihestrategie mit Schwerpunkt auf sehr kurzfristigen und gleichzeitig sehr langfristigen Papieren.
Barcheck / chèque non barré / assegno ordinario / check made out to cash
Auch: Barscheck. Check, den der Aussteller selber für Barbezüge verwendet.
Bardividende
Siehe Dividende.
Bärenmarkt / marché baissier / mercato bear / bear market
Auch: Bear-Market, Baisse-Markt, fallender Markt. Markt, der durch länger anhaltende Kursverluste gekennzeichnet ist. Gegenteil: Bullenmarkt.
Barrel / baril / barile / barrel
Auch: Fass. Hohlmass für Öl, das 42 US-Gallonen oder rund 159 Litern entspricht. Förderstatistiken werden in Barrel-Einheiten veröffentlicht, und die Preisfestlegung für fast alle gängigen Rohölsorten erfolgt in Dollar je Barrel.
Barreserve / réserve en espèces / riserva liquida / cash reserve
Der sofort greifbare Teil eines Vermögens.
Barriere / barrière / barriera / barrier
Strukturiertes Produkt mit Schwellenwerten, die bei Über- oder Unterschreitung automatisch eine Veränderung des Wertes, der Rückzahlung oder des Coupons auslösen.
Barrier-Option / option à barrière / barrier option / barrier option
Auch: Limit-Option, Barrierenoption, Schwellenoption. Option, die gegenüber normalen Calls und Puts Einschränkungen aufweist, was zu günstigeren Prämien führt. Wenn der Basiswert einer Barrier-Option während der Laufzeit ein bestimmtes Kursniveau (Barriere) erreicht, über- oder unterschreitet, entsteht oder verfällt das Optionsrecht. Siehe Knock-in-Option, Knock-out-Option.
Barscheck
Siehe Barcheck.
Basel I / Bâle I / Basilea I / Basle I
Gesamtheit der vom Basler Ausschuss für Bankenaufsicht 1988 festgelegten Richtlinien für die Eigenkapitalausstattung und das Risikomanagement der Banken. Siehe auch Basel II, Basler Ausschuss für Bankenaufsicht.
Basel II / Bâle II / Basilea II / Basle II
Überarbeitete Version der vom Basler Ausschuss für Bankenaufsicht erarbeiteten Richtlinien hinsichtlich des Risikomanagements, der Befugnisse der Aufsichtsbehörden zur Kontrolle des Risikomanagements und der erweiterten Offenlegung und der Marktdisziplin der Banken. Siehe auch Basel I, Basler Ausschuss für Bankenaufsicht.
Basisakkreditiv
Siehe Back-to-Back-Akkreditiv.
Basiskonsumgüter / Biens de consommation de base / Beni di prima necessità / Consumer Staples
Sektorbezeichnung für Aktien von Konsumgüterherstellern oder Vertriebsunternehmen für Konsumgüter wie Nahrungsmittel, Haushaltgeräte und Körperpflegeprodukte. Der entsprechende MSCI-Sektorindex fungiert als Benchmark für die Aktien dieses Sektors.
Basispunkt / point de base / punto base / basis point
Ein Hundertstel Prozentpunkt. Wird für die Berechnung von Renditedifferenzen bei Zinsinstrumenten angewendet.
Basisrisiko / risque de base / rischio di base / basis risk
Spezifisches Preisrisiko im Termingeschäft: Gefahr, dass sich die Relation zwischen dem Preis des Finanzterminkontrakts und dem des zugrunde liegenden Kassainstruments derart verändert, dass der Erfolg des Hedge-Geschäfts entscheidend gemindert wird.
Basiswert / valeur sous-jacente / sottostante / underlying asset
Einer Option oder einem Futures-Kontrakt zugrunde liegendes Instrument. Die wichtigsten Basiswerte sind Währungen, Zinspapiere, Aktien und Aktienindizes sowie Edelmetalle. Siehe auch Financial Future.
Basket / panier / paniere / basket
Korb von Anlagewerten, z.B. von Aktien einer gemeinsamen Branche (Sektor) oder Region. Ein Basket kann wiederum als Basiswert eines derivativen Finanzprodukts dienen.
Basketprodukt / produit sur panier / basket product / basket product
Finanzprodukt, das sich aus verschiedenen Einzeltiteln zusammensetzt, die unterschiedlich gewichtet sein können. Dabei wird ein Index, eine Branche oder eine Strategie in einem Wertpapier abgebildet. Beispiele: Indexzertifikat, Basketzertifikat, Fixed-Income-Fund, Exchange-Traded-Fund.
Basketzertifikat / certificat sur panier / basket certificate / basket certificate
Indexzertifikat, das auf einem von der Emissionsbank selbst kreierten Index basiert.
