UBS AG
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Geschäftsbericht 2007  
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Performancemessung und -analyse
Performancemessung und -analyse

Das Geschäftsergebnis von UBS wird im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) dargestellt. Bei den Kommentaren und Analysen zum Geschäftsgang stehen die fortzuführenden Geschäftsbereiche im Zentrum. Da die nicht weitergeführten Aktivitäten für die Unternehmensführung keine Bedeutung mehr haben, sind sie nach Ansicht von UBS für den künftigen möglichen Geschäftsgang unerheblich. Entsprechend bleiben sie in geschäftsrelevanten Entscheidungen von UBS unberücksichtigt. Dies erleichtert den Vergleich mit den Ergebnissen der Konkurrenten und die Einschätzung unseres zukünftigen Wachstumspotenzials.

In den letzten drei Jahren wirkten sich zwei solche Vorgänge massgeblich auf die konsolidierte Konzernrechnung der Bank aus:

– Im vierten Quartal 2005 verkaufte UBS die Einheit Private Banks & GAM an Julius Bär. Der Gewinn aus dem Verkauf der Einheit, welche die Privatbanken Banco di Lugano, Ehinger & Armand von Ernst und Ferrier Lullin sowie die auf das Asset Management spezialisierte GAM umfasste, belief sich auf 3705 Millionen Franken nach Steuern (4095 Millionen Franken vor Steuern). Nach Abschluss der Transaktion hielt UBS eine Beteiligung von 20,7% an der neuen Julius Bär; und

– am 23. März 2006 verkaufte UBS ihre Aktienbeteiligung von 55,6% an Motor-Columbus an ein Konsortium schweizerischer Atel-Minderheitsaktionäre, die EOS Holding und Atel sowie die französische Elektrizitätsgesellschaft Electricité de France (EDF). Der Verkaufspreis betrug rund 1295 Millionen Franken, was einen Verkaufsgewinn nach Steuern von 387 Millionen Franken ergab.

Bis und mit 2005 stellte UBS Kommentare und Analysen auf bereinigter Basis bereit, bei denen auch die Abschreibungen auf Goodwill und andere erworbene immaterielle Anlagen nicht berücksichtigt wurden. Der Anfang 2005 eingeführte Standard IFRS 3 – Unternehmenszusammenschlüsse verlangt keine Abschreibungen auf Goodwill mehr, was den weitaus grössten Effekt auf die Ergebnisse von UBS hatte.

Faktoren, die 2007 die Finanzrechnung von UBS beeinflussten:

– Im zweiten Quartal 2007 verkaufte UBS ihre Aktienbeteiligung von 20,7% an Julius Bär, die als zur Veräusserung verfügbare Finanzanlage gehalten worden war. Der Nachsteuergewinn von 1926 Millionen Franken wurde daher in das Ergebnis aus fortzuführenden Geschäftsbereichen einbezogen.

– Im selben Quartal belastete die Schliessung von Dillon Read Capital Management (DRCM), einer 2006 gegründeten und auf alternative Anlagen spezialisierten Einheit, das Ergebnis mit 384 Millionen Franken vor Steuern (229 Millionen Franken nach Steuern).

– In der zweiten Hälfte 2007 geriet UBS durch die verschärften Marktturbulenzen unter Druck. Deshalb erlitt UBS auf ihren Positionen mit Bezug zum US-Wohnimmobilienmarkt (Subprime und Alt-A) einen Gesamtverlust von ungefähr 18,7 Milliarden US-Dollar (21,3 Milliarden Franken). Dieser setzte sich zusammen aus Abschreibungen, Absicherungsgewinnen und -verlusten, realisierten Verlusten auf veräusserten Positionen und Kreditbewertungsanpassungen bei Credit Default Swaps (CDS), welche von Monoline-Versicherern gekauft wurden. Verluste aus Wertschriften mit Bezug zum US-Subprime-Wohnhypothekenmarkt beliefen sich auf einen Gesamtwert von 14,6 Milliarden US-Dollar, von denen 9,2 Milliarden US-Dollar auf die Super-Senior-Tranchen von Collateralized Debt Obligations (CDO) entfallen. Positionen bezüglich Alt-A-Hypotheken verloren 2 Milliarden US-Dollar aufgrund der Ausweitung der Kreditzuschläge zum Jahresende. Verluste von 1,3 Milliarden US-Dollar traten ein bei strukturierten Kreditprogrammen (Reference-Linked Notes) in den USA. Die gesamten Kreditbewertungsanpassungen bei den von Monoline-Versicherern gekauften Absicherungen beliefen sich 2007 auf 0,8 Milliarden US-Dollar. Diese Bewertungsanpassungen widerspiegeln die verschlechterte Kreditqualität der Forderungen bei diesen Gegenparteien.

