UBS AG
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Geschäftsberichte 2002  
Jahresbericht Finanzbericht Handbuch
     
 

UBS erzielte 2002 einen Reingewinn von 3535 Millionen Franken und blieb damit um 29% hinter den 4973 Millionen Franken des Vorjahres zurück. Mehrere so genannte finanzielle Sonderfaktoren beeinflussten dieses Ergebnis: die Abschreibung (non-cash) nach Steuern für den Wert der Marke PaineWebber verringerte das Ergebnis um 21%, und die Veräusserung von Tochtergesellschaften liess es um 6% steigen. Unter Ausklammerung dieser Sondereffekte sank das Konzernergebnis vor Goodwill-Abschreibungen zwischen 2001 und 2002 um 12%.


Geschäftsertrag
Der Geschäftsertrag fiel von 37 114 Millionen Franken im Vorjahr auf 34 121 Millionen Franken im Jahr 2002. Der um finanzielle Sonderfaktoren bereinigte Geschäftsertrag belief sich im Berichtsjahr auf 33 894 Millionen Franken, was gegenüber 2001 einem Rückgang von 9% entspricht. Diese Einbusse ist hauptsächlich auf das schwierige Marktumfeld, schlechtere Handelsbedingungen und das geringe Anlegervertrauen zurückzuführen. Die Börsenbaisse beeinträchtigte die vermögensabhängigen Erträge. Gleichzeitig verzeichnete das Private-Equity-Geschäft infolge niedriger Bewertungen und ungünstiger Ausstiegskonditionen weiterhin Verluste.

Der Erfolg aus dem Zinsengeschäft betrug im Berichtsjahr 10 546 Millionen Franken und übertraf damit den Wert von 2001 um 31%. Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft ging von 8802 Millionen Franken im Vorjahr um 37% auf 5572 Millionen Franken im Jahr 2002 zurück.

Der Erfolg aus dem Zinsengeschäft umfasst neben Erträgen aus dem Zinsdifferenzgeschäft (Ausleihungen und Einlagen) auch den Erfolg aus Handelstätigkeiten (beispielsweise Coupon- und Dividendenerträge). Diese Komponenten schwanken je nach Zusammensetzung des Handelsportfolios von einer Berichtsperiode zur nächsten. Zur besseren Erklärung der Veränderungen beim Erfolg aus dem Zinsen- und Handelsgeschäft wird die Gesamtsumme nicht nach Ertragsart aufgeschlüsselt, sondern nach Geschäftstätigkeit, mit welcher der Ertrag generiert wurde.

Der Erfolg aus dem Zinsdifferenzgeschäft sank von 5694 Millionen Franken in 2001 um 7% auf 5275 Millionen Franken in 2002. Diese Abnahme widerspiegelt vorwiegend die tieferen Margen auf Spar- und Privatkonten sowie Hypotheken, die als Folge des ausserordentlich tiefen Zinsniveaus unter Druck geraten sind. Der Wertverlust des US-Dollars verstärkte diese Tendenz zusätzlich, da der Zinsertrag in US-Dollar - in Schweizer Franken umgerechnet - zurückging.

Über das ganze Jahr 2002 betrachtet, fiel der Erfolg aus dem Handelsgeschäft von 11 529 Millionen Franken im Vorjahr um 8% auf 10 605 Millionen Franken. Grund für diese Entwicklung sind die niedrigeren Erträge aus dem Aktiengeschäft, die das ungünstige Marktumfeld und geringere Kundenaktivitäten reflektieren. Die Erträge aus dem Handel mit festverzinslichen Produkten festigten sich auf hohem Niveau. Trotzdem büssten sie gegenüber dem Vorjahr, als sie von hervorragenden Handelsbedingungen profitiert hatten, an Terrain ein. Die Erträge aus dem Devisenhandel stiegen dank höheren Volumen und Margen leicht an.

Der Erfolg aus Treasury-Aktivitäten betrug 2002 1667 Millio- nen Franken und erhöhte sich somit um 17% gegenüber 2001 infolge höherer Erträge auf dem investierten Eigenkapital und rückläufiger Finanzierungskosten.

Beim Übrigen Erfolg aus dem Zinsen- und Handelsgeschäft war 2002 ein Verlust von 1429 Millionen Franken zu verzeichnen. Im Vorjahr belief sich der Verlust noch auf 1804 Millionen Franken. Dieser Verlustrückgang ist in erster Linie auf die tieferen Goodwill-Finanzierungskosten - infolge der Schwäche des US- Dollars gegenüber dem Schweizer Franken - und die rückläufigen Finanzierungskosten für das Private-Equity-Portfolio sowie die Umklassierung von Erträgen zurückzuführen, welche früher als Erfolg aus Handelstätigkeiten ausgewiesen wurden.

