UBS AG
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Geschäftsberichte 2006  
Jahresbericht Finanzbericht Handbuch
     
Einleitung
Präsentation der Finanzinformationen
UBS
Finanzdienstleistungs-geschäft
Industriebeteiligungen
Bilanz und Mittelflussrechnung
Standards und Grundsätze der Rechnungslegung
Konzernrechnung
Anhang zur Konzernrechnung
UBS AG (Stammhaus)
Zusätzliche Offenlegung nach Richtlinien der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC
 

Anmerkung 29 Risiken von Finanzinstrumenten
Anmerkung 29  Risiken von Finanzinstrumenten

In dieser Anmerkung wird erläutert, wie UBS die ihr aus ­Finanzinstrumenten erwachsenden Risiken bewirtschaftet und kontrolliert.

Teil a) enthält eine Übersicht über die Ziele der Risiko­bewirtschaftung und -kontrolle von UBS.

In den Teilen b) bis d) werden die mit dem Einsatz von ­Finanzinstrumenten durch UBS verbundenen Primärrisiken näher erklärt:

– Marktrisiko – Teil b) – ist das Risiko gegenüber Marktvariablen bestehend aus allgemeinen Marktrisikofaktoren wie Zinssätzen, Wechselkursen, Aktienindizes und Rohstoffpreisen sowie namenspezifischen Faktoren, welche die ­Bewertung von Wertschriften, anderen handelbaren Ver­­pflichtungen und daraus abgeleiteten Derivaten beeinflussen.

– Kreditrisiko – Teil c) – ist das Risiko eines Verlusts, der UBS entstehen kann, wenn ein Kunde oder eine Gegenpartei den vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommt.

– Liquiditätsrisiko – Teil d) – wird das Risiko genannt, dass UBS ihre Zahlungsverpflichtungen bei Fälligkeit nicht erfüllen kann.

In Teil e) wird die regulatorische Eigenmittelunterlegung von UBS dargestellt und erläutert.

Diese Anmerkung bezieht sich im Allgemeinen nur auf das Finanzgeschäft von UBS. Tabellen, welche auf Risikoinformationen basieren, beziehen sich ebenfalls nur auf das Finanz­geschäft des Konzerns. Tabellen, die eine Analyse der gesamten Bilanz aufzeigen, enthalten auch die Positionen des Segments Industriebeteiligungen (inklusive Motor-Columbus für das Jahr 2005).

Jegliche Darstellung eines Risikos zu einem spezifischen Datum stellt nur eine Momentaufnahme dar: Handels- und Nichthandelspositionen können sich täglich stark verändern. Dies aus verschiedenen Gründen, unter anderem auch durch eine aktive Risikobewirtschaftung. Eine Momentaufnahme mag daher nicht repräsentativ für das Risikoniveau zu einem anderen Zeitpunkt sein.

a) Ziele von Risikobewirtschaftung und -kontrolle

Die Übernahme von Risiken liegt in der Natur des Finanzgeschäfts. Ziel der Risikobewirtschaftung und -kontrolle von UBS ist es deshalb nicht, alle Risiken zu eliminieren, sondern ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Risiko und Rendite zu erreichen. UBS versucht – sowohl in ihrem Tagesgeschäft als auch bei der strategischen Bewirtschaftung von Bilanz und Kapital – über Risikobewirtschaftungs- und Risikokontrollprozesse die negativen Auswirkungen von Ertragsschwankungen und «Stresssituationen» zu beschränken.

Im Vordergrund stehen die Schaffung von Mehrwert für die Aktionäre und deren Schutz. Das Framework beruht auf den folgenden Grundsätzen:

– Die Unternehmensführung ist verantwortlich für alle eingegangenen Risiken und deren laufende, aktive Bewirtschaftung.

– Ein unabhängiger Kontrollprozess wird implementiert, um eine objektive Prüfung der mit Risiken verbundenen Aktivitäten vorzunehmen, wenn es die Natur des Risikos erfordert. Dies dient insbesondere dem Ausgleich zwischen unmittelbaren Anreizen zur Gewinnsteigerung ­einerseits und langfristigen Interessen von UBS andererseits. Alle Engagements werden unabhängig überwacht und überprüft. Je nach Art der Risiken bedarf es einer vorgängigen Genehmigung.

