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Buchstabe R
UBS Bankfachwörterbuch 
Rahmenkredit / crédit-cadre / credito quadro / blanket credit line
Genereller Kreditplafond, der während einer bestimmten Periode für die Benützung offen steht. Ein Rahmenkredit wird z.B. zwischen einem Importland und einem Exportland für die Gewährung langfristiger Export- oder Investitionskredite abgeschlossen.
Rally / rally / rally / rally
Auch: Kursrally. Schnelle und kräftige Hausse-Bewegung. Siehe auch Hausse.
Rang / rang / grado / order of priority
Im Grundpfandgeschäft: bestimmter Platz einer Forderung in der Einstufung der Grundpfandrechte, die im Grundbuch eingetragen sind (Pfandstelle). Die Realisierung des Pfandrechts erfolgt in der Regel auf dem Wege der Betreibung auf Grundpfandverwertung oder im Konkurs des Grundpfandeigentümers.
Range-Warrant / option range accrual / range warrant / range warrant
Auch: Korridor-Warrant, Hamster-Warrant, Bandbreiten-Warrant. Ein Range-Warrant ermöglicht dem Anleger, auf das Verharren des Basiswerts innerhalb einer bestimmten Bandbreite zu setzen: Je länger der Kurs darin verbleibt, desto höher wird der am Schluss ausbezahlte Betrag.
Rating / notation / rating / rating
Bonitätsmässig skalierte Einstufung von Schuldnern, Unternehmen, Banken oder Staaten bzw. der von ihnen herausgegebenen Wertpapiere. Ratings werden sowohl bankintern als auch durch Rating-Agenturen erstellt.
Rating-Agentur / agence de notation / agenzia di rating / rating agency
Unternehmen, das auf Ratings spezialisiert ist. Beispiele: Standard & Poor's, Moody's.
RBA-Holding / RBA-Holding / RBA-Holding / RBA-Holding
1994 von den Regionalbanken gegründete Dachgesellschaft, deren Zweck die Zusammenarbeit und Stärkung der Regionalbanken ist. Die RBA-Holding nimmt Gemeinschaftsfunktionen in den Bereichen Informatik, Geschäftsvolumen, Dienstleistungsstandards sowie Leistungseinkauf wahr und fungiert als Überwachungsinstanz.
Real Estate Investment Trust / Real Estate Investment Trust / Real Estate Investment Trust / Real Estate Investment Trust
Abk.: REIT. Börsennotierte US-Immobiliengesellschaft, die das Kapital ihrer Anteilsinhaber zu mindestens 75% in den US-Immobilienmarkt investiert. Real Estate Investment Trusts geniessen besondere Steuervorteile (z.B. Befreiung von der Körperschaftssteuer). Man unterscheidet Equity-REITs, die direkt selber in Grossimmobilien wie Hotels, Einkaufszentren (Malls) oder Bürohäusern investieren, und Mortgage-REITs, die lediglich Hypothekendarlehen zum Bau solcher Grossimmobilien zur Verfügung stellen.
reale Rendite / rendement réel / rendimento reale / real return
Nominale Rendite abzüglich der Inflation.
reales Bruttoinlandprodukt / produit intérieur brut réel / prodotto interno lordo reale / real gross domestic product
Bruttoinlandprodukt, bei dem die Inflation ausgeklammert ist.
Realkredit / crédit réel / credito garantito / credit secured by collateral
Durch bestimmte Vermögenswerte gesicherter Kredit. Die Sicherheiten bestehen entweder aus beweglichen Sachen (z.B. Wertpapieren, Waren) oder aus unbeweglichen Sachen (v.a. Grundstücken).
Realkreditinstitut / établissement de crédit hypothécaire / istituto di credito ipotecario / mortgage bank
Auf Gewährung von Hypothekarkrediten spezialisierte Bank. Realkreditinstitut ist eine in Deutschland übliche Bezeichnung.
Reallohn / salaire réel / salario reale / real wages
Nominallohn abzüglich der Inflation.
Realzins / taux d'intérêt réel / interesse reale / real interest rate
Nomineller Zinssatz abzüglich der jährlichen Inflationsrate. Ist die Inflationsrate grösser als der Zinssatz, spricht man von negativem Realzins.
