Gute Risikobewirtschaftung und Risikokontrolle gehören zum Kern eines Unternehmens, insbesondere eines Finanzdienstleisters. Sie bilden eine wichtige Voraussetzung für die kontinuierliche Erzielung einer erstklassigen Rendite für die Aktionäre. Sind wir nicht in der Lage, unsere Risiken angemessen zu bewirtschaften und zu überwachen, könnten wir erhebliche finanzielle Verluste erleiden. Noch schwerwiegender wäre eine damit einhergehende Schädigung unserer Reputation: Kunden und talentierte Mitarbeiter wandern ab, der Wert der UBS-Aktie fällt. Letztlich könnten sich die Aufsichtsbehörden veranlasst sehen, unsere Geschäftstätigkeit einzuschränken.
Wir sind uns bewusst, dass die Übernahme von Risiken in der Natur des Finanzgeschäfts liegt und operationelle Risiken eine unvermeidbare Konsequenz davon sind. Es ist deshalb nicht unser Ziel, alle Risiken zu eliminieren, sondern ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Risiko und Rendite zu erreichen. Daher versuchen wir, sowohl in unserem Tagesgeschäft als auch bei der strategischen Bewirtschaftung von Bilanz und Kapital, die Auswirkungen von negativen Ertragsschwankungen zu beschränken und «Stresssituationen» zu kontrollieren; dies für alle materiellen Risiken, denen wir gegenüberstehen.
Unser Ansatz zur Bewirtschaftung und Kontrolle von Risiken beruht auf fünf Grundsätzen:
Die Unternehmensführung ist verantwortlich für sämtliche konzernweit eingegangenen Risiken sowie deren laufende und aktive Bewirtschaftung, damit Risiko und Rendite in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen. Diese Verantwortung erstreckt sich nicht nur auf die traditionellen Risiken des Bankgeschäfts, wie Kredit- und Marktrisiko, sondern auch auf eine Vielzahl unterschiedlicher operationeller Risiken. Solche können infolge eines Mangels oder Versagens von internen Prozessen, Menschen oder Systemen oder aufgrund externer Ereignisse entstehen. Diese können absichtlich oder zufällig herbeigeführt oder natürlichen Ursprungs sein.
Ein unabhängiger Kontrollprozess wird dann implementiert, wenn es die Art des Risikos erfordert. Dies dient insbesondere dem Ausgleich unmittelbarer Anreize zur Gewinnsteigerung einerseits und langfristiger Interessen von UBS andererseits. Die Kontrollfunktionen sind für eine objektive Prüfung der mit der Übernahme von Risiken verbundenen Aktivitäten verantwortlich.
Eckpfeiler der Risikokontrolle ist eine umfassende, transparente und objektive Offenlegung der Risiken gegenüber unserer Geschäftsleitung, dem Verwaltungsrat, den Aktionären, Aufsichtsbehörden, Rating-Agenturen und anderen Anspruchsgruppen.
Wir schützen unsere Erträge, indem wir die Risiken sowohl auf Stufe des Einzelengagements sowie der Portfolios als auch zusammengefasst über alle Risikotypen und Geschäftsbereiche hinweg kontrollieren. Dies geschieht im Hinblick auf unsere Risikokapazität – die Höhe des Risikos, das wir aufgrund unserer Ertragskraft tragen können.
Wir schützen unsere Reputation durch die Bewirtschaftung und Kontrolle der Risiken, die wir im Rahmen unserer Geschäftstätigkeit eingehen. Wir vermeiden Risikokonzentrationen und begrenzen potenzielle Stressverluste – nicht nur aus Kredit-, Markt- und Liquiditätsrisiken, sondern auch aus operationellen Risiken. Wir meiden extreme Positionen in Transaktionen, die aus steuerlichen, juristischen, aufsichtsrechtlichen oder buchhalterischen Gründen heikel sind. Wir sind vorsichtig gegenüber Risiken, die nicht zuverlässig beurteilt oder berechnet werden können. Wir wenden die höchsten Standards zum Schutz der Vertraulichkeit und Integrität unserer Kundeninformationen an und sind bestrebt, bei all unseren geschäftlichen Handlungen die höchsten ethischen Grundsätze zu wahren.
Sämtliche Mitarbeiter, aber insbesondere jene, die Risikoentscheidungen mittragen, müssen der Wahrung der Reputation von UBS höchsten Stellenwert einräumen. Die Verantwortung für unsere Reputation können wir weder delegieren noch teilen.