– Eckpfeiler der Risikokontrolle ist eine umfassende, transparente und objektive Offenlegung der Risiken ­gegen­über Geschäftsleitung, Verwaltungsrat, Aktionären, Aufsichtsbehörden, Rating-Agenturen und anderen Anspruchsgruppen.

– Um unsere Erträge zu schützen, werden die Risiken auf Stufe Einzelengagement, Portfolio und zusammengefasst über alle Geschäftsbereiche und Risikotypen hinweg kontrolliert.

– Die Risikobewirtschaftung und -kontrolle, insbesondere die Vermeidung übermässiger Risikokonzentrationen, die Begrenzung möglicher Verluste aus «Stresssituationen» und die Beschränkung bedeutender Positionen in weniger gut quantifizierbaren Risikobereichen bilden wesentliche Bestandteile der Risikobewirtschaftung und -kontrolle und tragen massgeblich dazu bei, die Reputation von UBS zu schützen.

Ein erstklassiges Risikomanagement beruht in erster Linie auf einer Geschäftsleitung, die die Identifizierung und Kontrolle von Risiken als wesentliche Bestandteile in ihre Prozesse und ihre Planung einbezieht.

Der Group Chief Risk Officer (Group CRO) trägt die Gesamtverantwortung für die Ausgestaltung und Umsetzung der Grundsätze und Rahmenbedingungen für die Risikokontrolle sowie der Risikolimiten und -prozesse, einschliesslich der Erarbeitung von Risikopolitik und von Methoden für die Risikomessung und -beurteilung.

b) Marktrisiko

(i) Übersicht

Als Marktrisiko wird das Risiko bezeichnet, das der Bank aufgrund von Veränderungen von Marktvariablen entsteht. Dies beinhaltet beispielsweise Zinssätze, Wechselkurse, Aktienindizes und Rohstoffpreise sowie namenspezifische Faktoren, die den Wert von Wertschriften und anderen handelbaren Verbindlichkeiten und daraus abgeleiteten Derivaten beeinflussen.

UBS geht Marktrisiken vorwiegend durch Handelsgeschäfte ein, die primär von der Investment Bank abgeschlossen werden. Begrenzte Risiken ergeben sich auch im Wealth Management aus dem Geschäft mit Privatkunden sowie im Asset Management aus der Unterstützung des Geschäfts­bereichs Alternative und Quantitative Anlagen. Im Rahmen der Bilanz- und Kapitalbewirtschaftung geht überdies die Trea­sury-Abteilung (Teil des Corporate Center) Marktrisiken ein.

Die Handelsgeschäfte der Investment Bank beinhalten das Market Making, die Abwicklung von Kundengeschäften und den Eigenhandel. UBS ist auf den Kassa- und Derivatemärkten in den Bereichen Aktien, festverzinsliche Papiere, Zinsprodukte, Devisen, Energie, Metalle und Rohstoffe aktiv. Treasury geht nicht-handelsbezogene Marktrisiken ein. Zinsrisiken entstehen aus der Finanzierung nicht geschäftsbezogener Positionen wie Immobilien und Anlagen sowie aus langfristigen Zinsrisiken, die von anderen Unternehmensgruppen übertragen werden. Wechselkursrisiken ergeben sich aus der Bewirtschaftung von Gewinnen und Verlusten in fremden Währungen. In die Zuständigkeit von Treasury fällt zudem die Bewirtschaftung des konsolidierten Eigenkapitals der UBS zum Schutz ihrer Kapitalkennzahlen und zur ­Erwirtschaftung stabiler Zinsströme. Alle Unternehmensgruppen weisen kleinere, nicht-handelsbezogene Markt­risikopositionen auf, in erster Linie Zinsrisikopositionen.

