UBS AG
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Zins- und Währungsbewirtschaftung
Zins- und Währungsbewirtschaftung

Bewirtschaftung nicht handelsbezogener Zinsrisiken

Die grössten nicht handelsbezogenen Zinsrisiken entstehen im Vermögensverwaltungs- und im Schweizer Bankgeschäft. Diese Risiken werden von den Einheiten, in denen sie ent­stehen, mit einer der beiden zentralisierten Einheiten zur ­Bewirtschaftung des Zinsrisikos glattgestellt, entweder mit der Einheit Treasury oder mit der Einheit Cash and Collateral Trading (CCT) der Investment Bank. Diese beiden Einheiten bewirtschaften die Risiken auf integrierter Basis, um das Netting-Potenzial der verschiedenen Risiken aus unterschiedlichen Quellen umfassend auszuschöpfen.

Risiken aus kurzfristigen, auf Schweizer Franken lauten­den Transaktionen mit festen Fälligkeiten sowie aus allen auf eine andere Währung lautenden Transaktionen werden in der ­Regel CCT übertragen, wie Sie im Kapitel Risikobewirt­schaftung unter «Marktrisiko» nachsehen können.

Risiken aus auf Schweizer Franken lautenden Transaktio­nen mit festen Fälligkeiten von über einem Jahr werden durch individuelle Back-to-Back-Transaktionen an Treasury übertragen. Kontokorrent- und Sparkonten sowie viele andere Retailprodukte von Global Wealth Management & Business Banking weisen keine vertraglich festgelegte Fälligkeit auf, oder ihre Zinssätze sind nicht direkt mit den Marktzinsen verknüpft. Daher können diese Zinsrisiken nicht durch direkte Back-to-Back-Transaktionen übertragen werden. Stattdessen werden diese Zinsrisiken zusammengefasst («gepoolt») und mithilfe eines Replikationsportfolios übertragen. Ein Replikationsportfolio ist ein Portfolio bestehend aus festen Vorschüssen bzw. Festgeldern zwischen der entsprechenden Geschäftseinheit und Treasury zu Marktkursen. Es bildet das durchschnittliche Zinscashflow- und Zinsbindungsverhalten der «gepoolten» Kundentransaktionen weitestgehend nach und wird monatlich neu gewichtet. Die Struktur sowie die Parameter der Replikationsportfolios sind so gewählt, dass sie den langfristigen Beobachtungen der Markt- und Kundenverhalten entsprechen, und werden periodisch überprüft und bei Bedarf angepasst. Dank diesem Prozess werden die Ergebnisse der einzelnen Geschäftseinheiten bestmöglich vom Risiko aus Marktzinsänderungen befreit: Die Marge auf den Produkten verbleibt bei den Geschäftseinheiten und wird von diesen bewirtschaftet.

Ein bedeutender Teil der Zinsrisiken entsteht auch im ­Zusammenhang mit nicht geschäftsbezogenen Bilanz­positionen, beispielsweise bei der Finanzierung von Bank­immobilien und bei Kapitalbeteiligungen an assoziierten ­Gesellschaften. Diese Risiken werden in der Regel Treasury zugewiesen, indem ein Replikationsportfolio gebildet wird, welches das von der Geschäftsleitung vorgeschriebene Finan­zierungsprofil weitestgehend nachbildet.

Zur Bewirtschaftung seiner verbleibenden offenen Zinspositionen nutzt Treasury etwaige Verrechnungen zwischen Positionen aus verschiedenen Quellen – stets innerhalb der geltenden Marktrisikolimiten (VaR- und Stressverlustlimiten). Bevorzugtes Instrument zur Risikobewirtschaftung sind ­Zinsswaps, für die ein liquider und flexibler Markt besteht. Die Transaktionen werden ausnahmslos über die Investment Bank abgewickelt. Die Treasury-Abteilung gelangt nicht ­direkt an den externen Markt. Das einbehaltene Zinsrisiko ist im VaR berücksichtigt, welches in der Tabelle «Treasury: Value at Risk» gezeigt wird.

Marktrisiko aus der Bewirtschaftung des konsolidierten Kapitals

Nach der internationalen Bankengesetzgebung (BIZ-Richt­linien) sind wir verpflichtet, einen Mindestbestand an Kapital gegen Aktiven und andere Positionen (risikogewichtete ­Aktiven) zu halten. Das Verhältnis zwischen Kapital und risikog­ewichteten Aktiven von UBS – die BIZ-Kernkapitalquote (Tier 1) – wird von Aufsichtsbehörden und Analysten überwacht und dient als Kennzahl für unsere Finanzstärke.

