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Geschäftsberichte 2006  
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Jahresergebnis 2006
 

Rückgrat für die Weltwirtschaft
Rückgrat für die Weltwirtschaft

Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts blieb das wirtschaftliche Geschehen mehrheitlich lokal begrenzt. Das hat sich inzwischen geändert: 1950 belief sich das weltweite Exportvolumen noch auf 70 Milliarden US-Dollar, 2005 waren es 10 Billionen US-Dollar.
Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts blieb das wirtschaftliche Geschehen mehrheitlich lokal begrenzt. Das hat sich inzwischen geändert: 1950 belief sich das weltweite Exportvolumen noch auf 70 Milliarden US-Dollar, 2005 waren es 10 Billionen US-Dollar.

Der Grundstein für dieses halbe Jahrhundert beispiellosen Wachstums wurde in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs gelegt. 1944 wurde mit dem Bretton-Woods-Abkommen ein internationales Währungssystem geschaffen, 1945 der Internationale Währungsfonds (IWF) und 1947 in der unmittelbaren Nachkriegszeit das Allgemeine Zoll- und Handelsabkommen (GATT). Zusammen ermöglichten sie die Stabilisierung der Wechselkurse und den Abbau von Handelsschranken, was dem grenzüberschreitenden Handel zwischen den Industrieländern viel Schub verlieh.

Parallel dazu - vor allem als Folge der Aufhebung des Systems stabiler Wechselkurse im Jahr 1977 - liefen Bestrebungen, die nationalen Finanzmärkte zu deregulieren. Seither ist das tägliche Handelsvolumen an den Devisenmärkten gemäss Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in ungeahnte Höhen gestiegen: von wenigen Millionen auf 1,2 Billionen US-Dollar. Die Deregulierung und die rasante Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologien versetzten Finanzexperten in die Lage, eine ganze Palette von innovativen ­Produkten zu schaffen - von Kredit­karten bis hin zu Derivaten. Damit ­änderte sich das globale Finanzsystem innert weniger Jahrzehnte von Grund auf.

Prototyp solcher Innovationen sind die Derivate, deren weltweites Handels­volumen sich zwischen 1990 und 2000 mehr als verzehnfacht hat. Gemäss BIZ-Statistik belief sich beispielsweise der Gesamtwert aller ausstehenden Derivat­kontrakte, die ausserbörslich gehandelt werden, per Ende Juni 2006 auf 370 Billionen US-Dollar. Derivate sind Kontrakte zum Kauf oder Verkauf eines ­bestimmten Vermögenswerts zu einem bestimmten Preis und zu einem im Voraus festgelegten Zeitpunkt. Sie haben der Finanzindustrie ganz neue Wege eröffnet, Risiken weiterzugeben und sich gegen Verluste abzusichern, und sie erhöhen damit die Stabilität des globalen Wirtschafts- und Finanzsystems ganz wesentlich.

Gleichzeitig sind es genau diese beträchtlichen Handelsvolumen, die auch zunehmend über Hedge Funds abgewickelt werden, welche neue potenzielle Risiken schaffen, und deshalb von Zentralbanken, Aufsichtsbehörden und internationalen Finanzorganisationen vermehrt ins Visier genommen werden. Der Einsatz von Kreditderivaten zur ­Absicherung der Bankausleihungen beispielsweise könnte die Branche als Ganzes zu weniger Sorgfalt bei Kreditgeschäften verleiten. Dadurch würde die Wahrscheinlichkeit künftiger Zahlungsausfälle erhöht. Dieser und andere Faktoren veranlassten den IWF zu einem Aufruf an die zuständigen Regulatoren, die Risikobewirtschaftung im Finanzsektor stärker zu überwachen und bei Bedarf neue Richtlinien zu erlassen.

Bedauerlicherweise entstanden durch die weltweite Liberalisierung des Finanzsystems auch neue Formen der Kriminalität. Um die Stabilität der Finanzmärkte langfristig zu gewährleisten, sind eine gezielte Überwachung und Regulierung unerlässlich. Doch wo liegt das Gleichgewicht zwischen Regulierung und Marktfreiheit? Diese Frage ist nicht neu. Einerseits wäre der weltweite Wirtschaftsboom der letzten Jahrzehnte ohne Liberalisierung der Märkte nicht möglich gewesen. Andererseits zeigen die Globalisierung der Kapitalmärkte und der weltweite Kampf gegen die Kriminalität und den Terrorismus, dass die Regulierungsmassnahmen im Finanzsektor zunehmend komplexer und schwieriger umzusetzen sind.