Der Group Head of Market Risk ist dem Group CRO unterstellt und trägt die Gesamtverantwortung für die Aus­gestaltung der Marktrisikokontrolle des Konzerns. Jede Unternehmensgruppe und auch Treasury verfügen über einen CRO. Der Group Head of Market Risk, die CROs der Unternehmensgruppen und ihre Teams sind für die unabhängige Überwachung der Marktrisiken verantwortlich. Sie stellen ­sicher, dass alle Marktrisiken erkannt und in Risikosystemen erfasst werden. Sie errichten die notwendigen Kontrollen, einschliesslich Limiten, und überwachen Positionen und ­Engagements. Eine wichtige Aufgabe des CRO ist die Be­urteilung der Marktrisiken bei neuen Geschäften und Produkten sowie bei strukturierten Transaktionen.

Die Bewilligungskompetenz für Marktrisiken liegt beim Präsidium des Verwaltungsrates. Dieses delegiert sie an die Konzernleitung und ad personam an den Group CRO, den Group Head of Market Risk, die CROs und die Market Risk Officers der Unternehmensgruppen.

Die Methoden zur Erfassung und Kontrolle der Markt­risiken kommen auf Portfolioebene zum Tragen. Konzentrationslimiten und andere Kontrollen kommen dort zur Anwendung, wo nötig, insbesondere zur Kontrolle einzelner Risikoarten, spezifischer Handelsbücher und Engagements. Während die Messung von Portfoliorisiken für alle Marktrisiken einheitlich ist, sind Konzentrationslimiten und andere Kontrollen auf die entsprechenden Geschäftsaktivitäten und die damit verbundenen Risiken zugeschnitten.

Die wichtigsten Messgrössen und Limiten für die Markt­risiken auf Portfolioebene sind Value at Risk (VaR) und Stressverlust.

Der VaR ist eine statistische Schätzung für den potenziellen Verlust eines Portfolios infolge ungünstiger Markt­bewe­gun­gen. Er berücksichtigt sowohl die «allgemeinen» als auch die «idiosynkratischen» Marktrisikofaktoren. All­gemeine Marktrisikofaktoren sind Variablen, die von makro­öko­nomi­schen, geopolitischen und anderen marktbezogenen Ereignissen, jedoch unabhängig von instrument- oder namens­spezifischen Faktoren, bestimmt werden. Diese beinhalten Bewegungen der Zinsen, Vergrösserung oder Verkleinerung der Credit Spreads und direktionale Bewegungen von Aktien­indizes, Wechselkursen, Energie-, Metall- und Rohstoffpreisen. Schwan­kungen aller damit verbundenen Optionsvolatilitäten und Korrelationen zwischen diesen Risikofaktoren – einige von ihnen sind nicht beobachtbar oder nur indirekt beobachtbar – gehören ebenfalls zu den allgemeinen Markt­risiken. Risiken, die nicht durch allgemeine Marktbewegungen erklärt werden können, d. h. Kursänderungen einzelner Schuld- und Beteiligungspapiere und damit verbundener Derivate aufgrund titel- oder namen-spezifischer Faktoren, werden den idiosynkratischen Risiken zugerechnet.

VaR macht eine Aussage über den potenziellen Verlust für ein gegebenes Konfidenzniveau (99%). Aufgrund des statistischen Charakters von VaR können tatsächliche Verluste mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit (1%) grösser sein als die VaR-Schätzung. Das von UBS verwendete VaR-Modell misst das Risiko über einen Zeitraum von 10 Tagen und nimmt an, dass Marktbewegungen während dieses Zeitraums ein ähnliches Muster aufweisen wie in der Vergangen­heit beobachtete Marktbewegungen über einen Zeitraum von 10 Tagen. Zur Beurteilung des allgemeinen Marktrisikos werden historische Daten, die fünf Jahre zurückreichen, direkt auf aktuelle Positionen angewendet. Diese Methode ist als Historische Simulation bekannt. Die zur Beurteilung des idiosynkratischen Risikos, einschliesslich des Ereignisrisikos, verwendeten Methoden und Zeithorizonte werden angepasst, um die Risiken möglichst genau zu erfassen.

Die Stressverlust-Messgrössen werden täglich ermittelt. Sie quantifizieren, basierend auf einer Vielzahl von Szenarien, das Risiko gegenüber sehr starken Marktbewegungen, die typischerweise in VaR unberücksichtigt bleiben, und stellen damit eine wichtige Ergänzung zu VaR dar.