Saisonale Faktoren

Die Hauptaktivitäten von UBS unterliegen keinen bedeutenden saisonalen Faktoren. Eine Ausnahme bildet die Unternehmensgruppe Investment Bank, deren Ertrag der saisonalen Entwicklung der allgemeinen Finanzmarktaktivitäten und dem Transaktionsfluss im Investment Banking unterworfen ist.

Dementsprechend werden bei der Quartalsberichterstattung die jeweiligen Ergebnisse der Investment Bank mit den im selben Vorjahreszeitraum erzielten Resultaten verglichen. Auch bei Analysen über die Auswirkungen des Ergebnisses der Investment Bank auf die Konzernrechnung wird das Quartalsergebnis mit dem Vorjahresquartal verglichen. Die Marktrisiko- und die Bilanzpositionen der Investment Bank dagegen werden mit dem vorangegangenen Quartal verglichen, da die Geschäfts- und Handelsgelegenheiten wegen der volatilen Marktbewegungen stark schwanken. Bei allen anderen Unternehmensgruppen und Geschäftseinheiten werden die Ergebnisse ebenfalls den Resultaten des Vorquartals gegenübergestellt, da saisonale Faktoren (zum Beispiel Mittelabflüsse im vierten Quartal und geringere Transaktionsvolumen der Kunden zum Jahresende) nur eine geringe Rolle spielen.

Leistungsmessgrössen

Kennzahlen zur Leistungsmessung

In den letzten acht Jahren bewertete UBS die Leistungen konsequent anhand von vier Kennzahlen, die darauf ausgerichtet waren, die kontinuierliche Verbesserung der Rendite für die Aktionäre zu messen.

UBS will durchschnittlich und über Zeitabschnitte mit sich verändernden Marktverhältnissen:

– den Wert des Unternehmens erhöhen, indem sie eine nachhaltige Eigenkapitalrendite nach Steuern von mindestens 20% erzielt.

– bei den Nettozuflüssen an Neugeldern einen eindeutigen Wachstumstrend erreichen, und zwar in ihrem gesamten Finanzdienstleistungsgeschäft, einschliesslich Global Wealth Management & Business Banking und Global Asset Management.

– ein zweistelliges Wachstum für das verwässerte Ergebnis pro Aktie (EPS) erzielen.

– in den einzelnen Unternehmensgruppen und Geschäftseinheiten weiterhin ein Aufwand-Ertrags-Verhältnis verzeichnen, das jenes ihrer Konkurrenten nicht übersteigt. Bei der Ermittlung des Aufwand-Ertrags-Verhältnisses wird nur das Finanzdienstleistungsgeschäft berücksichtigt.

Kennzahlen zur Leistungsmessung für die einzelnen Unternehmensgruppen

Auf Ebene der Unternehmensgruppen bzw. der Geschäftseinheiten wird die Performance anhand sorgfältig ausgewählter Kennzahlen zur Leistungsmessung ermittelt (Key Performance Indicators, KPIs). Diese Kennzahlen zeigen auf, wie erfolgreich die Unternehmensgruppe bzw. Geschäftseinheit Mehrwert für die Aktionäre geschaffen hat. UBS veröffentlicht jedoch keine konkreten Leistungsziele für diese Kennzahlen (KPIs). Die KPIs widerspiegeln die Faktoren, die für das Kerngeschäft einer Einheit entscheidend sind. Dazu zählen sowohl finanzielle Messgrössen wie das Aufwand-Ertrags-Verhältnis und die verwalteten Vermögen als auch nicht finanzielle Messgrössen wie die Anzahl Kundenberater.

Die KPIs der Unternehmensgruppen dienen sowohl der internen Leistungsmessung und Planung als auch der externen Berichterstattung. Die Führungskräfte tragen somit Verantwortung für die Leistung ihrer Unternehmensgruppe bzw. Geschäftseinheit, und intern und extern werden die gleichen Messgrössen angewendet.

