Länderrisiko
Wir ordnen allen Ländern, in denen UBS Engagements eingeht, Ratings zu. Die Länder-Ratings drücken die Wahrscheinlichkeit einer Krisensituation in einem Land aus, welche die dem Land zuordenbaren Forderungen von UBS gefährden könnte. Die Ausfallwahrscheinlichkeiten und die Gegenüberstellung der internen Ratings und der Bewertungen der wichtigsten Rating-Agenturen sind mit jenen der Gegenpartei-Ratings vergleichbar (siehe Tabelle auf Seite 60). Die drei schlechtesten Rating-Klassen umfassen riskante, gefährdete und notleidende Engagements.
Bei allen Ländern der Rating-Klasse 3 und darunter wird das Engagement von UBS durch Länderrisikoplafonds begrenzt, die vom Präsidium oder einer durch Delegation bestimmten Stelle festgelegt werden. Die Länderrisikoplafonds gelten für alle Transaktionen mit Gegenparteien in diesen Ländern. Geschäfte, die ein Länderrisiko beinhalten, können nur bewilligt werden, wenn sie innerhalb des Länderrisikoplafonds Platz finden, selbst wenn adäquate Kreditrisikolimiten für den betreffenden Kunden verfügbar sind. Länder der Rating-Klasse 3 oder darunter, die noch kein reifes Stadium an wirtschaftlicher, finanzieller, institutioneller, politischer und sozialer Entwicklung erreicht haben oder deutliches Potenzial für wirtschaftliche oder politische Instabilität aufweisen, gelten als Schwellenländer («Emerging Markets»). Die Informationen über Länderrisiken auf dieser Seite umfassen nur Schwellenländer und nicht alle Länder, die einem Länderrisikoplafond unterliegen.
Der Ausfall vertraglich geschuldeter Forderungen aufgrund einer Häufung von Insolvenzen (Systemrisiko) oder als Folge von Einschränkungen des Kapitalverkehrs durch Behörden (Transferrisiko) sind die häufigsten Konsequenzen einer Länderkrise. In unseren internen Verfahren zur Messung und Überwachung des Länderrisikos versuchen wir jedoch zusätzlich, die möglichen finanziellen Auswirkungen von Markteinbrüchen vor, während und nach einer Krisensituation zu berücksichtigen. Dies beinhaltet starke Kurseinbrüche an den inländischen Kapitalmärkten, Marktwertverluste aller in einem Land befindlichen Vermögenswerte, eine längerfristige Abwertung der Währung und potenzielle Einfrierung von Fremdwährungsbeständen.
Wir ermitteln die möglichen finanziellen Auswirkungen schwerwiegender Krisen in den Schwellenländern mittels Stresstests. Dies beinhaltet die Identifizierung der Länder, die einer Krisensituation ausgesetzt sein könnten. Die Wiedereinbringungsraten werden mit Hilfe konservativer Schätzungen und in Abhängigkeit von der Art der Transaktion und ihrer wirtschaftlichen Bedeutung für das betreffende Land ermittelt. Auf diesen Schätzungen und dem Betrag der Länderengagements basierend, ermitteln wir den potenziellen Verlust.
Länderengagements
Unsere grenzüberschreitenden Länderengagements in den Emerging Markets betrugen am 31. Dezember 2005 21,4 Milliarden Franken, gegenüber 16,2 Milliarden Franken am 31. Dezember 2004. Davon entfielen 15,6 Milliarden Franken oder 73% auf Länder mit Investment-Grade-Rating. Die Zunahme von 5,2 Milliarden Franken für das gesamte Engagement in den Emerging Markets beruht zu einem grossen Teil auf unseren Aktivitäten in Asien und spiegelt die gezielte Wahrnehmung von Marktchancen in Ländern wider, in denen wir langfristiges Potenzial sehen.
Die Grafik auf dieser Seite und die Tabelle auf der vorherigen Seite zeigen die grenzüberschreitenden Länderengagements in den Emerging Markets nach Länder-Rating-Klassen, wichtigsten geografischen Regionen und Produktkategorien am 31. Dezember 2005 im Vergleich zum 31. Dezember 2004 bzw. 2003.