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Kreditrisiko
Kreditrisiko

Messung der Portfoliorisiken

Erwarteter Verlust

Kreditverluste stellen inhärente Kosten des Kreditgeschäfts dar. Sie unterliegen bezüglich Ausmass und Zeitpunkt allerdings grösseren Schwankungen. Zudem beziehen sich die in einer bestimmten Rechnungslegungsperiode entstehenden Verluste in der Regel auf Geschäfte, die in früheren Rechnungslegungsperioden abgeschlossen wurden. Um der Tatsache Rechnung zu tragen, dass künftige Kreditverluste bereits im aktuellen Portfolio implizit vorhanden sind, verwenden wir das Konzept des «erwarteten Verlusts».

Der erwartete Verlust ist ein zukunftsbezogenes, statistisches Konzept, mit dem wir die durchschnittlichen jährlichen Kosten schätzen, die anfallen, weil Positionen des aktuellen Portfolios als ausfallgefährdet eingestuft werden. Die Grundlage dieses Konzepts bilden die drei oben beschriebenen Komponenten: Kreditausfallwahrscheinlichkeit, Kreditengagement zum Zeitpunkt des Ausfalls und Verlustquote.

Der erwartete Verlust ist die Ausgangsgrösse zur Quantifizierung des Kreditrisikos in all unseren Kreditportfolios. Es handelt sich dabei nicht nur um einen wichtigen Risikoindikator per se, sondern auch um die Basis für weitere Portfolioanalysen (Stress- und statistischer Verlust). Bei Produkten, die zu amortisierten Kosten erfasst werden, dient der erwartete Verlust überdies einer risikogerechten Preisgestaltung sowie zur Quantifizierung der durchschnittlichen Kreditrisikokosten in der Managementrechnung, die sich von den in der Konzernrechnung ausgewiesenen Kreditrisikokosten unterscheidet.

Stress- und statistischer Verlust

Unser Kreditportfolio ist breit gefächert und je nach Kundenart, Branche, geografischer Verteilung und Höhe der Engagements sehr unterschiedlich. Grosse Kreditportfolios werden deshalb zur Bewertung des Stress- und des statistischen Verlusts in Teilportfolios mit homogeneren Eigenschaften zerlegt.

Wir ermitteln den gesamten statistischen Verlust dieser Portfolios mit unserem intern entwickelten Kreditrisikomodell, das auf der Value-at-Risk-Methode (Kredit-VaR) basiert. Dies erlaubt eine Einschätzung des Risikoniveaus des Portfolios sowie der Veränderung des Risikos im Zeitverlauf. Das Modell ist ebenfalls Teil unserer Earnings-at-Risk-Messmethode (siehe Seiten 58 bis 60).

Das Modellieren von Stressverlusten aus Kreditrisiken ist sehr komplex, da diese Verluste weniger durch systematische Faktoren geprägt sind, als dies bei Marktrisiken im Allgemeinen der Fall ist. Wir verwenden Szenarien, die es uns ermöglichen, die Auswirkungen von Schwankungen der Ausfallraten und der zur Sicherung übereigneten Vermögenswerte unter Berücksichtigung der bestehenden Risikokonzentrationen in jedem Portfolio zu bewerten. Zudem messen wir die Beiträge von Branchen und Regionen zu den Stressverlustergebnissen.

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