Berichterstattung über Kundenvermögen / verwaltete Vermögen

Seit 2001 weist UBS zu den Kundenvermögen zwei verschiedene Kennzahlen aus:

– Unter Kundenvermögen werden alle von UBS verwalteten oder gehaltenen Kundenvermögen zusammengefasst, einschliesslich der als «Custody-only» klassifizierten Vermögen und der ausschliesslich zu Transaktionszwecken gehaltenen Vermögen.

– Der Begriff verwaltete Vermögen ist enger gefasst und beinhaltet alle von UBS zu Anlagezwecken verwalteten oder gehaltenen Kundenvermögen.

Die verwalteten Vermögen stellen die zentrale Messgrösse für UBS dar. Darin enthalten sind beispielsweise Wealth-Management-Portfolios mit Beratungs- und Verwaltungsmandat, verwaltete institutionelle Vermögen, verwaltete Fondsvermögen sowie Konten von Wealth-Management-Kunden. Nicht in diese Kategorie gehören alle ausschliesslich zu Transaktionszwecken gehaltenen oder als «Custody-only» klassifizierten Vermögen, da UBS diese Vermögen lediglich verwahrt, aber keine Beratung zu den Anlagemöglichkeiten dieser Gelder anbietet. Seit dem 1. Januar 2004 werden von Firmenkunden (ausser Pensionskassen) bei Business Banking Switzerland gehaltene Vermögenswerte aus den verwalteten Vermögen ausgeklammert, da UBS solche Kunden nur in geringem Umfang berät und die Mittelflüsse eher vom Liquiditätsbedarf als von Investitionsbedürfnissen bestimmt werden. Dasselbe gilt für das Corporate-Cash-Management-Geschäft der Einheit Wealth Management US, das UBS seit Ende 2005 aus den verwalteten Vermögen ausgeschlossen hat. Nicht bankfähige Vermögenswerte (zum Beispiel Kunstsammlungen) und Einlagen von Drittbanken zu Finanzierungs- oder Handelszwecken fallen weder in die eine noch in die andere Vermögenskategorie.

Die Neugelder innerhalb einer Berichtsperiode entsprechen der Summe aus den verwalteten Vermögen, die neue und bestehende Kunden UBS anvertrauen, abzüglich der verwalteten Vermögen, die bestehende Kunden und Kunden, welche die Beziehung zu UBS auflösen, abziehen. Die Höhe der Neugelder wird anhand der direkten Methode berechnet, das heisst, Mittelzuflüsse und -abflüsse bei den verwalteten Vermögen werden auf Kundenebene auf Basis der Transaktionen ermittelt. Zinszahlungen an UBS von Kunden für ihre Kredite, die aus dem verwalteten Vermögen vorgenommen werden, werden als Neugeldabfluss behandelt. Ab 2008 werden diese Zinszahlungen von der Performance der verwalteten Vermögen abgezogen und haben keinen Einfluss mehr auf die Nettoneugeldzahlen. Zins- und Dividendenerträge der verwalteten Vermögen gelten nicht als Neugeldzufluss. Markt- und Währungsschwankungen sowie Gebühren und Kommissionen sind in den Neugeldern ebenso wenig berücksichtigt wie die Auswirkungen von Akquisitionen und Veräusserungen von Tochtergesellschaften und Geschäftsbereichen von UBS. Ändert sich die erbrachte Dienstleistung und werden verwaltete Vermögen deshalb zu Kundenvermögen umklassiert oder umgekehrt, wird dies als Neugeldabfluss bzw. -zufluss erfasst.

Werden Produkte in einer Unternehmensgruppe entwickelt, aber in einer anderen verkauft, werden sie sowohl in der Vermögensverwaltungs- als auch in der Vertriebseinheit erfasst. Als Folge davon werden sie im Gesamttotal der von UBS verwalteten Vermögen doppelt gezählt, da beide Einheiten für ihren jeweiligen Kunden eine eigene Dienstleistung erbringen, Mehrwert schaffen und Ertrag erwirtschaften. Am häufigsten kommt es zu Doppelzählungen in Fällen, in denen Anlagefonds von Global Asset Management verwaltet und von Global Wealth Management & Business Banking verkauft werden. Beide beteiligten Unternehmensgruppen führen diese Fonds als verwaltete Vermögen. Dieser Ansatz steht im Einklang mit der Marktpraxis und der offenen Architektur und erlaubt UBS, die Performance der einzelnen Unternehmensgruppen bzw. Geschäftseinheiten richtig wiederzugeben. Insgesamt beliefen sich die doppelt gezählten verwalteten Vermögen im Jahr 2007 auf 392 Milliarden Franken (2006: 371 Milliarden Franken).

