UBS AG
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Marktrisiko
Marktrisiko

Als Marktrisiko wird das Risiko bezeichnet, dass der Bank aufgrund von Veränderungen von Marktvariablen Verluste entstehen. Dabei kann es sich um Marktvariablen wie Zinssätze, Wechselkurse, Aktienmarktindices oder um nur indirekt beobachtbare Marktvariablen wie Volatilitäten und Korrelationen handeln. Das Risiko von Preisschwankungen bei Wertschriften und anderen handelbaren Verpflichtungen, das sich aus den allgemeinen Kredit- und Länderrisikofaktoren und aus spezifischen Unternehmensereignissen ergibt, gilt ebenfalls als Marktrisiko.

UBS weist das Marktrisiko als Value at Risk («VaR») aus, der auf Seite 76 erläutert wird. Daneben finden weitere Messgrössen und Kontrollen Anwendung, die in den folgenden Abschnitten beschrieben werden.

Marktrisikoquellen

UBS geht Marktrisiken hauptsächlich durch Handelsgeschäfte ein, doch auch aus einigen nicht handelsbezogenen Geschäften erwachsen Marktrisiken.

Handelsgeschäfte

Die Handelsgeschäfte entfallen vornehmlich auf die Investment Bank und umfassen das Market-Making, das Kundengeschäft und den Eigenhandel. UBS ist auf den Kassa- und Derivatmärkten für Festzinspapiere, Aktien, Zinsprodukte, Devisen, Energie und – in geringerem Umfang – Edelmetalle aktiv. 2005 begann UBS zudem mit dem Handel von Derivaten auf Basismetalle und landwirtschaftliche Rohstoffe.

In unserem Fixed-Income-Geschäft verfügen wir über umfangreiche Bestände für das Market-Making und das Kundengeschäft. Obwohl die Höhe dieser Bestände variiert und das Portfolio breit diversifiziert ist, trägt das aus diesen Positionen erwachsende Risiko im Zusammenhang mit den Kreditspreads (ein Bestandteil des Zinsrisikos) in der Regel am stärksten zum VaR bei.

Alle unsere Geschäftsaktivitäten werden davon beeinflusst, wie sich Niveau und Form der Renditekurven verändern, allen voran aber das Zins- und das Devisengeschäft sowie das Cash and Collateral Trading. Unser Risiko aus direktionalen Marktzinsveränderungen ist nicht grundsätzlich hoch, variiert aber je nach unserer Einschätzung der Märkte. Diese Veränderungen beeinflussen oftmals den Umfang des VaR der Investment Bank, wenngleich – je nach jeweiliger Zusammensetzung des Portfolios – in unterschiedlichem Ausmass.

Das Aktienrisiko stellt die andere Hauptkomponente des Marktrisikos dar, das die Investment Bank eingeht. In der Regel sind wir auf allen wichtigen und auf einigen kleineren Aktienmärkten engagiert und auch im Eigenhandel – einer weiteren wichtigen Komponente des Aktien-VaR – tätig, um beispielsweise Arbitragegelegenheiten oder Kursentwicklungen als Folge von Fusionen und Übernahmen zu nutzen. Diese Positionen können verhältnismässig gross sein und dazu führen, dass die Höhe des Marktrisikos in erheblichem Masse variiert.

Zwar halten wir auch Devisen-, Edelmetall- und Energiepositionen (die in der Risikokategorie «Übrige» ausgewiesen werden), doch ist ihr Beitrag zum gesamten Marktrisiko im Allgemeinen relativ gering. Basismetalle und landwirtschaftliche Rohstoffe sind bisher im VaR nicht erfasst. Das Risiko aus diesen Positionen ist aber nicht wesentlich.

Ausserhalb der Investment Bank trägt das Startkapital, das die Plattform von Global Asset Management für alternative und quantitative Anlagen in ihre Fonds während der Startphase investiert, geringfügig zu unserem Marktrisiko bei. Die Handelsaktivität im Wealth Management zur Unterstützung des Kundengeschäfts ist sehr begrenzt.