Basler Ausschuss für Bankenaufsicht / Comité de Bâle sur le contrôle bancaire / Comitato di Basilea per la vigilanza bancaria / Basel Committee on Banking Supervision
Gremium von Bankenaufsichtsbehörden, das die Bankenaufsicht in den einzelnen Mitgliedsländern koordiniert. Der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht wurde 1974 von den Präsidenten der Zentralbanken der G10-Länder gegründet. Er setzt sich aus hochrangigen Vertretern der Bankenaufsichtsbehörden und Zentralbanken verschiedener europäischer und aussereuropäischer Länder zusammen. Der Ausschuss tritt in der Regel bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel zusammen, wo sich auch sein ständiges Sekretariat befindet. Die Richtlinien zur Eigenkapitalvereinbarung (Basel I und Basel II) wurden vom Basler Ausschuss für Bankenaufsicht ausgearbeitet. Er besitzt allerdings keine gesetzgeberische Kompetenz.
Baukredit / crédit de construction / credito edilizio / construction loan
Zweckgebundener, kontokorrentmässig geführter Kredit für die Finanzierung eines Neu- oder Umbaus. Benützung nach Massgabe der anfallenden Baukosten. Kredit mit grundpfandrechtlicher Sicherstellung. Die auflaufenden Zinsen sind im Baukreditbetrag berücksichtigt. Nach Abschluss der Bauarbeiten wird der Baukredit in der Regel in eine Hypothek umgewandelt.
BBL
Abk. für Bolero-Bill-of-Lading.
Bear-Market
Synonym von Bärenmarkt.
Belehnungsgrenze / limite d'avance / limite di anticipo / lending limit
Werthöhe, bis zu der ein als Sicherheit dienendes Objekt belehnt wird.
Belehnungssatz / taux d'avance / tasso di anticipo / loan to value ratio
Festgelegter Prozentsatz des Marktwertes eines Pfands zur Bestimmung der zulässigen Kreditinanspruchnahme. Je stabiler der Wert des Pfandes, desto höher ist sein Belehnungssatz. Je unstabiler das Pfand, desto geringer ist sein Belehnungssatz.
Benchmark / benchmark / benchmark / benchmark
Referenzgrösse, z. B. ein Aktienindex oder ein Indexportfolio, die als Vergleichsmassstab für die Performanceanalyse eines Portfolios dient. Ist die Benchmark ein Index, wird sie auch Referenzindex genannt.
Benchmarkindex
Synonym von Referenzindex.
Bereitstellungskommission / commission de mise à disposition (ou de conformation) / commissione di impegno / commitment commission
Von der Bank in der Regel quartalsweise erhobene Entschädigung für die dem Kunden eingeräumte, im betreffenden Zeitraum aber nicht benützte Kreditlimite.
Berufshandel / opérateurs professionnels / operatori professionali / professional traders
Gesamtheit der direkt an den Effektenbörsen vertretenen Banken und Broker.
Beschäftigung / occupation / occupazione / employment
Volkswirtschaftslehre: effektiver Einsatz des Produktionsfaktors Arbeit während einer bestimmten Zeitperiode. Die Beschäftigung kann absolut (geleistete Arbeitsstunden bzw. Beschäftigtenzahl) oder relativ (Beschäftigungsgrad) gemessen werden.
Beschäftigungsgrad / degré d'occupation / grado di occupazione / employment rate
Volkswirtschaftslehre: prozentuales Verhältnis zwischen den im Inland tatsächlich beschäftigten Personen und den potenziell Erwerbstätigen. Siehe auch Beschäftigung.
besonders gekreuzter Check
Siehe gekreuzter Check.
BESR / BVRB / PVBR / BESR
Abk. für Bankeinzahlungsschein mit Referenznummer.
Besserungsschein / bon de récupération / buono di recupero / debtor warrant
Schriftliches Versprechen des Schuldners zur Leistung periodischer, vom Geschäftserfolg abhängiger Zahlungen an den Gläubiger als Entgelt für dessen Forderungsverzicht im Rahmen einer Sanierung.
bestätigtes Akkreditiv / crédit documentaire confirmé / credito confermato / confirmed credit
Sonderform des Akkreditivs, bei dem zusätzlich zum Zahlungsversprechen der Bank des Importeurs ein Zahlungsversprechen der Bank des Exporteurs (oder einer dritten Bank, z.B. der Weltbank oder einer internationalen Entwicklungsbank) ausgesprochen wird, um dem Exporteur eine weitere Sicherheit zu geben. Dieses zweite Zahlungsversprechen dient der Sicherstellung von Risiken, die in der Bank des Importeurs (Länderrisiken und/oder Bankenrisiken) und im Staat des Importeurs (z.B. Risiko eines Zahlungsmoratoriums aufgrund von Devisenmangel) begründet sein können. Siehe auch Dokumentenakkreditiv.
bestens / au mieux / al meglio / at best; at market (USA)
Auch: unlimitiert. Anweisung des Auftraggebers im Rahmen des Kaufs bzw. Verkaufs eines Wertpapiers, wonach die Bank den Auftrag zum bestmöglichen Kurs auszuführen hat. Auf die Festlegung eines Höchst- bzw. Mindestkurses wird verzichtet. Siehe auch Bestensauftrag. Gegenteil: limitiert.
Bestensauftrag / ordre au mieux / ordine al meglio / market order
Auch: unlimitierter Auftrag, Market-Order, Bestens-Order, unlimitierte Order. Auftrag zum Kauf bzw. Verkauf eines Wertpapiers ohne Angabe einer Preislimite. Das bedeutet, dass der gesamte Auftrag so schnell wie möglich zum bestmöglichen Preis ausgeführt werden muss. Siehe auch bestens, Börsenauftrag.
