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Risikobewirtschaftung und -kontrolle
Risikobewirtschaftung und -kontrolle  Im Jahr 2007 erlitt UBS hohe Verluste aus Positionen in Finanzinstrumenten mit Bezug zum US-Wohnhypothekenmarkt. Diese Erfahrung
führt nicht zu einer Entkräftung von Risikobewirtschaftung und -kontrolle. Die Grundsätze bleiben gültig. Die Erfahrungen
haben aber gezeigt, dass Richtlinien, Messung und Prozesse, welche diese Grundsätze umsetzen, in diversen Bereichen verstärkt
werden können.Schritte werden unternommen, um sicherzustellen, dass die aus dem Jahr 2007 gezogen Lehren in das Rahmenwerk
von Risikobewirtschaftung und -kontrolle, und in die Struktur und die Prozesse der Risikokontrolle einfliessen.
Grundsätze der Risikobewirtschaftung- und -kontrolle Das Eingehen, Bewirtschaften und Kontrollieren von Risiken sind zentrale Bestandteile des Geschäfts von UBS. Es ist deshalb
nicht das Ziel, alle Risiken zu eliminieren, sondern ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Risiko und Rendite zu erreichen.
Der Ansatz von UBS zur Bewirtschaftung und Kontrolle von Risiken beruht auf fünf Grundsätzen: – Die Unternehmensführung ist verantwortlich für sämtliche durch das operative Geschäft eingegangenen Risiken sowie deren laufende und aktive Bewirtschaftung, damit Risiko
und Rendite ausgewogen sind. – Ein unabhängiger Kontrollprozess ist ein integraler Teil der Unternehmensstruktur. Er soll als objektive Prüfung der mit Risiken verbundenen Aktivitäten dienen
und das Senior Management dabei unterstützen, die Interessen sämtlicher Anspruchsgruppen, einschliesslich Aktionären, Kunden
und Mitarbeitern, aufeinander abzustimmen. – Zentrales Element der Risikokontrolle ist eine umfassende, transparente und objektive Offenlegung der Risiken gegenüber Geschäftsleitung, Verwaltungsrat, Aktionären, Aufsichtsbehörden, Ratingagenturen und anderen Anspruchsgruppen. – Erträge schützen wir durch eine Beschränkung der Auswirkung negativer Ertragsschwankungen und der Engagements gegenüber «Stresssituationen».
Kontrollen werden angewendet sowohl auf Stufe Einzelengagement und Portfolio in jedem Geschäftsbereich als auch zusammengefasst
für Risiken über alle Geschäftsbereiche und wichtigen Risikoarten hinweg. Dies im Hinblick auf die Risikokapazität des Unternehmens
– die Höhe des Risikos, das UBS aufgrund ihrer erwarteten Ertragskraft tragen kann. – Der Schutz der Reputation von UBS hängt letztlich von der wirksamen Bewirtschaftung und Kontrolle der Risiken ab, die im Rahmen
der Geschäftstätigkeit entstehen. Die Grundsätze bilden das Fundament, auf welchem das detaillierte Rahmenwerk von Risikobewirtschaftung und -kontrolle errichtet
ist. Diese Rahmenwerke umfassen sowohl qualitative Elemente, wie Richtlinien und Kompetenzen, als auch quantitative Elemente,
wie Limiten. Sie werden laufend angepasst und verbessert im Einklang mit der Entwicklung des Geschäfts von UBS sowie des Marktumfelds. Die raschen Innovationen an den Finanzmärkten machen dies zu einer Herausforderung – umso mehr, wenn Märkte starken Turbulenzen
ausgesetzt sind wie im Jahr 2007. Grosse Teile der Risikobewirtschaftung und -kontrolle von UBS erwiesen sich unter diesen
sehr schwierigen Bedingungen als widerstandsfähig. Doch in einem Teilbereich der Investment Bank erwiesen sich Beurteilungsaspekte
der Risikobewirtschaftung und -kontrolle als ungenügend zur Identifizierung gewisser Klumpenrisiken und Verhütung von Verlusten
unter den extremen Marktbedingungen des zweiten Halbjahres 2007. Verantwortlichkeiten für Risikobewirtschaftung und -kontrolle Der Verwaltungsrat hat eine strategische und eine Aufsichtsfunktion. Er ist für die grundlegende Risikopolitik, die Genehmigung der Risikogrundsätze
und die Festlegung der Risikokapazität und Risikobereitschaft zuständig. Das Präsidium fungiert als Risk Council des Verwaltungsrates. In dieser Funktion überwacht es im Auftrag des Verwaltungsrates das Risikoprofil
des Unternehmens und die Umsetzung der Grundsätze zu Risikobewirtschaftung und -kontrolle.
