UBS AG
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Geschäftsbericht 2007  
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Risikobewirtschaftung
Bilanz- und Kapitalbewirtschaftung durch Treasury
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Liquiditätsbewirtschaftung und Finanzierung
Liquiditätsbewirtschaftung und Finanzierung

Das Liquiditätsrisiko ist das Risiko, Zahlungsverpflichtungen bei Fälligkeit nicht erfüllen zu können, weil zu einem gegebenen Zeitpunkt keine Mittel aufgenommen werden können. Das Refinanzierungsrisiko bezeichnet das Unvermögen, am Markt zu einem angemessenen Preis laufend Mittel aufzunehmen, um aktuellen oder beabsichtigten Verpflichtungen nachzukommen und so die gegenwärtige und künftige Strategie zu unterstützen. Beim Refinanzierungsrisiko geht es um die Fähigkeit, laufend Mittel aufzunehmen. Liquidität und Refinanzierung sind nicht dasselbe, aber eng miteinander verbunden – und beide sind kritisch für ein Finanzinstitut.

Mit der fortwährenden Liquiditätsbewirtschaftung stellt ein Unternehmen sicher, dass es gegen Krisen gewappnet ist. Dies können allgemeine Marktereignisse, lokale Schwierigkeiten, welche nur bestimmte Institute betreffen, oder unternehmensspezifische Probleme sein. Ist ein Institut nicht in der Lage, seine Verpflichtungen bei Fälligkeit zu erfüllen, kann es zugrunde gehen. Die Ursache muss aber nicht zwingend in der eigentlichen Zahlungsunfähigkeit bestehen, sondern kann vielmehr im Unvermögen liegen, auf unbesicherter Basis Mittel aufzunehmen, oder in nicht ausreichenden Vermögenswerten mit guter Bonität, um Geld gegen Sicherheit aufnehmen zu können, oder aber in nicht ausreichenden liquiden Vermögenswerten, die zur unmittelbaren Generierung von Barmitteln veräussert werden können.

Im Laufe des Jahres 2007 war die Liquiditätsbewirtschaftung gefordert, als der US-Wohnhypothekenmarkt plötzlich hohe Ausfälle verzeichnete. Dies führte dazu, dass einzelne vormals sehr liquide Finanzinstrumente weniger liquide wurden. Die Handelsvolumen bei diesen beeinträch-tigten Instrumenten gingen deutlich zurück; die Finanzierung von Repurchase-Geschäften unterlag bei bestimmten Vermögenswerten höheren Sicherheitsmargen (Haircuts) und war manchmal nicht möglich. Trotz dieser schwierigen Bedingungen war UBS in der Lage, den Finanzierungszugang primär dank ihrer breit diversifizierten Finanzierungsbasis aufrechtzuerhalten. Darüber hinaus wurden in Erwartung einer längeren turbulenten Marktperiode mehrere Massnahmen getroffen, um die Liquiditätsposition von UBS während dieses Zeitraums weiter zu stärken. Kurzfristige Finanzierungsziele wurden entsprechend angepasst, und das Augenmerk wurde vermehrt auf die Bilanzbewirtschaftung gelegt.

Liquiditätsansatz

Ziel der UBS-eigenen Liquiditätsbewirtschaftung, welche alle Niederlassungen und Tochtergesellschaften einschliesst, ist es, sowohl unter normalen als auch unter Stressbedingungen ausreichend Liquidität für die rechtzeitige Erfüllung von Zahlungsverpflichtungen sicherzustellen, ohne inakzeptable Verluste zu erleiden oder eine nachhaltige Beeinträchtigung der Position in den diversen Geschäftsbereichen zu riskieren.