Bestmögliche Ausführung
Gemäss MiFID-Richtlinie müssen alle Bankkunden ausreichend über die Best Execution Policy (Richtlinie für die bestmögliche Ausführung von Kundenaufträgen) der Bank informiert werden. Die Richtlinie beinhaltet, dass die Bank Aufträge zu den günstigsten Bedingungen für den Kunden auszuführen hat.
Beta / bêta / beta / beta
Mass zur Beurteilung der Sensitivität einer Aktie bzw. eines Portefeuilles gegenüber dem Gesamtmarkt. Ein Beta > 1 bedeutet, dass die entsprechende Aktie bzw. das betreffende Portefeuille grösseren Ertragsschwankungen unterliegt und somit ein grösseres systematisches Risiko beinhaltet als der Gesamtmarkt. Siehe auch Alpha.
Beteiligungsfinanzierung
Synonym von Equity-Banking.
Beteiligungsgesellschaft / société de participation / società di partecipazione / associated company
Gesellschaft, an der eine andere Gesellschaft eine Minderheitsbeteiligung besitzt. Die Bezeichnung Beteiligungsgesellschaft ist daher irreführend. Siehe auch Holdinggesellschaft.
Beteiligungspapier / titre de participation / titolo di partecipazione / equity paper
Verbrieftes Beteiligungsrecht oder verbriefter Genussschein. Siehe auch Aktie.
Betreibung / poursuite / esecuzione / debt enforcement
Gerichtliches Verfahren, das den Schuldner zwingt, seine Verpflichtungen zu erfüllen. Jede Person kann beim zuständigen Betreibungsamt am Wohnsitz des Schuldners eine Betreibung einleiten. Man unterscheidet drei Arten von Betreibungsverfahren: Betreibung auf Pfändung, Betreibung auf Pfandverwertung und Betreibung auf Konkurs. Welches Betreibungsverfahren angewandt wird, ist von der Forderung abhängig und davon, ob der Schuldner im Handelsregister eingetragen ist oder nicht. Das Betreibungsamt prüft, welche Voraussetzungen gegeben sind, und entscheidet nach Eingang eines Betreibungsbegehrens über die richtige Betreibungsart.
Betreibung auf Konkurs / poursuite par voie de faillite / esecuzione fallimentare / debt enforcement by bankruptcy proceedings
Auch: ordentliche Konkursbetreibung. Betreibung, die auf die Verwertung sämtlicher Vermögenswerte des Schuldners abzielt. In der Regel läuft die Betreibung auf Konkurs, wenn es sich beim Schuldner um eine juristische Person handelt oder um eine Person, die in einer im Gesetz genannten Funktion im Handelsregister eingetragen ist.
Betreibung auf Pfändung / poursuite par voie de saisie / esecuzione in via di pignoramento / debt enforcement by seizure
Betreibung, die zur Anwendung kommt, wenn keine Pfänder begeben wurden und der Schuldner nicht in einer Funktion im Handelsregister eingetragen ist, die ihn der Betreibung auf Konkurs unterstellt (Art. 39 SchKG). Die Betreibung auf Pfändung ist die häufigste Betreibungsart.
Betreibung auf Pfandverwertung / poursuite en réalisation de gage / esecuzione in via di realizzazione del pegno / debt enforcement by realization of pledged assets
Betreibung, die auf die Verwertung des zur Besicherung der betriebenen Forderung bestellten Faust- oder Grundpfandes abzielt. Voraussetzung ist das Vorliegen eines Pfandvertrags.
betriebsfremdes Vermögen / actif hors exploitation / capitale non d'esercizio / non-operating assets
Vermögen eines Unternehmens, das für die betriebliche Leistungserstellung nicht notwendig ist. Gegenteil: Betriebsvermögen.
Betriebskredit / crédit d'exploitation / credito d'esercizio / working capital loan
Kredit für Unternehmen und selbstständig Erwerbende, welcher der Finanzierung des kurzfristigen Umlaufvermögens bei Liquiditätsengpässen dient. Siehe auch Investitionskredit.
Betriebsvermögen / actif d'exploitation / capitale d'esercizio / operating assets
Vermögen eines Unternehmens, das die betriebliche Leistungserstellung ermöglicht und an den Unternehmenszweck gebunden ist, z.B. Betriebsgebäude, Produktionsanlagen, flüssige Mittel. Gegenteil: betriebsfremdes Vermögen. Siehe auch Anlagevermögen, Umlaufvermögen.
Beurkundung
Siehe öffentliche Beurkundung.
Bewertung / évaluation / valutazione / valuation
Auf der Wertpapier- bzw. Finanzanalyse beruhende Einschätzung des Werts und Potenzials eines Wertpapiers.
Bezogener
Synonym von Trassat.
Bezugsrecht / droit de souscription / diritto di opzione / subscription right
Recht des Aktionärs und des Partizipanten auf Bezug von neuen Aktien, Partizipationsscheinen oder Wandelobligationen, meist in Form eines bestimmten Coupons der alten Aktie oder des Partizipationsscheins (Anrecht).