Risikokonzentrationen in den Handelsbüchern unter­liegen Kontrollen und Einschränkungen, die veränderte Preis­volatilitäten und Marktliquidität berücksichtigen. Diese be­inhalten die Kontrolle individueller Marktrisikovariablen, wie beispielsweise einzelner Zinssätze und Wechselkurse («Markt­risikofaktoren»), und die Kontrolle von Wertschriftenposi­tionen einzelner Emittenten oder Emittentengruppen oder damit verbundenen Derivaten («Emittentenrisiko»; siehe nachfolgend unter Abschnitt b)(v)).

(ii) Zinsrisiko

Unter Zinsrisiko versteht man das aus Zinsveränderungen, einschliesslich Veränderungen der Zinskurven, resultierende Verlustrisiko. Es wird hauptsächlich über die in Abschnitt b)(i) beschriebene Struktur der Risikolimiten kontrolliert. Die Zinssensitivität gehört zu den wichtigsten Komponenten des VaR-Modells. Eine Möglichkeit diese Sensitivität für alle zinssensitiven Positionen auszudrücken – unabhängig davon, ob zu aktuellen Marktpreisen oder zu amortisierten Kosten bewertet – ist die Veränderung ihres Fair Value infolge einer Zinsveränderung um einen Basispunkt (0,01%). Diese Zinssensitivität ist, nach Zeitperioden gegliedert, in der nachstehenden Tabelle dargestellt.

Die Tabelle zeigt, welchem Zinsrisiko UBS am 31. Dezember 2006 und 2005 ausgesetzt war. Sie veranschaulicht die Nettoauswirkungen einer Marktzinssatzerhöhung um einen Basispunkt (0,01%) über alle Zeitperioden hinweg auf den Fair Value zinssensitiver Bilanz- wie auch Ausserbilanzposi­tionen. Die Auswirkungen einer solchen Zinssatzerhöhung hängen von den Nettopositionen in den Aktiven oder Passiven der Bank in der jeweiligen in der Tabelle aufgeführten Kategorie, Währung und Zeitperiode ab. Ein negativer Wert in der Tabelle spiegelt eine potenzielle Abnahme des Fair ­Value wider, ein positiver Wert hingegen eine potenzielle ­Zunahme des Fair Value.

Die unter «Handel» aufgeführten Positionen tragen zur Eigenmittelunterlegung der Marktrisiken bei, d. h., sie werden im Hinblick auf die Eigenkapitalanforderungen zum «Handelsbuch» gezählt – siehe Teil e). Unter «nicht handelsbezogene Bestände» fallen alle anderen zinssensitiven Aktiven und Passiven, einschliesslich zu Buchhaltungszwecken als Absicherungsinstrumente bezeichneter Derivate (siehe Anmerkung 23) und Ausserbilanzverpflichtungen, für die ein Zinssatz vereinbart wurde. Die Definition des regulatorischen Kapitals des Handelsbuchs stimmt weitgehend, aber nicht vollumfänglich, mit der rechnungslegungstechnischen Definition des Handelsportfolios überein. Insbesondere werden Kredite, die UBS im Hinblick auf eine Veräus­serung an den Kassamärkten gewährt hat, zu Buchhaltungszwecken den Handelsbeständen zugerechnet, unterliegen jedoch einer Kreditrisikokontrolle – siehe Teil c) – und kommen nicht für die Eigenkapitalbehandlung nach Handelsbuch in Frage.

Anmerkung 12 enthält Angaben zu Geldmarkt- und Schuldpapieren, die zu Buchhaltungszwecken den Handelsbeständen zugerechnet werden, während in Anmerkung 13 die Schuldpapiere erläutert sind, welche zu Buchhaltungszwecken den zur Veräusserung verfügbaren Finanzinstrumenten zugerechnet werden. In Anmerkung 23 finden sich Angaben zu den Derivaten. Doch sollte beachtet werden, dass nicht nur Zinskontrakte, sondern auch andere Termingeschäfte, Swaps und Optionen, insbesondere Devisen­terminkontrakte, mit Zinsrisiken verbunden sind. Bei Ausserbilanzverpflichtungen, für die ein Zinssatz vereinbart wurde, handelt es sich vorwiegend um festverzinsliche Kredite mit in Zukunft liegender Auszahlung.