Die Konzernleitung ist zusammen mit ihrem Risk Sub-Committee verantwortlich für die Umsetzung der Risikogrundsätze, einschliesslich der Genehmigung der wichtigsten Richtlinien. Im Weiteren
bewirtschaftet die Konzern- leitung das Risikoprofil von UBS als Ganzes.
Der Group Chief Risk Officer (Group CRO) trägt die Gesamtverantwortung für die Ausgestaltung sowie die Um- und Durchsetzung der Risikogrundsätze von UBS. Er wird
vom Group Chief Credit Officer (Group CCO), vom Group Head of Market Risk und vom Group Head of Operational Risk unterstützt.
Gemeinsam definieren sie Risikokontrollstrukturen, Risikorichtlinien und Methoden zur Messung und Beurteilung von Risiken.
Sie sind für die Überwachung der Risiken und des Risiko-Ertrags-Profils von UBS zuständig und befugt, angesichts der Marktbedingungen
und finanziellen Mittel von UBS Risikoreduzierungen anzuordnen.
Der Group Chief Financial Officer (Group CFO) sorgt dafür, dass die Finanzergebnisse von UBS und der einzelnen Unternehmensgruppen transparent ausgewiesen werden. Zudem
ist er für eine qualitativ hochstehende und rechtzeitige Berichterstattung und Offenlegung im Einklang mit den regulatorischen
Anforderungen, den Corporate-Governance-Standards und globalen «Best Practice»-Methoden zuständig. Ferner zeichnet er für
die Umsetzung der Risikogrundsätze in den Bereichen Kapitalbewirtschaftung, Liquidität, Refinanzierung und Steuern verantwortlich.
Der Group General Counsel trägt die Verantwortung für die Umsetzung der Risikogrundsätze in Rechts- und Compliance-Angelegenheiten.
Der Chief Executive Officer (CEO) jeder Unternehmensgruppe trägt die Gesamtverantwortung für die Unternehmensgruppe und ihr Management und ist für ihre Ergebnisse
und Risiken verantwortlich.
Innerhalb der Unternehmensgruppen ist die Geschäftsbereichsleitung dafür verantwortlich, dass Risiken erkannt und bewirtschaftet werden. Die Risikokontrollfunktionen sind für die Umsetzung von unabhängigen Kontrollprozessen zuständig. Sie sind befugt, die Risikogrundsätze und -kontrollstrukturen
sowie die vom Group CRO, den Leitern der Risikokontrollfunktionen und dem Senior Management angeordneten Korrekturmassnahmen
durchzusetzen.
Sämtliche Mitarbeiter, aber insbesondere jene, die Risikoentscheidungen mittragen, müssen der Wahrung der Reputation von UBS höchsten Stellenwert
einräumen. Die Verantwortung für die Reputation von UBS kann weder delegiert noch geteilt werden.