Rechnungsabgrenzung / compte de régularisation / ratei e risconti / accruals and deferrals
Zeitliche Abgrenzung und gesonderte Ausweisung von Einnahmen und Ausgaben in der Bilanz, die eine andere Rechnungsperiode betreffen als die, in der sie anfallen. Siehe auch transitorische Aktiven, transitorische Passiven.
Rechnungseinheit / unité de compte / unità di conto / unit of account
Speziell definierte Einheit, in der internationale Zahlungen abgewickelt werden, die aber kein eigentliches Zahlungsmittel darstellt. Rechnungseinheiten werden auch für internationale Anleihen und als Buchgeld internationaler Institutionen verwendet. Beispiele: das Sonderziehungsrecht oder der ECU vor der Einführung des Euro.
Rechnungslegungsvorschriften / règles de comptabilisation / prescrizioni per l'allestimento dei conti / accounting standards
Gesetzliche Bestimmungen zur Erstellung der Jahresrechnung und der Konzernrechnung. Die Banken halten sich an die im Bankengesetz (Art. 6) und in der Bankenverordnung (Art. 23–27) vorgeschriebenen Normen über die Jahres- und Zwischenabschlüsse der Banken. Von Bedeutung sind auch die einschlägigen Richtlinien der Eidgenössischen Bankenkommission (RRV-EBK).
Rediskont / réescompte / risconto / rediscount
Auch: Rückdiskontierung. Weitergabe eines bereits diskontierten Wechsels zur nochmaligen Diskontierung. Die schweizerischen Geschäftsbanken rediskontieren z.B. die von ihnen diskontierten erstklassigen Wechsel bei der Schweizerischen Nationalbank.
Referenzwährung / monnaie de référence / moneta di riferimento / reference currency
(1) Währung, in der ein Anleger denkt und rechnet.
(2) Währung, in der die Wertentwicklung eines Anlageprodukts gemessen wird.
Refinanzierung / refinancement / rifinanziamento / refinancing
Beschaffung bzw. Aufnahme von Passivgeldern durch eine Bank, um damit das eigene Aktivgeschäft zu finanzieren.
Reflation / reflation / reflazione / reflation
Eine durch eine aggressiv expansive Geldpolitik bewusst herbeigeführte Inflationierung, um Deflation zu verhindern.
Regionalbank / banque régionale / banca regionale / regional bank
Meist kleinere Geschäftsbank, deren Tätigkeit auf das Gebiet einer Region beschränkt ist. In den Neunzigerjahren haben sich die meisten Regionalbanken unter das Dach der RBA-Holding gestellt.
Regionenfonds / fonds spécifique à une région / fondo regionale / regional fund
Anlagefonds, der seine Investitionen in einer bestimmten geografischen Region oder einem besonderen Wirtschaftsraum vornimmt.
Registerpfandrecht / droit de gage enregistré / diritto di pegno registrato / registered lien
Pfandrecht an einer beweglichen Sache ohne Übertragung von deren Besitz an den Pfandgläubiger. Die Besitzübergabe an den Pfandgläubiger wird durch einen Registereintrag ersetzt. Die Pfandsache bleibt im Besitz des Verpfänders. Anwendungsgebiete: Vieh-, Schiffs- und Luftfahrzeugverpfändung.
Regress / recours / regresso / recourse
Rückgriff eines ersatzweise haftenden Schuldners, der bezahlt hat, auf den Hauptschuldner. Bei Wechsel und Check: Rückgriff des Inhabers auf seine Vormänner (Indossanten, Aussteller usw.), falls der Bezogene seine Verpflichtungen nicht erfüllt.
regulierter Markt
Ein Markt, Handelssystem oder eine Börse, welche den EU-Mindestanforderungen gemäss Titel III der MiFID entspricht. Gemäss MiFID müssen Einheiten, die multilateralen Handel für Finanzinstrumente anbieten (z.B. ein Auftragsbuch führen), entweder als ein geregelter Markt oder ein Multilaterales Handelssystem (MTF – Multilateral Trading Facility) organisiert sein. Für diese beiden Organisationsformen gelten leicht abweichende Regelungen.
reines Konnossement / connaissement net / polizza di carico pulita / clean bill of lading (clean B/L)
Konnossement ohne Vorbehalt hinsichtlich Zustand der Ware und Verpackung. Der Verkäufer hat die Ware in seetüchtiger Verpackung zu liefern.