Unternehmensgruppen / -einheiten Kennzahlen zur Leistungsmessung (KPIs)

Geschäftseinheit

Kennzahlen zur Leistungsmessung

Definition

Unternehmensgruppen (ausgenommen Corporate Center) und -einheiten innerhalb des Finanzdienstleistungsgeschäfts

Geschäftsaufwand / Geschäftsertrag (%)

Total Geschäftsaufwand / Total Geschäftsertrag vor abgegrenzten erwarteten Kreditrisikokosten.

Wealth- und Asset-Management-Einheiten sowie Business Banking Switzerland

Verwaltete Vermögen (Mrd. CHF)

Von UBS ausschliesslich zu Anlagezwecken verwaltete oder gehaltene Kundenvermögen (weitere Informationen siehe Seite 31).

Neugelder (Mrd. CHF)

Zufluss verwalteter Vermögen von Neukunden
+ Zuflüsse durch bestehende Kunden
– Abflüsse durch bestehende Kunden
– Abflüsse aufgrund von Kundenabgängen.

Wealth- und Asset-Management-Einheiten

Bruttomarge auf verwaltete Vermögen (Bp.)

Total Geschäftsertrag vor abgegrenzten erwarteten Kreditrisikokosten / Durchschnittlich verwaltete Vermögen.

Wealth Management International & Switzerland

Kundenberater

Auf Vollzeitbasis.

Ertrag je Kundenberater (Tausend CHF)

Geschäftsertrag / Durchschnittliche Anzahl an Kundenberatern.

Neugelder je Kundenberater (Tausend CHF)

Neugelder / Durchschnittliche Anzahl an Kundenberatern.

Verwaltete Vermögen je Kundenberater (Tausend CHF)

Durchschnittlich verwaltete Vermögen / Durchschnittliche Anzahl an Kundenberatern.

Wealth Management US

Vermögensabhängige Erträge (Mio. CHF)

Zinserträge, vermögensabhängige Erträge für Portfolio-Management, Vertriebsentschädigungen, beratungs- und kontobezogene Gebühren (im Gegensatz zu transaktionsbezogenen Erträgen).

Ertrag je Finanzberater (Tausend CHF)

Geschäftsertrag (einschliesslich Net Goodwill Funding) / Durchschnittliche Anzahl an Finanzberatern. Net Goodwill Funding wird definiert als Finanzierungen im Zusammenhang mit Goodwill und immateriellen Anlagen, die um den Zinsertrag aus dem entsprechenden zugeteilten regulatorischen Kapital bereinigt worden sind.

Neugelder je Finanzberater (Tausend CHF)

Neugelder / Durchschnittliche Anzahl an Finanzberatern.

Verwaltete Vermögen je Finanzberater (Tausend CHF)

Durchschnittlich verwaltete Vermögen / Durchschnittliche Anzahl an Finanzberatern.

Business Banking Switzerland

Gefährdete Kredite in % der Total Ausleihungen, brutto

Gefährdete Kredite, brutto / Total Ausleihungen, brutto.

Rendite auf alloziertes regulatorisches Kapital (%)

Ergebnis vor Steuern / Durchschnittliches alloziertes regulatorisches Kapital.

Investment Bank

Personalaufwand / Geschäftsertrag (%)

Personalaufwand / Total Geschäftsertrag vor abgegrenzten erwarteten Kreditrisikokosten.

Gefährdete Kredite in % der Total Ausleihungen, brutto

Gefährdete Kredite, brutto / Total Ausleihungen, brutto.

Rendite auf alloziertes regulatorisches Kapital (%)

Ergebnis vor Steuern / Durchschnittliches alloziertes regulatorisches Kapital.

Durchschnittlicher VaR (10 Tage, 99% Konfidenzniveau, 5 Jahre historische Daten)

Value at Risk (VaR) beschreibt den maximal potenziellen Verlust bei einem Konfidenzniveau von 99%, unter Annahme eines Zeithorizonts von zehn Tagen, basierend auf 5 Jahren historischer Daten.

Corporate Center

IT-Infrastruktur (ITI) Aufwand pro Vollzeitangestelltem innerhalb des Finanzdienstleistungsgeschäfts

ITI-Aufwand / Durchschnittlicher Personalbestand im Finanzdienstleistungsgeschäft.

Seite zuletzt geändert am: 21. April 2008, 14:21

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