Der Risikokontrollprozess Der unabhängige Risikokontrollprozess umfasst fünf Hauptelemente: – Risikorichtlinien zur Umsetzung der Risikogrundsätze, die der Risikokapazität und der Risikobereitschaft von UBS Rechnung tragen und im Einklang
mit den jeweiligen geschäftlichen Anforderungen und internationalen «Best Practice»-Methoden stehen. Die Risikorichtlinien
von UBS sind grundsatzorientiert und formulieren Mindestanforderungen, Kontroll- und sonstige Standards auf hohem Niveau sowie
weitgehende Kompetenzen und Zuständigkeiten. Sie ersetzen aber niemals das fundierte Fachurteil. Sie leiten und bestimmen
Handlungen und Entscheidungen. – Risikoidentifizierung durch die laufende Überwachung von Portfolios, durch die Beurteilung von Risiken in neuen Geschäftszweigen und bei komplexen
oder unüblichen Einzeltransaktionen sowie durch die stetige Prüfung des Risikoprofils im Hinblick auf Marktentwicklungen und
externe Ereignisse. – Risikoquantifizierung unter Anwendung von Methoden und Modellen, die von unabhängigen Stellen geprüft und genehmigt werden. – Risikokontrolle durch Überwachung und Durchsetzung der Risikogrundsätze, der Risikorichtlinien und -limiten und der regulatorischen Anforderungen. – Transparente Berichterstattung über die Risiken zuhanden der Anspruchsgruppen und des Managements auf allen Ebenen und im jeweiligen Rahmen der bewilligten Risikokontrolle,
einschliesslich Limiten. Der Aufbau neuer Geschäftseinheiten oder materielle Veränderungen sowie die Ausführung komplexer und ungewöhnlicher Transaktionen
sind bei UBS Kontrollprozessen unterworfen. Diese Prozesse umfassen die Geschäftseinheit und unter Umständen alle Kontrollfunktionen
– Risikokontrolle, Rechtsdienst, Compliance, Treasury, Finanzen, Steuern und Logistik – soweit nötig. Ziel ist, alle kritischen
Aspekte disziplinübergreifend zu prüfen. Dazu gehört auch die korrekte Erfassung von Transaktionen, damit die Risiken laufend
bewirtschaftet, gemessen, kontrolliert und ausgewiesen werden können. Diese Prozesse werden optimiert, um den aus dem Jahr
2007 gezogenen Lehren Rechnung zu tragen. Im Allgemeinen ist UBS bestrebt, in der Investment Bank die Markt- und Kreditrisikostrukturen
zu verschmelzen zwecks einer umfassenderen Übersicht innerhalb einzelner und quer durch die Kategorien von Aktiven. Risikokategorien Geschäftsrisiken hängen mit der gewählten Geschäftsstrategie zusammen. Es liegt in der Verantwortung der Geschäftsleitung, auf grundlegende
Veränderungen des Konjunktur- und des Wettbewerbsumfelds angemessen zu reagieren. Geschäftsrisiken unterliegen keiner unabhängigen
Risikokontrolle, sondern werden im Planungs- und Budgetierungsprozess sowie bei der Beurteilung der Risikokapazität und des
Gesamtrisikos des Unternehmens berücksichtigt. Die Primär- und operationellen Risiken aus den Geschäftsaktivitäten unterliegen einem unabhängigen Risikokontrollprozess. Zu den Primärrisiken gehören: – Kreditrisiko – das Risiko eines Verlusts, der UBS entstehen kann, wenn ein Kunde oder eine Gegenpartei den vertraglichen Verpflichtungen
nicht nachkommt. Es besteht sowohl bei klassischen Bankprodukten, wie Ausleihungen und festen Kreditzusagen, als auch bei
Derivaten und ähnlichen Transaktionen. Kreditrisiken treten aber auch bei Wertpapieren und anderen handelbaren Verpflichtungen
auf. Ihr Fair Value wird von den sich ändernden Erwartungen der Ausfallwahrscheinlichkeit und von den effektiven Ausfällen
beeinflusst. Wenn diese Finanzinstrumente im Zusammenhang mit einem Handelsgeschäft gehalten werden, kontrolliert UBS das
Risiko als Marktrisiko. – Marktrisiko – das Risiko eines Verlusts aufgrund sich ändernder Marktvariablen zweier Kategorien – allgemeine Marktrisikofaktoren und
idiosynkratische Komponenten. Zu den allgemeinen Marktrisikofaktoren gehören Zins- sätze, Wechselkurse, Aktienindizes, Rohstoffpreise
und allgemeine Credit Spreads. Idiosynkratische Komponenten sind titel- oder namensspezifische Faktoren, die die Bewertung
von Wertpapieren und anderen handelbaren Verpflichtungen und den daraus abgeleiteten Derivaten beeinflussen. Auch Anlagepositionen können von Marktrisikofaktoren beeinflusst werden. Diese Positionen sind aber oftmals nicht liquide und sollen oder müssen
über einen normalen Handelshorizont hinaus gehalten werden. Aus diesen Gründen unterliegen sie anderen Kontrollen. – Liquiditäts- und Refinanzierungsrisiko – das Risiko, dass UBS nicht in der Lage ist, ihre Zahlungsverpflichtungen termingerecht zu erfüllen oder am Markt auf unbesicherter
oder auch besicherter Basis zu einem angemessenen Preis laufend Mittel aufzunehmen, um aktuellen oder beabsichtigten Verpflichtungen
nachzukommen. Einzelheiten zur Kontrolle dieser Risiken sind im Abschnitt «Bilanz- und Kapitalbewirtschaftung durch Treasury»
zu finden. Unter operationellem Risiko versteht man ein Verlustrisiko, das infolge eines Mangels oder Versagens von internen Prozessen, Menschen oder Systemen oder
aufgrund externer Ereignisse entsteht. Diese können absichtlich oder zufällig herbeigeführt oder natürlichen Ursprungs sein.