Bezugsschein
Synonym von Talon oder Erneuerungsschein.
Bezugsverhältnis / rapport de souscription / rapporto di sottoscrizione / subscription ratio
(1) Im Termingeschäft gibt das Bezugsverhältnis an, wie viele Optionsscheine oder Zertifikate nötig sind, um das Recht zu erwerben, eine Aktie oder einen anderen Basiswert zum festgelegten Preis kaufen (Call) bzw. verkaufen zu können (Put). Bsp.: Bei einem Bezugsverhältnis von 10:1 benötigt man zehn Optionsscheine für den Kauf/Verkauf einer Aktie.
(2) Bei einer Kapitalerhöhung gibt das Bezugsverhältnis die Relation der Anzahl alter Aktien zu den jungen Aktien an. Ein Verhältnis von z.B. 5:3 bedeutet, dass auf fünf alte Aktien drei junge Aktien entfallen.
Bid-Bond / bid bond / bid bond / bid bond
Auch: Bietungsgarantie, Offertgarantie, Tender-Guarantee. Im Exportgeschäft gebräuchliche Garantie, die ein Unternehmen davon abhalten soll, eine Offerte einzureichen, daraufhin den ihm erteilten Auftrag aber abzulehnen, beispielsweise weil das Geschäft inzwischen uninteressant geworden ist. Der Käufer will sich damit gegen die Einreichung unseriöser und unqualifizierter Angebote absichern. Offertgarantien werden oft im Rahmen öffentlicher Ausschreibungen verlangt.
Bietungsgarantie
Synonym von Bid-Bond.
Big Board
Im Börsenjargon Synonym von New York Stock Exchange.
Bilanz / bilan / bilancio / balance sheet
Periodische Gegenüberstellung sämtlicher Aktiven und Passiven an einem bestimmten Stichtag. Die Aktivseite der Bilanz gibt Aufschluss über die Verwendung der Mittel, während die Passivseite über die Beschaffung der Mittel (Finanzierung) orientiert. In der Schweiz bestehen für Banken besonders weit gehende Bilanzierungsvorschriften (Bankbilanz).
Bilanzanalyse / analyse de bilan / analisi di bilancio / balance sheet analysis
Auswertung der Bilanz und Erfolgsrechnung zwecks Bonitätsprüfung eines Unternehmens oder zur anlagepolitischen Beurteilung von Wertschriften. Siehe auch Wertschriftenanalyse.
Bilanzstrukturmanagement / gestion des actifs et des passifs / asset and liability management / asset and liability management
Optimierende Abstimmung der Aktiven, Passiven und Ausserbilanzgeschäfte einer Bank unter den Zielen der Rentabilität, Liquidität und Sicherheit im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten.
Bilanzsumme / somme du bilan / totale di bilancio / total assets
Total der Aktiven bzw. Passiven der Bilanz eines Unternehmens. Im Falle der Bank reflektiert die Bilanzsumme nur einen Teil des Geschäftsvolumens, da die Ausserbilanzgeschäfte einen zunehmend bedeutenderen Teil des Bankgeschäfts ausmachen. Siehe auch: Bankbilanz.
Bill of Lading Electronic Registry Organization
Siehe Bolero.
Binnenwirtschaft / activité domestique / economia interna / domestic economy
Teil der Wirtschaftstätigkeit, in dem keine Grenzüberschreitungen von Waren, Leistungen und Geldströmen stattfinden.
BIP / PIB / PIL / GDP
Abk. für Bruttoinlandprodukt.
BIZ / BRI / BRI / BIS
Abk. für Bank für Internationalen Zahlungsausgleich.
Black-out-Period / période de black-out / black-out period / black-out period
Periode, während der Analysten von Banken, die den Börsengang eines Unternehmens organisieren, keine Studien der betreffenden Firma mehr veröffentlichen dürfen.
Black-Scholes-Modell / modèle Black-Scholes / formula di Black e Scholes / model of Black and Scholes
1973 von Fischer Black und Myron Scholes entwickeltes Modell zur preislichen Bewertung von europäischen Optionen auf Aktien und Indizes oder Optionsscheinen. Das Black-Scholes-Modell ist eines von drei Bewertungsmodellen, um den Fair Value einer Option bzw. eines Optionsscheins zu ermitteln. In die Berechnung des Fair Value fliessen der Kurs des Basiswerts, der Basispreis, die Restlaufzeit, die Dividende, der Zinssatz und die Volatilität ein.
Blankett / titre en blanc / facsimile / specimen
Noch nicht vollständig ausgefüllter Vordruck eines Wertpapiers, z.B. Aktie ohne Nummer und/oder Unterschrift (Aktienblankett).
Blankocheck / chèque en blanc / assegno in bianco / blank check
Auch: Blankoscheck. Check, den der Aussteller unvollständig ausgefüllt weitergibt und mit dem er den neuen Inhaber ermächtigt, ihn im Rahmen getroffener Vereinbarungen selbst auszufüllen, wobei die Haftung beim Aussteller bleibt.
Blankoindossament / endossement en blanc / girata in bianco / blank endorsement
Indossament, bei dem die Bezeichnung des Indossatars fehlt. In einem solchen Fall enthält das Wertpapier nur die Unterschrift des Indossanten. Siehe auch Blankozession.