Das integrierte Liquiditätsüberwachungssystem der Bank beinhaltet eine Beurteilung aller wesentlichen, bekannten und erwarteten Cashflows sowie die Positionen in erstklassigen Sicherheiten, die bei Bedarf zusätzlich für Finanzierungen eingesetzt werden könnten. Anhand dieses Systems wird die tägliche Liquiditätsposition der Bank sorgfältig überwacht und kontrolliert und es werden regelmässig Liquiditätsstresstests durchgeführt. Die Risikolimiten werden von der Konzernleitung festgelegt und von der Treasury-Abteilung überwacht. Des Weiteren sind Notfallpläne für die Krisenbewältigung bei Liquiditätsengpässen in den allgemeinen Krisenmanagementprozess von UBS integriert.

Die Liquidität wird unter Einbezug einer Reihe möglicher Szenarien, die sowohl normale Markt- als auch Stressbedingungen umfassen, beurteilt und bewirtschaftet. UBS berücksichtigt die Möglichkeit, dass ihr Zugang zu den Märkten durch ein Stressereignis, das Teile ihres Geschäfts betrifft, beeinträchtigt oder dass – im schlimmsten Fall – ihr Rating in einer Phase allgemeiner Marktunsicherheit massiv herabgestuft wird.

Wichtige Liquiditätsquellen von UBS werden über vollkonsolidierte Einheiten erfasst.

Neues Refinanzierungsmodell

Im Jahr 2007 lancierte UBS die Einführung eines neuen Refinanzierungsmodells für die Investment Bank. Dieses Modell bringt zwei wesentliche Veränderungen: Erstens die Anpassung der internen Preiskurve, um die Refinanzierungskosten von UBS getreu zu widerspiegeln, inklusive einer zusätzlichen Komponente, um das Preisniveau genauer auf jenes einer definierten Gruppe von Vergleichsinstituten abzustimmen. Zweitens die Bedingung, dass die Geschäfte auf Basis der von Treasury geschätzten Qualität und Liquidität ihrer Vermögenswerte längerfristig refinanziert werden müssen.

Diese Veränderungen werden auf Seiten der Investment Bank eine erhöhte Bilanzdisziplin fördern.

Liquiditätsbewirtschaftung

UBS bewirtschaftet ihre Liquiditätsposition, damit die Fortführung ihrer normalen Geschäftstätigkeit auch in Krisenzeiten gewährleistet ist. In Ergänzung dazu bewirtschaftet sie das Refinanzierungsrisiko mit dem Ziel, die Passiven zwecks kostengünstiger und verlässlicher Finanzierung der Geschäftstätigkeit optimal zu strukturieren. Gleichzeitig schützt ihre stabil und sicher ausgerichtete Finanzierung ihre Liquiditätsposition im Falle einer UBS-spezifischen Krise.

Im Rahmen ihrer Geschäftsaktivitäten generiert UBS Passivpositionen, die naturgemäss nach Märkten, Produkten und Währungen breit diversifiziert sind. Dadurch entstehen zahlreiche Anlagemöglichkeiten für die Kunden von UBS, und die Abhängigkeit der Bank von einzelnen Finanzierungsquellen verringert sich, was wiederum das Liquiditätsrisiko reduziert.

Dank einem zentralisierten Ansatz zur Finanzierung und Liquiditätsbewirtschaftung kann UBS diese Vorteile in vollem Umfang nutzen. Der Finanzierungs- und Liquiditätsbewirtschaftungsprozess wird von Treasury und der Einheit Foreign Exchange and Money Market (FX&MM), die zu Fixed Income, Currencies and Commodities (FICC) der Investment Bank gehört, gemeinsam getragen. Treasury obliegt die Erarbeitung umfassender Kontrollstandards, während FX&MM das operative Cash- und Collateral-Management innerhalb der bestehenden Vorgaben durchführt.