Reisecheck / chèque de voyage / assegno di viaggio / traveller's check
Auch: Reisescheck. Besonders für den internationalen Reiseverkehr geschaffenes Zahlungsmittel. Im Gegensatz zum gewöhnlichen Check ist der Reisecheck vom Bezüger im Voraus zu bezahlen. Er ist unter Beachtung besonderer Kontrollvorschriften bei den meisten Banken und bei vielen Unternehmen des Nichtbankensektors (z.B. Ladengeschäften, Hotels) einlösbar. Reisechecks werden von Banken, Bankengruppen oder Reiseorganisationen ausgestellt. Sie lauten auf runde Beträge. Beispiel: Swiss Bankers Travelers Cheque.
Reka-Check / chèque Reka / assegno Reka / Reka check
Von der Schweizer Reisekasse geschaffenes Zahlungsmittel, das von vielen Unternehmen und Verbänden zur Förderung des inländischen Familientourismus verbilligt an Mitarbeiter oder Mitglieder abgegeben wird. Die Reka-Checks sind für Zahlungen bei zahlreichen schweizerischen Bahnen, Hotels und anderen touristischen Betrieben verwendbar.
Rektaindossament / endossement non à ordre / girata non all'ordine / restrictive endorsement
Indossament mit einer Rektaklausel. Dadurch haftet der Indossant nur gegenüber seinem unmittelbaren Nachmann (dem Rektaindossatar), nicht aber gegenüber Personen, die das Rektapapier trotz der Klausel durch weitere Indossamente erhalten.
Rektaklausel / clause non à ordre / clausola non all'ordine / not to order clause
Vermerk «nicht an Order», «Indossierung verboten» oder «zahlbar an ...» auf einem Wechsel oder Check. Eine Übertragung mittels Indossament ist damit ausgeschlossen. Sie kann nur noch durch Zession erfolgen, da die Rektaklausel das Orderpapier in ein Namenpapier verwandelt.
Rembourskredit / crédit de remboursement / credito di rimborso / documentary acceptance credit
Ein zur Import- oder Exportfinanzierung verwendeter Akzeptkredit, der in der Regel durch ein unwiderrufliches Akkreditiv seitens der Bank des Käufers sichergestellt ist. Siehe auch Dokumentenakkreditiv.
Rendite / rendement / rendimento / yield
In Prozenten des investierten Kapitals ausgedrückter gesamter Ertrag einer Kapitalanlage. Bei Obligationen wird üblicherweise die Rendite auf Verfall oder auf frühestmögliche Kündbarkeit verwendet, wobei sich der Gesamtertrag aus dem festen Zins und der Kursveränderung bis zur Rückzahlung, verteilt auf die Anzahl Jahre Restlaufzeit, zusammensetzt.
Rendite-Spread
Synonym von Spread (3).
Rentabilität / rentabilité / redditività / profitability
Erfolg eines Unternehmens im Verhältnis zum eingesetzten Kapital. Im engeren Sinn Synonym von Eigenkapitalrentabilität (siehe Eigenkapitalrendite).
Rente
In Deutschland üblicher Ausdruck für Obligation.
Repartierung / répartition / distribuzione / subscribed allotment
Auch: Zuteilung. Zuweisung der Wertpapiere bei einer überzeichneten Emission. Die bei den Banken eingegangenen Zeichnungen müssen bei einer allfälligen Überzeichnung durch Kürzungen auf die Zahl der zur Verfügung stehenden Titel abgestimmt werden.
Repatriierung / rapatriement / rimpatrio / repatriation
Rückzug von im Ausland angelegten Vermögenswerten.
Repo-Geschäft / opération de mise en pension / operazione di pronti contro termine / repo business
Eingedeutschter Ausdruck für Repurchase-Agreement. Rückkaufsvereinbarung bei Wertpapiergeschäften (Verkauf unter gleichzeitigem Terminrückkauf), v.a. zwischen Notenbank und Geschäftsbanken. Repo-Geschäfte sind eine besondere Form der Pensionsgeschäfte (1), die der kurzfristigen Liquiditätssteuerung dienen und Bestandteil des modernen Notenbankinstrumentariums sind.
Report / report / riporto / contango
(1) Im Wertschriftenhandel: Vergütung bei Prolongationsgeschäften.
