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Aktionärsbrief
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Marcel Ospel & Peter Wuffli

Marcel Ospel & Peter Wuffli

 

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

Es freut uns sehr, Ihnen mitteilen zu dürfen, dass 2005 ein weiteres erfolgreiches Jahr für UBS war. Unser Finanzerfolg ist der höchste, den wir je erreicht haben. Die UBS-Aktie ist auf ein Rekordniveau gestiegen und hat dabei die Aktienperformance der meisten Wettbewerber übertroffen. Das weist darauf hin, dass wir eine zunehmende Zahl von Investoren von der nachhaltigen Ertragskraft unseres Geschäftsmodells überzeugen konnten. Dass wir dies in den vergangenen fünf Jahren, die doch eine turbulente Zeit für unsere Industrie und die Finanzmärkte darstellten, ohne dramatische Strategieveränderungen oder massive interne Restrukturierungen erreicht haben, erfüllt uns mit einem gewissen Stolz. Wir sind unserer Strategie, die den Kunden in den Mittelpunkt stellt, sich auf unser Kerngeschäft und dessen Wachstum fokussiert, treu geblieben. Bei dieser Gelegenheit möchten wir Ihnen, geschätzte Aktionärinnen und Aktionäre, für das uns entgegengebrachte Vertrauen und Ihren Glauben an UBS danken.

Im Jahre 2005 betrug der unseren Aktionären zurechenbare Gewinn CHF 14029 Millionen. CHF 512 Millionen stammen aus unseren Industriebeteiligungen und weitere CHF 3705 Millionen Nettogewinn aus dem Verkauf der Private Banks & GAM. Der Nettoerlös aus dem Finanzdienstleistungsgeschäft betrug CHF 9 442 Millionen (bereinigt um den Verkaufsgewinn und das operative Ergebnis der nicht weitergeführten Private Banks & GAM), was vor Goodwill einem Anstieg um 18% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Alle Geschäftsbereiche verzeichneten 2005 ein besseres Ergebnis. Besonders hervorzuheben sind die Erfolge im Wealth Management und Asset Management. Der Nettozufluss an Neugeldern (ohne Private Banks & GAM) betrug im Jahr 2005 insgesamt CHF 148 Milliarden, ein Anstieg um 80% im Vergleich zum bereits hervorragenden Zufluss von CHF 82,2 Milliarden im Jahre zuvor. In Verbindung mit steigenden Bewertungen am Markt führte dies zu einer Zunahme der verwalteten Vermögen um 25% im Verlaufe des Jahres und verstärkte daher unsere vermögensabhängigen Einnahmen. Ein weiteres Rekordergebnis verzeichneten die Einkünfte aus der Beratungstätigkeit für Firmenkunden und institutionelle Investoren. Dies spiegelt deren verstärkte Aktivität am Kapitalmarkt im Jahre 2005 wider – dies in Zusammenarbeit mit unserer Investment Bank, die sich als bevorzugter Anbieter für viele führende Unternehmen und institutionelle Investoren etablieren konnte. Hinzu kam ein lebhafter Markt, der besonders in der zweiten Jahreshälfte die Handelserträge ansteigen liess. Unterstützend kamen in diesem Jahr ein weiteres Mal die Auflösung von Wertberichtigungen für Kreditrisiken hinzu.

Wir haben weiterhin massiv ins Wachstum unseres Geschäfts investiert, sowohl in die Kundenberatung als auch in unterstützende Bereiche. Gleichzeitig haben wir die Kosten für operative Tätigkeiten unter Kontrolle gehalten. Insgesamt stiegen die Kosten weniger stark an, als dies die Erträge taten. Dementsprechend schloss unser Finanzdienstleistungsgeschäft das Geschäftsjahr 2005 mit einem Aufwand-Ertrags-Verhältnis von 70,1% ab. Vor Goodwill verbesserte sich dieses Verhältnis um 1,3 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Wie auch schon in den Jahren zuvor, verhielten wir uns bei der Bewirtschaftung unseres Kapitals sehr diszipliniert. Bei den fortgeführten Tätigkeiten lag die Eigenkapitalrendite für das Jahr 2005 bei 27,6%, während im gleichen Zeitraum 2004 das Ergebnis pro Aktie um 22% stieg.