Blankokredit / crédit en blanc / credito in bianco / unsecured credit
Kredit, bei dem der Kreditnehmer aufgrund seiner Integrität und Bonität keine besonderen Sicherheiten zu leisten hat. Gegenteil: gedeckter Kredit.
Blankoscheck
Siehe Blankocheck.
Blankowechsel / effet en blanc / cambiale in bianco / blank draft
Wechsel, den der Aussteller unvollständig ausgefüllt weitergibt. Der Empfänger eines Blankowechsels ist ermächtigt, den Wechsel im Rahmen getroffener Vereinbarungen selbst auszufüllen, wobei die Haftung beim Aussteller bleibt.
Blankozession / cession en blanc / cessione in bianco / assignment in blank
Zession ohne nähere Bezeichnung des Zessionars. Bei einer fliegenden Blankozession wird die Zession auf einem separaten Formular vermerkt. Siehe auch Blankoindossament, Zession.
Blockhandel / négoce de lots importants / compravendita per blocchi / block trading
Handel in grossen Paketen von Wertschriften.
Blue Chip / blue chip / blue chip / blue chip
Aktie eines bonitätsmässig erstklassigen Unternehmens. Ursprüngliche Bedeutung des Worts: Splitter eines Diamanten.
Bodensatz / niveau plancher / giacenza di base / deposit base
Durchschnittlicher Bestand an Kundengeldern, welcher der Bank trotz Rückzugsmöglichkeiten immer zu Anlagezwecken zur Verfügung steht.
BoJ / BoJ / BoJ / BoJ
Abk. für Bank of Japan.
Bolero / Bolero / Bolero / Bolero
Akronym von Bill of Lading Electronic Registry Organization. 1998 gegründetes Joint-Venture mit dem Ziel, eine neutrale und sichere elektronische Business-to-Business-Plattform für die internetbasierte Übermittlung von Handelsdokumenten im internationalen Handelsverkehr zu schaffen. Website: www.bolero.net. Siehe auch Bolero-Bill-of-Lading, Konnossement.
Bolero-Bill-of-Lading / Bolero Bill of Lading / Bolero Bill of Lading / Bolero bill of lading
Abk.: BBL. Elektronische Variante des traditionellen Konnossements. Das Bolero-Bill-of-Lading bietet dieselbe Funktionalität wie der papierbasierte Seefrachtbrief, indem es diesen elektronisch abbildet. Das BBL kann erstellt, übertragen, verändert und schliesslich wieder vernichtet werden. Dabei wird sichergestellt, dass in jedem Fall immer nur das autorisierte Unternehmen bzw. die autorisierte Person Transaktionen im Zusammenhang mit der Title-Registry auslösen und so etwa eine Ladung abholen kann. Siehe auch Bolero.
Bon du Trésor / bon du Trésor / Bon du Trésor / Bon du Trésor
In Frankreich kurz- bis mittelfristige Schuldverpflichtung des Schatzamtes mit einer Laufzeit von zwischen drei Monaten und drei Jahren. Siehe auch Schatzanweisung.
Bond
Synonym von Obligation.
Bondmarkt
Synonym von Obligationenmarkt.
Bonität / solvabilité / solvibilità / creditworthiness
Beurteilung der Eigenschaften eines Schuldners hinsichtlich seiner Kreditwürdigkeit und -fähigkeit. Die Würdigkeit umfasst charakterliche Aspekte, welche den Zahlungswillen bestimmen; bei der Fähigkeit geht es um materielle Voraussetzungen, welche die Zahlung ermöglichen. Die unterschiedliche Bonität spiegelt sich in der Bonitätseinstufung (Rating) durch die Wertschriftenanalyse, z.B. von Standard & Poor's oder Moody's. Sie ist auch ein Bestimmungsfaktor für die Höhe der Kreditzinsen und der Kreditbesicherung.
Bonus / bonus / dividendo straordinario / extra dividend
Auch: Zusatzdividende. Bei Aktien und Partizipationsscheinen ausserordentliche Ertragsausschüttung eines Unternehmens über die ordentliche Dividende hinaus, z.B. als Jubiläumsbonus.
Bonusaktie
Synonym von Gratisaktie.
Bookbuilding / book building / book building / book building
Auch: Bookbuilding-Verfahren. Verfahren im Rahmen eines Initial Public Offering oder der Lancierung anderer Wertpapiere, bei dem vor der endgültigen Fixierung des Emissionspreises zuerst die Preisvorstellungen der grossen institutionellen Anleger berücksichtigt werden. Im Gegensatz zum Festpreisverfahren trägt beim Bookbuilding der Emittent das Platzierungsrisiko.
Boom / boom / boom / boom
Schneller geschäftlicher Aufschwung; stürmische wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung; Hochkonjunktur. Gegenteil: Krise, Depression.
Bordkonnossement / connaissement de bord / polizza di carico a bordo / on board bill of lading
Konnossement, auf welchem bescheinigt wird, dass die zur Beförderung übernommenen Güter tatsächlich an Bord des Schiffs sind. Siehe auch Übernahmekonnossement.