Handelsgeschäfte

Der Hauptteil des Zinsrisikos entsteht in der Investment Bank insbesondere in Fixed Income, Rates and Currencies, zu welchem auch die Einheit Cash and Collateral Trading (CCT) ­gehört.

Nicht handelsbezogene Geschäfte

Zinsrisiken entstehen bei zahlreichen Geschäftstätigkeiten von UBS und sind auf Faktoren wie unterschiedliche vertraglich festgelegte Fälligkeiten oder Zins­bindungen von Aktiven, Passiven und Derivaten zurück­zuführen. Die meisten materiellen nicht handelsbezogenen Zinsrisiken werden von den Einheiten, in denen sie entstehen, an eine der beiden zentralen Einheiten zur Bewirtschaftung des Zinsrisikos transferiert. Es handelt sich dabei um Treasury und CCT. In der Folge werden die Zinsrisiken innerhalb der in Abschnitt b)(i) beschriebenen Marktrisikolimiten und -kontrollen bewirtschaftet.

Die grössten nicht-handelsbezogenen Zinsrisiken entstehen in der Unternehmensgruppe Global Wealth Management & Business Banking. Viele Retailprodukte weisen keine vertraglich festgelegte Fälligkeit auf, oder ihre Zinssätze sind nicht direkt mit den Marktzinsen verknüpft. Die daraus resultierenden Zinsrisiken werden mittels Replikationsportfolios transferiert. Das Replikationsportfolio, bestehend aus einer Reihe von festen Vorschüssen bzw. Festgeldern zu aktuellen Marktbedingungen, die zwischen der Geschäfts­einheit, in der sie entstehen, und Treasury zu Marktkursen abgewickelt werden, bildet das durchschnittliche Cashflow- und Zinsbindungsverhalten der Kundenprodukte weitest­gehend nach. Die Replikationsportfolios werden auf monatlicher Basis angepasst. Die Struktur sowie die Parameter der Replikationsportfolios sind so gewählt, dass sie den langfristigen Beobachtungen der Markt- und Kundenverhalten entsprechen, und werden periodisch überprüft. Produktmargen verbleiben bei der Geschäftseinheit, in der sie entstehen, und unterliegen zusätzlichen Analysen und Kontrollen.

Zinsrisiken entstehen auch im Zusammenhang mit nicht geschäftsbezogenen Bilanzpositionen, beispielsweise bei der Finanzierung von Bankliegenschaften und bei Kapitalbeteiligungen an assoziierten Gesellschaften. Das Risiko auf diesen Positionen wird ebenfalls Treasury zugewiesen – indem ein Replikationsportfolio erstellt wird, welches in diesem Fall das gewünschte Finanzierungsprofil weitestgehend nachbildet.

Das konsolidierte Eigenkapital von UBS wird gemäss den strategischen Zielen der Geschäftsleitung bewirtschaftet und zu längerfristigen Zinssätzen mit einer durchschnittlichen Laufzeit von drei bis vier Jahren in Schweizer Franken, US-Dollar, Euro und britische Pfund investiert. Diese Anlagen machen 17,1 Millionen Franken der nicht handelsbezogenen Zinssensitivität in der auf Seite 153 aufgeführten Tabelle aus. Davon entfallen 7,4 Millionen Franken auf Schweizer Franken, 8,4 Millionen Franken auf US-Dollar und der verbleibende Teil auf Euro und britische Pfund. Die Zinssensitivität dieser Positionen steht in direktem Verhältnis zu ihrer Laufzeit. Bei einer deutlich kürzeren Laufzeit würde die Zinssensitivität zwar reduziert, die Volatilität der Zins­erträge aber erhöht.

Die «Economic Value Sensitivity» der nicht-handelsbezogenen Zinspositionen drückt aus, wie sich ein plötzlicher Zins­anstieg um 100 Basispunkte in allen Währungen auf den Nettobarwert der zukünftigen Cashflows aus diesen Posi­tionen auswirkt. Per 31. Dezember 2006 entsprach die «Economic Value Sensitivity» einem Verlust von 1771 Millionen Franken.

