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Neuerungen in der Rechnungslegung
Neuerungen in der Rechnungslegung

Neuerungen in der Rechnungslegung

Aktienbasierte Vergütung: Anpassungen des International Financial Reporting Standard 2

UBS wendet den überarbeiteten IFRS 2 seit dem 1. Januar 2008 an. Seit diesem Datum werden aktienbasierte Vergütungen von UBS, die nicht allgemein nach dem Ausscheiden des Mitarbeiters aus UBS verfallen, erfolgswirksam im Jahr der Leistungserbringung verbucht. Im Gegensatz dazu werden aktienbasierte Vergütungen, die strengen Verfallsbedingungen unterliegen, über den rechtlichen Erdienungszeitraum oder über den Zeitraum zwischen der Gewährung und dem Datum der Pensionsberechtigung des Mitarbeiters abgeschrieben – je nachdem, welcher Zeitraum kürzer ist.

UBS hat die Ergebnisse der beiden Vorjahre (2006 und 2007) entsprechend angepasst. So ist der den UBS-Aktionären zurechenbare Reingewinn 2007 um 863 Millionen Franken und 2006 um 730 Millionen Franken gesunken. Netto erhöhte sich der Kompensationsaufwand 2007 um 797 Millionen Franken und 2006 um 516 Millionen Franken. Davon war primär die Investment Bank betroffen. Siehe «Anmerkung 1 Zusammenfassung der wichtigsten Rechnungslegungsgrundsätze » des Anhangs zur Konzernrechnung dieses Berichts für weitere Informationen.

Erfassung eines Vermögenswerts aus einem leistungsorientierten Plan im Zusammenhang mit dem Schweizer Vorsorgeplan

Im dritten Quartal 2008 kam UBS zum Schluss, dass sie die Anforderungen gemäss IAS 19 – Leistungen an Arbeitnehmer an die rechnungslegungsbezogene Erfassung eines Vermögenswerts aus einem leistungsorientierten Plan im Zusammenhang mit ihrem Schweizer Vorsorgeplan erfüllt. Zuvor hatte UBS lediglich diesen Betrag in Anmerkung Vorsorgeeinrichtungen und andere Leistungen Arbeitnehmer nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses des Anhangs zur Konzernrechnung ausgewiesen. UBS kam weiter zum Schluss, dass die Erfassung eines Vermögenswerts auch die nicht erfassten versicherungsmathematischen Nettoverluste und den nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwand gemäss IAS 19 berücksichtigen sollte, da dies den «Korridor»-Ansatz besser widerspiegelt. Am Ende des dritten Quartals 2008 entsprach die Bewertung des Vermögenswerts aus den leistungsorientierten Plan dem Saldo der kumulierten, nicht erfassten versicherungsmathematischen Verluste zuzüglich des nicht erfassten nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwands zuzüglich des Barwerts des wirtschaftlichen Nutzens in Form von Rückerstattungen aus dem Plan oder Minderungen künftiger Beitragszahlungen an den Plan.

Die Änderung in der Rechnungslegungsgrundsätze wirkte sich in der Bilanz zum 30. September 2008, als die buchhalterische Änderung in Kraft trat, und zum 31. Dezember 2007 und zum 31. Dezember 2006 wie folgt aus: Erhöhung der übrigen Aktiven um rund 2,1 Milliarden Franken, Erhöhung der latenten Steuerverpflichtungen um rund 0,5 Milliarden Franken und Erhöhung der Gewinnreserven um rund 1,6 Milliarden Franken. Siehe Abschnitt «Kapitalbewirtschaftung » und «Anmerkung 1 Zusammenfassung der wichtigsten Rechnungslegungsgrundsätze» des Anhangs zur Konzernrechnung dieses Berichts für weitere Informationen.

IAS 39 – Umklassierung von Finanzinstrumenten

2007 begannen die Märkte für zahlreiche Finanzinstrumente auszutrocknen. Mitte 2008 konnten viele Instrumente, die zuvor an aktiven und liquiden Märkten gehandelt worden waren, nicht mehr erworben oder veräussert werden. Um Rechnungslegungsbedenken im Zusammenhang mit der globalen Kreditkrise Rechnung zu tragen, veröffentlichte das International Accounting Standards Board am 13. Oktober 2008 eine Änderung des International Accounting Standard 39 (IAS 39 – Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung). Die Änderung hätte rückwirkend per 1. Juli 2008 angewandt werden können. Doch entschied UBS Ende Oktober 2008 nach Beurteilung der Auswirkungen auf ihre Konzernrechnung, die Änderung mit Wirkung per 1. Oktober 2008 umzusetzen. Unter bestimmten Umständen erlauben die Änderungen von IAS 39 die Umklassierung von finanziellen Vermögenswerten aus der Kategorie «zu Handelszwecken gehalten», wenn das Unternehmen die Absicht hat und in der Lage ist, sie auf absehbare Zeit oder bis zur Fälligkeit zu halten. Entsprechende Vermögenswerte können in die Kategorie «Forderungen und Ausleihungen» (zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen ausgewiesen) oder in die Kategorie «zur Veräusserung verfügbar» (mit der Erfassung der Fair Value Schwankungen im Eigenkapital ausgewiesen, wobei Wertminderungen erfolgswirksam erfasst werden) umklassiert werden. Erfolgswirksam zum Fair Value erfasste Vermögenswerte («Fair-Value-Option ») und Derivate dürfen nicht umklassiert werden. Per 1. Oktober 2008 klassierte UBS in Frage kommende Vermögenswerte, die sie auf absehbare Zeit zu halten beabsichtigt und die zu diesem Datum einen Fair Value von 17,6 Milliarden Franken aufwiesen, von der Kategorie «zu Handelszwecken gehalten» in die Kategorie «Forderungen und Ausleihungen» um. Überdies wurden mit Ausbildungskrediten unterlegte Auction Rate Securities mit einem Fair Value von 8,4 Milliarden Franken per 31. Dezember 2008 umklassiert. Im vierten Quartal 2008 wurden auf umklassierten Finanzinstrumenten Wertberichtigungen für Kreditrisiken in Höhe von 1,3 Milliarden Franken erfasst. Ohne Umklassierung wären im vierten Quartal keine Wertberichtigungen für Kreditrisiken, dafür aber ein zusätzlicher Handelsverlust von 4,8 Milliarden Franken erfolgswirksam erfasst worden. Hätte keine Umklassierung stattgefunden, wäre das Ergebnis vor Steuern im vierten Quartal um 3,8 Milliarden Franken niedriger ausgefallen. Siehe «Anmerkung 29 Bewertungskategorien für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten» des Anhangs zur Konzernrechnung dieses Berichts für weitere Informationen.

Aufgabe des Konzepts «abgegrenzte erwartete Kreditrisikokosten»

Per erstes Quartal 2008 wurde die interne Managementrechnung von UBS nicht mehr nach dem Konzept der abgegrenzten erwarteten Kreditrisikokosten erstellt. Stattdessen wurden im Einklang mit IFRS neu die effektiven Kreditverluste (Eingänge auf bereits abgeschriebenen Ausleihungen) erfasst. Die Vorjahreszahlen wurden angepasst. Diese Veränderung hatte keinen Einfluss auf das Gesamtergebnis des Konzerns.

Quelle: Geschäftsbericht 2008, Strategie, Geschäftsergebnisse, Mitarbeiter und Nachhaltigkeit

Seite zuletzt geändert am: 12. März 2009, 18:17

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