(2) Im Devisengeschäft: Aufschlag des Terminkurses auf den Kassakurs. Gegensatz: Deport.
Reportgeschäft / opération de report / operazione di riporto / carry-over transaction
Im Wertschriftenhandel: Verlängerung einer auf Termin abgeschlossenen Hausse-Transaktion von einem Ultimo- oder Liquidationstermin auf den nächsten, wobei der Käufer unter Zahlung eines Zuschlags (Report) die am Reportierungstag aus der Liquidation anfallenden Titel der am Reportgeschäft beteiligten Bank komptant verkauft und gleichzeitig auf den nächsten Ultimotermin zurückkauft. In der Regel erfolgt das Reportgeschäft heute in der Form eines Lombardkredits. Gegensatz: Deport.
Reporting / reporting / reporting / reporting
(1) Berichterstattung von Unternehmen über ihren Geschäftsverlauf.
(2) Meldung der Abschlüsse in Effekten, die über die Börse gehandelt werden. An der SWX Swiss Exchange besteht eine Reportingpflicht.
Residential Mortgage-Backed Security / residential mortgage-backed security / residential mortgage-backed security / Residential Mortgage-Backed Security
Abk.: RMBS. Residential Mortgage-Backed Securities sind verbriefte private Wohnungsbaudarlehen. Siehe auch Mortgage-Backed Security.
Reskription / rescription / rescrizione / rescription
Schatzanweisung des Bundes bzw. Schatzwechsel eines Kantons oder einer Gemeinde mit einer Laufzeit von bis zu 4 Jahren. Reskriptionen dienen in der Regel der vorübergehenden Mittelbeschaffung der öffentlichen Hand. Teilweise werden mit ihnen auch konjunktur- oder kapitalmarktpolitische Ziele verfolgt, z.B. indem der Bund Sterilisierungsreskriptionen an die Banken abgibt. Reskriptionen können von den Banken unter gewissen Umständen bei der Schweizerischen Nationalbank kurzfristig in Pension gegeben (Pensionsgeschäfte) oder während der Restlaufzeit von 3 Monaten diskontiert werden.
Restricted Security / restricted security / restricted security / restricted security
USA Wertpapier, das nicht bei der Securities and Exchange Commission registriert und daher nur beschränkt handelbar ist.
Retail-Banking / retail banking / retail banking / retail banking
Auch: Mengengeschäft, Retail-Geschäft, Consumer-Banking. Geschäftsverbindung der Banken mit der breiten Basis der Individualkunden. Ziel des Retail-Banking ist es, die Kunden bedürfnisgerecht zu betreuen und Bankdienstleistungen kostengünstig anzubieten. Zu diesem Zweck werden u.a. standardisierte Produkte bereitgestellt und die Verkaufsprozesse vereinfacht.
Retentionsrecht / droit de rétention / diritto di ritenzione / possessory lien
Gesetzlich begründetes dingliches Sicherungsrecht (Art. 895 ff. ZGB), welches dem Gläubiger bei Vorliegen spezieller Voraussetzungen die Befugnis gibt, bewegliche Sachen und Wertpapiere, die sich mit Willen des Schuldners in seinem Besitz befinden, zurückzubehalten und unter Umständen wie ein Pfandrecht verwerten zu lassen.
Retrozession / rétrocession / retrocessione / retrocession
Weitergabe eines Anteils der von einer Bank eingenommenen Kommissionen an eine andere Bank oder an einen Vermittler, z.B. bei Emissions- oder Konsortialgeschäften.
Return on Assets / rendement de l'actif / return on assets / Return on Assets
Rentabilitätszahl, die den Gewinn in einer bestimmten Periode ins Verhältnis zum durchschnittlichen Gesamtkapital eines Unternehmens setzt. Abk. ROA.
Reuegeld / dédit / penale di recesso / premium
Vergütung, die beim Rücktritt von einem Geschäft zu entrichten ist, z.B. bei einem als Prämiengeschäft abgeschlossenen Börsentermingeschäft.
revolvierender Kredit / crédit revolving / credito revolving / revolving credit
Kredit, der während des vereinbarten Zeitraums zurückbezahlt und wieder beansprucht werden kann. Beispiele: revolvierender Diskontkredit, revolvierender Lombardkredit.