Im vierten Quartal 2005 betrug der den Aktionären zurechenbare Gewinn im Finanzdienstleistungsgeschäft CHF 6 337 Millionen. Abzüglich des Einflusses der verkauften Private Banks & GAM betrug das Ergebnis CHF 2 597 Millionen – das beste jemals erzielte Quartalsergebnis. Im Vergleich zum Vorjahr nahm der Geschäftsertrag in praktisch allen Bereichen zu. Erfreulich ist der Leistungsausweis in unserem Wealth- und Asset-Management-Geschäft, mit einem Neugeldzufluss von CHF 30,6 Milliarden und nachhaltig starken vermögensabhängigen Einnahmen. Unsere Investment Bank erzielte hervorragende Ergebnisse in den Bereichen, in denen wir in den vergangenen fünf Jahren intensiv investiert haben – im Investment Banking, im Handel mit Derivaten und im Prime Brokerage.

Die Kosten nahmen im Vergleich zum Vorjahr zu. Der Personalaufwand stieg, da wir im Vergleich zum Vorjahr mehr Mitarbeiter beschäftigen und die erfolgsabhängigen Zahlungen zunahmen. Der Sachaufwand stieg hauptsächlich infolge von Rechtsfällen in den USA an. Ebenfalls höher waren die Ausgaben für Kundenservice und Marketing, unter anderem wegen der verstärkten Geschäftstätigkeit.

Der Verwaltungsrat wird eine Ausschüttung von CHF 3.80 pro Aktie vorschlagen. Diese Auszahlung umfasst eine reguläre Dividende in Höhe von CHF 3.20, was einem Plus von 7% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Diese wird einige Tage nach der Generalversammlung am 19. April 2006 ausgezahlt werden. Hinzu kommt eine Nennwertrückzahlung von 60 Rappen pro Aktie, mit der unsere Aktionäre am Gewinn aus dem Verkauf der Private Banks & GAM teilhaben werden. Die Nennwertrückzahlung ist von der Schweizer Verrechnungssteuer befreit und wird im Juli 2006, also zwei Monate nach der regulären Dividende, ausbezahlt.

Addiert man Nennwertrückzahlungen, Dividenden und Aktienrückkäufe, so haben wir in den letzten sechs Jahren insgesamt CHF 38,8 Milliarden an unsere Aktionäre ausgeschüttet. Dies entspricht gut 63% des in dieser Zeit erwirtschafteten Cashflows.

Der Verwaltungsrat wird der Generalversammlung auch einen Aktiensplit im Verhältnis 1:2 vorschlagen. Zusammen mit der Nennwertrückzahlung wird dies den Nennwert jeder einzelnen Aktie auf CHF 0.10 reduzieren. Wir glauben, dass dies die Handelstätigkeit und Liquidität unserer Aktie erhöht und somit das Preisniveau auf ein vergleichbares Niveau mit anderen bedeutenden Firmen bringen wird, die an den internationalen Börsen notiert sind.

Der Verwaltungsrat wird des Weiteren die Schaffung von bedingtem Kapital, im Umfang von maximal 75 Millionen Aktien (respektive 150 Millionen nach dem Split), beantragen. Wir beabsichtigen, damit Aktienoptionen für unsere Mitarbeiter zu decken. Bisher wurden zur Bedienung dieser Optionen eigene Aktien aus den Treasury- Beständen verwendet. Mit der Schaffung von bedingtem Kapital können wir das Halten grösserer Aktienpakete über einen längeren Zeitraum vermeiden und die Transparenz unseres Kapitalmanagements erhöhen – vorausgesetzt natürlich, unsere Aktionäre stimmen dem Antrag zu. Wir werden sowohl am gezielten Einsatz von Optionen als auch an unserem disziplinierten Ansatz im Kapitalmanagement festhalten. Unser Kapital wird weiterhin mit höchster Priorität in das Wachstum unseres Geschäfts investiert. Die danach verbleibenden Mittel werden wir erneut unseren Aktionären zurückerstatten, indem wir Aktien zur Kapitalherabsetzung zurückkaufen. In Rahmen unseres aktuellen Aktienrückkaufsprogramms, das am 8. März 2005 begann und am 7. März 2006 enden wird, haben wir Titel in einem Gesamtwert von ungefähr CHF 3,6 Milliarden zurückgekauft. Das neue Rückkaufsprogramm mit einer Limite von CHF 5 Milliarden wird im März 2006 gestartet.