Operationelle Risiken müssen überwacht werden und werden soweit möglich oder erwünscht kontrolliert und vermindert. Quantitative Kontrollen Bei quantifizierbaren Risiken misst UBS grundsätzlich den potenziellen Verlust auf drei Stufen – erwartete Verluste, statistische
Verluste und Stressverluste.
Der erwartete Verlust widerspiegelt den durchschnittlichen Verlust, der im Zusammenhang mit einer Geschäftstätigkeit im Laufe der Zeit voraussichtlich
entstehen wird. Es handelt sich um inhärente Kosten einer solchen Geschäftstätigkeit, die in den Geschäftsplänen zu berücksichtigen
sind. Bei Finanzinstrumenten, die zum Fair Value ausgewiesen werden, widerspiegelt sich der erwartete Verlust in den Bewertungen
und wird direkt vom Ertrag abgezogen.
Mit statistischen Verlustmassen wie Value at Risk («VaR») kann die Abweichung des effektiven Verlusts in einem Portfolio vom erwarteten Verlust über einen
bestimmten Zeithorizont und unter Annahme eines vorgegebenen Konfidenzintervalls (Wahrscheinlichkeit) geschätzt werden.
Der Stressverlust ist der Verlust, der durch extreme Ereignisse ausgelöst werden kann. Er liegt in der Regel über dem Konfidenzintervall der
statistischen Verlustschätzung und ist üblicherweise eine szenariobasierte Messgrösse.
Klumpenrisikokontrollen ergänzen die Masse für Portfoliorisiken. Kontrollen werden in der Regel dann angewendet, wenn UBS
erkennt, dass Positionen in verschiedenen Finanzinstrumenten oder Portfolios von Veränderungen desselben Risikofaktors oder
derselben Gruppe korrelierender Faktoren beeinflusst werden und dass beim Eintreten extremer, aber plausibler nachteiliger
Entwicklungen beträchtliche Verluste entstehen könnten. Zu den Klumpenrisikokontrollen von UBS gehören Kreditlimiten für einzelne
Kunden, Gegenparteien und Gegenparteigruppen, Risikolimiten für Länder ohne erstklassiges Rating, Limiten für potenzielle
Verluste aus Veränderungen allgemeiner Marktrisikofaktoren und Obergrenzen für das Risiko aus Einzelpositionen in den Handelsbeständen.
Mit den wichtigsten täglichen quantitativen Kontrollen sollen normale, periodisch auftretende Verluste in Grenzen gehalten
und hohe Verluste infolge von Stresssituationen vermieden werden. Die Identifizierung von Stresssituationen und -szenarien,
die UBS betreffen könnten, sowie die Beurteilung der möglichen Auswirkungen – insbesondere des Risikos von kumulierten Verlusten
aus einem einzigen Ereignis aufgrund hoher Klumpenrisiken – sind entscheidende Teile des Risikokontrollprozesses. Risikomessung
und -kontrolle stützen sich auf eine Kombination von Erfahrungswerten, verfügbaren externen Daten und der Beurteilung wahrscheinlicher
künftiger Entwicklungen. Jedes neue Stressereignis ist in gewisser Hinsicht einzigartig. Daher kann kein Risikomass völligen
Schutz vor jedem möglichen Szenario bieten. Ebenso bietet jedes Stressereignis neue Erkenntnisse, wie die Risikomasse und
-kontrollen optimiert werden könnten – ob in Bezug auf ein einzelnes Portfolio oder einen bestimmten Risikotyp oder, wie es
bei den Erfahrungen im Jahr 2007 der Fall war, in Form einer allgemeineren Hochrechnung einer bestimmten Erfahrung. Die daraus
gezogenen Lehren werden auf breiterer Ebene angewendet.
