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Der Gipfelstürmer
Der Gipfelstürmer

Der Gipfelstürmer

Bevor Christen Baumann in der Bergbahnszene Furore machte, war der gebürtige Grindelwalder während langer Jahre in leitenden Positionen für die Maschinenindustrie tätig – in der Region Zürich wie auch im Ausland. Seine Faszination für die Bergwelt ist indes deutlich spürbar. Wer als Hobbyalpinist die Berglandschaft um Zermatt erforschen möchte, würde sich ohne Zögern Baumanns Seilschaft anschliessen. Seit 1. Mai 2002 sorgt der ehemalige Bergführeraspirant und diplomierte Ingenieur dafür, dass die Zermatt Bergbahnen AG nicht nur reibungslos funktioniert, sondern auch rentiert.

Die Zermatt Bergbahnen AG als grösste Seilbahnunternehmung der Schweiz entstand vor knapp drei Jahren aus der Fusion sechs bis dahin unabhängiger Bahnen, jede mit eigener Eigentumsstruktur und Unternehmenskultur. Die neuen Zermatt Bergbahnen operieren zwischen 1600 und 3883 Metern über Meer – ein technisch anspruchsvolles Unterfangen: 32 Seilbahnen transportieren pro Stunde gut 45000 Personen. Im Winter werden rund 200 Kilometer Piste unterhalten und 260 Personen beschäftigt. Der neue CEO fühlte sich im Wallis auf Anhieb wohl – vermutlich nicht nur deshalb, weil er hier jeweils all seine Militärdienste geleistet hatte.

Baumann, unter dessen Führung schon die Cashflows in Grindelwald und Scuol bis ums Achtfache gestiegen waren, verzichtete als erfahrener Turnaround-Manager bei seinem Amtsantritt auf personelle Rundumschläge. Er besetzte sämtliche Kaderstellen innerhalb nur zweier Wochen mit bewährten Köpfen – die allerdings aufgefordert worden waren, sich neu zu bewerben. Der Fusionsprozess ging reibungslos und ohne nennenswerte Entlassungen über die Bühne.

Der Gipfelstürmer

Inzwischen hat sich die Zermatt Bergbahnen AG zu einer alpinen Ertragsperle entwickelt. «Alle gesetzten Ziele wurden erreicht oder gar übertroffen», sagt Baumann nicht ohne Stolz.

Seit den neunziger Jahren sahen sich viele Bergbahnen mit massiven finanziellen Problemen konfrontiert. Einer der Gründe: Bei der Kreditvergabe orientierten sich Banken nicht mehr am Mittelwert von Real- und Ertragswert der Bahnanlagen, sondern an der nachhaltigen Ertragskraft, basierend auf dem Free Cash-flow. Die temporäre Verschlechterung der Branchen- und Kundenratings führte zwangsläufig dazu, dass sich zahlreiche Bergbahnen mit hohen Schuldenbergen sanieren oder zusammenschliessen mussten, um nicht vollends unter der Zinslawine verschüttet zu werden. Die Ursache des Niedergangs einer Reihe von Bergbahnen sieht Baumann aber nicht inderKreditpolitikder Banken, sondern in mangelnder Kostendisziplin und Wunschkonzertdenken: Egoismus und Partikularinteressen verschleiern den Blick auf betriebswirtschaftliche Realitäten. «Steigende Kosten und gleich bleibende oder gar rückläufige Einnahmen – diese Rechnung geht auf Dauer nicht auf», macht Baumann klar.

Er hält es übrigens für heikel, Verwaltungsratssitze an politische Mandatsträger zu vergeben. Denn immer besteht eine gewisse Versuchung, den Nutzen von Investitionen und Massnahmen am Popularitätseffekt zu messen, anstatt die Interessen des Unternehmens zu vertreten, was dessen langfristige Existenz gefährden kann.