Diese Zentralisierung erlaubt eine genauere Kontrolle der globalen Geldmittel sowie des Bestands an hochliquiden Wertschriften von UBS. Der zentrale Treasury-Prozess gewährleistet zudem, dass der Marktauftritt von UBS im Geldmarktbereich innerhalb von FX&MM konzentriert ist. Extern aufgenommene Mittel werden mehrheitlich FX&MM zugeführt, einschliesslich der Erlöse aus Schuldpapieren, welche die Treasury-Abteilung für UBS emittiert. FX&MM ist für alle internen Finanzierungsbelange zuständig und sorgt für den Mittelfluss zwischen den Einheiten, die überschüssige liquide Mittel generieren, und solchen, die Mittel benötigen. Auf diese Weise kann UBS die externe Mittelaufnahme und die Inanspruchnahme verfügbarer Kreditlimiten auf ein Minimum beschränken. Damit nimmt der Markt UBS als konsistenten und gut organisierten Teilnehmer wahr.

Liquiditätsmodellierung und Notfallplanung

Die tägliche Liquiditätsposition – der kumulative Nettofinanzierungsbedarf für einen bestimmten Tag – wird anhand vorsichtiger Annahmen für jeden einzelnen Geschäftstag geschätzt. Die Berechnung erstreckt sich vom laufenden Tag bis zu einem Monat. Daraus ergibt sich eine kumulative «Cash Ladder». Die kurzfristige «Cash Ladder» dient FX&MM zur effizienten täglichen Bewirtschaftung des Nettofinanzierungsbedarfs. Treasury kontrolliert wiederum, dass der Nettofinanzierungsbedarf die von der Konzernleitung gesetzten Limiten nicht überschreitet.

UBS untersucht auch regelmässig die Auswirkungen von Liquiditätskrisenszenarios. Diese Szenarien bilden eine Kombination einer firmenspezifischen Krise mit einer Marktstörung und konzentriert sich auf einen Zeithorizont von einem Tag bis zu einem Jahr. Dieses UBS-spezifische Szenario basiert auf grossen Abflüssen bei sonst stabilen Kundeneinlagen, der Unfähigkeit, fällige unbesicherte Wholesale-Mittel zu erneuern oder zu ersetzen, sowie begrenzten Möglichkeiten zur Liquiditätsbeschaffung über die Handelsbestände der Bank. Die Krisenanalyse unterstützt demnach den Prozess der Liquiditätsbewirtschaftung, wo Korrekturmassnahmen – wie der Aufbau eines Liquiditätspuffers, mit dem sich allfällige unmittelbare Liquiditätsengpässe auffangen lassen – sofortige Wirkung zeigen.

Die Grundlage für die Stresstestanalysen bildet die Aufteilung der Aktiven und Passiven von UBS nach ihren vertraglichen Laufzeiten. Eine solche Aufteilung ist in der Tabelle am Ende dieses Abschnittes ersichtlich. Diese Fälligkeitsstruktur der Aktiven und Passiven entspricht einer buchhalterischen Sichtweise und nicht der Sichtweise der Liquiditätsrisikobewirtschaftung in ihrer Ganzheit. Diese würde auch Stressanalysen und eingehendere Informationen der Aktiven und Passiven umfassen.

Da eine Liquiditätskrise vielfältige Ursachen haben kann, richtet sich der Fokus anschliessend auf ein Szenario, das sämtliche potenziellen Stressfaktoren aller Märkte, Währungen und Produkte berücksichtigt.

