Entwicklung des Marktrisikos - Handel
Das Berichtsjahr war von einer positiven Anlegerstimmung geprägt. Insbesondere die Aktienmärkte erzielten vor dem Hintergrund ausgezeichneter Unternehmensgewinne sehr gute Ergebnisse. Die fester tendierenden Märkte verzeichneten hohe Handelsvolumen, eine rege Neuemissionstätigkeit und lebhafte Fusions- und Akquisitionsaktivitäten. Trotz der im Berichtsjahr erfolgten Anhebungen der kurzfristigen Zinsen lagen die langfristigen Zinsen am Jahresende in fast allen Teilen der Welt auf niedrigen Niveaus. Auf den Devisenmärkten gewann der US-Dollar gegenüber anderen Hauptwährungen an Wert. Da für das Jahr 2006 mit einer Konjunkturabkühlung gerechnet wird, kam dieser Trend gegen Ende des Jahres zum Stillstand. Die steigenden Energie- und Rohstoffpreise und die Unruhe in der US-Automobilbranche im Frühling sowie die durch die ungewöhnlich heftigen Hurrikane im Herbst verursachten Schäden führten zu Perioden höherer Marktvolatilität.
Das Marktrisiko der Investment Bank (auf Basis des 10-Tages-VaR mit einem Konfidenzniveau von 99%) betrug am 31. Dezember 2005 355 Millionen Franken. Der Durchschnittswert für 2005 lag bei 346 Millionen Franken. Das Marktrisiko ist somit im Vergleich zum Jahresendstand 2004 von 322 Millionen Franken leicht gestiegen, lag aber geringfügig unter dem Durchschnittswert 2004 von 358 Millionen Franken. Der am Ende der Berichtsperiode verzeichnete Anstieg des VaR ist auf die Zunahme unseres Aktienrisikos zurückzuführen. Die breitere Diversifikation der verschiedenen Risikoarten hat aber dazu geführt, dass sich der durchschnittliche VaR der Investment Bank verringert hat.
Insbesondere das Aktienrisiko hat im Jahresvergleich zugenommen und lag am 31. Dezember 2005 bei 235 Millionen Franken gegenüber 126 Millionen Franken Ende 2004. Der Durchschnittswert ist 2005 auf 173 Millionen Franken gestiegen (2004: 153 Millionen Franken). Ein Grossteil dieser Zunahme war die Folge günstiger Handelsbedingungen (insbesondere in der zweiten Jahreshälfte): eine höhere Marktvolatilität, der Anstieg wichtiger Indizes (viele erreichten im 4. Quartal ein Jahreshoch), grosse Handelsvolumen sowie eine rege Neuemissionstätigkeit und lebhafte Fusions- und Übernahmeaktivitäten. Es ist uns gelungen, sowohl im Kundengeschäft als auch im Eigenhandel von diesem Umfeld zu profitieren.
Die wichtigste Komponente des VaR des Zinsgeschäfts war weiterhin das Risiko im Zusammenhang mit den Kreditspreads. Die Schwankungen der Risikohöhe im Verlauf des Jahres waren indes auf unsere Zinsrisiken zurückzuführen. Diese variierten im Berichtsjahr sowohl betrags- als auch richtungsmässig, da wir unser Risiko entsprechend den Marktentwicklungen aktiv bewirtschafteten. Der VaR des Zinsgeschäfts lag am Ende des Berichtsjahres bei 269 Millionen Franken. Er hat damit im Jahresvergleich markant abgenommen (Ende 2004: 361 Millionen Franken). Dieser Rückgang widerspiegelt die Unsicherheit über die längerfristigen Zinsentwicklungen. Der durchschnittliche VaR des Zinsgeschäfts ist im Berichtsjahr von 340 Millionen Franken im Jahr 2004 auf 364 Millionen Franken gestiegen.
Der durchschnittliche VaR des Corporate Center ist von 47 Millionen Franken im Jahr 2004 auf 63 Millionen Franken gestiegen. Diese Zunahme ist einem höheren Zinsrisiko im Treasury-Buch zuzuschreiben. Der Beitrag des Corporate Center zum Gesamt-VaR von UBS blieb hingegen verhältnismässig gering. Die Marktrisikopositionen der übrigen Unternehmensgruppen beeinflussen den Gesamt-VaR von UBS nur geringfügig, wie die Tabelle zeigt.
Im 3. Quartal des Berichtsjahres wurden die beiden Einheiten Wealth Management & Business Banking und Wealth Management US zusammengelegt und das Geschäft mit Municipal Securities von Wealth Management US auf die Investment Bank übertragen. Die VaR-Angaben in den nachfolgenden Tabellen wurden angepasst, um diesen Änderungen Rechnung zu tragen. Der VaR von Global Wealth Management & Business Banking schliesst in Bezug auf das Jahr 2004 alle Geschäfte von Wealth Management US mit ein, für das Jahr 2005 aber das Geschäft mit Municipal Securities aus. Dieses Geschäft ist im VaR der Investment Bank ab 1. Januar 2005 erfasst, seine Auswirkungen auf den Gesamt-VaR und den VaR des Zinsgeschäfts der Investment Bank waren allerdings unwesentlich.
Der Stressverlust der Investment Bank – definiert als das schlimmste unserer Standardszenarien – lag Ende 2005 praktisch auf dem gleichen Niveau wie 2004 und bewegte sich im Verlauf des Berichtsjahres klar innerhalb der bewilligten Limite. Die wichtigste Komponente blieb – wie beim VaR – das Risiko im Zusammenhang mit den Kreditspreads. Die Schwankungen des Stressverlusts im Verlauf des Jahres wurden indes in hohem Masse von den unterschiedlichen Niveaus des Optionsrisikos in unserem Aktienportfolio beeinflusst.
UBS verzeichnete im Berichtsjahr wie schon in den vergangenen sieben Jahren keine Backtesting-Ausnahmen, die den Aufsichtsbehörden zu melden gewesen wären. Die Grafik auf Seite 83 Mitte zeigt den 1-Tages-VaR für Portfolios, auf die ein Anrechnungsbetrag für die Eigenmittelunterlegung des Marktrisikos erhoben wurde, und die entsprechenden Backtesting-Erträge. Zu Informationszwecken wird auch der 10-Tages-VaR aufgeführt, auf dessen Grundlage die Limiten und Ausnutzungen, die in den oben stehenden Tabellen aufgeführt sind, festgelegt werden. Im Histogramm auf Seite 83 unten sind die Backtesting-Erträge zusammen mit den täglichen «Gesamterträgen» jeglicher Herkunft innerhalb der Investment Bank dargestellt.