Soll sich der Staat also überhaupt nicht in den Tourismus einmischen? Doch – sofern es um Rahmenbedingungen und nicht um unternehmerische Entscheide geht. Baumann schätzt etwa die Standortpromotion durch Schweiz Tourismus. Die wirksamste Form von Tourismusförderung sieht er jedoch anderswo, nämlich in stark beschleunigten Baubewilligungen. Im Gestrüpp einer oft umständlich agierenden, wenig entscheidungsfreudigen Verfahrensbürokratie hat sich schon mancher Gesuchsteller verheddert so auch Baumann selbst.

Vom Staat als Geldgeber erwartet er mehr Marktdenken: «Investitionshilfe- Darlehen können sinnvoll sein, solange sie den Wettbewerb nicht verzerren.» Baumann warnt ausdrücklich vor der Wunderpille einer Billigpreisstrategie: «Wenn es Bahnen schlecht geht, und sie halbieren ihre Tarife, geht es ihnen nachher nicht besser.» Kritisch steht er auch dem Dividendenverbot gegenüber, das auf Bundesebene noch immer an zinslose Investitionshilfe-Darlehen geknüpft ist. «Damit werden private Investitionen unnötig diskriminiert, ja praktisch verunmöglicht.»

Der Gipfelstürmer

Unabhängigkeit und Freiheitsdrang sind zwei Werte, die sich auch in Baumanns festem Glauben an die Privatwirtschaft manifestieren. So gehört es zu seinen Grundsätzen, die Fremdverschuldung nicht über 60% ansteigen zu lassen. Auf diese Weise wahrt er den notwendigen Grad an Selbstbestimmung und schützt sich generell gegen zu hohe Zinsbelastung, auch im Falle plötzlich steigender Sätze. Liquidität ist der Lebensnerv jedes Unternehmens. Das ist bei Bergbahnen nicht anders, und auch Baumann ist auf Bankkredite angewiesen. Denn naturgemäss klingeln im Winter die Kassen, während im Sommer die Investitionen anfallen; mit den Einnahmen können knapp die Betriebskosten gedeckt werden.

Die neuen Zermatter Bahnanlagen sind – wie in der Branche üblich – geleast, und auch daran ist UBS als Hausbank massgeblich beteiligt. Bei der Wahl seiner Geschäftspartner achtet Baumann in erster Linie auf attraktive Konditionen. Daneben zählen für ihn im Umgang mit Banken unkomplizierte Kommunikation sowie eine rasche und sachliche Entscheidungsfindung. Sein Bild von UBS hat sich in den letzten Jahren merklich gewandelt: «Heute setzt sich UBS intensiv mit Tourismusunternehmen in der Schweiz auseinander und bietet Hand zu wettbewerbsfähigen Lösungen.»

Die Bergbahnen tragen zum Zauber von Zermatt entscheidend bei: Schneesport, Wandern und das «Erlebnis Berg» wären ohne sie undenkbar. Hotels, Restaurants und Gewerbe sind auf eine intakte Infrastruktur angewiesen. Nur so können Arbeitsplätze erhalten und der einheimischen Bevölkerung eine Perspektive geboten werden. Baumann versteht Unternehmertum nicht als einzelkämpferischen Kraftakt: es liegt ihm daran, die grosse Mehrheit der Zermatter hinter sich zu wissen. Helfen mag ihm dabei die Tatsache, dass er das Gegenteil dessen verkörpert, was man sich unter einem eiskalten Profitmaximierer vorstellt. «Wir leben von der Natur», sagt Baumann, und der respektvolle Umgang mit der Natur wird vom Gast und vom Einheimischen anerkannt. Seinen besonnenen Worten folgen handfeste Taten. So wurden im letzten Geschäftsjahr fast 3% der Investitionen und des Betriebsaufwands allein in den Umweltschutz investiert. Ökologische Baubegleitung von A bis Z ist für Baumann selbstverständlich, und im April 2005 soll die Zertifizierung seines Umweltmanagementsystems nach ISO-Norm erfolgen.