Beurteilt werden dabei die Wahrscheinlichkeit, mit der fällig werdende Aktiven und Passiven im Falle einer UBS-spezifischen Krise erneuert werden, sowie das Ausmass, bis zu dem sich der potenzielle krisenbedingte Engpass mit verfügbaren Mitteln decken liesse. Diese würden durch den Verkauf liquider Bestände oder auf besicherter Basis beschafft. Im zweiten Fall würden verfügbare Sicherheiten hinterlegt, zu denen unter anderem bei den grossen Notenbanken verpfändbare Wertschriften zählen. In beiden Fällen setzt UBS den Wert der Vermögenswerte je nach Ausmass der Krise herab. Dabei wird davon ausgegangen, dass UBS in der Regel keine ihrer unbesicherten Wholesale-Verbindlichkeiten, einschliesslich sämtlicher fällig werdender Geldmarktpapiere (ausstehend per 31. Dezember 2007: 152,3 Milliarden Franken), erneuern kann und eine Krisenfinanzierung auf unbesicherter Basis nicht möglich ist. Berücksichtigt werden zudem potenzielle Liquiditätsabflüsse aus Eventualverpflichtungen, die insbesondere aus der Beanspruchung gewährter Kreditlimiten resultieren. Andere Eventualverpflichtungen wie Garantien und Akkreditive werden in diese Analyse ebenfalls mit einbezogen, obwohl sie weniger gefährdet sind, da es sich dabei im Allgemeinen nicht um vorbehaltlose Verpflichtungen handelt, sondern um solche, welche unabhängige Voraussetzungen erfüllen müssen.

Liquiditätsanforderungen können auch aus Verpflichtungen oder Eventualverbindlichkeiten entstehen. Darunter fallen Kreditlimiten, die an Kunden zur Deckung ihrer Liquiditätsbedürfnisse gewährt wurden. UBS überprüft regelmässig die nicht beanspruchten Kreditlimiten und andere latente Liquiditätsrisiken.

Im Falle einer Herabstufung der UBS-Kreditratings könnten «Rating Trigger»-Klauseln – insbesondere im Falle von Derivatkontrakten – einen sofortigen Mittelabfluss bewirken, wenn Derivatpositionen aufgelöst oder zusätzliche Sicherheiten geliefert werden müssen. Auf isolierter Basis betrachtet, hätten diese «Rating Triggers» indes kaum einen wesentlichen Einfluss auf die Liquiditätslage der Bank – auch nicht in einer Krisensituation. UBS analysiert auch die Auswirkungen auf ihre Nettoliquidität für den Fall, dass sich die Wiederbeschaffungswerte der Over-the-Counter (OTC) Derivate, die Deckungsvereinbarungen unterliegen, ungünstig entwickeln sollten und berücksichtigt die möglichen Abflüsse in ihren Krisenszenarien. Aufgrund der Diversifizierung der Derivatgeschäfte von UBS und ihrer Gegenparteien besteht nicht zwingend eine direkte Korrelation zwischen den Faktoren, welche die Nettowiederbeschaffungswerte bei den einzelnen Gegenparteien beeinflussen, und einem unternehmensspezifischen Krisenszenario.

Liquiditätslimiten und -kontrollen

Die geschätzte Fähigkeit von UBS, bei Bedarf Liquidität zu beschaffen, schwankt naturgemäss. Für die Limiten wird aber in der Regel eine konstante Struktur angewandt. Dazu bedarf es der «Cash Ladder» entlang einer Obergrenze für den prognostizierten Nettofinanzierungsbedarf. Die Limiten basieren auf dem Barbetrag, den UBS ihres Erachtens nach Eintreten einer firmenspezifischen Krise aufnehmen könnte.

Die Limiten unterscheiden sich je nach Zeitzone, da der Zugang zu Liquidität von der Tageszeit abhängt. Zu Beginn eines globalen Handelstages, wenn die asiatisch-pazifischen Märkte aktiv sind, werden die Limiten weniger streng gehandhabt, da mehr Zeit vorhanden ist, Finanzierungsquellen zu mobilisieren oder, wenn nötig, zwecks zusätzlicher Liquidität den Verkauf von Vermögenswerten zu initiieren. Im weiteren Tagesverlauf und mit Marktschluss in den ersten Währungszonen werden die Limiten strenger. Am restriktivsten sind sie später am Tag, wenn nur noch der US-Markt geöffnet ist. FX&MM bewirtschaftet die tägliche Liquidität anhand globaler Handelsbücher, die von einer Zeitzone zur nächsten weitergereicht werden. So stellt FX&MM die Liquiditätsbewirtschaftung rund um die Uhr sicher. Über die Einhaltung der Risikolimiten und die aktuellen Liquiditätsrisikopositionen wird der Konzernleitung regelmässig Bericht erstattet.

