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| Aktionärsbrief herunterladen |
Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,
Der Kurs Ihrer UBS-Aktien hat erst vor kurzem einen neuen
Höchststand erreicht. Es freut uns, Ihnen gleich noch einen
weiteren Rekord mitteilen zu können: Das dritte Quartal 2005
war unser bisher erfolgreichstes, obwohl der Sommer im Finanzdienstleistungsgeschäft
normalerweise die ruhigste Periode
des Jahres darstellt. Der Ihnen – unseren Aktionärinnen und
Aktionären – zurechenbare Reingewinn lag bei 2 770 Millionen
Franken, wovon 2 642 Millionen Franken aus dem Finanzdienstleistungsgeschäft
stammten. Dies entspricht einer Zunahme
von 67% gegenüber dem dritten Quartal 2004. Vor
Goodwill war das Ergebnis 50% höher als vor einem Jahr; damals
herrschten im Handel weniger positive Marktverhältnisse.
Der Geschäftsertrag im dritten Quartal stieg gegenüber dem
Vorjahr um 27% auf 10 711 Millionen Franken. Zu diesem
Wachstum haben praktisch alle Geschäftsbereiche von UBS
beigetragen.
Im Wealth Management und im Asset Management profitierten
wir von höheren Neugeldzuflüssen und steigenden
Bewertungen an den Märkten, was zu einer Zunahme der vermögensabhängigen
Einnahmen führte. Der Erfolg unseres
Ausleihungsgeschäfts im Wealth Management erweist sich
auch weiterhin als wichtige und stabile Einnahmequelle. Der
Anstieg der verwalteten Vermögen und die sehr hohen performanceabhängigen
Einnahmen in den Bereichen alternative
und quantitative Anlagen verhalfen unserer Asset-Management-
Einheit zum besten je erzielten Quartalsgewinn vor Steuern.
Sie leistet damit einen zunehmend wichtigen Beitrag zum
Gesamtergebnis von UBS – dies dank ihrer breit diversifizierten
Anlagepalette und ihrem Erfolg bei Drittvertriebspartnern.
Das dritte Quartal war geprägt durch vermehrte Aktivitäten
der Unternehmenskunden, für die sich unsere Investment
Bank als bevorzugter Anbieter zu etablieren vermochte. Die
Einkünfte aus der Beratung von Unternehmenskunden haben
sich seit dem dritten Quartal 2004 praktisch verdoppelt. Günstigere
Marktbedingungen im dritten Quartal 2005 haben auch
zu einer Belebung des Geschäfts mit privaten und institutionellen
Investoren geführt. Im Aktiengeschäft erzielten wir das
beste Ergebnis der vergangenen vier Jahre, gestützt auf den
Derivatehandel, Prime Brokerage sowie den Eigenhandel. Im
Bereich Fixed Income, Rates and Currencies setzte gegenüber
dem dritten Quartal 2004 eine deutliche Erholung ein, indem
es uns gelang, Marktchancen wahrzunehmen und in jenen
Segmenten, auf die wir fokussiert sind, das Geschäftsvolumen
für unsere Kunden zu erhöhen. Zurzeit suchen wir nach
Möglichkeiten zur Erweiterung unserer Präsenz auf neue Gebiete,
um so unsere Wettbewerbsstellung wahren und weiter
ausbauen zu können.
Der Personalaufwand erhöhte sich im dritten Quartal 2005
gegenüber dem Vorjahr um 29% auf 5 320 Millionen Franken,
hervorgerufen durch leistungsabhängige Vergütungen
und den in allen Teilen des Unternehmens angewachsenen
Personalbestand. Der Sachaufwand stieg um 2% auf 1 648
Millionen Franken, primär infolge höherer Rückstellungen für
Prozessrisiken bei Wealth Management USA. Ungeachtet der
anhaltenden Expansion unseres Geschäfts bleiben die Kosten
strikt unter Kontrolle. Unser Aufwand-Ertrags-Verhältnis sank
auf den tiefsten Stand seit 2000 und lag bei 68,5%, was gegenüber
den 72,7% vor einem Jahr (vor Goodwill) eine markante
Verbesserung bedeutet.
Die Performance überzeugt auch im Vergleich zu unseren
übrigen Zielen.
Der Neugeldzufluss im Wealth Management
war im dritten Quartal mit 31,1 Milliarden Franken ungewöhnlich
hoch. Kunden im US-Markt trugen dazu 9,9
Milliarden Franken bei. Internationale Kunden, insbesondere
in Asien und den fünf europäischen Kernmärkten, vertrauten
uns Neugelder im Umfang von 19,3 Milliarden Franken an. In
der Schweiz verzeichneten wir in drei aufeinander folgenden
Quartalen einen positiven Neugeldzufluss; dieser lag in der
Berichtsperiode bei 1,9 Milliarden Franken. Einschliesslich der
rekordhohen Zuflüsse von 19,9 Milliarden Franken im Asset-
Management-Geschäft waren die Nettoneugelder innerhalb
der gesamten UBS mit 51,2 Milliarden Franken aussergewöhnlich
hoch.
Das Ergebnis pro Aktie im dritten Quartal betrug 2.75 Franken
– eine Steigerung um 55% gegenüber den 1.77 Franken
(vor Goodwill) im dritten Quartal 2004. Die Eigenkapitalrendite
für die ersten neun Monate des Jahres 2005 lag mit 29,0%
deutlich oberhalb der anvisierten Zielspanne von 15–20%.