(iii) Währungsrisiko

Unter Währungsrisiko versteht man das aus Wechselkurs­veränderungen resultierende Verlustrisiko.

Handelsbestände

UBS nimmt aktiv an den Devisenmärkten teil und geht mit hauptsächlich von der Investment Bank abgeschlossenen Handelsgeschäften ein Währungsrisiko ein. Diese Handels­risiken unterliegen VaR-, Stress- und Konzentrationslimiten, wie in Abschnitt b)(i) beschrieben. Angaben zu Devisenkontrakten, die im Wesentlichen im Rahmen von Handelsgeschäf­ten abgeschlossen werden und zum Währungsrisiko beitragen, enthält Anmerkung 23.

Nichthandelsbestände

Die Berichtswährung von UBS ist der Schweizer Franken; die Aktiven, Passiven, Erträge und Aufwendungen lauten jedoch auf viele verschiedene Währungen, darunter bedeutende Beträge in US-Dollar, Euro und britischem Pfund sowie Schweizer Franken.

Die ausgewiesenen Gewinne oder Verluste werden mo­natlich, in einigen Fällen auch innerhalb eines Monats, in Schweizer Franken umgewandelt, was die durch spätere Wechselkursschwankungen bedingte Ertragsvolatilität der Bank verringert. Treasury sichert zudem bei Bedarf bedeutende zu erwartende Fremdwährungserträge bzw. -kosten (hauptsächlich in US-Dollar, Euro und britischen Pfund) im ­Einklang mit den Vorgaben der Konzernleitung proaktiv ab. Die angewendeten Absicherungsstrategien beinhalten ein kosteneffizientes Optionskaufsprogramm, das einen Schutz ­gegen ungünstige Wechselkursbewegungen darstellt und gleichzeitig zum Teil das Potenzial nach oben offen lässt. Obwohl die Absicht dieser Positionen darin besteht zukünftige Erträge ökonomisch abzusichern, können diese Schwankungen des finanziellen Ergebnisses verursachen, da sie zu Marktbedingungen bewertet werden. Innerhalb klar definierter Toleranzwerte ist eine gewisse Volatilität in unserer Jahresrechnung aufgrund von Währungsschwankungen akzeptabel. Diese Positionen werden als Währungsengagements behandelt und unterliegen dem Treasury VaR Limit und werden im VaR für die regulatorische Eigenmittelunterlegung ­berücksichtigt. Das Absicherungsprogramm hat einen Zeit­horizont von bis zu zwölf Monaten und ist nicht auf das laufende Geschäftsjahr beschränkt.

Wie in Abschnitt b)(ii) dargestellt, bewirtschaftet UBS ihr konsolidiertes Eigenkapital dahingehend, dass ihre Kapitalkennzahlen vor Wechselkursschwankungen geschützt werden. Dabei ­orientiert sie sich an einem Zielprofil, das weit­gehend die Währungsverteilung der risikogewichteten Aktiven wider­spiegelt. Dadurch entstehen strukturelle Fremdwährungs­positionen. Wechselkursschwankungen bewirken eine Erhöhung oder ­einen Rückgang des Werts der risikogewichteten Konzernaktiven in Schweizer Franken. Sie führen zudem zu Währungsumrechnungsgewinnen oder -verlusten aus strukturellen Fremdwährungspositionen, die im Eigen­kapital der Konzernrechnung erfasst werden, und schützen dadurch die BIZ-Kernkapitalquote (Tier 1) – siehe Teil e).

Am 31. Dezember 2006 waren die grössten Währungs­risikopositionen (Handels- und Nichthandelsbestände kom­biniert) gegenüber dem Schweizer Franken jene in US-Dollar (short 436 Millionen US-Dollar), Euro (short 195 Millionen Euro) und australischen Dollar (long 128 Millionen australische Dollar). Am 31. Dezember 2005 hatten die grössten Risikopositionen in US-Dollar (short 695 Millionen US-Dollar), Euro (short 36 Millionen Euro) und britischem Pfund (long 6 Millionen Pfund) bestanden.