Revolving-Underwriting-Facility / facilité de prise ferme renouvelable / revolving underwriting facility / revolving underwriting facility
Abk.: RUF. Euronote, deren Platzierung auf dem Markt ganz dem Lead-Manager überlassen bleibt und die nach Ablauf im Bedarfsfall erneuert wird. Eine ähnliche Wertschriftenart stellt die Note-Issuance-Facility dar.
Rezession / récession / recessione / recession
Rückläufige Phase im Konjunkturablauf, die durch eine reale Verminderung des Sozialprodukts gekennzeichnet ist.
Rho / rhô / rho / rho
Masseinheit für die Veränderung des Optionswerts bei einer Veränderung des risikofreien Zinssatzes oder der Dividendenzahlung.
Rimesse / remise / rimessa / remittance
(1) Sendung von Wertpapieren, v.a. von Wechseln, welche der Bank zum Inkasso oder Diskont eingereicht werden.
(2) Im Rechnungswesen: Synonym von Besitzwechsel.
Ring / corbeille / corbeille / ring
Kurzform von Börsenring. Kreisrunde Abschrankung, an der früher der Wertpapierhandel durch Zuruf der Ringhändler stattfand. Je nach Art der Wertpapiere unterschied man zwischen Aktien- und Obligationenring. Siehe auch Criée-Handel.
Ringbank / banque admise à la corbeille / banca ammessa alla corbeille / ring bank
Veraltet. Eine aufgrund der entsprechenden Börsenkonzession für den Handel am Ring zugelassene Bank. Siehe auch Börsenbank.
Ringhändler / crieur / operatore alla corbeille / ring trader
Auch: Ringvertreter. Ehemals am Ring einer Effektenbörse tätiger Börsenagent einer Ringbank, der die Geschäfte durch Zuruf abwickelte. Siehe auch Ring, Ringbank, Criée-Handel, Börsenagent.
Risiko / risque / rischio / risk
Gefahr des Eintretens eines Schadensfalles bzw. Vermögensverlustes. Beispiele: Kursrückgang eines Wertpapiers oder Zahlungsunfähigkeit eines Gläubigers. In der Finanzmarkttheorie wird das Risiko einer Anlage mit der Höhe der Varianz gemessen. Risiko und Ertrag stehen in direktem Zusammenhang: Je höher das eingegangene Risiko, desto grösser sollte langfristig der Ertrag der entsprechenden Anlage ausfallen. Die wichtigsten zu beachtenden Risikoarten sind: Länder-, Transfer-, Abwicklungs-, Kurs-, Zins- und Delkredererisiko. Buchhalterisch erfolgt die Absicherung durch Rückstellungen. An Bankprodukten stehen z.B. Termin- und Reportgeschäfte, Optionen oder Financial Futures zur Verfügung. Siehe auch systematisches Risiko.
risikofreier Ertrag / revenu sans risques / rendimento a rischio zero / risk-free return
Ertrag einer Anlage in erstklassigen Geldmarktpapieren, die aufgrund ihrer kurzen Laufzeit praktisch keinen Kursschwankungen unterworfen sind, und der deshalb als risikolos eingestuft wird. Beispiel: Treasury-Bills.
Risikomanagement / gestion des riques / gestione dei rischi / risk management
(1) Führungsinstrument zur umfassenden und systematischen Identifikation, Quantifizierung und Kontrolle von Risiken auf den mit dem Bankgeschäft verbundenen Engagements.
(2) Dienstleistungspaket von Banken für Firmenkunden zur Begrenzung von derer Risiken durch Einsatz verschiedener Absicherungsinstrumente.
Risikoneigung / propension au risque / propensione al rischio / risk tolerance
Auch: Risikotoleranz, Risikobereitschaft. Persönliche Einstellung gegenüber dem Risiko. Die Risikoneigung kann sich in Form von Risikofreude oder Risikoscheu äussern.
Risikopapier
Synonym von Aktie.
Risikoprämie / prime de risque / premio di rischio / risk premium
Zinsaufschlag, den Anleger für Investments in risikobehaftete Kapitalanlagen fordern. Je grösser das Verlust- bzw. Ausfallrisiko, desto höher der Aufschlag.
Risikoscheu / aversion au risque / avversione al rischio / risk aversion
Siehe Risikoneigung.