Nicht handelsbezogene Geschäfte

Im Rahmen ihrer Zuständigkeit für die Bilanz- und Kapitalbewirtschaftung geht die Treasury-Abteilung (Teil des Corporate Center) Marktrisiken ein. Die Zinsrisiken erwachsen aus der Finanzierung nicht geschäftsbezogener Positionen wie Immobilien und Anlagen, aus der Anlage unseres Eigenkapitals und aus den langfristigen Zinsrisiken, die von anderen Unternehmensgruppen übertragen werden. Nähere Einzelheiten hierzu finden sich auf den Seiten 82 bis 84.

Weitere Marktrisiken aus nicht handelsbezogenen Geschäftsaktivitäten – vorwiegend Zinsrisiken – entstehen in allen Unternehmensgruppen; sie sind allerdings nicht wesentlich.

Ausserhalb unserer Handelsaktivitäten halten wir auch Beteiligungspapiere. Diese Papiere sind mehrheitlich nicht börsenkotiert, und ihre Fair Values hängen grösstenteils von Faktoren ab, die mehr von den einzelnen Unternehmen und weniger von den Entwicklungen auf den Aktienmärkten beeinflusst werden. Aus diesem Grund und weil Beteiligungspapiere nicht grundsätzlich liquide sind, unterliegen sie einer separaten Marktrisikokontrolle. Unsere Private-Equity-Anlagen stellen das grösste Portfolio dar, das derzeit allerdings verringert wird. Dieses Portfolio wird umfassend kontrolliert, überwacht und dokumentiert; seine Positionen sind in unseren allgemeinen Earnings-at-Risk-Zahlen erfasst.

Risikokontrolle

Jede Unternehmensgruppe und die Treasury-Abteilung verfügen über einen Chief Risk Officer (CRO). Die CROs sind funktional dem Group CRO unterstellt und sind für die unabhängige Überwachung der Marktrisiken verantwortlich. Sie sorgen zusammen mit ihren Teams dafür, dass alle Marktrisiken erkannt werden, legen die notwendigen Kontrollen und Limiten fest, überwachen die Positionen und Engagements und stellen sicher, dass das Marktrisiko in den Risikoerfassungs- und Überwachungssystemen vollständig und korrekt erfasst wird. Eine wichtige Aufgabe des CRO ist die Beurteilung der Marktrisiken bei neuen Geschäften und Produkten sowie bei strukturierten Transaktionen.

Die CRO-Organisation in der Investment Bank unterstützt alle Unternehmensgruppen bei der Messung und Erfassung der Marktrisiken und ist für die Entwicklung und laufende Verbesserung der Messgrössen für das Marktrisiko, insbesondere des VaR-Modells, verantwortlich.

Die Marktrisikokompetenz liegt beim VR-Präsidium und bei der Konzernleitung. Diese delegieren diese Kompetenzen ad personam an den Group CRO und die Market Risk Officers der Unternehmensgruppen. Die Kompetenzen erstrecken sich auf die Definition der Messmethoden und Portfoliolimiten sowie auf einzelne Positionen und Transaktionen, die einer Sondergenehmigung bedürfen.

Die Messungen, die Festlegung von Limiten und die Kontrollen des Marktrisikos erfolgen auf Portfolioebene. Auf einzelne Risikoarten, gewisse Bücher und spezifische Engagements wenden wir Konzentrationslimiten und, wo notwendig, andere Kontrollen an. Die Messgrössen zur Erfassung der Portfoliorisiken sind für alle Marktrisiken identisch. Demgegenüber sind die Konzentrationslimiten und andere Kontrollen auf die spezifischen Geschäftsaktivitäten und die damit verbundenen Risiken abgestimmt. Solche Messwerte variieren daher stark – beispielsweise zwischen der Investment Bank mit ihren äusserst unterschiedlichen und komplexen Risiken und Group Treasury mit einem Marktrisiko, das zwar bedeutend, aber auf einige Risikoarten beschränkt ist und im Allgemeinen keine komplexen Instrumente betrifft.

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