In Ergänzung und zur Gewährleistung der Limiten überwachen regionale Teams die Märkte, in denen UBS tätig ist, um potenzielle Gefahren zu identifizieren. Sie erstatten Treasury regelmässig Bericht.

Ausserdem wurde ein ausführlicher Notfallplan für das Krisenmanagement bei Liquiditätsengpässen entwickelt. Dessen wichtigster Punkt ist die Beschaffung von Finanzmitteln auf besicherter Basis, die über die Märkte oder die wichtigen Zentralbanken erfolgen kann, in Kombination mit der Fähigkeit von UBS, innerhalb kurzer Frist durch den Verkauf genügend liquider Vermögenswerte Barmittel zu beschaffen.

Der Notfallplan bildet einen zentralen Bestandteil des «Global Crisis Management Concept», das alle Arten von Krisensituationen abdeckt. Für die Umsetzung des Notfallplans bei einem Liquiditätsengpass ist ein designiertes Krisenteam verantwortlich. Es besteht aus Vertretern von Treasury, das für die Überwachung des Liquiditätsrisikos zuständig ist, von FX&MM, das hauptverantwortlich für die Liquiditätsbewirtschaftung ist, sowie von anderen involvierten Bereichen wie Zahlungsverkehr und Transaktionsabwicklung, Markt- und Kreditrisikokontrolle, Collateral- und Margenbewirtschaftung, IT und Infrastruktur. Das zentralisierte globale Bewirtschaftungsmodell von FX&MM eignet sich bestens, um Liquiditätsengpässe effizient zu bewältigen.

UBS stützt ihre Krisenplanung nicht auf Kreditzusagen Dritter ab, sondern wählt ihre Finanzierungsquellen so, dass sie im Notfall in der Lage ist, Mittel durch Hinterlegung erstklassiger Sicherheiten zu beschaffen. Daher wird UBS ihre Beziehungen zu den wichtigsten Notenbanken weiter stärken.

Liquiditätskennzahlen

Zur Überwachung des Liquiditätsrisikos werden drei wichtige Kennzahlen herangezogen – das Verhältnis der Handelsbestände (Handelsbestände und positive Wiederbeschaffungswerte auf Derivaten) zum Total der Aktiven, das Verhältnis der «Level 1»-Handelsbestände zum Total der Aktiven und das Verhältnis der Kundenmittel in Spar- und Anlageform zu den Hypotheken. Level-1-Positionen sind solche, deren Fair Value sich aus beobachtbaren Marktdaten herleiten lässt und die deshalb am liquidesten sind. Diese Kennzahlen werden hauptsächlich durch die zwei grössten Unternehmensgruppen von UBS beeinflusst, die Investment Bank und Global Wealth Management & Business Banking. Die beiden ersten Kennzahlen zeigen den Anteil der handelbaren Positionen, welche vor allem auf die Investment Bank entfallen. Die dritte Kennzahl zeigt, in welchem Ausmass UBS ihr grösstes Schweizer Portfolio an Vermögenswerten mit Kundeneinlagen finanziert (nur Sparheft- und Depositeneinlagen), welche hauptsächlich Global Wealth Management & Business Banking entstammen und welche zudem eine recht stabile Finanzierungsquelle darstellen; je höher dieser Anteil ist, desto weniger ist die Bank für diese möglicherweise längerfristigen Vermögenswerte von Wholesale-Mitteln abhängig.