Risikoverteilung / répartition des risques / ripartizione dei rischi / risk diversification
Auch: Diversifikation, Risikostreuung. Streuung der Kapitalanlagen oder Kredite zum Zweck grösstmöglicher Sicherheit gegen Verlustrisiken und der Gefahr von Ertragseinbussen. Durch eine breite geografische, währungsmässige, branchenmässige und betriebliche Verteilung der Anlagen (oder der zu gewährenden Kredite) wird ein optimaler Risikoausgleich angestrebt.
Risk-Arbitrage / arbitrage du risque / arbitraggio di rischio / risk arbitrage
Auch: Risikoarbitrage, Merger-Arbitrage. Eingehen von entgegengesetzten Positionen in Aktien eines Übernahmekandidaten und seines voraussichtlichen Übernehmers. Äusserst spekulative Anlagetechnik.
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe / Materials / Matériels / Materiali
Sektorbezeichnung für Aktien von Unternehmen, die Chemikalien, Metalle (einschliesslich Bergbau), Baustoffe, Textilien oder Papier und Pappe herstellen. Der entsprechende MSCI-Sektorindex fungiert als Benchmark für die Aktien dieses Sektors.
Rohstoff / matière première / materia prima / raw material
Unbearbeiteter Grundstoff, der durch Primärproduktion gewonnen wird.
Rohwarenbörse / Bourse de marchandises / borsa merci / commodity exchange
Auch: Rohstoffbörse, Warenbörse. Auf Rohwaren bzw. Rohwarenkontrakte spezialisierte Börse. Die wichtigsten Rohwarenbörsen der Welt befinden sich in Chicago, London und New York.
Roll-over-Kredit / crédit roll-over / credito roll-over / roll-over credit
Mittel- bis langfristiger Kredit mit variablem Zinssatz, wobei der Zinssatz in der Regel alle 3, 6 oder 12 Monate neu festgelegt wird. Die Basis der periodischen Zinsanpassungen bildet z.B. die London Interbank Offered Rate (LIBOR) für kurzfristige Geldaufnahmen am Euromarkt.
Royalty / royalty / royalty / royalty
(1) Synonym von Lizenzgebühr.
(2) Für die Überlassung eines zur Ausbeutung von Rohstoffvorkommen (Kohle, Erdöl usw.) nutzbaren Grundstücks vom Konzessionär dem Grundeigentümer entrichtetes Entgelt.
Rückgaberecht / droit de retour / diritto di restituzione / right of redemption
Recht des Inhabers, Anteile von Anlagefonds täglich zum aktuellen Rücknahmepreis an die Fondsleitung zurückzugeben. Ausnahme: Immobilienfonds.
Rückkaufswert / valeur de rachat / valore di riscatto / surrender value
Betrag, den der Versicherer dem Versicherungsnehmer bei einem Rücktritt vom Vertrag als Abfindung zahlt, wenn die Prämien für mindestens drei Jahre bezahlt worden sind. Der Rückkaufswert dient als Richtlinie für die Bestimmung der Kreditlimite bei der Verpfändung von Lebensversicherungsansprüchen.
Rücknahmepreis / prix de rachat / prezzo di riscatto / redemption price
Preis, zu dem ein Anlagefonds verpflichtet ist, Anteilsscheine zulasten des Fondsvermögens zurückzunehmen. Der Rücknahmepreis entspricht dem Inventarwert abzüglich einer allfälligen Rücknahmekommission sowie, bei schweizerischen Anlagefonds, der Spesen, die beim Verkauf von Anlagen entstehen.
Rückstellungen / provisions / accantonamenti / provisions
Zulasten der Erfolgsrechnung in der Bilanz gebildete Passivposten zur Deckung künftiger Verpflichtungen oder voraussichtlicher Verluste. Rückstellungen werden in der Bilanz oft unter den sonstigen Passiven verbucht. Bei Banken sind vor allem die Rückstellungen für Risiken im Kreditgeschäft und im Devisengeschäft von Bedeutung. Für konkrete Risiken bestimmter Forderungen werden entsprechende Einzelrückstellungen gebildet, während durch allgemeine Delkredere-Rückstellungen latente Gefahren berücksichtigt werden, die sich nicht schon näher umschreiben lassen. Rückstellungen werden in der Regel im Unterschied zu den Reserven oder Rücklagen nicht aus dem Reingewinn gebildet, sondern aus dem Betriebsergebnis.
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