«Earnings-at-Risk» und «Capital-at-Risk»
UBS hat zur Ergänzung der täglichen operativen Kontrollen zwei Konzepte entwickelt – «Earnings-at-Risk» und «Capital-at-Risk»
– zwecks Gegenüberstellung von Gesamtrisiko über Risikotypen und Geschäftsbereiche hinweg und von finanziellen Mitteln. Mithilfe
dieser Konzepte kann die Fähigkeit von UBS beurteilt werden, den potenziellen Verlust aus der Geschäftstätigkeit der Bank
im gegenwärtigen Konjunkturzyklus aufzufangen – und dies für sämtliche Geschäftszweige und alle materiellen Risiken, einschliesslich
Primärrisiken, operationeller Risiken und Geschäftsrisiken.
Earnings-at-Risk misst die Fähigkeit von UBS, Verluste durch aktuelle Erträge aufzufangen. Capital-at-Risk berücksichtigt
extremere Verluste und ihr Potenzial, regulatorische Mindestanforderungen zu verletzen oder letztlich zur Zahlungsunfähigkeit
zu führen. Capital-at-Risk ist ebenfalls für die Kapitalbewirtschaftung von Bedeutung.
Earnings-at-Risk ist seit 2004 ein integrierter Bestandteil des Risikokontrollprozesses und wird als Teil des vierteljährlichen Berichtszyklus
durch die Konzernleitung und das Präsidium des Verwaltungsrates überwacht. In diesem Konzept widerspiegelt sich die langjährige
Auffassung von UBS, dass Verluste zuerst und vor allem durch die Erträge einer Firma aufgefangen werden sollten. Es umfasst
drei Elemente – Risikokapazität, Risikoengagement und Risikoappetit.
Risikokapazität ist die Höhe des Risikos, das UBS aufgrund ihrer Ertragskraft tragen kann, ohne ihre Fähigkeit, Dividenden
zu zahlen, ihre strategischen Pläne und letztlich ihre Reputation sowie die Fortführung ihrer Geschäftstätigkeit zu beeinträchtigen.
Die Risikokapazität gründet auf einer Kombination budgetierter / prognostizierter und historischer Erträge und Kosten, die
um leistungsabhängige Vergütungen sowie um Dividenden und darauf basierende Steuern bereinigt werden.
Das Risikoengagement ist eine Schätzung des potenziellen Verlustes basierend auf den aktuellen und voraussichtlichen Risikolimiten
und Risikopositionen über die diversen Risikoarten hinweg – Primärrisiken, operationelle Risiken und Geschäftsrisiken. Es
wird anhand einer extremen, aber dennoch möglichen Konstellation von Ereignissen über einen Zeitraum von einem Jahr bis zu
einem Konfidenzintervall von 95% beurteilt – um die Auswirkungen eines Ereignisses abzuschätzen, das statistisch alle 20 Jahre
einmal auftritt. Grundlage bilden die Masse für den statistischen Verlust, die soweit möglich für die täglichen operativen
Kontrollen verwendet werden. Der Zeithorizont wird bei Bedarf verlängert und Anpassungen und Ergänzungen werden durch das
Management vorgenommen, um bekannten Abdeckungslücken, Schwachstellen der Messung und potenziellen Ereignissen Rechnung zu
tragen. Die Ergebnisse werden kombiniert, um die potenziellen Korrelationen zwischen den verschiedenen Risikokategorien in
den vorgesehenen einschneidenden Szenarien zu berücksichtigen.