Das Kapital von UBS lautet auf Schweizer Franken. Die risikogewichteten Aktiven des Konzerns lauten jedoch auch auf diverse andere Währungen, in erster Linie US-Dollar, Euro und britische Pfund. (Nach dem Erwerb der Banco ­Pactual im Dezember 2006 lautet nun auch ein wesentlicher Teil der ­risikogewichteten Aktiven auf brasilianische Real.) Ein deutlicher Wertverlust des Schweizer Frankens gegen­über den genannten Währungen würde die BIZ-Kernkapitalquote (Tier 1) des Konzerns belasten. Die Treasury-Abteilung hat daher das Mandat, diese Kennzahl vor ungünstigen Währungs­einflüssen zu schützen und auf dem Kapital einen stabilen Ertragsstrom zu erwirtschaften. Das Mandat legt Währung, Laufzeit und Produktmix – das Zielprofil – fest, an dem sich Treasury bei der Bewirtschaftung des Kapitals ­orientiert.

Das Kapital des Stammhauses und seiner Tochtergesellschaften wird konzernintern in Form verzinslicher Barein­lagen angelegt, vorwiegend bei der Einheit CCT der Investment Bank. Bei Bedarf tätigt Treasury auch Derivattransak- tionen (hauptsächlich Zinsswaps) mit dem Handelsdesk der Investment Bank, um das Zielprofil zu erreichen. CCT und die ­Derivathandelseinheiten bewirtschaften die daraus resultierenden Cash- und Marktrisikopositionen im Rahmen ihres Tagesgeschäfts und berücksichtigen dabei die im Kapitel Liquiditätsbewirtschaftung und Finanzierung beschriebenen Grundsätze und Limiten.

Auf Basis Konzern stützt sich das Zielprofil von Treasury auf einen Währungsmix, der weitgehend die Währungs­verteilung der konsolidierten risikogewichteten Aktiven wider­spiegelt. Zur Erreichung des gewünschten Ertragsstroms werden geeignete Produkte und Laufzeiten eingesetzt. Verliert (oder gewinnt) der Schweizer Franken gegenüber diesen Währungen an Wert, steigen (oder sinken) die konsolidierten risikogewichteten Aktiven im Verhältnis zu unserem Kapital. Diese Währungsschwankungen führen bei der Konsolidierung überdies zu Umrechnungsgewinnen (oder -verlusten), die im Eigenkapital erfasst werden. So steigt oder sinkt unser konsolidiertes Eigenkapital analog zu den Schwankungen der risikogewichteten Aktiven, was die BIZ-Kernkapitalquote (Tier 1) des Konzerns schützt. Das Kapital des Stammhauses selbst wird überwiegend in Schweizer Franken gehalten. Damit soll vermieden werden, dass Währungsschwankungen das Finanz­ergebnis des Stammhauses beträchtlich beeinflussen.

Zwecks Messung und Bewirtschaftung der Marktrisikoposition von Treasury wird das konsolidierte Eigenkapital von UBS im Treasury-Buch durch Replikationsportfolios (Verpflichtungen) mit derselben Zielwährung und demselben Zinsprofil dargestellt. Die Zinspositionen, die sich aus den Einlagen von Treasury bei CCT oder anderen Einheiten ergeben, und die damit verbundenen Derivate neutralisieren in der Regel das Zinsrisiko der Replikationsportfolios. Etwaige Ungleichgewichte werden gemeinsam mit anderen nicht handelsbezogenen Zinsrisiken innerhalb der Marktrisikolimiten (VaR und Stressverlust) von Treasury bewirtschaftet und sind in der Tabelle «Treasury: Value at Risk» abgebildet.

Diese strukturellen Währungsengagements werden von der Geschäftsleitung überprüft und sind weder den internen Marktrisikolimiten unterworfen noch in der VaR-Tabelle von Treasury berücksichtigt.