Liquiditätskennzahlen

in %

31.12.07

31.12.06

Handelsbestände / Total der Aktiven

52.92

49.93

Level 1 Handelsbestände / Total Aktiven

15.02

20.88

Spar- und Sichteinlagen von Kunden / Hypotheken

76.10

79.10

Finanzierung

Das starke inländische Privat- und Firmenkundengeschäft und das globale Vermögensverwaltungsgeschäft von UBS sind eine sehr wertvolle, kosteneffiziente und verlässliche Finanzierungsquelle. Ausserdem kann die Bank durch kurz-, mittel- und langfristige Finanzierungsprogramme in Europa, den USA und Asien ihren Kunden spezialisierte Anlagen anbieten und dadurch effizient von institutionellen und privaten Investoren Mittel aufnehmen. So wird die Abhängigkeit von einer einzelnen Finanzierungsquelle wirksam verringert.

Dank den nach Märkten, Produkten und Währungen diversifizierten Finanzierungsquellen verfügt UBS über eine ausgeglichene Struktur der Passiven, die eine stabile Finanzierung selbst bei instabilen Märkten ermöglicht. Auf Basis dieser breiten Diversifikation und dank ihrer zentral gesteuerten Liquiditätsbewirtschaftung kann UBS eine Strategie verfolgen, die auf eine effiziente Finanzierung der Geschäftsaktivitäten ausgerichtet ist.

Finanzierungsansatz

UBS plant mittel- und langfristige Finanzierungsaktivitäten, indem sie ein Finanzierungsprofil der Bilanz erstellt, das die effektive Laufzeit der Vermögenswerte und den Betrag der fällig werdenden und zu ersetzenden Verbindlichkeiten berücksichtigt. In die Berechnungen fliesst ferner mit ein, inwieweit die laufenden Geschäftsaktivitäten auch in Zeiten schwieriger Marktverhältnisse weiter finanziert werden können.

Um eine konstant gut ausgewogene und diversifizierte Struktur der Passiven zu gewährleisten, überprüft Treasury die Liquiditätssituation von UBS regelmässig und informiert die Konzernleitung vierteljährlich über die Ergebnisse. Die Analyse basiert auf zwei wichtigen Instrumenten: «Cash Capital» und «Finanzierung auf besicherter Basis». In Ergänzung dazu beurteilt UBS regelmässig die Konzentrationsrisiken in ihren wichtigsten Finanzierungsportfolios.

Cash Capital bezeichnet den Wert, um den die langfristige Liquidität von UBS die Gesamtheit der illiquiden Aktiven übersteigt. Die Begriffe «langfristig» und «illiquid» beziehen sich auf einen Zeithorizont von einem Jahr. Das Konzept der Finanzierung auf besicherter Basis stellt sicher, dass kurzfristig unbesicherte (Wholesale-)Mittel effektiv nur in frei handelbare («unbelastete») Vermögenswerte investiert werden. UBS versucht, ein Minimum an unbelasteten Vermögenswerten und Barmitteln zu halten, deren Wert die ausstehenden kurzfristig unbesicherten (Wholesale-)Mittel übersteigt.

Finanzierungsposition

UBS verfügt über eine solide Finanzierung auf besicherter Basis, mit der sie schwierigen Marktbedingungen, in denen die Beschaffung unbesicherter Refinanzierungsmittel vorübergehend eingeschränkt sein könnte, besser begegnen kann. Von der gesamten Refinanzierung der Bank wurden 22% auf besicherter und 78% auf unbesicherter Basis getätigt. Die unbesicherten Refinanzierungsmittel sind breit diversifiziert: 19% der gesamten Refinanzierung stammen aus Spar- und Sichteinlagen, 17% aus langfristigen Verbindlichkeiten, 17% aus Festgeldern, 9% aus kurzfristigen Interbankausleihungen, 10% aus Geldmarktpapieren und 6% aus Treuhandanlagen. Etwa die Hälfte der Refinanzierungsmittel von UBS lauten auf US-Dollar, gefolgt vom Euro und vom Schweizer Franken, was ungefähr der Währungsaufgliederung der Aktiven entspricht. Rund 19% der Refinanzierungsmittel lauten auf andere Währungen (hauptsächlich britisches Pfund und japanischer Yen). UBS stützt sich nicht auf den Kauf von verbindlichen Kreditzusagen von Drittbanken ab, sondern wählt ihre Finanzierungsquellen so, dass sie im Notfall in der Lage ist, mittels Hinterlegung erstklassiger Sicherheiten Mittel auf besicherter Basis zu beschaffen.