Es freut uns sehr, Ihnen Gabrielle Kaufmann-Kohler und Joerg Wolle als neue Mitglieder des UBS-Verwaltungsrates vorzuschlagen. Beide Kandidaten werden äusserst wertvolle Kompetenzen einbringen. Als anerkannte und erfahrene juristische Expertin bereichert Gabrielle Kaufmann-Kohler unseren Verwaltungsrat um vertiefte Kenntnisse im internationalen Recht und im Schlichtungswesen. Joerg Wolle ergänzt uns mit seinem starken Leistungsausweis auf den rasch wachsenden Märkten im asiatisch-pazifischen Raum. Der Generalversammlung werden wir auch Rolf A. Meyer und Ernesto Bertarelli zur Wiederwahl in unseren Verwaltungsrat vorschlagen.

Nachdem John Costas seine Position als Mitglied der Konzernleitung niedergelegt hat, um Dillon Read Capital Management, unser neues Geschäft mit alternativen Investments innerhalb des Asset Managements zu leiten, wurde Marcel Rohner an seiner Stelle zum stellvertretenden CEO ernannt. Des Weiteren haben wir Rory Tapner, Chairman und CEO Asia Pacific, in die Konzernleitung berufen. Diese beiden Ernennungen, die keine Veränderungen im Tagesgeschäft nach sich ziehen, wurden zum 1. Januar 2006 vollzogen.

Ausblick – In unserem letztjährigen Aktionärsbrief erwähnten wir, wie herausfordernd es ist, ein Rekordergebnis zu übertreffen. Und doch haben wir es geschafft, im Jahr 2005 besser abzuschneiden als im vorhergehenden Jahr – nicht zuletzt dank der weiterhin positiven Rahmenbedingungen, insbesondere in der zweiten Jahreshälfte 2005. Natürlich wird damit die Herausforderung für das laufende Jahr nur noch grösser. Das Jahr 2006 hat mit einem positiven Trend begonnen – die «Deal-Pipelines» der Investmentbanken sehen viel versprechend aus, die Investoren scheinen optimistisch und die gesamtwirtschaftlichen Indikatoren sind ermutigend. Die Wachstumsfaktoren für die Finanzbranche sind nach wie vor intakt.

Was die Aussichten von UBS für das Jahr 2006 und darüber hinaus betrifft, sind wir entsprechend optimistisch. Dort, wo wir entschieden haben zu investieren, haben wir mittlerweile eine starke Wettbewerbsposition erreicht. Dazu zählen unter anderem das europäische Wealth Management und das Geschäft mit alternativen Anlageprodukten, das Investment Banking und das Prime-Brokerage-Geschäft sowie, bereichsübergreifend, die Region Asien und den Pazifikraum. Diese Geschäftsfelder entwickeln sich zu bedeutenden Ertragsquellen, deren Beiträge uns weitere Investitionen erlauben – in neue Bereiche, die zu unserer Strategie passen. Dies wird uns helfen, nachhaltig zu wachsen und auch in Zukunft für unsere Kunden, Mitarbeiter und Aktionäre attraktiv zu bleiben.


14. Februar 2006

UBS

Marcel Ospel
Präsident des
Verwaltungsrates

Peter Wuffli
Präsident der Konzernleitung
und CEO

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