Börse / Bourse / borsa / exchange
Regelmässig stattfindender, nach festen Usanzen organisierter Finanzmarkt. Je nach den gehandelten Gütern spricht man z.B. von Effekten-, Devisen-, Optionen- oder Rohwarenbörse. Zu den wichtigsten Börsen gehören die New York Stock Exchange, die Nasdaq sowie die Börsen von London und Tokio. Siehe auch SWX Swiss Exchange.
Börsenabrechnung / décompte de Bourse / conteggio di borsa / securities trading statement
Auch: Effektenabrechnung. Die von der Bank für den Kunden erstellte Abrechnung beim An- oder Verkauf von Wertpapieren.
Börsenagent
Synonym von Börsenmakler.
Börsenauftrag / ordre de Bourse / ordine di borsa / stock market order
Der Bank oder dem Börsenagenten durch den Kunden erteilter Auftrag, an der Börse Wertpapiere zu kaufen oder zu verkaufen.
Börsenbank / banque opérant en Bourse / banca operante in borsa / stock exchange bank
Eine am börsenmässigen Wertpapierhandel beteiligte Bank.
Börseneinführung / introduction en Bourse / ammissione alla quotazione / admission to stock exchange dealing
Offizielle Kotierung eines Wertpapiers an einer Börse.
Börsengesetz / loi sur les bourses / legge sulle borse / stock exchange act
Kurzbezeichnung für das schweizerische «Bundesgesetz über die Börsen und den Effektenhandel» vom 24. März 1995 (BEHG). Das Börsengesetz regelt die Voraussetzungen für die Errichtung und den Betrieb von Börsen sowie für den gewerbsmässigen Handel mit Effekten. Zudem enthält es Bestimmungen über die Offenlegung von Beteiligungen an Gesellschaften und über die Pflicht zur Unterbreitung öffentlicher Kaufangebote im Falle der Übernahme von Gesellschaften.
börsengültig / valable un jour / con validità giornaliera / valid for one day
Nur an dem im Auftrag bezeichneten Börsentag gültig. Kann ein Börsenauftrag mit der Bezeichnung «börsengültig» nicht fristgerecht ausgeführt werden, verfällt er automatisch. Gegenteil: widerrufgültig (good-till-cancelled). Siehe auch Börsenauftrag.
Börsenhändler
Synonym von Börsenmakler.
Börsenindex / indice boursier / indice di borsa / stock exchange index
Index, der den allgemeinen Trend der Börse oder einer Gruppe von Wertpapieren widerspiegelt. Siehe auch Aktienindex.
Börsenkapitalisierung / capitalisation boursière / capitalizzazione di borsa / market capitalization
Auch: Marktkapitalisierung, Kapitalisierung. Wert eines Unternehmens, berechnet aufgrund der Kurse der Beteiligungspapiere dieses Unternehmens. Dabei wird der Kurswert, den ein solches Wertpapier (Aktie, Partizipationsschein usw.) an einem bestimmten Stichtag hat, mit der Gesamtzahl der Titel der entsprechenden Wertpapierkategorie multipliziert. Siehe auch Börsenwert.
Börsenkrach / krach boursier / crac in borsa / market crash
Schlagartiger massiver Rückgang der Börsenkurse. Ein Börsenkrach kann eintreten bei abrupter Konjunkturabschwächung oder bei schlechter technischer Verfassung des Markts nach spekulativer Übersteigerung der Börsenkurse. Besonders schwere wirtschaftliche Auswirkungen hatten der Börsenkrach vom 13. Mai 1927 in Deutschland («schwarzer Freitag») und der rund zwei Jahre später folgende B. vom 29. Oktober 1929 in New York («schwarzer Dienstag»). Dagegen hielten sich die Folgen des weltweiten Börsenkrachs vom 19. Oktober 1987 («schwarzer Montag») in engerem Rahmen.
Börsenkredit / crédit boursier / credito di borsa / collateral loan
Lombardkredit, der gegen Verpfändung von Wertpapieren und Edelmetallen aufgenommen wird und welcher der Finanzierung von Börsengeschäften dient. Der Begriff des Börsenkredits hat in den vergangenen Jahren an Bedeutung verloren.
Börsenmakler / courtier / intermediario di borsa / stockbroker
Auch: Makler, Broker, Börsenagent, Börsenhändler. Natürliche oder juristische Person, die für Rechnung des Kunden, aber in eigenem Namen gewerbsmässig an der Börse Geschäftsabschlüsse tätigt. Im engeren Sinne hat der Makler/Broker/Agent (im Gegensatz zum Händler) lediglich eine Nachweis- oder Vermittlerfunktion, indem er im eigenen Namen, aber auf fremde Rechnung Verträge vermittelt oder entsprechende Abschlussmöglichkeiten nachweist. Siehe auch Effektenhändler.
Börsennotierung
Synonym von Notierung.