Unsere strategischen Initiativen kommen gut voran.
Nach einer reibungslosen Übergangsphase ist die Einheit
Wealth Management USA heute Teil einer global operierenden
Unternehmensgruppe, zu der auch das Geschäft mit der
internationalen und der Schweizer Kundschaft gehört. Die
Vorbereitungen für den Start von Dillon Read Capital Management
sind in vollem Gang – die auf alternative Anlagen spezialisierte
Einheit stösst kundenseitig auf wachsendes Interesse
und wird voraussichtlich in der ersten Hälfte 2006 ihre Tätigkeit
aufnehmen.
Ende September verwirklichten wir in China einen weiteren
wichtigen Schritt unserer Strategie für diesen Markt. Die Zusammenarbeit mit der Bank of China erlaubt es beiden
Partnern, ihre jeweiligen Stärken einzubringen und gemeinsam
neue Produkte und Dienstleistungen in den Bereichen Investmentbanking
und Wertschriften in China zu entwickeln.
UBS erwirbt zu diesem Zweck eine Beteiligung in Höhe von
500 Millionen US-Dollar an der Bank of China, zu der wir
schon seit über einem halben Jahrhundert geschäftliche Beziehungen
unterhalten. Aus dieser Partnerschaft sind einige
der innovativsten Transaktionen am chinesischen Kapitalmarkt
hervorgegangen. Ebenfalls im September haben wir bekannt
gegeben, dass der Pekinger Staatsrat einen Vorschlag zur Restrukturierung
von Beijing Securities genehmigt hat. An der
Restrukturierung beteiligt sich neben SASAC Beijing sowie der
International Finance Corporation auch UBS. Dadurch würden
wir zum ersten ausländischen Institut mit direktem Besitzanteil
– inklusive Managementkontrolle – an einem chinesischen,
voll lizenzierten Wertschriftenhaus.
Ungefähr zur gleichen Zeit haben wir einen Vertrag zum
Verkauf unserer 55,6%igen Aktienbeteiligung an Motor-Columbus
an ein Konsortium schweizerischer Atel-Minderheitsaktionäre,
die EOS Holding und die Atel sowie an die französische
EDF unterzeichnet. Der Verkaufspreis beträgt rund 1,3
Milliarden Franken. Daraus erwarten wir einen Gewinn vor
Steuern von zirka 350 Millionen Franken. Die Transaktion
muss noch von verschiedenen in- und ausländischen Behörden
genehmigt werden und kann frühestens Anfang 2006
vollzogen werden. Mit dem Verkauf ihrer Beteiligung an Motor-
Columbus schafft UBS die Voraussetzungen für die Bildung
einer bedeutenden schweizerisch-europäischen Energiegesellschaft
mit Schweizer Mehrheit.
Anfang September haben wir ausserdem den Verkauf unserer
Private Banks & GAM an Julius Bär bekannt gegeben,
unter Vorbehalt der notwendigen Genehmigungen und erfolgreichen
Finanzierung. Der Verkauf steht im Einklang mit
der Strategie, die UBS in den letzten Jahren bezüglich Private
Banks & GAM verfolgt hat. 2003 schufen wir eine separate
Plattform für unsere unabhängigen Privatbanken, um es diesen
zu erlauben, ihr Wertschöpfungs- und Wachstumspotenzial
besser auszunutzen. Darüber hinaus sollte es ihnen dadurch
ermöglicht werden, eine aktive Rolle im Konsolidierungsprozess
des Schweizer Private-Banking-Marktes zu
spielen. UBS hat verschiedene Optionen geprüft und ist zum
Schluss gekommen, dass der Verkauf an Julius Bär die beste
Lösung für alle Beteiligten darstellt. Wir erwarten daraus
einen Vorsteuergewinn von mindestens 3,5 Milliarden Franken,
der bei Abschluss der Transaktion – voraussichtlich im
vierten Quartal 2005 – verbucht wird.
Aus dem Verkauf der Motor-Columbus-Beteiligung und
der Einheit Private Banks & GAM resultieren flüssige Mittel
in beträchtlichem Umfang, und diese werden wir für Investitionen
in organisches Wachstum oder für ausgewählte Ergänzungsakquisitionen
verwenden. Dies hat für uns nach
wie vor erste Priorität – sofern sich entsprechende Gelegenheiten
bieten. Fehlen diese aber, so werden wir auch weiterhin
Kapital an Sie, geschätzte Aktionärinnen und Aktionäre,
zurückerstatten. Aktienrückkäufe und Dividenden bleiben
dabei wichtige Instrumente.
Ausblick – In den ersten neun Monaten dieses Jahres hat
UBS in allen Bereichen, in denen sie tätig ist, hervorragend
gearbeitet. Diese Leistung beruht auf der starken Generierung
von Neugeldern, dem wachsenden Erfolg der Investment
Bank bei Kunden sowie der Fähigkeit von UBS, die
sich bietenden Marktchancen zu nutzen. Die Märkte haben
seit Ende des dritten Quartals leicht nachgelassen. Ungeachtet
dessen freuen wir uns darauf, mit 2005 ein Jahr
abzuschliessen, das heute schon als eines unserer bisher erfolgreichsten
gelten darf.
1. November 2005
UBS
Marcel Ospel | Peter Wuffli |
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