Die Welt, 28.01.2005
UBS will mit Kunstausstellung die Kundenbindung stärken
Schweizer Großbank schenkt New Yorker Museum of Modern Art 44 Bilder - Zeitgenössische Werke zielen vor allem auf jüngere wohlhabende Klientel.
London - Mit ihrer neu konzipierten Kunstsammlung will UBS, Europas größte Bank nach Bilanzsumme und erste Adresse für vermögende Privatkunden, ihr Image aufpolieren. Vom 4. Februar an werden 70 Werke namhafter Künstler, von Andy Warhol über Lucian Freud bis Thomas Struth, im New Yorker Museum of Modem Art (MoMa) ausgestellt, 44 davon hat UBS dem Museum geschenkt oder versprochen.
Kunst als Kapitalanlage liegt im Trend, zeigen Initiativen von Wettbewerbern wie Deutsche Bank und Royal Bank of Scotland. Sie setzen auf zeitgenössische Werke, um die jüngere, kunstinteressierte Klientel auszubauen. "Kunden der Vermögensverwaltung und aus dem Investmentbanking interessieren sich sehr für Kultur", erklärt Petra Arends, Collection Executive von UBS Art Banking. "Die Statistik zeigt, daß höhere Bildung und Wohlstand in der Regel mit kulturellem Interesse einher gehen." Arends hat die Aufgabe, die UBS Sammlung zeitgenössischer Kunst von 2600 auf rund 900 Werke zu verkleinern. Uber die Jahre kam einiges zusammen, zumal der Verwaltungsratsvorsitzende Marcel Ospel ein großer Fan der Nachkriegskunst ist. Das Fachmagazin Artnews schätzt die Sammlung auf 150 Mio. Dollar (115 Mio. Euro). So ist der Firmensitz von UBS in der Zürcher Bahnhofstraße mit Werken von Roy Lichtenstein, Robert Rauschenberg, Damien Hirst und Edward Ruscha ausgestattet. Hinzu kommen bekannte Photographen und Maler aus Deutschland, darunter Thomas Struth, Andreas Gursk, Gerhard Richter und Neo Rauch.
Nach Angaben von UBS Kurator Matthias Winzen, der gleichzeitig Direktor der Staatlichen Kunsthalle in Baden-Baden ist, soll die Sammlung um Photographien erweitert werden. "Wir werden einige Photos hinzufügen und daraus eine Weltklasse-Sammlung machen", sagt Arends, die auf zeitgenössische Photographen wie Rineke Dijkstra und Nobuyoshi Araki verweist, aber auch unbekannteren Künstlern gegenüber aufgeschlossen ist. "Wenn die angesagtesten Arbeiten aus Asien oder Lateinamerika kommen, dann werden wir sie kaufen." Zum Kunstausschuß von UBS, der Empfehlungen für den Ausbau der Sammlung ausspricht, gehören unter anderem Donald Marron, bis zum Jahr 2003 Vorsitzender von UBS America, Yoshiko Mori, Mitbegründerin des Mori Art Museum in Tokio, Jean-Christophe Ammann und Patricia Phelps de Cisneros, Vorsitzende der venezolanischen Kulturstiftung Fundacion Cisneros.
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