Börsenordnung / règlement de la Bourse / ordinamento di borsa / stock exchange regulations
Gesamtheit der Bestimmungen für den Handel an einer Wertpapierbörse, die von der jeweiligen Landesregierung genehmigt sein muss. Die Börsenordnung enthält u.a. Angaben über die Aufgaben der Börsenaufsichtsbehörde, der Handelsüberwachungsstelle, über die Zulassung zum Börsenbesuch sowie die Teilnahme am Börsenhandel, über die Wertpapierzulassung, die Feststellung des Börsenpreises. Weiter muss die Börsenordnung Bestimmungen über die Zusammensetzung und Wahl der Mitglieder der Zulassungsstelle und die Bedeutung der Kurszusätze sowie technische Regelungen (Börsentage, Börsenzeit, Segmente usw.) enthalten.
Börsenpflicht / obligation de traiter en Bourse / obbligo di esecuzione in borsa degli ordini / mandatory exchange trading rule
Verpflichtung der Börsenmitglieder (z.B. an der SWX Swiss Exchange), während der Börsenzeit sämtliche Aufträge bis zu bestimmten Grössen (Börsenpflichtlimiten) über die Börse abzuwickeln.
Börsenplatz / place boursière / piazza borsistica / financial centre
Auch: Handelsplatz. Stadt, in der eine oder mehrere aktive Börsen existieren.
Börsenring
Synonym von Ring.
Börsensystem / système de Bourse / sistema centrale della borsa / stock exchange system
Von einer Börse (beispielsweise der SWX Swiss Exchange) verwendetes zentrales computerisiertes System, in dem die verschiedenen Applikationen (u.a. Auftragsbücher, Matcher) ausgeführt werden. Das Börsensystem ist via Gateway mit den Händlersystemen verbunden.
Börsentheorien / théories boursières / teorie borsistiche / market theories
Grundsätze oder Modelle zur Voraussage der künftigen Entwicklung bzw. zur Erklärung des bisherigen Verlaufs der Börsenkurse.
Börsenwert / valeur boursière / valore di borsa / market price
Der im Börsenkurs zum Ausdruck kommende Wert eines Wertpapiers. Der Börsenwert einer Aktiengesellschaft entspricht der Börsenkapitalisierung der Beteiligungspapiere der betreffenden Gesellschaft.
Börsenzulassung
Synonym von Kotierung.
Brady-Bond / Brady bond / Brady bond / Brady bond
Im Rahmen von IWF-Umschuldungsprogrammen ausgegebene langfristige Anleihe, die durch eine Null-Prozent-Anleihe des US-Schatzamts (Treasury-Bond) gesichert ist. Siehe auch Treasury-Bond.
Branchenfonds / fonds de placement spécialisé dans une certaine branche / fondo d'investimento settoriale / sector fund
Anlagefonds, der sein Vermögen ausschliesslich in Effekten eines bestimmten Wirtschaftszweigs anlegt.
Break-even / seuil de rentabilité / break even / break-even
Auch: Break-even-Punkt, Gewinnschwelle, toter Punkt. Abk.: BEP. Im Optionsgeschäft Kurs des Basiswerts, bei dem die Kosten eines Optionskaufs gerade gedeckt werden.
Brief
Siehe auch Briefkurs.
Briefkurs / cours vendeur / corso lettera / ask price
Kurs, zu dem Wertpapiere, Devisen, fremde Noten oder Edelmetalle zum Verkauf angeboten werden. Kennzeichnung des Kurses durch Zusatz B bzw. b oder Brief. Gegenteil: Geldkurs.
Britannia / Britannia / Britannia / Britannia
Englische Goldmünze von 1 Unze Feingold mit einem Nominalwert von 100 GBP. Es werden auch Britannia-Münzen mit einem Gehalt von 1/2, 1/4, 1/10 Unze geprägt.
broken date
Engl. für gebrochener Termin.
Broker
Synonym von Börsenmakler.
Bruchzins
Synonym von Marchzins.
Bruttogewinn / bénéfice brut / utile lordo / gross operating profit
In Industrieunternehmen: Nettoumsatzerlös abzüglich Herstellkosten für verkaufte Waren. Für Banken errechnet sich der Bruttogewinn aus dem Erfolg des Zinsgeschäfts, dem Kommissions- und Dienstleistungserfolg, dem Handelserfolg und dem übrigen ordentlichen Ertrag nach Abzug des Geschäftsaufwands.
Bruttoinlandprodukt / produit intérieur brut / prodotto interno lordo / gross domestic product
Abk.: BIP. Mass für die im Inland entstandene volkswirtschaftliche Leistung während einer bestimmten Periode. Siehe auch Bruttosozialprodukt.
Bruttorendite / rendement brut / rendimento lordo / gross yield
Ertrag von Anlagen (z.B. Wertschriften, Immobilien) ohne Berücksichtigung von allfälligen Abzügen, Kosten oder Steuerbelastungen. Gegenteil: Nettorendite.
Bruttosozialprodukt / produit national brut / prodotto nazionale lordo / gross national product
Abk.: BSP. Mass für die wirtschaftliche Leistung einer Volkswirtschaft während einer bestimmten Periode. Siehe auch Bruttoinlandprodukt.
Bruttoverzinsung / intérêt brut / interesse lordo / gross interest
Verzinsung vor Abzug jeglicher Quellensteuer (z.B. Verrechnungssteuer). Gegenteil: Nettoverzinsung.
BSP / PNB / PNL / GNP
Abk. für Bruttosozialprodukt.