(iv) Aktienrisiko

Unter Aktienrisiko versteht man das aus Wertveränderungen von Aktienindizes oder einzelner Aktien resultierende Verlustrisiko.

Die Investment Bank ist ein wichtiger Teilnehmer an den grössten Aktienmärkten und zunehmend aktiv in neuen Märkten. Sie geht bei dieser Geschäftstätigkeit Aktienrisiken ein. Diese Risiken unterliegen VaR-, Stress- und Konzentra­tionslimiten wie in Abschnitt b)(i) beschrieben. Im Fall von Einzeltiteln wird, wie in Abschnitt b)(v) dargelegt, auch das Emittentenrisiko kontrolliert.

Anmerkung 12 enthält Informationen über Aktien, die rechnungslegungstechnisch den Handelsbeständen zugeordnet werden. Angaben zu den Aktienderivatkontrakten (auf Indizes und einzelnen Titeln), die primär im Rahmen der Handelsgeschäfte der Investment Bank abgeschlossen werden, sind in Anmerkung 23 zu finden.

(v) Emittentenrisiko

Das Emittentenrisiko umfasst das Verlustrisiko, das bei Wertschriften und anderen handelbaren Verpflichtungen (einschliesslich handelbarer Kredite) und damit verbundenen Derivaten aus kreditbezogenen und anderen «Ereignissen» sowie letztlich bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten oder Schuldners entsteht.

In ihrer Funktion als aktiver Händler und Market Maker für Aktien, Anleihen und andere Wertschriften hält die Invest­ment Bank Bestände in diesen Finanzinstrumenten. Diese Positionen sind im VaR erfasst und unterliegen zudem Konzentrationslimiten für die je Titel und Gruppe eingegange­nen Risiken.

Risiken, die aus Wertschriftenemissionszusagen erwachsen, unterliegen darüber hinaus vor der definitiven Zusage zusätzlichen zielgerichteten Prozessen. Diese umfassen im Allgemeinen die Überprüfung durch ein Commitment Committee, in dem sowohl die Unternehmensführung als auch die Kontrollfunktionen vertreten sind. Alle Zusagen werden von autorisierten Stellen bewilligt.

(vi) Anlagepositionen

UBS geht aus unterschiedlichen Anlässen Beteiligungen ein. Einige dienen der Generierung von Erträgen oder sind Bestandteil strategischer Initiativen, während andere, wie Mitgliedschaften bei Börsen und Clearingorganisationen, zur Unterstützung anderer Geschäftsaktivitäten gehalten werden. UBS erwarb, als Teil einer bedeutenden strategischen Initiative, eine wesentliche Beteiligung an der Bank of China. UBS besitzt ebenfalls einen bedeutenden Anteil an Julius Bär, einer nicht strategischen Beteiligung, welche UBS beim Verkauf von Private Banks & GAM Ende 2005 einging. Die meisten Investitionen in UBS Fonds als Startkapital oder Co-Investitionen sind als Anlagen klassiert.

Viele Beteiligungstitel sind nicht kotiert und daher illiquid. Für andere wiederum ist eine mittel- oder langfristige Haltedauer vorgesehen. Die Fair Values hängen oft stärker von unternehmensspezifischen Gegebenheiten ab und weniger von Veränderungen auf den Aktienmärkten. Aus diesen Gründen unterliegen Beteiligungstitel nicht den in den ­Abschnitten b)(iv) und b)(v) beschriebenen Marktrisikomessungen und -kontrollen, sondern separaten Kontroll- und Reportingprozessen, einschliesslich der vorgängigen Ge­nehmigung neuer Anlagen durch die Unternehmensführung und Risikokontrollfunktionen. Werden solche Anlagen im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit gemacht, unterliegen diese ebenfalls Portfolio- und Konzentrationslimiten.

Schuldtitel inklusive Geldmarktpapiere machen einen ­unwesentlichen Betrag aus und werden in der Messung der Zinsrisiken, wie in Abschnitt b)(ii) beschrieben, berücksichtigt.