Der Gipfelstürmer

In Zermatt ist die Kirche im Dorf geblieben. Die Besitzverhältnisse – das gilt sowohl für Bergbahnen als auch für die Hotellerie – sind lokal dominiert. Baumann sieht darin sowohl Chance als auch Gefahr: «Die lokale Verankerung und Kontrolle fördert die Identifikation und wirkt einer möglicherweise schädlichen Fremdbestimmung entgegen. Gleichzeitig droht eine gewisse Betriebsblindheit. »

Hat Baumann eine Vision 2010? Ja: «Zermatt soll bleiben, was es ist.» Er ortet Verbesserungsmöglichkeiten, etwa bei den Verbindungen zwischen einzelnen Gebieten und beim Innerortsverkehr. Und der Anreiseweg ist nicht optimal. «Doch die Gäste sind froh, dass das Thema Auto erledigt ist, wenn sie erst einmal da sind. Dann sind 24 Stunden am Tag Ferien angesagt.» Zum Charme des Dorfkerns gehört auch die rustikale Bausubstanz. Davos setzt auf Herzog & de Meuron, St. Moritz auf Sir Norman Foster – und was bietet Zermatt? Baumann winkt ab: Renommierbauten passen nicht hierher.

Damit Zermatt auf dem Gipfel bleibt, hat die Zermatt Bergbahnen AG bereits fast 100 Millionen Franken in neue Bahnen und weitere 20 bis 30 Kilometer Schneeanlagen investiert, weitere 100 Millionen Franken werden in den nächsten fünf Jahren folgen. «Nur dank Cashflow lässt sich unser Komfortangebot qualitativ steigern.» Im Winter nimmt er sich vor, sämtliche Pisten mindestens alle 14 Tage persönlich zu befahren; im Sommer plant Baumann seine Wanderrouten so, dass sie ihn an den Baustellen vorbeiführen. «Wir können von Juni bis Oktober bauen, da gilt es, keine Zeit zu verlieren. » In den Bergen bestimmt nicht nur die Konjunktur den Lauf der Dinge, sondern auch das Klima. Wirtschaftskapitäne sprechen gerne vom rauen Wind des Wettbewerbs – Baumann hat hier oben schon Sturmböen von bis zu 200 km/h erlebt. Dann liegen die Anlagen still. Das Wetter schafft es also, auch den stärksten Bergbähnler in die Knie zu zwingen – etwas, wovon die Konkurrenz nur träumen kann.

Die Bank - vom Dienstleister zum Finanzcoach

Rentabilität, Stabilität, Liquidität: für jedes Unternehmen sind dies klassische Zielgrössen, zu deren Erreichung die Banken beitragen können. Geld dient als Ressource zur Verwirklichung unternehmerischer Visionen. Art und Umfang der finanziellen Bedürfnisse sind dabei so verschieden wie die Kunden selbst.

In der Schweiz bietet UBS umfassende Dienstleistungen von Krediten bis hin zu komplexen strukturierten Finanzierungen. Wir betreuen rund 143 000 Schweizer Unternehmen, die meisten davon Klein- und Mittelbetriebe. In der Vergangenheit stützten sich Kreditentscheide auf die Bilanz. Heute stehen Profitabilität, Zukunftsfähigkeit, Wettbewerbsstärke und Finanzierungspotenzial im Vordergrund. Dies erlaubt eine individuelle Beurteilung des Kreditrisikos und eine risikoadjustierte Preisgestaltung. Das Rating-Verfahren sorgt für faire Konditionen und schafft Transparenz. Diese kann dazu beitragen, Problembereiche zu identifizieren, und dem Unternehmen Möglichkeiten zur Steigerung seiner Marktchancen aufzeigen. In diesem Prozess sehen wir uns als Coach – Ziel ist es, unsere Kunden im Finanzmanagement bestmöglich zu unterstützen, damit ihre Geschäftsideen Realität werden.

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Jahresbericht 2004 
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