Ein Vergleich von Risikoengagement und Risikokapazität hilft der Beurteilung, ob die aktuellen oder vorgeschlagenen Risikolimiten
angemessen sind und ob UBS in der Lage ist, aus den Erträgen des laufenden Jahres eine Bardividende zu zahlen. Unter anderem
dient der Vergleich dem Management als Entscheidungshilfe betreffend Anpassungen des Risikoprofils.
Der Risikoappetit wird durch den Verwaltungsrat festgelegt. Er setzt eine Obergrenze für das gesamte Risikoengagement fest
in der Form eines «Risikoengagement-Plafonds». Ein Risikoengagement, das angemessen ist, sollte sich innerhalb der Risikokapazität
bewegen. Unter den schwierigen Marktverhältnissen, mit denen UBS 2007 konfrontiert war, konnte dieses Verhältnis nicht aufrechterhalten
werden. Das berechnete Risikoengagement erhöhte sich und die Risikokapazität fiel unter das erwartete Niveau. Für 2007 insgesamt
erlitt UBS einen Verlust – das Risikoengagement erwies sich als höher als die Risikokapazität.
Im dritten Quartal 2007 stieg das Risikoengagement; die Risikokapazität fiel auf tiefere Werte als von den Earnings-at-Risk-Messgrössen
antizipiert.
Das Profil der UBS-Verluste war unerwartet – ein isolierter Bereich, der extrem hohe Abschreibungen verbuchte, während andere
Bereiche weiterhin eine starke Leistung oder gar eine Höchstleistung erzielten. Unter diesen Umständen bestand weniger Flexibilität,
die leistungsabhängige Vergütung anzupassen, als bisher angenommen. Dadurch und durch die effektiv erlittenen Verluste wurde
die gemessene Risikokapazität reduziert.
Das Risikoengagement hingegen nahm zu. Wichtige Markt- und Kreditrisikolimiten für Teile der Investment Bank ohne Bezug zu
den US-Hypothekenmärkten wurden angepasst, um die verringerte Risikokapazität zu berücksichtigen. Die Reduktion wurde jedoch
durch andere Faktoren mehr als kompensiert: Die Standardmasse für Marktrisiko zeigten höhere Engagements, bedingt durch die
höhere Volatilität. Da sich abgezeichnet hatte, dass einige dieser Masse bestimmte Marktrisiken nicht vollumfänglich erfassten,
wurde das Risiko dieser Engagements bedeutend grösser eingeschätzt.
Das gemessene Risikoengagement ist weder ein erwarteter Fall noch ein «Worst Case», und es kann stark von vielen externen
Faktoren beeinflusst werden. Aufgrund unserer Beurteilung der Dimensionen der Gesamtrisiken von UBS und deren potenzieller
Entwicklung – insbesondere angesichts der Engagements am US-Hypothekenmarkt – verfolgt das Management weiter aktiv Möglichkeiten,
das Risikoprofil des Unternehmens auf ein akzeptableres Niveau im Verhältnis zur Risikokapazität zu senken. Für Wertpapiere,
welche zu den grossen Verlusten führten, war und bleibt die Marktliquidität allerdings schwach.
Wie jedes Modell hängt Earnings-at-Risk von vielen Annahmen (einschliesslich des gewählten Konfidenzintervalls) und Schätzungen
ab. Diese werden für die Bestimmung der Eingaben und der Generierung des Ergebnisses herangezogen, nicht zuletzt, weil das
Risikoengagement sowohl statistische als auch eher wertende Elemente umfasst. Das gemessene Risikoengagement ist in diesem
Zusammenhang zu verstehen. Risikokapazität und Risikoengagement sind zudem dynamische Masse, die stark von externen Faktoren
beeinflusst werden. Diese wirken sich beispielsweise auf die Korrelation zwischen Risikokategorien, die Liquidität der UBS-Positionen,
die Möglichkeit, diese Positionen zu reduzieren oder zu angemessenen Preisen abzusichern, und auf die Finanzierungskosten
aus. Im gegenwärtig schwierigen Marktumfeld herrscht in Bezug auf die statistische Schätzung des Risikoengagements grosse
Unsicherheit. Nun kommen zusätzliche Masse als wesentliches Element hinzu. Beobachtbare Daten wurden durch wertende Elemente
ergänzt für Wohn- und Gewerbeimmobilien, Unternehmens- und Verbraucherkredite, für den US-Markt für Kommunalkredite und Ausbildungskredite
sowie für mögliche Ausfälle von Monoline-Versicherern. Diese Schätzungen sind subjektiv und leiten sich nicht von statistischen
Modellen ab, sondern wurden nach eingehender Beratung unter Risikokontrollspezialisten festgelegt.