Fälligkeitsstruktur der Aktiven und Passiven

Auf Sicht und Finanzinstrumente

Mrd. CHF

Finanzinstru- mente zu An- schaffungskosten und zu Fair Value / Level 1

Finanz- instrumente zu Fair Value / Level 2

Finanzinstrumente zu Fair Value / Level 3

Kündbar 1

Fällig innert eines Monats

Fällig innert 1 bis 3 Monaten

Fällig innert 3 bis 12 Monaten

Fällig innert 1 bis 5 Jahren

Fällig nach 5 Jahren

Total

Aktiven

Flüssige Mittel

18,8

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

18,8

Forderungen gegenüber Banken

46,4

0,0

0,0

0,0

6,7

2,1

4,1

1,4

0,2

60,9

Barhinterlagen für geborgte Wertschriften

0,0

0,0

0,0

149,5

46,5

2,4

3,8

1,5

3,4

207,1

Reverse-Repurchase-Geschäfte

0,0

0,0

0,0

34,8

277,3

40,0

22,8

1,9

0,1

376,9

Handelsbestände 2

249,3

323,4

37,3

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

610,0

Als Sicherheit verpfändete Handelsbestände 2

85,3

55,8

23,2

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

164,3

Positive Wiederbeschaffungswerte 2

6,8

407,4

14,0

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

428,2

Finanzielle Vermögenswerte zum Fair Value 3

1,8

0,3

0,0

0,0

1,9

1,7

0,8

2,2

3,1

11,8

Kundenausleihungen

72,5

0,0

0,0

42,0

61,5

20,0

38,6

72,7

28,6

335,9

Finanzanlagen, zur Veräusserung verfügbar

0,4

0,5

1,0

0,0

0,3

0,0

1,8

0,3

0,7

5,0

Rechnungsabgrenzungen

0,0

0,0

0,0

0,0

12,0

0,0

0,0

0,0

0,0

12,0

Beteiligungen an assoziierten Gesellschaften

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

2,0

2,0

Liegenschaften und übrige Sachanlagen

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

7,2

7,2

Goodwill und andere immaterielle Anlagen

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

14,5

14,5

Übrige Aktiven

0,0

0,0

0,0

0,0

18,0

0,0

0,0

0,0

0,0

18,0

Total per 31.12.07

481,3

787,4

75,5

226,3

424,2

66,2

71,9

80,0

59,8

2 272.6

Total per 31.12.06

549,9

673,9

13,1

351,4

404,6

114,3

92,3

98,9

48,0

2 346.4

Passiven

Verpflichtungen gegenüber Banken

39,1

0,0

0,0

1,0

77,8

15,1

11,8

0,4

0,5

145,7

Barhinterlagen für ausgeliehene Wertschriften

0,0

0,0

0,0

30,5

1,1

0,0

0,0

0,0

0,0

31,6

Repurchase-Geschäfte

0,0

0,0

0,0

17,4

186,7

46,8

54,4

0,6

0,0

305,9

Verpflichtungen aus Handelsbeständen 2

119,9

44,9

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

164,8

Negative Wiederbeschaffungswerte 2

6,6

420,1

16,8

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

0,0

443,5

Finanzielle Verpflichtungen zum Fair Value 3

0,0

0,0

0,0

0,0

4,5

35,3

28,8

68,0

55,3

191,9

Verpflichtungen gegenüber Kunden

179,6

0,0

0,0

124,1

252,3

49,8

23,5

0,7

11,9

641,9

Rechnungsabgrenzungen

0,0

0,0

0,0

0,0

21,8

0,0

0,0

0,0

0,0

21,8

Ausgegebene Schuldtitel

0,0

0,0

0,0

0,0

52,2

63,6

49,0

22,6

