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Artinside, 22.09.2005

  

Comtemporary Voices - Die UBS Art Collection zu Gast in der Foudation Beyeler

27. November 2005 bis 26. Februar 2006

   

Dje UBS Art Collection umfasst rund 900 Werke Gemälde, Skulpturen, Fotografien und Zeichnungen. Die Werke der während dreissig Jahren aufgebauten Sammlung stammen aus der ehemaligen «PaineWebber Collection» in den USA sowie aus UBS Sammlungen in der Schweiz und Europa. Eine erste öffentliche Präsentation von 64 Werken hat Anfang 2005 im Museum of Modern Art in New York stattgefunden.

   
Ein Besuch der «Art Basel», der jährlichen Kunstmesse, zeigt immer wieder deutlich: Die aktuelle Kunstszene ist ungeheuer vielfältig, das Kunstangebot ist übergross. Kunststile sind fast überhaupt nicht mehr zu erkennen; gesprochen wird höchstens von Kunsttendenzen. Individuelle Freiheit ist in der Kunstszene angesagt, aber nur wenige Künstler schaffen es, einen starken, persönlichen Stil zu entwickeln. Wie soll man sich im Dickicht der verschiedensten künstlerischen Äusserungen überhaupt noch zurechtfinden?

  
Die Fondation Beyeler, ein Museum, dessen Sammlung ihren Schwerpunkt in der Klassischen Moderne hat, konzentriert sich diesen Herbst auf Kunst, die von der Moderne ausgeht, auf zeitgenössische Kunst. Durch die Präsentation einer Auswahl von etwa 70 Bildern von 40 Künstlern aus der «UBS Art Collection» wird der Versuch unternommen, eine Art Schneise durch das Dickicht der Kunstströmungen während der letzten Jahrzehnte zu schlagen. Aus dem ungeheuer vielstimmigen Chor moderner und aktueller Kunst werden unter dem Titel «Contemporary Voices Die UBS Art Collection zu Gast in der Fondation Beyeler» einige Einzelstimmen präsentiert, die man einerseits als «Solisten», andererseits zusammen als einen faszinierenden Chor der Kunst von heute erleben kann.

  
Während die Kunst früherer Jahrhunderte sehr oft eine eindeutige «Funktion» hatte, als Kultbild etwa, ist dies heute grundsätzlich nicht mehr so. Dennoch haben alle Werke, die in der Ausstellung zu sehen sind, einen bestimmten Zweck, für den sie wohl nicht direkt gemacht, jedoch erworben worden sind: Die Arbeiten sind nicht nur als beispielhafte Werke bedeutender Künstler ausgesucht worden, sondern auch unter dem Gesichtspunkt, Räume in einer Bank auszustatten und im allerbesten, durchaus traditionellen Sinne, zu dekorieren. Daher sind vor allem Gemälde im klassischen Sinne zu sehen und weniger Skulpturen oder Installationen.

  

Besonders interessant ist eine Art Dialog zwischen amerikanischer und europäischer Kunst, der sich im Rahmen der Ausstellung ergibt. Dem Gemälde Chinese Dancing von Brice Marden, das in seinen verschlungenen Linien Farbe und Rhythmus zeigt, steht Confus, ein grosses abstraktes Bild von Gerhard Richter gegenüber. Bilder von Klassikern der Pop Art wie Roy Lichtenstein und Andy Warhol werden mit Arbeiten europäischer Post Pop Künstler wie Damien Hirst und Neo Rauch konfrontiert. Während in Anselm Kiefers Bild Wege der Weltweisheit: die Hermannsschlacht Schrift in Beziehung zu einem wie auch immer gearteten deutschen Mythos gebracht wird, monumentalisiert Christopher Wool in seinem nur aus Schrift bestehenden Bild Untitled den Wahlspruch von Muhammad Ali und spielt damit auf einen modernen amerikanischen Mythos an.

  

Für das europäische Publikum zu entdecken sind Werke von Künstlern, die hier zwar bekannt, bisher jedoch selten ausgestellt worden sind. Zu nennen sind Bilder vor allem von dem immer wieder aufs Neue faszinierenden Edward Ruscha, aber auch Arbeiten von Robert Moskowitz, Susan Rothenberg, Lucian Freud und Howard Hodgkin. Ebenfalls von besonderem Interesse sind grossformatige Fotoarbeiten, zum Beispiel von Andreas Gursky und Thomas Struth.

   
von Ulf Küster

    

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