Zinssensitive Risikopositionen 1

Zinssensitivität nach Zeitperioden per 31. Dezember 2006

Tausend CHF, Gewinn / (Verlust) pro Basispunkt Anstieg

Innerhalb 1 Monats

1 bis 3 Monate

3 bis 12 Monate

1 bis 5 Jahre

Über 5 Jahre

Total

CHF

Handel

183

(256)

(377)

202

(116)

(364)

übrige Bestände

(47)

(16)

(206)

(3 677)

(3 524)

(7 470)

USD

Handel

13

(202)

(716)

(602)

(1 663)

(3 170)

übrige Bestände

68

30

(208)

(2 896)

(5 452)

(8 458)

EUR

Handel

(261)

648

(409)

(6 707)

5 756

(973)

übrige Bestände

(16)

(5)

(31)

(359)

(333)

(744)

GBP

Handel

123

(93)

(272)

(194)

141

(295)

übrige Bestände

0

(7)

(142)

(266)

256

(159)

JPY

Handel

46

386

(117)

(118)

4

201

übrige Bestände

1

1

2

(7)

0

(3)

Übrige

Handel

47

469

(209)

(708)

(10)

(411)

übrige Bestände

(3)

1

1

(1)

(4)

(6)

Zinssensitivität nach Zeitperioden per 31. Dezember 2005

Tausend CHF, Gewinn / (Verlust) pro Basispunkt Anstieg

Innerhalb 1 Monats

1 bis 3 Monate

3 bis 12 Monate

1 bis 5 Jahre

Über 5 Jahre

Total

CHF

Handel

167

(526)

120

213

(322)

(349)

übrige Bestände

(258)

(57)

(883)

(6 514)

(287)

(7 998)

USD

Handel

(306)

(103)

122

(3 238)

3 329

(196)

übrige Bestände

70

(159)

(546)

(7 847)

35

(8 447)

EUR

Handel

536

(344)

(302)

(2 792)

2 725

(178)

übrige Bestände

(2)

(33)

(18)

(271)

1 174

850

GBP

Handel

169

(653)

131

(310)

(9)

(672)

übrige Bestände

(1)

(8)

(78)

(437)

536

12

JPY

Handel

194

367

(435)

406

(704)

(172)

übrige Bestände

(0)

(0)

(3)

(4)

0

(7)

Übrige

Handel

2

(48)

69

(125)

(371)

(473)

übrige Bestände

(3)

(1)

(0)

(1)

(3)

(8)

1  Ohne Positionen aus Industriebeteiligungen.

c) Kreditrisiko

Das Kreditrisiko ist das Risiko eines Verlusts, der UBS entstehen kann, wenn ein Kunde oder eine Gegenpartei den vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommt. Kreditrisiken bestehen sowohl bei klassischen Bankprodukten (beispielsweise bei Ausleihungen, festen Kreditzusagen und Eventualverpflichtungen wie Akkreditiven) als auch bei Handelsprodukten (beispielsweise bei Derivatkontrakten wie Termingeschäften, Swaps und Optionen sowie bei Wertpapierpensions- [Repo und Reverse Repo]-Geschäften und Wertschriftenleihen). Einige dieser Produkte werden in der Konzernrechnung zu amortisierten Kosten, andere wiederum zum Fair Value erfasst. Bankprodukte werden im Allgemeinen zu amortisierten Kosten ausgewiesen. Ausleihungen, die UBS im Hinblick auf eine spätere Syndizierung oder Veräusserung über die Kassamärkte gewährt hat oder welche seit Juni 2006 zu wesentlichen Teilen abgesichert sind, werden hingegen zum Fair Value erfasst. Ausserbörsliche (OTC-) Derivate werden zum Fair Value ausgewiesen, während Wertpapierpensions- (Repo und Reverse Repo)-Geschäfte und Wertschriftenleihen zu amortisierten Kosten verbucht werden. Unabhängig von der rechnungslegungstechnischen Behandlung durchlaufen sämtliche Bank- und Handelsprodukte dieselben Kreditrisikosteuerungs- und Kontrollprozesse.

Der Group Chief Credit Officer (CCO), der dem Gro