34,7

222,1

Übrige Verpflichtungen

0,0

0,0

0,0

27,5

33,3

0,0

0,0

0,0

0,0

60,8

Total per 31.12.07

345,2

465,0

16,8

200,5

629,7

210,6

167,5

92,3

102,4

2 230,0

Total per 31.12.06

386,3

290,1

9,2

254,6

843,4

169,8

150,6

97,5

89,1

2 290.6

1  Gelder ohne feste Laufzeit, für welche kein Rückzug oder keine Kündigung vorliegt (diese Gelder können vom Gläubiger bzw. vom Schuldner unter Einhaltung einer vereinbarten Kündigungsfrist zurückgefordert bzw. zurückgezahlt werden). 2 Handels- und derivative Positionen sind in den ersten drei Spalten dieser Tabelle aufgeführt: «Finanzinstrumente zu Fair Value / Level 1», «Finanzinstrumente zu Fair Value / Level 2» und «Finanzinstrumente zu Fair Value / Level 3». Die kurzfristige Natur von Handelsaktivitäten wird mit dieser Darstellung nach Ansicht des Managements am besten reflektiert. Die vertragliche Fälligkeit dieser Instrumente erstreckt sich unter Umständen jedoch auf bedeutend längere Perioden. Die Unterteilung dieser Positionen in Fair-Value-Messkategorien gemäss Level 1, 2 oder 3 zeigt die Liquidität der Märkte, auf denen diese Finanzinstrumente gehandelt werden, und entspricht der Verfügbarkeit von beobachtbaren Marktdaten zur Bewertung dieser Instrumente (siehe Anmerkung 26 im Anhang zur Konzernrechnung 2007). 3 Der vertragliche Rückzahlungsbetrag bei Fälligkeit der finanziellen Verpflichtungen, die als erfolgswirksam zum Fair Value bilanzierte Finanzinstrumente klassiert sind, entspricht etwa dem Buchwert per 31. Dezember 2007 bzw. 31. Dezember 2006.

Eventualforderungen und -verpflichtungen

Mio. CHF

31.12.07

31.12.06

Eventualforderungen

20 824

17 908

Nicht beanspruchte unwiderrufliche Kreditzusagen

83 980

97 287

UBS gewährt Kreditverlängerungen in Form höherer Kreditlimiten, welche die Liquidität der Bankkunden sicherstellen, jedoch noch nicht beansprucht wurden. Von den ausstehenden nicht beanspruchten unwiderruflichen Kreditzusagen wird rund ein Fünftel innerhalb von zwölf Monaten bzw. werden rund vier Fünftel nach Ablauf von zwölf Monaten fällig.

Seite zuletzt geändert am: 21. April 2008, 14:38

Geprüfte Informationen gemäss IFRS 7 und IAS 1
Die Offenlegung der Risiken erfolgt nach International Financial Reporting Standard 7 (IFRS 7), Finanzinstrumente: Angaben, und die Offenlegung des Kapitalmanagements erfolgt gemäss International Accounting Standard 1 (IAS 1), Darstellung des Abschlusses, als Teil des Finanzberichts 2007, geprüft durch die unabhängige Revisionsstelle Ernst & Young AG, Basel. Diese Informationen (geprüfte Texte, Tabellen und Grafiken) sind im ganzen Bericht "Risiko- und Kapitalbewirtschaftung" in normaler Schriftart dargestellt und mittels Referenz in der Konzernrechnung und Jahresrechnung Stammhaus 2007 enthalten. Nicht geprüfte Inhalte sind kursiv dargestellt.

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