Entwicklung des Zinsrisikos von Treasury

Das Zinsrisiko von Treasury – ausgedrückt als VaR und aufgeführt in der Tabelle auf Seite 100 – umfasst sowohl die Darstellung des konsolidierten Eigenkapitals (Replikationsportfolios) als auch den beschriebenen Einsatz des Eigenkapitals. Am 31. Dezember 2006 war das konsolidierte Eigenkapital von UBS wie folgt eingesetzt: in Schweizer Franken (einschliesslich eines Grossteils des Kapitals des Stammhauses) mit einer durchschnittlichen Laufzeit von etwa 3 Jahren und einer Zinssensitivität von 7,4 Millionen Franken pro Basispunkt; in US-Dollar mit einer durchschnittlichen Laufzeit von 4 Jahren und einer Sensitivität von 8,4 Millionen Franken pro Basispunkt; in Euro mit einer durchschnittlichen Laufzeit von 3 Jahren und einer Sensitivität von 0,7 Millionen Franken pro Basispunkt sowie in britischem Pfund mit einer Laufzeit von 3 Jahren und einer Sensitivität von 0,5 Millionen Franken pro Basispunkt. Die Zinssensitivität dieser Positionen steht in ­direktem Verhältnis zu ihrer Laufzeit. Bei einer deutlich kürzeren Laufzeit würde die Zinssensitivität zwar reduziert, die Volatilität der Zinserträge aber steigen.

Bewirtschaftung des Währungsrisikos durch das Unternehmen

Unsere Aktivitäten zur Bewirtschaftung des Währungsrisikos sind so ausgerichtet, dass sich die Auswirkungen ungünstiger Währungsentwicklungen auf unser ausgewiesenes Finanz­ergebnis sowie auf unsere Fähigkeit, die Geschäftstätigkeit angesichts der aufsichtsrechtlichen Einschränkungen fortzusetzen, begrenzen und kontrollieren lassen. Wir konzentrieren uns bei der Bewirtschaftung des Währungsrisikos auf drei Hauptbereiche: währungskongruente Finanzierung / Anlage von nicht auf Schweizer Franken lautenden Aktiven / Passiven; monatlicher Umtausch («Selldown») von Gewinnen und Verlusten, die nicht auf Schweizer Franken lauten; selektive Absicherung antizipierter Gewinne und Verluste, die nicht auf Schweizer Franken lauten.

Währungskongruente Finanzierung und Anlage von nicht auf Schweizer Franken lautenden Aktiven und Passiven

Soweit angebracht und effizient, befolgen wir den Grundsatz, die Währungen unserer Aktiven auf die Währungen der sie finanzierenden Passiven abzustimmen. Folglich wird ein Vermögenswert in US-Dollar in der Regel mit US-Dollar finanziert, eine Verbindlichkeit in Euro durch einen Ver­mögenswert in Euro kompensiert usw. Damit lassen sich ­Gewinne und Verluste aus der Umrechnung in Schweizer Franken zu dem per Quartalsende gültigen Wechselkurs ­vermeiden.

Monatlicher Umtausch (Selldown) ausgewiesener Gewinne und Verluste

Zu Bilanzierungszwecken werden jeden Monat Fremdwährungsgewinne oder -verluste aus den Originalwährungen der Transaktionen zum per Monatsende gültigen Satz in Schweizer Franken umgetauscht. Treasury zentralisiert im Stammhaus Gewinne bzw. Verluste in Fremdwährungen und ver­kauft bzw. kauft diese gegen Schweizer Franken, um die Ertragsvolatilität aufzuheben, die sich aus einer erneuten Umrechnung von früher ausgewiesenen Gewinnen und Verlusten, die nicht auf Schweizer Franken lauten, zu unterschiedlichen Kursen ergeben würde. Andere Betriebseinheiten von UBS wenden ein ähnliches monatliches Selldown-Verfahren in ihre eigenen Währungen an. Die in Betriebseinheiten mit ­anderer Rechnungswährung als Schweizer Franken ein­behaltenen Gewinne werden wie vorgängig beschrieben als Teil des konsolidierten Eigenkapitals bewirtschaftet.

Absicherung antizipierter künftig ausgewiesener Gewinne

Das monatliche Selldown-Verfahren kann UBS nicht vor ­Ertragsschwankungen schützen, die ein nachhaltiger Wert­anstieg des Schweizer Frankens gegenüber einer der Hauptwährungen, in denen sie ihre Nettoerträge erwirtschaftet, oder ein Wertanstieg einer Währung, in der ihr bedeutende Kosten entstehen, mit sich bringt.

Durch die Bewirtschaftung des Währungsrisikos durch das Unternehmen wollen wir die möglichen negativen Auswirkungen einer solchen Entwicklung vermindern. Dazu sichern wir einen Teil unserer antizipierten künftigen Gewinne durch eine dynamische und kostengünstige Strategie ab, ohne das mit einer Schweizer-Franken-Abschwächung verbundene Aufwärtspotenzial preiszugeben.

