art, Nr. 1/Januar 2005
Erster Auftritt im MoMA
Sammlung: Schweizer Bank zeigt ihre Schätze
Die Schweizer Großbank UBS betrat das Kunstparkett bisher vor allem als Sponsor. Nun geht die Bank mit einer hauseigenen Sammlung von Gegenwartskunst an die Öffentlichkeit. Ihr wird das New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) im kommenden Frühling seine erste Wechselausstellung nach der Wiedereröffnung widmen.
Die „UBS Art Collection“, von der bisher allenfalls Insider wussten, ist eine Erbschaft aus verschiedenen Fusionen wie beispielsweise mit der Investmentbank PaineWebber, berichtet die Rechtsanwältin Petra Arends, die die Sammlung von Zürich aus betreut. Vor allem durch die Übernahme des New Yorker Bankhauses kamen bedeutende Kunstwerke der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in den Besitz der Bank. So umfasst die „PaineWebber Art Collection“ bedeutende Werke von Philip Guston, Jasper Johns, Andy Warhol, Roy Lichtenstein, Sigmar Polke, Lucian Freud und anderen. Aufgebaut hat die Donald B. Marron der frühere Vorstandsvorsitzende von PaineWebber und Vorsitzende von UBS Amerika.
Aus diesem Fundus sowie der UBS Firmensammlung von rund 35000 Arbeiten, die vorwiegend die Niederlassungen der Bank schmücken, wurden von unabhängigen Experten „rund 1000 Werke von Museumsqualität ausgewählt, die jetzt die UBS Art Collection bilden“, erläutert Arends.
Der Auftritt der UBS Sammlung im New Yorker MoMA nächstes Jahr hat nicht nur mit der Qualität der Sammlung zu tun. PaineWebber schenkte dem Museum 1992 sieben kapitale Werke. Vor zwei Jahren stiftete die UBS weitere 37, die allerdings aus steuerlichen Gründen bis 2017 als Leihgabe geführt werden. Marron selbst gehört seit 1975 zu den wichtigsten Förderern des Museums. Die neue Eingangshalle trägt seinen Namen.
Nach dem überaus prestigeträchtigen MoMA-Auftritt wird die UBS Kollektion auf Welttournee gehen.
von Gerhard Mack
back to Press Archive 2005 |