Die Finanzbranche ist sich dessen bewusst und hat daher ihrerseits eine Reihe von vorbeugenden Massnahmen ergriffen. Ein Beispiel sind die Wolfsberg-Richtlinien. Dabei handelt es sich um eine Reihe globaler Richtlinien zur Bekämpfung der Geldwäscherei, die von einer Gruppe weltweit führender Banken - darunter UBS - verfasst und unterzeichnet wurden. Sie verpflichten die beteiligten Banken, ihre Kunden rund um den Globus jederzeit identi­fizieren zu können und durch den Austausch interner Geldwäscherei-Richt­linien einen gemeinsamen internationalen Standard festzulegen. Ein weiteres Beispiel ist die Zusammenarbeit zwischen dem Finanzsektor und den US-Behörden, die sich nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 intensiviert hat.

Vor einigen Monaten rief das Institute of International Finance (IIF), das Führungskräfte der weltweit wichtigsten Finanzinstitute vereinigt, zu einem strategischen Dialog über effiziente Regulierung auf (siehe Artikel rechts).

Diese beiden Initiativen zeigen klar, dass die internationale Finanzbranche bestrebt ist, marktorientierte Lösungen zu erarbeiten, um den aktuellen Herausforderungen zu begegnen - sowohl im Interesse der Öffentlichkeit als auch in ihrem eigenen.

Was unternimmt UBS?

UBS spielt seit Jahren eine Vorreiterrolle bei der Bekämpfung von Finanz­delikten und der Bewältigung der damit verbundenen Probleme. Sie war im Jahr 2000 eine treibende Kraft bei der Gründung der Wolfsberg-Gruppe und bei der Veröffentlichung der weltweiten "Wolfsberg-Prinzipien zur Bekämpfung der Geldwäscherei". In den Folgejahren unterstützte UBS auch massgeblich die Bemühungen der Gruppe zur Bekämpfung der Terrorismusfinanzierung und verbesserte ihre eigenen Massnahmen zur Bekämpfung der Geldwäscherei.

Die Bank hat beträchtliche Mittel in die Einführung hoch entwickelter Methoden investiert, die das Finanzsystem vor Missbrauch schützen. Schutzmassnahmen gegen Geldwäscherei, Korruption und Terrorismusfinanzierung bilden zentrale Elemente der umfassenden ­Risikobewirtschaftung von UBS.

Überdies schuf UBS vor zwei Jahren eine separate Einheit zur unternehmensweiten Kontrolle und Koordi­nation der Geldwäschereibekämpfung. Im vergangenen Jahr wurde eine breit angelegte Kampagne durchgeführt, um das Bewusstsein der Mitarbeiter für die latenten Risiken zu schärfen und sie zu steter Wachsamkeit anzuhalten.

"Mit ein Grund für das zunehmend komplexe Geschäftsumfeld sind zweifellos die Globalisierung selbst sowie Fehler und Unzulänglichkeiten der einzelnen Marktakteure. Das derzeit grösste Problem ist der Widerspruch zwischen der Internationalisierung der Märkte und der vorwiegend nationalen Ausrichtung der Gesetze, die diese Internationalisierung regeln", erklärt Peter Wuffli, CEO von UBS.

Im Rahmen der IIF-Initiative "Strategic dialogue on effective regulation" hat eine Arbeitsgruppe unter der gemeinsamen Leitung von Peter Wuffli und William B. Harrison, Chairman von JP Morgan Chase & Co., zusammen mit wichtigen Aufsichtsorganen eine Reihe von Leitprinzipien für eine effektive Regulierung der internationalen Finanzmärkte erarbeitet und veröffentlicht.

"Unzählige Beispiele belegen, dass ein konstruktiver Dialog zwischen Gesetzgebern und Finanzindustrie zu besseren Resultaten führt als ein Alleingang der Behörden", erklärt Peter Wuffli.

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