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Aktionärsbrief
Aktionärsbrief   |  | Marcel Ospel & Peter Wuffli | |
Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,
alle drei Monate verfassen wir für Sie einen Aktionärsbrief,
der Sie über die Entwicklungen bei UBS auf dem Laufenden
hält. Dabei geht es uns aber nicht nur um reine Zahlen – wir
möchten Ihnen auch zeigen, wie UBS neue Chancen und
Märkte angeht. Nehmen wir das Beispiel China: Dieser Markt
könnte sich in Zukunft für unser Geschäft zu einer wichtigen,
weil wachsenden Ertragsquelle entwickeln – jedoch nicht von
heute auf morgen. Wir arbeiten jetzt seit fast zwei Jahrzehnten
am Aufbau unserer Präsenz in China und werden das
auch weiterhin tun. Jüngstes Beispiel ist das Jointventure zwischen
UBS und der Fondsmanagementgesellschaft State Development
Investment Corporation. Gemeinsam mit diesem
Partner werden wir das bestehende Angebot mit neuen, auf
China ausgerichteten Anlagefonds erweitern. Auch unsere Investment
Bank in China zeichnet sich durch starke Wachstumsdynamik
aus – mehr dazu erfahren Sie im Feature-Artikel, der
im englischsprachigen Finanzbericht des ersten Quartals 2005
erscheint und im Internet auch auf Deutsch verfügbar ist.
Betrachten wir das Finanzergebnis des ersten Quartals,
so belief sich der unseren Aktionärinnen und Aktionären zurechenbare
Reingewinn auf 2625 Millionen Franken. Das Segment
Industrial Holdings – einschliesslich des früher bei der Investment
Bank angesiedelten Private-Equity-Portfolios – konnte
198 Millionen Franken zu diesem Ergebnis beisteuern. Unser
Finanzdienstleistungsgeschäft erzielte mit einem Beitrag
von 2427 Millionen Franken das zweitbeste Quartalsergebnis
der Geschichte: Vor Goodwill lag es nur 1 Million Franken unter
dem Rekordresultat des ersten Quartals 2004.
Unsere Erträge erwiesen sich als äusserst robust – auch wenn
der Erfolg im Wertschriftenhandel nicht an das Niveau anknüpfen
konnte, das wir vor einem Jahr erzielten. Einmal mehr zeigten
sich darin die Vorteile unserer breit abgestützten Ertragsbasis:
Die Wealth- und Asset-Management-Einkünfte bilden eine
nachhaltige, solide Grundlage, die rückläufige Entwicklungen
im Handelsgeschäft zu kompensieren vermag. Die Ertragszunahme
im ersten Quartal ist in erster Linie auf die verwalteten
Vermögen zurückzuführen, die uns unsere Kundinnen und
Kunden anvertraut haben – und die dank weiterer Neugeldzuflüsse
im ersten Quartal auf 2360 Milliarden Franken angewachsen
sind. Der Erfolg im Beratungs- und Kommissionsgeschäft
erreichte beinahe einen neuen Höchststand und machte
erneut über die Hälfte des Gesamtertrags aus. So waren die Einnahmen
aus dem Anlagefondsgeschäft so hoch wie nie zuvor.
Der Neugeldzufluss lag im ersten Quartal bei insgesamt 32,3
Milliarden Franken – davon stammten 21,2 Milliarden Franken
von vermögenden Privatkunden aus der ganzen Welt. Allein 5,6
Milliarden Franken entfielen auf das lokale Europageschäft, mit
dessen Aufbau wir erst vor vier Jahren begonnen hatten und
das seither immer wieder seine Fähigkeit unter Beweis gestellt
hat, die Kunden- und Ertragsbasis auszuweiten. Die Einkünfte
aus dem Zinsgeschäft nahmen ebenfalls zu, hauptsächlich infolge
höherer Ausleihungen an wohlhabende US-Kunden und des
gestiegenen Hypothekarvolumens in der Schweiz.
Das Ergebnis des ersten Quartals 2005 ist auch unserer anhaltenden
Kostendisziplin zu verdanken – sowie der Tatsache,
dass erneut Wertberichtigungen für Kreditrisiken aufgelöst
werden konnten. Das Aufwand-Ertrags-Verhältnis lag mit
69,0% nur unwesentlich über den 68,5% (vor Goodwill) des
ersten Quartals 2004 – ein Ausdruck unseres ständigen Bemühens,
die Effizienz im Unternehmen weiter zu steigern. Mit einem
Ergebnis pro Aktie von 2.60 Franken und einer Eigenkapitalrendite
von 32,4% erreichten diese beiden Werte den
höchsten je ausgewiesenen Stand.