BSV
Abk. für bankinternes Sondervermögen.
Buchgeld
Synonym von Giralgeld.
Buchgewinn / bénéfice comptable / utile contabile / book profit
Gewinn, der sich aus der Höherbewertung von Aktiven oder aus der Tieferbewertung von Passiven (z.B. von Rückstellungen) ergibt und der Differenz zwischen dem bisherigen und dem neuen, höheren Buchwert entspricht. Gegenteil: Buchverlust.
Buchverlust / perte comptable / perdita contabile / book loss
Verlust, der sich aus der Tieferbewertung von Aktiven oder aus der Höherbewertung von Passiven (z.B. von Rückstellungen) ergibt und der Differenz zwischen dem bisherigen und dem neuen, tieferen Buchwert entspricht. Gegenteil: Buchgewinn.
Buchwert / valeur comptable / valore contabile / book value
Betrag, zu dem ein Aktivposten in der Buchhaltung bzw. Bilanz aufgeführt ist (Bilanzwert). Falls der Buchwert kleiner ist als der effektiv bei einem Verkauf erzielbare Wert, entspricht die Differenz einer stillen Reserve.
Budget / budget / budget / budget
Auch: Voranschlag. Geplante künftige Einnahmen und Ausgaben während eines bestimmten Zeitraums, z.B. während eines Jahres (Finanzbudget). Bei einem Erfolgsbudget werden die geplanten künftigen Kosten und Erlöse bzw. der geplante Aufwand und Ertrag einander gegenübergestellt.
Bulldog-Bond / obligation bulldog / bulldog bond / bulldog bond
Kurzform: Bulldog. Auf Pfund Sterling lautende Anleihensemission eines ausländischen Schuldners.
Bullenmarkt / marché haussier / mercato bull / bull market
Auch: Bull-Market, steigender Markt. Markt mit anhaltendem Preisanstieg. Gegenteil: Bärenmarkt.
Bullet-Bond / bullet bond / bullet bond / bullet bond
Vom Schuldner nicht kündbare und nicht vorzeitig amortisierbare Anleihe mit fester Laufzeit.
bullet strategy
Anleihestrategie, bei der die Laufzeiten der Wertpapiere weitestgehend im Bereich eines bestimmten Punkts der Renditekurve konzentriert sind.
Bullion-Coin / bullion coin / bullion coin / bullion coin
Münze aus Edelmetall. Bullion-Coins werden in grosser Anzahl geprägt, um die Vorteile von Münzen und Barren zu vereinen. Deshalb werden sie «Bullion-Coins» genannt, was auf Deutsch «Barrenmünze» bedeutet.
Bull-Market
Synonym von Bullenmarkt.
Bund / Bund / Bund / Bund
Kürzel für deutsche Bundesanleihen mit Laufzeiten bis zu 30 Jahren. Der 10-Jahres-Bund gilt als Benchmark für sowohl den deutschen als auch die übrigen europäischen Anleihenmärkte.
Bürgschaft / cautionnement / fideiussione / guarantee
Vertragliche Verpflichtung des Bürgen gegenüber dem Gläubiger des Hauptschuldners, für dessen Schuld (Hauptschuld, Fremdschuld) einzustehen. Zweck der Bürgschaft ist die Sicherung einer Forderung, meist zur Beschaffung eines Kredits (Bürgschaftskredit).
Bürgschaftskredit / crédit contre cautionnement / credito contro fideiussione / guaranteed credit
Kredit ohne dingliche Sicherheiten, jedoch unter Bestellung einer oder mehrerer Bürgschaften. Zur Gewährung von Bürgschaftskrediten sind in der Schweiz zahlreiche Bürgschaftsgenossenschaften gegründet worden, z.B. Hypothekarbürgschaftsgenossenschaften. Von den Banken werden für einen Bürgschaftskredit in der Regel solidarische Bürgschaften verlangt.
Buy-out / buyout / buyout / buyout
Finanzierung des Erwerbs gewisser Geschäftsbereiche oder eines ganzen Unternehmens.
Buy-Side-Research / recherche buy-side / buy-side research / buy-side research
Finanzanalyse, die auf die Erstellung von Finanzberichten für Portfoliomanager, Fondsmanager, Relationship-Manager oder das Private Banking bzw. Kunden des Private Banking ausgerichtet ist. Die Abnehmer dieser Finanzberichte schreiten anschliessend selbst zum Kauf der angebotenen Titel. Gegenteil: Sell-Side-Research.
BVG / LPP / LPP / BVG
Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (in Kraft seit 1.1.1985). Gesetzliche Grundlage mit Minimalstandards für die «zweite Säule» der sozialen Sicherheit für Arbeitnehmer in der Schweiz ab bestimmtem Erwerbseinkommen, sowie mit Maximalstandards bezüglich Vorsorgeleistungen. Die Durchführung obliegt einer Vorsorgeeinrichtung, meist in Form einer Stiftung, die sich ins BVG-Register eintragen liessen. Zur Umsetzung dieser Normen bieten die Banken eine Reihe von Spezialdienstleistungen an, z.B. die kollektive Kapitalanlage, die Vermittlung einer Sammeleinrichtung und die Verwaltung von Freizügigkeitsleistungen.
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