Das Absicherungsprogramm wird unter Einbezug der von der Konzernleitung definierten Risikoneigung sowie unserer Einschätzung der voraussichtlichen Währungsentwicklung er­arbeitet und umgesetzt. Es untersteht der Kontrolle und der Genehmigung durch den Group Chief Financial Officer. Obwohl diese Transaktionen dazu dienen, künftige Gewinne abzusichern, gelten sie als offene Währungspositionen. Deshalb unterliegen sie den internen VaR- und den Stressverlustlimiten für das Marktrisiko und sind in der VaR-Tabelle auf Seite 100 aufgeführt.

In der offiziellen Segmentberichterstattung werden die Gewinne und Verluste aus der Absicherungsstrategie als Positionen des Corporate Center aufgeführt. Die Ergebnisse der Unternehmensgruppen unterliegen dagegen uneingeschränkt den Wechselkursschwankungen. Der in Schweizer Franken ausgewiesene Reingewinn von UBS wurde im Jahr 2006 leicht negativ von Wechselkursschwankungen beeinflusst. Dieser Effekt bewegte sich jedoch klar im Rahmen der intern festgelegten Toleranzwerte.

IAS 39 Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen

Der Hauptteil der von Treasury bewirt­-schafteten Zinspositionen stammt aus dem Kredit- und Einlagengeschäft mit Privatkunden. Aufgrund der Natur des Schweizer Retailgeschäfts entfällt der überwiegende Teil des Aktivgeschäfts auf Festzinsgeschäfte mit langfristigen Laufzeiten. Im Passivgeschäft dagegen sind die Laufzeiten eher kurz. Deshalb bewirtschaftet Treasury das daraus resultierende Zinsrisiko aktiv durch regelmässige Derivattransaktionen. Für die meisten dieser Derivate wird nach IAS 39 das Hedge Accounting gemäss der «Cash Flow Hedge»-Methode angewendet. Dies bedeutet, dass sich der Ertrag auf Swaps symmetrisch zum Ertrag auf den zugrunde liegenden Aktiven und Passiven verhält.

Um als «wirksam» zu gelten, muss ein Derivat (zum Beispiel ein Swap) be-stimmte Kriterien erfüllen. Eines ist der von UBS zu erbringende Nachweis, dass das Derivat erwartete künftige Zahlungsströme absichert, ein anderes die Voraussetzung, dass das betref­fende Derivat auf dieselbe Währung lautet wie das gesicherte Grund­geschäft. Das zweite Kriterium kann in Konflikt stehen mit einem Finanzierungsansatz, der auf einer weltweiten Diversifikation basiert und damit natur­-gemäss eine Vielfalt von Währungen umfasst. UBS deckt ihren Finanzierungsbedarf möglichst optimal, indem sie zur Beschaffung von Barmitteln die effizientesten Produkte und Währun­gen nutzt. Dies kann zu Finanzierun­gen in Fremdwährungen über den externen Markt führen, auf die ein Devisenswap folgt, um die Fremdwährungsverpflichtungen in eine Schweizer-Franken-Passivposition umzuwandeln, die wiederum zur Finanzierung einer Schweizer-Franken-Aktivposition verwendet wird.

Nachfolgendes Diagramm veranschaulicht den mehrstufigen Prozess.

Obwohl die relevanten Marktrisiken in diesem Beispiel so wirksam als möglich wirtschaftlich abgesichert sind, ist es UBS unter Umständen nicht gestattet, gemäss der «Cash Flow Hedge»-Methode uneingeschränkt Hedge Accounting anzuwenden. Aus diesem Grund werden die Gewinne und Ver-luste aus den unter (3) im Diagramm beschriebenen Derivattransaktionen zum Fair Value in der Erfolgsrechnung erfasst. Diese Gewinne und Verluste werden dem Corporate Center zugeordnet und sind ein Grund für die Volatilität der ausgewiesenen Quartals­erträge.

Auf Konzernstufe bewirkten Veränderungen der langfristigen Schweizer-Franken-Zinsen 2006 nur eine un-wesentliche Ertragsvolatilität bei den Derivattransaktionen, für die kein Hedge Accounting bestand. Die stei-genden Zinsen wirkten sich grösstenteils positiv auf die Quartalsergebnisse des Corporate Center aus, der deut-liche Zinsrückgang im dritten Quartal hatte jedoch einen negativen Effekt.

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