Die Wertberichtigungen für Kreditrisiken betrugen im Berichtsjahr 206 Millionen Franken gegenüber 498 Millionen Franken im Jahr 2001.

Der für das ganze Jahr erzielte Erfolg aus dem Dienstleistungs- und Kommissionsgeschäft belief sich auf 18 221 Millionen Franken. In diesem Rückgang um 10% gegenüber dem Vorjahr widerspiegelt sich eine Abnahme in den meisten Ertragskategorien: Die Courtagen und die Einnahmen im Investment Banking sanken wegen geringerer Markt- und Kundenaktivitäten. Dessen ungeachtet blieben die Erträge aus dem Emissionsgeschäft stabil.

Der Übrige Erfolg belastete 2002 das Ergebnis mit einem Verlust von 12 Millionen Franken im Vergleich zu einem Gewinn von 558 Millionen Franken im Vorjahr. Die Gewinne aus den Veräusserungen der Tochtergesellschaften Klinik Hirslanden und Hyposwiss und die gestiegenen Gewinne aus Finanzanlagen vermochten die Wertminderungen bei den Private-Equity-Beteiligungen von UBS Capital und anderen Finanzanlagen nur teilweise zu kompensieren.



Geschäftsaufwand
Der Geschäftsaufwand nahm im Berichtsjahr von 30 396 Millionen Franken im Jahr 2001 um 3% auf 29 577 Millionen Franken ab. Das kontinuierliche Kostenmanagement und die Fähigkeit, die Kosten der Ertragsentwicklung anzupassen, liessen den Personal- und den Sachaufwand sinken. Dieser Rückgang wurde teilweise durch die Abschreibung der Marke PaineWebber kompensiert. Ohne diese Abschreibung hätte sich der Geschäftsaufwand um 7% verringert.

Der Personalaufwan nahm 2002 um 7% auf 18 524 Millionen Franken ab. Diese Reduktion wurde durch niedrigere erfolgsabhängige Vergütungen und Salärzahlungen erreicht, die auf einen tieferen Personalbestand insbesondere bei UBS PaineWebber und Business Banking Switzerland zurückzuführen sind. Diese Entwicklung wurde konzernweit gestützt durch Kosteneinsparungen bei der Rekrutierung und Ausbildung sowie bei externen Vertragspartnern. Schliesslich wirkte sich auch die Schwäche des US-Dollars gegenüber dem Schweizer Franken positiv auf den Personalaufwand aus.

Der Sachaufwand ging 2002 gegenüber 7631 Millionen Franken im Vorjahr auf 7072 Millionen Franken zurück. Die strikte Kostenkontrolle in allen Einheiten führte zu einer Abnahme in praktisch sämtlichen Kostenkategorien. Die grössten Einsparungen wurden im Bereich Telekommunikation, IT, im Outsourcing und beim Branding-Aufwand erzielt. Diese Spareffekte wurden durch höhere Rückstellungen für Rechtsfälle und Sicherheit, inklusive des Aufwands von 111 Millionen Franken (80 Millio- nen US-Dollar) für den Vergleich mit den US-Aufsichtsbehörden im Zusammenhang mit dem Aktienresearch, teilweise wieder ausgeglichen.

Die Abschreibungen fielen von 1614 Millionen Franken 2001 um 6% auf 1521 Millionen Franken im Berichtsjahr, hauptsäch- lich infolge tieferer Abschreibungen auf Sachanlagen.

Die Abschreibungen auf Goodwill und anderen immateriellen Anlagen stiegen von 1323 Millionen Franken im Vorjahr auf 2460 Millionen Franken 2002. Diese Zunahme basiert auf dem im vierten Quartal 2002 getroffenen Entscheid zur Einführung der Einheitsmarke UBS und der damit zusammenhängenden Abschreibung der Marke PaineWebber.

Der Steueraufwand verringerte sich von 1401 Millionen Franken im Vorjahr auf 678 Millionen Franken im Berichtsjahr. Dies entspricht einem effektiven Steuersatz von 15% für 2002. Der um finanzielle Sonderfaktoren bereinigte Steueraufwand von 917 Millionen Franken für 2002 entspricht einem effektiven Steuersatz von 16,5% und liegt damit klar unter den 21% aus dem Vorjahr. Gründe für diesen Rückgang waren vor allem markant tiefere progressive Steuersätze in der Schweiz, ein höherer Anteil an Erträgen aus Ländern mit niedriger Steuerbelastung sowie die Möglichkeit, von steuerlichen Verlustvorträgen in den USA und Grossbritannien zu profitieren.