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Analysten & AktionäreGeschäftsberichte 2005
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Kreditrisiko
Kreditrisiko

Messung des Kreditrisikos

Elemente des Kreditrisikos

Jedes Kreditengagement beinhaltet ein Kreditrisiko. Bei der Messung des Kreditrisikos einer Gegenpartei berücksichtigen wir drei Komponenten: Erstens die «Kreditausfallwahrscheinlichkeit», d.h. die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kunde oder eine Gegenpartei den vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommt, zweitens unser gegenwärtiges Engagement gegenüber dieser Gegenpartei und dessen wahrscheinliche Entwicklung in der Zukunft, aus der wir das «Kreditengagement zum Zeitpunkt des Ausfalls» ableiten, sowie drittens die voraussichtliche Wiedereinbringungsrate (Recovery Rate) der notleidenden Verpflichtungen, aus der wir die «Verlustquote» ermitteln. Diese Komponenten sind auch wichtige Parameter für die Bestimmung des Portfoliorisikos, nicht nur für die internen Kreditrisiko-Quantifizierungen, sondern auch für die Berechnung der künftigen regulatorischen Eigenkapitalunterlegung. Sie stellen die Basis für den Basel II Advanced Internal Rating Based Approach dar, dessen Einführung wir beabsichtigen, sobald die Neufassung der Basler Eigenkapitalvereinbarung (Basel II) 2008 in Kraft tritt.

Wir beurteilen die Ausfallwahrscheinlichkeit der einzelnen Gegenparteien mit Verfahren, die auf die verschiedenen Gegenparteikategorien zugeschnitten sind. Diese Verfahren wurden intern entwickelt und stützen sich auf statistische Analysen und das Expertenwissen der Mitarbeiter der Kreditorganisation. Die regelmässige Validierung dieser Verfahren beinhaltet gegebenenfalls auch einen Vergleich mit externen Daten. Die Segmentierung der Gegenparteien erfolgt durch ein System von 15 Rating-Klassen. Zwei dieser Rating-Klassen sind für Forderungen bestimmt, die als gefährdet oder notleidend eingestuft sind. Die auf Seite 60 abgebildete Rating-Skala von UBS beschreibt nicht nur eine ordinale Rangfolge der Gegenparteien. Vielmehr korrespondiert mit jeder Rating-Klasse ein Spektrum von zugeordneten Ausfallwahrscheinlichkeiten. Folglich werden die Kunden grundsätzlich einer anderen Rating-Klasse zugewiesen, sobald sich die Einschätzung ihrer Ausfallwahrscheinlichkeit ändert. Die Rating-Verfahren werden laufend überprüft und bei Bedarf aktualisiert. Ihre Leistungsfähigkeit und statistische Prognosefähigkeit bezüglich künftiger Zahlungsausfälle werden regelmässig kontrolliert. Legen statistische Analysen nahe, dass die Parameter eines Modells angepasst werden müssen, werden diese Anpassungen in der externen Berichterstattung ausgewiesen, sobald die Kalibrierung bestätigt und im gesamten betroffenen Portfolio umgesetzt wurde. Bis dahin wird der geschätzte Einfluss der bevorstehenden Modellanpassungen bereits in der internen Kreditrisikomessung berücksichtigt.

Wie aus der Tabelle auf Seite 60 ersichtlich ist, ordnen wir die Rating-Kategorien der wichtigsten Rating-Agenturen den Rating-Klassen von UBS zu. Als Massstab dienen dabei die in den einzelnen Rating-Kategorien der Agenturen über einen langfristigen Durchschnitt beobachteten Ausfälle. Wir nutzen die externen Ratings, soweit verfügbar, zur Validierung unserer internen Kreditrisikobeurteilungen. Die beobachteten Ausfälle für jede Rating-Kategorie schwanken von einem Jahr zum nächsten und insbesondere im Verlauf eines Konjunkturzyklus. Daher wird nicht unterstellt, dass die vorgenommene Zuordnung unseren tatsächlichen Ausfallerwartungen zu jedem gegebenen Zeitraum entspricht. Da wir unsere internen Rating-Verfahren auf deren Verlässlichkeit in Bezug auf die Voraussage künftiger Zahlungsausfälle im langfristigen Mittel hin validieren, verfolgen wir auch die langfristigen durchschnittlichen Ausfallraten der Rating-Klassen externer Agenturen. Geht aus unserer Analyse hervor, dass sich die Ausfallwahrscheinlichkeiten der externen Rating-Klassen markant geändert haben, passen wir deren Zuordnung an unsere Rating-Skala an. Sobald die Neukalibrierung bestätigt ist, werden diese Anpassungen in unserer externen Berichterstattung ausgewiesen.

Das Kreditengagement zum Zeitpunkt des Ausfalls («Exposure at Default») beruht auf unseren Erwartungen über den ausstehenden Forderungsbetrag in diesem Moment. Bei einem Kredit entspricht dieser Betrag dem Nennwert. Bei einer Kreditzusage berücksichtigen wir bereits beanspruchte Beträge sowie den Betrag, der bis zum Zeitpunkt eines möglichen Ausfalls eventuell in Anspruch genommen wird. Bei Wertpapierpensions- (Repo- und Reverse-Repo-) Geschäften und Wertschriftenleihen wird betrachtet, wie hoch der uns zustehende oder von uns geschuldete Nettobetrag wäre, wenn wir im Anschluss an ungünstige Marktentwicklungen warten müssten, bis sämtliche Transaktionen glattgestellt sind (so genanntes «Close Out Exposure»). Für die Bestimmung des Exposure at Default ausserbörslicher (OTC) Derivate modellieren wir die mögliche Wertentwicklung der einzelnen Transaktionen während der gesamten Laufzeit (potenzielles Kreditengagement). Dabei werden alle rechtlich durchsetzbaren Vereinbarungen berücksichtigt, die uns erlauben, Forderungen gegenüber Gegenparteien mit deren Gegenforderungen an uns zu verrechnen. Aus diesem Modell können wir unter Annahme eines vorgegebenen Konfidenzintervalls sowohl das «erwartete künftige Engagement» als auch das «wahrscheinliche Maximalengagement» ableiten. Dabei werden Möglichkeiten zur Nachforderung weiterer Sicherheiten sowie gegebenenfalls bereits bestehende Sicherheiten ebenfalls berücksichtigt.

Die Verlustquote entspricht dem Verlust, den wir für eine bestimmte Forderung im Falle eines Ausfalls erwarten. Sie wird in Prozent des jeweiligen Engagements ausgedrückt und hängt in der Regel von der Gegenpartei, dem Rang der Forderung, den verfügbaren Sicherheiten und anderen risikomindernden Faktoren ab.

Im Einklang mit unseren internen Corporate-Governance-Standards und den neuen Eigenkapitalanforderungen werden alle Modelle, die für die Messung des Kreditrisikos entwickelt werden, sowie die Komponenten dieser Messverfahren vor ihrer Einführung durch ein Expertenteam im Corporate Center einer unabhängigen Beurteilung unterzogen und anschliessend laufend überprüft.

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