Capital-at-Risk beruht auf dem Earnings-at-Risk-Konzept und beurteilt das Potenzial, dass Verluste die Gewinnkapazität überschreiten und
das Kapital vermindern. Für Capital-at-Risk ist die Analyse des Risikoengagements weitgehend mit derjenigen für Earnings-at-Risk
identisch. Sie wird aber mit zwei höheren Konfidenzintervallen berechnet – zuerst im Verhältnis zu den regulatorischen Mindestanforderungen
für das Eigenkapital von UBS und dann in Bezug auf die Solvenz.
Das Capital-at-Risk-Mass des Gesamtrisikos ist wichtig für die Beurteilung der Eigenmittelunterlegung – siehe Kapitalbewirtschaftung.
Wie Earnings-at-Risk stützt sich auch Capital-at-Risk auf die täglichen Risikokontrollmasse und unterschätzt möglicherweise
das Gesamtrisiko, falls diese Masse die Risiken nicht vollumfänglich erfassen. Durch die Verbesserung der zugrunde liegenden
Systeme – ein Prozess, der bereits eingeleitet wurde – wird sich die Bemessung des gesamten Risikoengagements verbessern.
In der Zwischenzeit werden weiterhin ergänzende Schätzungen verwendet. Zudem haben die Ereignisse 2007 dazu geführt, dass
UBS die Dynamik der Masse für Risikokapazität und Risikoengagement und das Wechselspiel zwischen verschiedenen Kapazitätsmassen
– insbesondere das Verhältnis zwischen Massen für die Risiko-, die Eigenmittel- und die Kapitalbewirtschaftung – heute besser
versteht. Qualitative Kontrollen Die Messung von Risiken ist zweifellos wichtig. Allerdings kann die Quantifizierung nicht immer alle Risikoaspekte abdecken,
und nicht alle Risiken sind quantifizierbar. Sorgfältige Prüfung, ein fundiertes Fachurteil, gesunder Menschenverstand und
die Berücksichtigung verschiedenster möglicher Szenarien – einschliesslich der Bereitschaft, Annahmen zu hinterfragen – sind
wesentliche Bestandteile einer starken Kultur für die Risikobewirtschaftung und -kontrolle. Die Risiken an den US-Hypothekenmärkten
wurden 2007 mit den Risikomassen von UBS nicht angemessen eingeschätzt und auch die qualitative Beurteilung hat nicht allen
möglichen Szenarien und sogenannten «Tail Risks» im Portfolio Rechnung getragen. (Als «Tail Risks» bezeichnet werden Risiken
mit geringer Wahrscheinlichkeit, aber hohem Verlustpotenzial.) UBS wird aus dieser Erfahrung lernen und sich bemühen, ihre
Risikokultur entsprechend zu stärken.
Geprüfte Informationen gemäss IFRS 7 und IAS 1
Die Offenlegung der Risiken erfolgt nach International Financial Reporting Standard 7 (IFRS 7), Finanzinstrumente: Angaben, und die Offenlegung des Kapitalmanagements erfolgt gemäss International Accounting Standard 1 (IAS 1), Darstellung des Abschlusses, als Teil des Finanzberichts 2007, geprüft durch die unabhängige Revisionsstelle Ernst & Young AG, Basel. Diese Informationen (geprüfte Texte, Tabellen und Grafiken) sind im ganzen Bericht "Risiko- und Kapitalbewirtschaftung" in normaler Schriftart dargestellt und mittels Referenz in der Konzernrechnung und Jahresrechnung Stammhaus 2007 enthalten. Nicht geprüfte Inhalte sind kursiv dargestellt.
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Wichtiger rechtlicher Hinweis - bitte lesen Sie diese Bedingungen, bevor Sie fortfahren.
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