Höchstleistungen auch auf operationeller Ebene schaffen
Mehrwert. Die Basis dafür bilden gut strukturierte Geschäftsprozesse
und eine leistungsfähige Infrastruktur. Wichtig
ist auch eine stabile, zuverlässige und effiziente Informatikplattform,
wie wir sie in der Schweiz unter der Bezeichnung Strategic
Solution Program (SSP) Ende letzten Jahres in Betrieb genommen
haben. Diese neue Systemgeneration ersetzt eine Reihe älterer
Plattformen und erlaubt es uns, die Qualität und Flexibilität
unserer Technologieleistungen zu erhöhen – und so unseren
Kunden einen noch besseren Service zu bieten. Das System ermöglicht
zudem eine Echtzeitverarbeitung rund um die Uhr, was
zu mehr Effizienz bei gleichzeitig tieferen Kosten beiträgt.
Der technologische Fortschritt, gepaart mit zunehmender
Grösse und Komplexität, führt aber auch dazu, dass UBS in
höherem Mass operationellen Risiken ausgesetzt ist. Die Toleranz
der Aufsichtsbehörden gegenüber Fehlern ist gesunken.
Operationelle Risiken sind jedoch nie ganz zu vermeiden. Deshalb
verwenden wir grosse Sorgfalt darauf, solche Risiken zu
identifizieren, zu bewirtschaften und zu kontrollieren. Effizientes
Risikomanagement stellt sicher, dass wir uns auf unsere
Kernaufgabe konzentrieren können – nämlich Mehrwert für
unsere Aktionäre und Kunden zu schaffen, ohne von vermeidbaren
«Feuerwehrübungen» abgelenkt zu werden, die viel
Zeit, Energie und Aufmerksamkeit kosten.
Unsere Wachstumspläne dürfen die Risikokontrolle nicht
verwässern. So haben wir erst vor kurzem die Funktionen
jener Verantwortungsträger gestärkt, die am erfolgreichen
Risikomanagement von UBS während der letzten Jahre
entscheidend mitgewirkt haben. Per 1. März wurde Walter
Stuerzinger, Chief Risk Officer seit 2001, in die Konzernleitung
berufen, wo er für die konzernweite Kontrolle von Kredit-,
Markt- und operationellen Risiken zuständig ist.
Anlässlich der Generalversammlung vom 21. April haben
Sie, geschätzte Aktionärinnen und Aktionäre, zudem unseren
bisherigen Chief Credit Officer Marco Suter als neues Mitglied
in den Verwaltungsrat gewählt. Als vollamtlicher Vizepräsident
wird er die Aufgaben des – infolge Erreichens der Altersgrenze
aus dem Gremium ausgeschiedenen – Alberto Togni
im Bereich Risikopolitik und -kontrolle übernehmen. Als nebenamtliches
Mitglied in den Verwaltungsrat gewählt wurde ausserdem
Peter R. Voser, Chief Financial Officer von The Royal
Dutch / Shell Group of Companies, der ausgedehnte Erfahrung
im internationalen Finanzmanagement einbringt.
Ausblick – Wie immer ist es zu diesem frühen Zeitpunkt schwierig,
die weitere Entwicklung des Jahres vorauszusagen. Das erste
Quartal profitiert naturgemäss von gewissen Saisoneffekten,
während sich die Aktivität an den Märkten zwischenzeitlich abgeschwächt
hat. Wir haben unser Geschäftsportfolio jedoch so
ausgerichtet, dass UBS auch bei sich verändernden Marktverhältnissen
in der Lage ist, nachhaltig starke Resultate zu erzielen.
3. Mai 2005
UBS AG Marcel Ospel
Präsident des
Verwaltungsrates |  | Peter Wuffli
Präsident der
Konzernleitung und CEO |
Mit Lord Eric Roll, der im März im
Alter von 97 Jahren verstarb, verlieren
wir einen hoch geschätzten
Kollegen. Nach einer eindrücklichen
akademischen und politischen Karriere
stiess er 1966 zur damaligen S.G.
Warburg in London, deren Chairman
er später wurde. Dass UBS heute eine
führende Rolle im globalen Investmentbanking
spielt, ist nicht zuletzt das
Verdienst von Lord Roll. Als Senior
Advisor erschien er noch bis kurz vor
seinem Tod jeden Morgen im Büro und
liess uns bis zuletzt an seinem immensen
Erfahrungsschatz teilhaben. Lord
Roll begeisterte mit seiner starken
Innovationskraft, die mit zunehmendem
Alter keineswegs nachliess. Dieses
Streben nach kontinuierlicher Verbesserung
ist Teil unserer Kultur geworden.
Es sind unsere Mitarbeiter, die jene
Werte verkörpern, welche uns als
Unternehmen prägen und schliesslich
zum Erfolg verhelfen.
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